Vorrichtung zum Lesen und vergleichsweisen Auswerten von graphischen Darstellungen Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Lesen und vergleichsweisen Auswerten von graphi schen Darstellungen. Die Vorrichtung gemäss der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass unter einer durchsichtigen starren Schaufläche, z. B. dem Glasdeckel eines Gehäuses, Mittel zur Plan führung zweier aus transparentem Material bestehen der, verschiedene graphische Darstellungen, z. B.
Kurven, tragende Streifen, angeordnet sind, zu de nen mindestens ein Massgerät über der Bildebene in einer Führung und mit seiner Führung verschieblich angeordnet ist, und dass Beleuchtungsmittel unter der Schaufläche vorgesehen sind.
Die Vorrichtung kann beispielsweise zwei unter einem Schauglas angeordnete Spulenpaare zum Vor beiführen von zwei Filmstreifen mit graphischen Darstellungen an der Schauöffnung, einem über dem Schauglas angeordneten., in Längsrichtung und quer beweglichen durchsichtigen Schieber mit Skalen-, Grad- oder dergleichen Einteilung aufweisen.
Mit Hilfe der Vorrichtung nach der Erfindung können zwei oder mehrere graphische Darstellungen miteinander verglichen und unter Heranziehung der Schiebereinteilung bestimmte Werte, z. B. Prozent sätze von Abweichungen, Abweichraten je Zeitein heit, Verhältniswerte und dergleichen ohne Verwen dung sonstiger Hilfsmittel, ermittelt werden.
Die neue Vorrichtung ist damit ein wertvolles Hilfsmittel, beispielsweise bei der Untersuchung von Betriebsverhältnissen durch Vergleich von statisti schem Material zweier Betriebe.
Es sind schon Rechenapparate vorgeschlagen wor den, bei denen bandförmige Schieber aus durchsich tigem Material um eine Grundplatte geführt werden, wobei die Schieber über seitlich der Grundplatte auf Achsen drehbar oder längsverschiebbar angeordneten Rollen laufen. Diese Vorrichtungen erlauben die Durchführung von Rechnungen nach dem Prinzip des Rechenschiebers. Zum Lesen, Vergleichen und Auswerten von graphischen Darstellungen sind diese Vorrichtungen jedoch ungeeignet. Demgegenüber ge stattet die Vorrichtung gemäss Erfindung bei geeig neter Ausbildung den Vergleich und die Auswertung graphischer Darstellungen in der Weise, dass mit Hilfe eines Läufers eine dritte Grösse, beispielsweise die Zeit, zur Auswertung herangezogen werden kann.
Die Vorrichtung gemäss Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung, Fig. 2 eine Draufsicht and Fig. 3 eine Innenansicht der Vorrichtung von der Seite.
In Fig. 4 und 5 sind zwei perspektivische Dar stellungen der Läufereinrichtung wiedergegeben.
Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung be steht aus einem Schaukasten 1, der mit einer Schau glasabdeckung 4 versehen ist. Weiterhin ist ein Deck rahmen 3 und ein Kastendeckel 2 vorgesehen, die im Beispielsfalle um Scharniere schwenkbar angebracht sind. Unter der Schauglasabdeckung sind zwei Spu- lenpaare 13 und 14 übereinander und gegeneinander versetzt angeordnet, mit deren Hilfe zwei Filmstrei fen 16 mit graphischen Darstellungen übereinander liegend an der Schauglasöffnung vorbeibewegt wer den können.
Die Spulen 13, 14 sind an der Rück wand des Kastens in Halterungen 15 drehbar ge lagert und weiterhin mit Anschlagscheiben 17 ver sehen, die der genauen Führung des (gestrichelt ge zeichneten) Filmstreifens 16 dienen. An der Vorder seite des Kastens sind die Spulen mit Kopfstücken 8, 9 gelagert, die durch die Kastenwand hindurchge führt und an deren nach aussen ragenden Enden Bedienungsknöpfe befestigt sind. Unter der Schau fläche ist ein Beleuchtungskörper 12 angeordnet.
