Fehlerstromschutzschalter mit Summenstromwandler und einem vom Wandler beeinflussten magnetischen Auslöseorgan In den elektrischen Anlagen werden Schutzschal ter verwendet, die beim Auftreten eines Fehlerstro mes im Stromkreis selbsttätig ausschalten. Diese Fehlerstromschutzschalter pflegt man mit einem die Differenz der Ströme feststellenden Summenstrom wandler zu versehen, der einen Steuerstrom einem magnetischen Auslöseorgan zuführt. Besonders eig net sich hierfür ein magnetisches Auslöseorgan, das als Haltemagnet ausgebildet ist und im Magnetkreis einen Dauermagneten enthält.
In der Regel sind diese Fehlerstromschutzschalter nicht in der Lage, 'bei Kurschluss- oder Überlastungsströmen auszulö sen, so d'ass zusätzlich in der Leitung, in der sich der Fehlerstromschutzschalter befindet, Schmelzsicherun gen oder Leitungsschutzschalter bzw. Geräteschutz schalter vorgesehen werden müssen. Es sind aber auch schon Schutzschalter bekannt, die nicht nur bei Fehlerstrom, sondern auch bei Kurzschluss und Überlastungen ansprechen.
Man kann dies dadurch erreichen, dass man den Fehlerstromschutzschalter mit einem magnetischen Schnellauslöser und einem thermischen Auslöser vereint. Durch den magneti schen Schnellauslöser und den thermischen Auslöser werden der Aufwand und zugleich auch die Ab messungen des Fehlerstromschutzschalters erheblich vergrössert. Man hat auch schon versucht, ein An sprechen des Fehlerstromschutzschalters bei Kurz schlüssen und Überlastungen dadurch zu erreichen, dass man an dem Summenstromwandler das Magnet system etwas unsymmetrisch ausbildete.
Durch diese Ausbildung des Summenstromwandlers lässt sich wohl ein Ansprechen des Fehlerstromschutzschalters auf Kurzschlüsse erreichen, aber nicht auf kleine üb@er- lastungen. Würde ein Ansprechen auf kleine Über lastungen erfolgen,
so müsste die Unsymmetrie in dem Magnetsystem des Summenstromwandlers we- sentlich vergrössert werden. Mit der unsymmetrischen Ausbildung des Magnetsystems ist jedoch eine Ab hängigkeit des Auslösestromes des Fehlerstromschutz- schalters auf Fehlerströme verbunden.
Die Erfindung betrifft eine vorteilhafte Ausbil dung eines Fehlerstromschutzschalters mit Summen stromwandler und einem vom Wandler beeinflussten magnetischen Auslöseorgan, die ein sicheres Anspre chen des Fehlerstromschutzschalters bei kleinen über lastungen gewährleistet, ohne dass ein zusätzlichen Raum beanspruchender Aufwand erforderlich ist.
Er findungsgemäss ist das Auslöseorgan zugleich als Temperaturwächter ausgebildet durch Herstellung ei nes Bauteiles des Magnetkreises aus einem magne tischen Werkstoff mit einer Curie-Temperatur von 120-150 C.
An dem Fehlerstromschutzschalter gemäss der Erfindung fällt der Anker des vom Wandler beein flussten Auslöseorgans ab, wenn die Innentemperatur des Fehlerstromschutzschalters, insbesondere des Aus löseorgans, die oben angegebene Temperatur erreicht. Eine Erhöhung der Innentemperatur tritt ein, wenn kleine Überlastungen lange Zeit andauern.
Durch die Steigerung der Innentemperatur wird das An sprechen des Fehlerstromschutzschalters auf kleine Überlastungen herbeigeführt, welche unter Umstän den zur Zerstörung des Schalters führen können. Durch die Erfindung ist insbesondere ein sicheres Ansprechen des Fehlerstromschutzschalters in einem Gebiet bis zu dem zweifachen des Nennstromes des Schalters erreichbar: In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Die Fig. 1 und 2 zeigen eine Aufsicht und eine Seitenansicht eines Fehler stromschutzschalters gemäss der Erfindung mit aufge- schnitteuer Kappe. Die Fig. 3 und 4 geben Einzel heiten des magnetischen Auslöseorgans wieder.
