CH394606A - Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polyhexamethylenadipamid - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polyhexamethylenadipamid

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CH394606A
CH394606A CH6307258A CH6307258A CH394606A CH 394606 A CH394606 A CH 394606A CH 6307258 A CH6307258 A CH 6307258A CH 6307258 A CH6307258 A CH 6307258A CH 394606 A CH394606 A CH 394606A
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Fritz Dr Wiloth
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Glanzstoff Ag
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G69/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic amide link in the main chain of the macromolecule
    • C08G69/02Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids
    • C08G69/26Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids derived from polyamines and polycarboxylic acids
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Description


  Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polyhexamethylenadipamid    Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein  Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Poly  kondensaten, insbesondere Vorkondensaten, aus  Hexamethylendiamin und Adipinsäure, das die Ver  wendung fester, nicht in Lösung befindlicher Aus  gangsstoffe erlaubt.  



  Zur Herstellung von Polyamiden aus mehrfunk  tionellen Ausgangsstoffen werden bisher bei den  technischen Verfahren, insbesondere bei denjenigen  zur Herstellung von Polyhexamethylenadipamid, die  Ausgangsstoffe im allgemeinen nicht in fester Form,  sondern als Lösung der Polykondensationsapparatur  zugeführt. Das gilt sowohl für die nicht kontinuier  lichen als auch für die kontinuierlich geleiteten Her  stellungsverfahren. Bei der Herstellung von     Poly-          hexamethylenadipamid    enthalten die verwendeten  Lösungen 40 bis 60 Gew.% Wasser.

   Die Verwendung  von Lösungen erschien bisher deshalb als unver  meidbar, weil die Ausgangsstoffe, insbesondere das  Salz aus Adipinsäure und Hexamethylendiamin   im folgenden AH-Salz genannt - die unerwünschte  Eigenschaft haben, sich bei grösseren Ansätzen in  Schmelzpunktnähe zu grösseren Klumpen zusammen  zuballen, die von einer Schmelzschicht umgeben sind.  Diese Klumpen lassen sich selbst durch kräftige  Rührvorrichtungen nur mühsam und erst nach  längerer Zeit zu einer homogenen Schmelze verar  beiten. Die Gründe hierfür liegen einmal in der  glatten Oberfläche der Klumpen, die durch mechani  sche Mittel nicht leicht angegriffen wird, und zum  anderen darin, dass dem Material innerhalb der  Klumpen die notwendige Schmelzwärme nur sehr  langsam zugeführt werden kann.

   Dies ist auf die  geringe Wärmeleitfähigkeit des Materials zurückzu  führen und darauf, dass innerhalb der Schmelzober  flächenschichten eine Teil der zugeführten Wärme    zur Verdampfung des abgespaltenen Wassers ver  braucht wird.  



  Ein Aufschmelzen der festen Ausgangskompo  nenten in grösseren Gefässen ist daher bei der Her  stellung des Polyhexamethylenadipamids insbeson  dere bei kontinuierlich geleiteten Verfahren praktisch  unmöglich. Man wählte daher bisher den Weg über  eine Lösung, wodurch zugleich ein müheloses Ent  fernen mechanischer Verunreinigungen durch Filtra  tion und der eingeschlossenen Luft sowie eine ein  fache Zudosierung des Stabilisators ermöglicht wurde.  Bei diesem Verfahren musste man jedoch in Kauf  nehmen, dass etwa 50-60 Gew.% der eingesetzten  Lösung als Wasser im Laufe des Verfahrens ver  dampft werden müssen.

   Die Verarbeitung einer der  artigen Lösung erfordert nicht nur eine entsprechend  grössere Dimensionierung der Apparatur und zu  sätzliche Energiekosten für die Wasserverdampfung,  sondern sie verlängert auch die Verweilzeit der  Schmelze innerhalb der Vorkondensationsstufe recht  beträchtlich, was besonders für ein kontinuierliches  Verfahren eine sehr unerwünschte Belastung be  deutet. Hauptsächlich zur Herabsetzung des Schmelz  punktes auf einen Bereich von 200 bis 230  durch  gelöstes Wasser arbeitet man bei der Herstellung  Polyhexamethylenadipamid in der Vorkondensations  periode im allgemeinen unter Eigendampfdrücken  zwischen 16 und 20 atü. Das durch ein Entspan  nungsventil abgeführte Wasser führt stets einen ge  wissen Gehalt von Hexamethylendiamin mit. Der  Verlust an Hexamethylendiamin steigt daher mit der  Menge des zu verdampfenden Wassers an.

   Die so  herbeigeführte     Äquivalenzstörung    der Komponenten  bedeutet eine Stabilisierung, die schwer kontrollierbar       ist    und um so stärker     ins        Gewicht    fällt, je mehr  Wasser verdampft werden muss. Es     ist    daher auch      aus dem Grunde, den Polymerisationsablauf sicherer  in der Hand zu haben, besonders bei einem kon  tinuierlichen Verfahren, erwünscht, die zu verdamp  fende Wassermenge möglichst klein zu halten, d. h.  möglichst auf die bei der Reaktion selbst entstehende  Wassermenge zu beschränken.  



