CH392310A - Hochleistungsschleifverfahren, insbesondere zur Bearbeitung von Metallen aller Härtegrade - Google Patents

Hochleistungsschleifverfahren, insbesondere zur Bearbeitung von Metallen aller Härtegrade

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CH392310A
CH392310A CH333460A CH333460A CH392310A CH 392310 A CH392310 A CH 392310A CH 333460 A CH333460 A CH 333460A CH 333460 A CH333460 A CH 333460A CH 392310 A CH392310 A CH 392310A
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Fouquet Eugene
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Description


      Hoehleistungssehleifverfahren,    insbesondere zur     Bearbeitung    von     Metallen     aller     Härtegrade       Die Erfindung bezieht sich auf ein     Hochleistungs-          schleifverfahren,    insbesondere zur Bearbeitung von  Metallen aller Härtegrade, unter Verwendung .einer  mit hoher Umfangsgeschwindigkeit umlaufenden, mit  ihrem Umfang schleifenden Scheibe, einer grossen       Vorschubgeschwindigkeit    des Werkstückes und zwei       Kühlmittelstrahlen    hoher Geschwindigkeit, die von  gegenüberliegenden Seiten auf die     Schleifstelle    ge  richtet sind.  



  Es ist bereits vorgeschlagen worden, zur Er  höhung der     Spanleistung    einen Schnellschliff mit  mehrstufigen Schleifscheiben auszuführen, die aus  konzentrischen, mit Stirnflächen schleifenden Topf  scheiben bestehen. Nach diesen von     Osenberg    durch  geführten Versuchen soll ein wirksames Schnellschlei  fen durchführbar sein, wenn die Schleifkörper eine  hohe Umfangsgeschwindigkeit haben, ferner     eine     hohe     Vorschubgeschwindigkeit    angewendet wird,

    temperaturfeste Schleifkörper Verwendung finden  und grosse und breite     Spanräume    zwischen den     stirn-          seitigen        Schleifflächen    der Topfscheiben vorhanden  sind. Man geht hierbei von der     überlegung    aus, dass  beim Auftreffen eines     Schleifkorns    auf das Werk  stück hohe Oberflächentemperaturen (bis 1650 )  auftreten, und dass solche hohen     Temperaturen    er  wünscht sind, da sich bei der     Warmbearbeitung    von  Metallen bzw. Stahl kleinere Schnittkräfte ergeben,  die hohe Schnittgeschwindigkeiten ermöglichen.  



  Diese Versuche mit mehrstufigen Schleifscheiben  haben sich in der Praxis nicht bewährt, da die  höhere     Spanleistung    mit einem ausserordentlich  hohen Verschleiss der Schleifscheibe verbunden ist.  Bei keramischen Schleifscheiben ist dieser Schle-if  scheibenverschleiss annähernd so gross wie die Menge  des zerspanten Materials, und bei kunststoffgebun  denen Schleifscheiben beträgt der Verschleiss etwa    33% der     Spanmenge.    Dieser ausserordentliche Ver  schleiss, ebenso wie die hohe Temperatur haben ihre  Ursache darin, dass die beim Schleifen erzeugten  Späne und gelösten Schleifkörner zwischen den  Stirnflächen der Schleifscheibe und dem Werkstück  eingeklemmt sind, bevor sie nach aussen geschleudert  werden, so dass damit eine schädliche Reibung ent  steht,

   die das Werkstück erhitzt und die Schleif  scheibe rasch abnutzt.  



  Ein Schnellschliff mit diesem bekannten Ver  fahren ist     also.    nicht nur sehr     unwirtschaftlich,    son  dern es ist auch ein     Präzisionsschliff,    das heisst ein  Schleifen auf ein genaues Mass nicht möglich, weil  die Zustellung der Schleifscheibe im Hinblick auf den  enormen Verschleiss nicht mit der tatsächlich erziel  ten Schnittiefe     übereinstimmt.     