Die Schiebereinrichtung besteht aus dem die Ska leneinteilung oder dergleichen aufweisenden Schieber 6, der in einem Läufer 7 längsgeführt angeordnet ist. Der Läufer 7 ist seinerseits an einer Stabführung 5 querbeweglich angeordnet. Der Schieber 6 kann, je nach dem, was mit seiner Hilfe bestimmt werden soll, mit einer Millimeterskala, einer Strahlenskala oder einer sonstigen Einteilung, versehen sein. Er ist auswechselbar, so dass nach Bedarf Schieber mit ver schiedener Einteilung verwendet werden können. Es können auch mehrere Einteilungen verschiedener Art auf einem Schieber vorgesehen sein. Gegebenenfalls können auch mehrere Schieber gleichzeitig nebenein ander zur Anwendung kommen.
Zu diesem Zweck ist vorteilhaft auch der Läufer 7 auswechselbar, so dass Läufer und damit Schieber jeder gewünschten Breite Verwendung finden können.
Zur Wiedergabe der graphischen Darstellungen dient zweckmässig Rollfilmmaterial. Es kann aber auch anderes transparentes Material, wie zum Bei spiel Pergamentpapier oder dergleichen, herangezo gen werden. Das Material muss einerseits biegsam genug sein, um auf die Spulen aufgerollt werden zu können, und anderseits steif genug, um die graphi schen Darstellungen genau wiederzugeben. Durch Betätigung der Spulen 13 und 14 können die beiden übereinanderliegenden Streifen so gegeneinander ver schoben werden, dass jede Stelle des obern Streifens auf der gleichen Vertikalen über jeder beliebigen Stelle des untern Streifens zu liegen kommt.
Bei zum Bei spiel je zehn Darstellungen auf den beiden Streifen sind somit insgesamt hundert Einstellungen möglich. Die graphischen Darstellungen auf den Streifen wer den zweckmässig in logarithmischem Massstab ausge führt, während die Einteilung des Schiebers - als Zeitveränderliche - zweckmässig arithmetischen Mass stab aufweist.
Die Vorrichtung gemäss Erfindung ist vorzüglich zum Vergleichen und Auswerten von graphischem Bildmaterial jeglicher Art geeignet. Der besonderen Verwendung sonstiger Hilfsmittel bedarf es dabei nicht. Sollen beispielsweise zwei graphische Darstel lungen miteinander verglichen werden, so genügt es, die beiden gewünschten Darstellungen über dem Schauglas genau zur Deckung zu bringen. Ein ein facher Vergleich ist dann ohne Schwierigkeit mög lich.
Sollen mehrere Darstellungen mit einer einzigen andern verglichen werden, so gelingt dies in einfacher Weise, indem der untere oder der obere Film durch einfache Betätigung eines der Bedienungsknöpfe nach Art eines Rollfilmes um eine bzw. mehrere Einstel lungen weitergedreht wird.
Die rechnerische Auswertung geschieht mit Hilfe des Schiebers 6. Die allseitige Beweglichkeit des Schiebers erlaubt, dass seine Nulleinstellung mit jedem beliebigen Punkt einer auszuwertenden Kurve zur Deckung gebracht werden kann. Mit Hilfe der Ver änderungsgradeinteilung kann dann jede beliebige Kurve durch einfaches Ablesen rechnerisch erfasst werden, ohne dass grössere und langwierige Berech nungen angestellt werden müssen.
Wenn zum Beispiel der beliebige Punkt A einer ersten Kurve, dargestellt auf dem obern Film, mit dem Punkt B einer zweiten Kurve, dargestellt auf dem untern Film, verglichen werden soll, lässt man einen der beiden Filme derart gleiten, dass der Punkt <I>A</I> auf der gleichen Vertikalen über dem Punkt<I>B</I> steht. Anschliessend legt man den Einteilungspunkt des Schiebers, der 100ö entspricht, gegenüber dem oben erwähnten Punkt A an, und es genügt, auf dem Schieber die Ziffer abzulesen, die sich gegenüber dem Punkt B befindet. Diese Ziffer drückt in Prozen ten B zu A aus.
Die in der Zeichnung dargestellte und vorstehend im einzelnen erläuterte Lesevorrichtung ist nur ein Ausführungsbeispiel. Wie erwähnt, ist die Anzahl der Läufer nicht beschränkt, die Läufer können sowohl mit den verschiedensten Messwerten oder sonstigen Elementen ausgestattet sein, um beliebig in Bezie hung setzbare Kurvenaufzeichnungen und dergleichen auszuwerten, die Läufer können auch austauschbar ausgebildet sein, ebenso wie etwa die Steuerung der Filme oder dergleichen automatisch erfolgen kann, so dass diese unabhängig voneinander bewegt wer den usf.