  Es wurde nun gefunden, dass man die vorgenann  ten, für ein kontinuierliches Verfahren erheblichen  Mängel, die das Arbeiten mit einer Lösung der  Ausgangsstoffe mit sich bringt, vermeiden kann,  indem die Ausgangsstoffe in fester Form angeliefert,  kontinuierlich aufgeschmolzen und unter Druck kon  densiert werden, wobei das bei der Polykondensation  abgespaltene Wasser laufend abgeführt wird.  



  Das Aufschmelzen kann in einer extruderartigen  Fördervorrichtung erfolgen und das Kondensieren  unter Druck in nachgeschalteten Kondensationsbe  hältern. Das bei der Vorkondensation abgespaltene  Wasser kann aus dem Kondensationsraum selbst  oder teilweise schon vor dem Eintritt in diesen ab-    geführt werden.  



  Beispielsweise wird vorgetrocknetes, reinstes     AH-          Salz    durch einen mit Stickstoffspülung und     Förder-          rührer    ausgestattetem Trichter einer beheizten     Förder-          schnecke    zugeführt. Innerhalb dieser Schnecke, die  über eine Leitung mit dem unteren Ende eines     rohr-          förmigen    Kondensationsbehälters verbunden ist, wird  das AH-Salz vollständig aufgeschmolzen und befindet  sich im Zustand lebhafter Polykondensation, wenn  es über ein Filter und ein Ventil in das Kondensa  tionsgefäss eintritt.  



  In der beiligenden Zeichnung ist eine beispiels  weise Ausführungsform einer ebenfalls Gegenstand  der Erfindung bildenden Vorrichtung zur Durch  führung des Verfahrens schematisch dargestellt, und  zwar zeigt:  Fig. 1 die Vorrichtung im Vertikalschnitt und  Fig. 2 eine Detailvariante derselben.  



  Die gezeichnete Vorrichtung ist auf einen Durch  satz von 200g AH-Salz/min abgestimmt. Für das  Einführen des AH-Salzes ist der Einfüllstutzen 1  auf einem Einfülltrichter 2 angebracht, der mit einer  Rührvorrichtung 3 versehen ist. Zum gleichzeitigen  Einblasen von Stickstoff dient eine Leitung 4. Da  das AH-Salz zur Bildung von Brücken und Hohl  räumen neigt, weist die Rührvorrichtung einen schau  felartig ausgebildeten Dorn 5 auf, der im Trichter  raum unmittelbar über einer Schnecke 8 bewegbar  ist. Der Trichter ist nach oben gasdicht durch einen  Deckel 6 verschlossen, durch den der Einfüllstutzen  1 und die Zu- und Ableitungsrohre für die Stickstoff  spülung 4 hindurchgeführt sind. Vor Inbetriebnahme  wird die gesamte Apparatur mit Stickstoff gespült.  Während der Befüllung mit AH-Salz durch den Ein  füllstutzen 1 bleibt das Ventil 7 geschlossen.

   Die  Beschickung kann automatisch durch eine Abfüll  vorrichtung erfolgen. Die Förderschnecke 8 ist  zweckmässig eine zweigängige Schnecke mit etwa  30  gleichförmiger Steigung und einem Verdichtungs  verhältnis von 1 : 1,6 bis 1:2, erzeugt durch zu-    nehmenden Kerndurchmesser. Die Länge der  Schnecke kann beispielsweise das 15- bis 20fache  ihres Durchmessers betragen. Das Einfüllgebiet und  der hintere Teil der Schnecke sind wassergekühlt.  Hieran schliesst sich eine Vorwärmzone mit relativ  niedrigen Temperaturen von 150 bis 190  an. Die  Schmelzzone liegt im mittleren bis vorderen Teil  der Schnecke. Die Aufschmelzzone selbst soll bei  möglichst grosser Wärmezufuhr möglichst kurz ge  halten werden; hier liegen die Temperaturen zwi  schen 210 und 240 .

   Eine zusätzliche Innenbeheizung  der Schnecke, vorzugsweise im Gebiet der     Auf-          schmelzone,    ist zweckmässig. Durchmesser, Gang  tiefe und Drehzahl der Schnecke sind auf die ge  wünschte Förderleistung abzustimmen.  



  Die die Förderschnecke verlassende klare, dünn  flüssige Schmelze ist in rascher Polykondensation  begriffen. Sie wird bei möglichst kurzen Verweil  zeiten über ein auswechselbares Siebfilter 9 und ein  Ventil 10 dem aufsteigenden rohrförmigen Polykon  densationsbehälter 12 zugeführt. Ein Ventil 11 dient  dem Ablassen von Schmelze nach Filterwechsel oder  zur Entnahme von Proben. Die Überführung der  Schmelze von der Förderschnecke zum Polykonden  sationsbehälter 12 kann sowohl unmittelbar gegen  den in diesem Behälter herrschenden Druck als auch  unter Zwischenschaltung einer Zahnradpumpe, wie  in Fig.2 dargestellt, erfolgen.