  Die Erfindung geht genau im Gegensatz zu dem  vorerwähnten     Schnellschleifverfahren    von folgenden       Gedanken    aus: Die Schleifscheibe, die als     Fräswerk-          zeug    mit .einer     Vielzahl    von Schneiden an den wirk  samen     Schleifkörnern        anzusehen    ist, soll in ihrer       Schneidfähigkeit    möglichst lang erhalten bleiben, und  es soll demgemäss auch der Verschleiss der Scheibe  möglichst gering sein.

   Das setzt jedoch voraus, dass  die an der Schleif- bzw.     Schneidstelle    entstehende  Wärme einerseits auf ein Minimum beschränkt und  die Wärme anderseits so abgeführt     wird,    dass sie  sich auf das Werkstück nicht übertragen kann.

   Nach  den früheren Vorschlägen des Erfinders wird in die  sem Sinn an Stelle von mehreren     stirnseitig    schlei  fenden Topfscheiben eine mit hoher     Umfangsge-          schwindigkeit    umlaufende, mit     ihrem    Umfang schlei  fende Scheibe verwendet, gegenüber welcher das  Werkstück mit grosser     Vorschubgeschwindigkeit    be  wegt wird und ferner zwei     Kühhnittelstrahlen    hoher      Geschwindigkeit von gegenüberliegenden Seiten auf  die Schleifstelle gerichtet werden.  



  Eingehende Untersuchungen des Erfinders haben  nun ergeben, dass die     Spanleistung    dieses Schleif  verfahrens aussergewöhnlich gesteigert und zugleich  überraschenderweise der     Schleifscheibenverbrauch     auf einen minimalen Wert gesenkt werden kann,  wenn dieses     Hochleistungsschleifverfahren    mit einer  Kombination ganz bestimmter Merkmale durchge  führt wird, nämlich  a) Verwendung einer     kunstharzgebundenen    Schleif  scheibe mit einem Härtegrad von mindestens Q  und einer Körnung von l6-36;  b) ständiges Schärfen der     Schleifkörner    und Profi  lierung der     Schleifscheibe    während des Schleifens;

    c) Austritt der     Kühlmittelstrahlen    in grösstmöglicher  Nähe der Schleifstelle mit     einem    hohen Druck  von etwa 4-6 atü an der Austrittsstelle;  d) eine Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe  von mindestens 50     m/sek.;     e) eine     Vorschubgeschwindigkeit    des Werkstückes  von 0,8-1     m/sek.     



  Mit diesem Schleifverfahren ist es möglich, eine  sehr hohe     Spanleistung    bei verblüffend geringem       Schleifscheibenverschleiss    zu erzielen. Bei der Bear  beitung von Metal'l'en aller Härtegrade einschliess  lich Stahl kann eine spezifische     Spanmenge    von  5-8     cm3    pro     kW    und Minute erzielt werden. Bei  dieser sehr grossen     Spanleistung    wäre ein entspre  chend hoher     Schleifscheibenverbrauch    zu erwarten.

    Bei der     Einhaltung    der vorerwähnten Kombinations  merkmale des vorliegenden Schleifverfahrens ist je  doch überraschenderweise dieser     Schleifscheibenver-          brauch    ausserordentlich niedrig und beträgt nur     (in     Volumen gerechnet) etwa     3-7%    der     Spanmenge.     Dank dieser ungewöhnlich niedrigen     Abnutzung    der  Schleifscheibe ist mit dem Verfahren nicht nur ein  Schnell- bzw.

   Grobschliff möglich, sondern auch  ein     Präzisionsschleifen.    Im Hinblick auf die     ganz     geringfügige Abnutzung der Scheibe ist nämlich die  Zustellung der Schleifscheibe, die bei diesem Ver  fahren durchschnittlich 0,04 mm betragen     kann,     genau gleich der Schnittiefe, das heisst genau gleich  der Dicke der vom Werkstück abgenommenen  Schicht. Es ist also kein Nachmessen des Werk  stückes bzw. kein nochmaliges Nachschleifen bis auf  das vorgeschriebene Mass erforderlich.  



  Das     Schleifverfahren    ist im folgenden an Hand  von in der Zeichnung dargestellten Ausführungs  beispielen     (Flächenschleifen)    erläutert.  