Auf dem Sockel 1 befinden sich die Klemmen 2, 3 für die ankommenden und 4, 5 für die abgehen den Leitungen. Im Innern des Sockels sind die Schalt kontaktteile untergebracht, die in der Fig. 1 symbo lisch angedeutet sind. 6, 7 sind die beweglichen Kontaktbrücken und 8, 9 die zugehörigen ortsfesten Kontaktteile.
Auf dem Sockel 1 sind ein Schaltschloss 10 mit dem Einschaltdruckknopf 11 und dem Aus schaltdruckknopf 12, ein Summenstromwandler 13 und dazwischen ein magnetisches Auslöseorgan 14 angeordnet. Schaltschloss 10, Summenstromwandler 11 und magnetisches Auslöseorgan 14 befinden sich unter einer gemeinsamen Schalterkappe 15, die auf dem Sockel 1 aufsitzt. Der Summenstromwandler 13 hat die beiden Primärwicklungen 16, 17 und die Sekundärwicklung 18.
Das magnetische Auslöse organ 14 ist mit der Wicklung 19 versehen, die an die Sekundärwicklung 18 des Summenstromwandlers angeschlossen ist.
Das magnetische Auslöseorgan 14 ist als Halte magnet ausgebildet. Vorzugsweise ist der Haltema gnet ein Sperrmagnet. Der Aufbau des Sperrmagneten ist im Prinzip in den Fig. 3 und 4 der Zeichnung dargestellt. Der Magnetkreis des Sperrmagneten hat zwei Blechpakete 20, 21, die in geeigneter Weise im Abstand voneinander gehalten sind. An einer Stelle befindet sich zwischen den beiden Blechpaketen ein Dauermagnet 22. Auf dem mittleren Schenkel der Blechpakete ist die Wicklung 19 aufgebracht. Die Blechpakete 20, 21 wirken mit dem Anker 23 zu sammen.
Der Anker befindet sich im angezogenen Zustand, wenn die Magnetwicklung 19 durch den Steuerstrom des Summenstromwandlers nicht erregt ist. Tritt ein: Steuerstrom auf, so vermindert sich der den Anker 23 durchsetzende magnetische Fluss, so dass der Anker unter Wirkung einer nicht gezeichne- ten Feder abfallen kann. Nach der Erfindung ist das magnetische Auslöseorgan zugleich als Tempera- turwächter ausgebildet. Es ist dies dadurch erreicht, dass ein Bauteil des Magnetkreises aus einem Werk stoff mit einer Curie-Temperatur von etwa 120 bis 150 C. besteht.
In dem Ausführungsbeispiel ist die ser Bauteil der Anker 23. Es kann auch ein ande rer Bauteil des Magnetkörpers sein.
Tritt längere Zeit ein überlastungsstrom in dem Fehlerstromschutzschalter auf, so erhöht sich die Innentemperatur des Schalters, unter anderem auch die Temperatur des magnetischen Auslöseorgans. Steigert sich die Innentemperatur so weit, dass die Temperatur errreicht wird, bei der der aus besonde rem magnetischem Baustoff bestehende Bauteil, im vorliegenden Fall der Anker 23, seine magnetische Durchlässigkeit verändert, so fällt der Anker 23 von den Blechpaketen 20, 21 ab, ohne dass eine Erregung der Wicklung 19 durch einen Steuerstrom des Summenstromwandlers notwendig gewesen ist.
Das magnetische Auslöseorgan, das erfindungs gemäss zugleich als Temperaturwächer dient, kann auch in einer anderen Weise als Sperrmagnet ausge bildet sein.