   (Auf diese Aus  führungsform wird weiter unten näher eingegangen.)  Wählt man die einfachere Anordnung entsprechend  Fig. 1, so erhält man infolge des Gegendruckes eine  etwas verbreiterte Aufschmelzzone in der Schnecke,  was die Verwendung einer längeren Schnecke zweck  mässig macht.  



  In dem aufsteigenden, rohrförmigen Kondensa  tionsbehälter 12 wird bei einer Verweilzeit von etwa  zwölf Minuten eine Ankondensation der Schmelze  bewirkt, die ausreicht, um die weit überwiegende  Menge des Hexamethylendiamins chemisch zu bin  den, so dass die dem zweiten, absteigenden Konden  sationsbehälter 13 aufgesetzte Kolonne 14 weitge  hend entlastet wird.  



  Die Kondensationsbehälter 12 und 13 können  zusammen durch eine Diphylheizung von 250 bis  270  beheizt werden. Zweckmässiger jedoch ist eine  regelbare elektrische Beheizung, besonders im oberen  Teil des Behälters 12, da hier ebenso wie am Kopf  ende des Behälters 13 eine hohe Wärmezufuhr not  wendig ist. Der unten etwas erweiterte Teil des  Behälters 12 dient hauptsächlich der Strömungsbe  ruhigung und zur Schaffung der notwendigen Ver  weilzeit bei ausreichendem Abstand von dem  Schmelzspiegel bei 15. Die Zuführung der Schmelze  von     Behälter    12 zum Behälter 13 erfolgt unterhalb  des Schmelzspiegels 15.

   In dem oberen erweiterten  Teil des     Behälters    13, der mit Schaugläsern 16 aus  gestattet ist, erfolgt der Austritt des abgespaltenen  Wassers aus der     Schmelze.    Die Dampfentspannung  erfolgt über die     beheizte    Kolonne 14, die     flüchtiges          Hexamethylendiamin    zurückhält, und das Ventil 17,      das über einen nicht dargestellten Manostaten ge  steuert werden kann. Das Polykondensat fliesst in  dem Behälter 13 nach unten und wird über das  Ventil 18 entnommen. Die Verweilzeit innerhalb  des Behälters 13 beträgt etwa 20 Minuten. Das  Polymerisat kann gegebenenfalls in bekannter Weise  über weitere Vorrichtungen einem sogenannten   Finisher  zugeführt werden.  



  Die Variante nach Fig. 2 gewährleistet ein Aus  fliessen der Schmelze aus der Schnecke 8 unter einem  regelbaren Druck (Ventil 19), der kleiner ist als  der Druck im Behälter 12. Dabei ist eine zusätzliche  Kolonne 20 erforderlich, in der verdampfendes     Hexa-          methylendiamin    zurückgehalten wird, sowie ein     Sam-          melbehälter    21, der mit Schaugläsern 22 versehen  ist, und eine Zahnradpumpe 23. Die Verweilzeit  der Schmelze (Spiegel bei 24) in diesem Teil der  Apparatur muss so kurz wie möglich gehalten werden,  da das verdampfende Wasser die Polykondensation  stark beschleunigt und die Gefahr einer Erstarrung  der Schmelze entsteht. Das Absperrventil 25 trennt  den Kondensationsteil von der Förderschnecke.  



  Zur Stabilisierung der Kondensate kann ein Zu  satz von Säure, z. B. Benzoesäure, oder eines     Säure-          amides,    z. B. Adipinsäure-bis-n-hexylamid, verwen  det werden. Die Zusätze betragen je nach gewünsch  tem Endpolymerisationsgrad zwischen etwa 0,5 bis  2 Mol %, bezogen auf AH-Salz, und werden dem     AH-          Salz    mechanisch beigemengt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polyhexamethylenadipanmid, ausgehend von Adipin- säure und Hexamethylendiamin oder dem Salz hier aus, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsstoffe in fester Form angeliefert, kontinuierlich aufge schmolzen und unter Druck kondensiert werden, wo bei das bei der Polykondensation abgespaltene Was ser laufend abgeführt wird. II.
    Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch eine beheizte Förderschnecke, die über eine Leitung mit einem zweiteiligen, rohrförmigen Polykondensations behälter in Verbindung steht, der derart ausgebildet ist, dass sich die Schmelze in einem ersten Behälter (12) nach oben und in einem sich anschliessenden zweiten Behälter (13) nach unten bewegt, und dass die Schmelze dem zweiten Behälter unterhalb des sich darin einstellenden Schmelzespiegels zugeführt wird. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass den Ausgangsstoffen als Stabili sator Bensoesäure oder Adipinsäure-bis-n-hexylamid zugesetzt wird.
CH6307258A 1957-09-18 1958-08-19 Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Polyhexamethylenadipamid CH394606A (de)

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