  Es zeigt:       Fig.    1 eine schaubildliche Ansicht einer Schleif  scheibe mit Kühl- und     Abrichtvorrichtung    und hin  und her bewegtem Werkstück,       Fig.    2 eine Aufsicht auf die Anordnung nach       Fig.    1, ohne Schleifscheibe,       Fig.    3 die Unteransicht einer Schleifscheibe mit  profilierter Schleiffläche und     Kühlvorrichtung,          Fig.    4 einen Teil einer Schleifscheibe im Schnitt  beim Abrichten.         Fig.    5 und 6 zeigen das Schleifen eines zylin  drischen Werkstückes mit einer besonderen Schleif  scheibe, in schaubildlicher Darstellung und in Sei  tenansicht.  



  Es bezeichnet 1 eine um die Achse     A-A    umlau  fende, mit ihrem     Umfang    2 schleifende Scheibe,  3 ein gegenüber der Schleifscheibe mit der Geschwin  digkeit v hin und her bewegtes Werkstück, 4 zwei.  zwischen Werkstück und Schleifscheibe angeordnete  Düsen für das Kühl- und Schmiermittel und 5 ein  Werkzeug zum Schärfen der Schleifscheibe.  



  Die Schleifscheibe 1 läuft mit einer hohen Um  fangsgeschwindigkeit u um, die mindestens 50     m/sek.     bzw. etwa 60-80     m/sek.    beträgt. Vorzugsweise wird  eine höhere Umfangsgeschwindigkeit von 80 m ge  wählt, da sie den Durchgang der Schleifkörner am  Werkstück     vervielfacht    und damit eine maximale       Spanleistung    sichert. Bei wesentlicher überschrei  tung dieser     Umfangsgeschwindigkeit    werden die  beim Schleifen auf die Schneiden der     Schleifkörner     auftretenden Stösse zu gross, so dass die Schneiden  bzw. Schleifkörner ausbrechen.

   Eine Umfangsge  schwindigkeit von 50-60 m ist jedoch bereits aus  reichend, da damit eine so hohe Schnittgeschwin  digkeit erzielt wird, dass die abgetrennten Späne  nicht Zeit haben, ihre Wärme auf das Werkstück zu  übertragen.  



  Wenn z. B. die     Umfangsgeschwindigkeit    der  Schleifscheibe 60     m/sek.    beträgt und die erzeugten  Späne eine mittlere Länge von 0,5 mm aufweisen,  so werden diese Späne jeweils in     1/12"(),o    sek. ge  schnitten. Diese so kurze Schnittzeit macht die über  tragung der Wärmekalorien auf das Werkstück prak  tisch zu Null.  



  Aus dem gleichen Grunde wird auch das Werk  stück 3 mit einer hohen     Vorschubgeschwindigkeit    v  von 0,8-1     m/sek.    bewegt. Diese Geschwindigkeit  versteht sich sowohl für hin und her bewegte als  auch sich drehende zylindrische Werkstücke. Diese  hohe     Vorschubgeschwindigkeit    des Werkstückes ge  genüber der Scheibe ist notwendig, damit die Kalo  rien, die von den Spänen übertragen werden können,  sich auf eine     möglichst    grosse Oberfläche des Werk  stückes verteilen.  



  Zur Durchführung des vorliegenden Schleifver  fahrens ist ferner eine besondere Schmierung und  Kühlung erforderlich. Mittels der gegenüberliegen  den Düsen 4 wird zweckmässig Öl als Kühl- und  Schmiermittel unter einem hohen     Druck,    der an der  Austrittsstelle 6 der Düsen etwa 4-6 atü beträgt, der  Schleifstelle 7 zugeführt. Durch den hohen     Druck     entstehen zwei entgegengesetzt gerichtete, sich an der       Schleifstelle    treffende     Kühlmittelstrahlen,    durch die  unmittelbar an der Schleifstelle ein homogenes öl  bad geschaffen wird, welches die jeweils wirksamen  Schneiden der Schleifkörner umspült.

   Es wird damit  jede     Kavitation    an der Schleifstelle vermieden,  welche die Ursache für eine starke örtliche Erhitzung  ist, die nicht nur eine vorzeitige Abnutzung der       Schleifkörner,    sondern auch eine Beschädigung der           Werkstückoberfläche    (z. B. feine Haarrisse) zur Folge  hätte.  



  Diese     Kavitationserscheinungen    treten einerseits  durch die beim Umlauf der Scheibe erzeugte Luft  turbulenz auf, durch welche an der Berührungsstelle  zwischen Scheibe und Werkstück ein örtliches Va  kuum erzeugt wird.  



  Anderseits. wird beim Ausheben von jedem Span  durch die Schneide eines Schleifkorns jeweils eine  kleine Nut gebildet, durch die ebenfalls ein Vakuum  bzw. eine     Mikrokavitation    entsteht.  



  Beide     Kavitationserscheinungen    werden dadurch  von vornherein unterbunden, dass im Sinne der Er  findung an der     Schleifstelle    7 ständig     Kühlmittel    mit  einem grösseren Überdruck vorhanden ist, das Unter  druckstellen bzw. die erwähnten kleinen Nuten im  Augenblick ihrer Entstehung ausfüllt.  



  Durch diese besondere intensive Kühlung und  Schmierung der Schnittstelle - in Verbindung mit  den nachstehend noch erörterten Massnahmen -     tritt     an der Berührungsstelle zwischen Schleifscheibe und  Werkstück trotz grosser     Spanleistung    nur eine er  staunlich geringe Wärmeentwicklung auf. Dies zeigt  sich darin, dass bei dem Schleifvorgang das Werk  stück praktisch kalt bleibt bzw. nur handwarm wird  und die erzeugten Metall- bzw.     Stahlspäne    zum  grössten Teil keine Verfärbung zeigen. Die sonst  beim Schleifen durch hohe Wärmeentwicklung gebil  deten     Schmelzkugeln    in den Spänen sind bei dem  vorliegenden Schleifverfahren überhaupt nicht vor  handen.  



       Charakteristisch    für dieses Schleifverfahren ist  die     Spanbildung,    wie sie bei Drehbänken mit Dreh  stählen auftritt. So werden beispielsweise Späne er  zielt, die bei weichem Stahl eine Länge von 0,5 bis  2,0 mm und eine Breite von 0,04-0,06 mm, und bei  gehärtetem Schnellstahl eine mittlere Länge von  0,7 mm und eine Breite von     0,02-0,05    mm haben.  



  Die besonders wirksame     Kühlung    und Schmie  rung der Schnittstelle wird nicht nur durch die ent  gegengesetzt auf die Schleifstelle gerichteten, unter  hohem Druck austretenden Ölstrahlen, sondern auch  dadurch erzielt, dass eine grössere Ölmenge zuge  führt wird, die insgesamt etwa 15 Liter pro Minute  und pro cm     Schleifscheibenbreite    beträgt.  



  Wie aus der Zeichnung hervorgeht, sind die       Kühlmittelaustritte    6 so nahe wie möglich an die  Schleifstelle 7 herangerückt, wobei ausserdem die  Düsen 4 keilartig so zwischen Schleifscheibe und  Werkstück angeordnet sind, dass nur kleinste Spalte  zwischen Schleifscheibe und Düsen bzw. zwischen  Düsen und Werkstück vorhanden sind. So beträgt  der Spalt<I>s</I> zwischen der sich über die Breite<I>b</I> der  Scheibe erstreckenden Düse 6 und dem     Schleifschei-          benumfang    2 nur etwa 0,2 mm.

   Dank dieser Anord  nung entsteht also im Bereich der Schleifstelle 7 eine  weitgehend abgeschlossene     Druckölzone.    Das     zur     Schleifstelle gepresste Öl kann, wie mit Pfeilen in       Fig.    2 angedeutet, an der Schleifstelle nur nach bei  den Seiten entweichen. Die Düsenaustritte 6 sind    stets dem Profil der Schleifscheibe angepasst. So zeigt       Fig.    3 beispielsweise bei einer     Schleifscheibe    10     mit     profilierter bzw gekrümmter Schleiffläche 11 die  Anordnung von Düsen 12 mit entsprechend ge  krümmtem Düsenaustritt 13, der sich eng an die  Fläche 11 anschmiegt.

   Durch die besondere aus       Fig.    1 ersichtliche Anordnung der Düsen 4, die keil  artig die Zwischenräume     zwischen    Schleifscheibe  und Werkstück     ausfüllen    und sich dicht an die  Schleifscheibe anschmiegen, kann die von der rotie  renden Schleifscheibe mitgerissene turbulente Luft  überhaupt nicht mehr in die Nähe der Schleifstelle  gelangen, so dass auch eine Vakuumbildung an die  ser Stelle von vornherein vermieden wird.  



  Von besonderer Bedeutung für die Durchfüh  rung des vorliegenden     Schleifverfahrens    ist ferner die  Art der Schleifscheibe. Erfindungsgemäss wird eine       Schleifscheibe    mit hartem bis sehr hartem synthe  tischen     Bindemittel    und mit Schleifkörnern grober  Körnung verwendet. Es eignen sich hierfür Schleif  scheiben mit     Kunstharzbindung,    die eine Mindest  härte von Q,     vorteilhaft    die Härte T, aufweist und  ein dichtes Gefüge haben.

   Das Bindemittel der  Schleifscheibe muss so hart sein, dass weder durch  den Arbeitsdruck zwischen Schleifscheibe und Werk  stück, noch durch den vom     Schärfwerkzeug    5 aus  geübten Druck oder Schlag die     Schleifkörner    aus  der Schleifscheibe herausgerissen werden. Von Be  deutung ist ferner die Art der Schleifkörner. Es wer  den     Schleifkörner,    vorteilhaft aus     Kunstkorund,    mit  einer groben bis     mittelgroben    Körnung, das heisst  einer Körnung von 16-36, verwendet, vorzugsweise  in der Körnung von 24-30.

   Die Verwendung von  groben Schleifkörnern hat verschiedene Wirkungen:  Grobe     Schleifkörner    dieser Grösse stellen gegenüber  dem     Schärfwerkzeug    eine genügend schwere Masse  dar. Feinere Körner haben gegenüber den Stössen  des     Schärfwerkzeuges    nicht genügend Masse, und  es ist deshalb schwierig, von solchen feinen Körnern  feine Teilchen mit einem     Schärfwerkzeug    abzusplit  tern.  



  Ausserdem haben grobe Schleifkörner in Verbin  dung mit dem nachbeschriebenen Schärfen der  Schleifscheibe den Vorzug - wie in     Fig.    4 veran  schaulicht -, dass auf jedem Schleifkorn 8     eine     grössere Zahl von     Schneidkanten    9 gebildet werden,  so dass durch die     Vervielfältigung    der     Schneidkanten     und -spitzen auf den groben Körnern die Leistung  der Schleifscheibe     beträchtlich    erhöht wird.  



  Zur Durchführung des Schleifverfahrens, das  heisst zur Erzielung einer hohen spezifischen Span  leistung bei geringstem Verschleiss der Schleifscheibe  ist ferner     ein    ständiges Schärfen der Schleifkörner  und zugleich die Profilierung der     Schleifscheibe    wäh  rend des Schleifens erforderlich. Hierzu kann ein     Ab-          richtdiamant    5 (als passives Werkzeug) benutzt wer  den, der mit einer gewissen radialen Zustellung z  angestellt und längs des     Schleifscheibenumfangs    bzw.  parallel zur Achse<B>A -A</B> langsam in     Richtung   <I>a</I>     hin-          und    wieder zurückbewegt wird.

   Im     Hinblick    auf den      überraschend geringen Verschleiss der Scheibe ist  nur eine sehr     kleine    Zustellung z des Diamanten von  etwa 0,002-0,010 mm notwendig, wobei der Dia  mant in Richtung a mit etwa 0,02-0,10 mm pro  Umdrehung bewegt wird. Je grösser diese Vorschub  geschwindigkeit a ist, um so weiter sind die vom  Diamanten jeweils erzeugten     Schneidkanten    in axialer  Richtung voneinander     entfernt.    Da die Schleifscheibe  mit einer sehr hohen Umfangsgeschwindigkeit um  läuft, so     treffen    die Schleifkörner 8 mit hoher kine  tischer Energie auf die Spitze des passiven Diaman  ten 5.

   Dies bewirkt, dass - auch im Hinblick auf die  sehr kleine Zustellung z - nur von der Oberfläche  der     Schleifkörner    feinste Teilchen     abgesplittert    wer  den, so dass auf jedem Schleifkorn eine Mehrzahl von  Schneiden entsteht, wie in     Fig.    4 veranschaulicht.       Infoge    dieses kontinuierlichen Abziehvorganges wäh  rend des     Schleifens    werden die Schleifkörner ständig  scharf gehalten. Es hat sich herausgestellt, dass trotz  der verhältnismässig groben Körnung dieser Schleif  körner eine hohe Präzision bzw. eine hohe Ober  flächengüte mit diesem Schleifverfahren     erreicht    wer  den kann.  



  Das ständige     Schärfen    der Schleifscheibe kann  auch mit einem Schlagwerkzeug 5 ausgeführt wer  den, das in Richtung B radial zur Schleifscheiben  achse schnell hin und her bewegt wird. Die Spitze  des     Schlagwerkzeuges    trifft also in rascher Folge mit  einem Schlag auf die Schleifkörner auf und splittert  von deren Oberfläche feinste Teilchen ab. Vorzugs  weise wird das Schlagwerkzeug mit Ultraschall  frequenz hin und her bewegt.  



  Um die oben erwähnte     öldruckzone    im Bereich  der     Schneidstelle    7 aufrechtzuerhalten, werden die  beiden     Kühlmittelstrahlen    in     Abhängigkeit    von der       Abnutzung    der Schleifscheibe so verstellt, dass ihr  Abstand bzw. der Abstand s der Düsen 6 von dem  Umfang der Schleifscheibe konstant bleibt.

   Dem  gemäss sind die     Verstelleinrichtungen    von     Schärf-          werkzeug    5 und Düsen 4 so miteinander gekoppelt,  dass gleichzeitig mit der Zustellung z des     Schärf-          werkzeuges    eine     Zustellung        z1    der Düsen     in        ent-          gegengesetzter    Richtung erfolgt, wobei z und     z,,     gleich     gross    sind.  



  Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass bei  Durchführung des vorliegenden Schleifverfahrens  praktisch für alle Metalle einschliesslich     Stahl    grosser  Härte und Festigkeit, also für Metalle und Stähle  aller     Härtegrade    die gleichen Schleifscheiben, das  heisst Schleifscheiben mit hartem Bindemittel und       Schleifkörnern    grober Körnung Verwendung finden  können.

   Dies steht im Gegensatz zu der bisherigen       Erfahrung,    gemäss welcher die     Härte    des zu schlei  fenden Materials mit der Härte des Schleifscheiben  bindemittels in bestimmter Abhängigkeit steht und  demgemäss zum     Schleifen    harter Metalle Scheiben  mit weichem Bindemittel und     umgekehrt    Verwen  dung finden müssen.  



  Mit dem vorliegenden Schleifverfahren können  auch weichere, zur     Verschmierung    der Schleifscheibe    neigende Metalle geschliffen werden. Ein Verstopfen  der Schleifscheiben durch Späne, die sich auf deren  Oberfläche festsetzen, wird durch das ständige Ab  richten der Scheibe mit dem     Schärfwerkzeug    5 ver  hindert.  



  Die Zustellung C der Schleifscheibe nach jedem  Hub v des Werkstückes kann von 0,01 bis zu 0,1 mm  betragen, und zwar in Abhängigkeit von der Mate  rialhärte bzw. auch in Abhängigkeit davon, ob grob  oder fein geschliffen werden soll.  



  In     Fig.    5 und 6 ist das erfindungsgemässe Schlei  fen eines zylindrischen Werkstückes 14 mit einer be  sonderen Schleifscheibe 15 veranschaulicht, die vor  teilhaft auch zum Schleifen von ebenen Flächen Ver  wendung finden kann. Diese Schleifscheibe weist eine  zum Grobschleifen bestimmte, sich über eine erheb  liche Breite d der Scheibe erstreckende, schwach  konische Schleifzone 16, und eine zum Feinschliff  bestimmte, zylindrische Schleifzone 17 auf. Vorteil  haft erstreckt sich die     konische        Schleifzone    16 an  nähernd über die halbe Breite der Schleifscheibe,  wie aus     Fig.    6 hervorgeht. Der     Konuswinkel    ist  wesentlich kleiner als dargestellt und beträgt nur  etwa 2 .

   Die Grösse dieses Winkels wird so ge  wählt, dass bei jeder Umdrehung des in Pfeilrichtung  D bewegten Werkstückes die Dicke der von dem  Schleifkonus 16 abgehobenen Späne 0,01-0,03 nun  beträgt.  



  Die unterschiedliche Schleifwirkung der Zonen  16 und 17 kann noch dadurch verstärkt werden,  dass die Zone 1.6 gröbere und die Zone 17 feinere  Schneiden aufweist. Zu diesem Zweck kann eine  Schleifscheibe mit groben     Schleifkörnern    gleicher  Grösse Verwendung finden, wobei deren     konische     Schleifzone 16 durch schnellere     Vorschubbewegung    a  des     Abrichtwerkzeuges    5 und deren zylindrische  Schleifzone 17 durch langsamere Bewegung a des       Abrichtwerkzeuges    geschärft wird.

   Durch die schnel  lere Bewegung a     (Fig.    1) entstehen weniger zahl  reiche, aber tiefere Schneiden 9     (Fig.    4), während  bei langsamer Bewegung a eine grössere Zahl von  Schneiden entsteht, die jedoch eine geringere Höhe  aufweisen.  



  Die Verwendung einer Schleifscheibe mit einem  in der Hauptsache schleifenden Konus 16 nach     Fig.    5  und 6 hat gegenüber einer normalen Scheibe mit zy  lindrischer Schleiffläche auch den Vorzug des ge  ringeren Verschleisses, da nicht nur eine Kante der       Schleifscheibe,    sondern eine grössere     Konusfläche    16  zur gleichmässigen Wirkung kommt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Hochleistungsschleifverfahren, insbesondere zur Bearbeitung von Metallen aller Härtegrade, unter Verwendung einer mit hoher Umfangsgeschwindig keit umlaufenden, mit ihrem Umfang schleifenden Scheibe, einer grossen Vorschubgeschwindigkeit des Werkstückes und zwei Kühlmittelstrahlen hoher Ge schwindigkeit, die von gegenüberliegenden Seiten auf die Schleifstelle gerichtet sind, gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale: a) Verwendung einer kunstharzgebundenen Schleif scheibe mit einem Härtegrad von mindestens O und einer Körnung von 16-36;
    b) ständiges Schärfen der Schleifkörner und Profi lierung der Schleifscheibe während des Schleifens; c) Austritt der Kühlmittelstrahlen in grösstmöglicher Nähe der Schleifstelle mit einem hohen Druck von etwa 4-6 atü an der Austrittsstelle; d) eine Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe von mindestens<B>50</B> m/sek.; e) eine Vorschubgeschwindigkeit des Werkstückes von 0,8-1 m/sek. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die beiden Kühlmittelstrahlen in Abhängigkeit von der Abnützung der Schleifscheibe so verstellt werden, dass ihr Abstand von dem Um fang der Schleifscheibe konstant bleibt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Abstand der Kühlmittel- strahlen an ihrer Austrittsstelle vom Umfang der Schleifscheibe nur etwa 0,2 mm beträgt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, insbesondere zum Schleifen von zylindrischen Werkstücken und von ebenen Flächen, gekennzeichnet durch die Ver wendung einer Schleifscheibe, die eine zum Grob schleifen bestimmte sich über wenigstens die halbe Breite (d) der Scheibe erstreckende schwach konische Schleifzone (16) und eine zum Feinschliff bestimmte, zylindrische Schleifzone (17) aufweist.
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