CH394620A - Verfahren zur Herstellung eines metallkeramischen Materials - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines metallkeramischen Materials

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CH394620A
CH394620A CH5923758A CH5923758A CH394620A CH 394620 A CH394620 A CH 394620A CH 5923758 A CH5923758 A CH 5923758A CH 5923758 A CH5923758 A CH 5923758A CH 394620 A CH394620 A CH 394620A
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CH5923758A
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Description


  Verfahren zur Herstellung     eines        metallkeramischen    Materials    Die vorliegende Erfindung     betrifft    ein Verfahren  zur Herstellung eines metallkeramischen Materials,  das aus einem Gemisch von Metallen und darin     feinst-          verteilten    Oxyden besteht.  



  Die     Fortschritte    bei der technischen Anwendung  hoher Temperaturen stellen immer höhere Anforde  rungen an die Werkstoffe, die den hohen Temperatu  ren ausgesetzt werden sollen. Zur Lösung des Pro  blems der     Werkstoff-Frage    bei hohen Temperaturen  ist bereits die Verwendung sogenannter metallkera  mischer Werkstoffe vorgeschlagen worden. Diese  können aus     Oxyd-Metall-Gemischen    bestehen, wobei  zu bemerken ist, dass der Gehalt der keramischen  Komponente, -welche die Temperaturbeständigkeit  des Werkstoffes bestimmt, höher liegen soll als der  Gehalt an Verunreinigungen in gewöhnlichen Metall  pulvern.

   Dies bedeutet normalerweise,     d'ass    der Oxyd  gehalt etwa 1     %    übersteigen, vorzugsweise etwa 2  betragen und in einigen Fällen etwa 5 % übersteigen  soll.  



  In Werkstoffen mit     niedrigerem    Gehalt an Oxyd  komponenten, beispielsweise durch Trockenreduktion  von Eisenoxyd erhaltenen Werkstoffen, ohne einen  wesentlichen Gehalt an nicht reduzierbaren Bestand  teilen, gibt der Gehalt an Oxyden oder keramischen  Werkstoffen kaum einen merklichen Beitrag hinsicht  lich seiner Temperaturbeständigkeit zu den Eigen  schaften des Werkstoffes. Erst bei höherem Gehalt an  solchen keramischen Komponenten setzen die vor  stehend erwähnten Eigenschaften bei hohen Tempe  raturen ein.  



  Es sind schon verschiedene Verfahren zur Her  stellung eines solchen Werkstoffes bekannt. So ist es  bekannt, Pulver eines Oxydes, das die keramische  Komponente bilden soll, mit dem Pulver einer me  tallischen Komponente zu mischen und anschliessend  das Gemisch zu einem einzigen Teil zu pressen und    zu sintern, der dann hohen Temperaturen gegenüber  widerstandsfähig ist. Es ist weiterhin bekannt, aus  Aluminiumoxyd als keramische Komponente und       Aluminium    als metallische Komponente bestehende  Formkörper oder     -gegenstände    durch Pressen und  Sintern von an der Oberfläche der Körner oxydier  ten     Aluminiumpulver    herzustellen.

   Keines dieser  Verfahren zur Herstellung eines solchen Werkstoffes  kann jedoch     als    besonders geeignet betrachtet werden.  Das beschriebene Verfahren zur Herstellung     alumi-          nium-aluminiumoxydhaltiger        Körper    kann ausserdem  nicht leicht auf andere Metalle übertragen werden,  was als ein Nachteil zu werten ist.

   Bei der Herstellung  von Einzelteilen nach dem zuletzt genannten Ver  fahren sind immer     Schwierigkeiten    vorhanden, ein  gutes Anliegen und Berühren zwischen der Metall  und     Oxydkomponente    zu erreichen, was die     Festib          keitseigenschaften    ungünstig     beeinflusst.     



  Mit vorliegender Erfindung     können    diese Nach  teile beseitigt werden und     metallkeramische    Werk  stoffe mit besseren Festigkeitseigenschaften,     insbeson-          dere    fertige Einzelteile oder auch Einzelteile als Halb  erzeugnisse, hergestellt werden.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet, dass man ein Gemisch aus mindestens  einem mit Bezug auf das zur Reduktion     verwendete     Reduktionsmittel nicht reduzierbaren Oxyd und min  destens einem mit Bezug auf dasselbe Reduktions  mittel     reduzierbaren    Oxyd oder aus Verbindungen,  welche beim Erhitzen in die reduzierbaren bzw. nicht  reduzierbaren Oxyde übergehen, unter solchen nicht  reduzierenden Bedingungen erhitzt, dass die Oxyde  feste Lösungen ineinander und/oder chemische Ver  bindungen miteinander bilden, worauf man diese  festen Lösungen und/oder     Verbindungen    trocken  unter solchen Bedingungen reduziert, dass die redu  zierbaren Oxyde zu Metall reduziert werden.

             Verhältnismässig    leicht zu Metall reduzierbare  Oxyde sind beispielsweise Oxyde von Fe, Ni, Co, Mo,  W, Au,     Ag,        Cu,        Pb,        Sn    und dergleichen, während  nur schwer zu Metall reduzierbare Oxyde beispiels  weise diejenigen von Zn,     Cr,        Mn,        Si,    V,     Ti,    Ba, Al,       Zr,    Mg, Ca und dergleichen sind.

   Das erfindungs  gemässe Verfahren     liefert    ein äusserst     inniges        Gemisch     aus Metall und Oxyd mit     vollständiger        Berührung     der einzelnen Phasen. Die     Oxydbestandteile    können  derart fein     verteilt    sein,     dass    sie mit einem optischen  Mikroskop nur schwer beobachtet werden können.

      Es wurde gefunden, dass man eine bedeutend  bessere Verteilung der     oxydischen    Komponente in der  Metallphase erzielen kann, wenn das zur Trocken  reduktion bestimmte     Zwischenprodukt    einer Erhitzung  unter oxydierenden Bedingungen auf eine so hohe  Temperatur gebracht wird', dass eine chemische Ver  bindung und beziehungsweise oder feste Lösung der  Oxyde ineinander erhalten wird. Es kann beobachtet  werden, dass nach dieser Behandlung die einzelnen       Ausgangsoxydphasen    nicht mehr vorhanden sind,  sondern     ganz    neue Gitter, d. h. neue Phasen, ent  stehen, welche das entstandene Produkt von einem  Gemisch von Oxyden scharf unterscheiden. Es ist  bereits bekannt, ein Gemisch von Oxyden vor der  Trockenreduktion zu erhitzen.

   Die Erhitzung ist je  doch niemals in einer solchen Weise vorgenommen  worden, dass .eine feste Lösung und/oder chemische  Verbindung der Oxyde entstanden ist. Eine derartige  Erhitzung kann während einer     verhältnismässig    langen  Zeit vorgenommen werden, z. B. über fünf     Stunden,          vorzugsweise    über 10 Stunden,     am    besten über 20       Stunden,    und bei Temperaturen, welche vorzugsweise  über 1000  C liegen. In gewissen Fällen kann die       Erhitzung    bei Temperaturen über 1200  C und bis  auf 1300  C vorgenommen werden.

   Die Erhitzung  wird vorzugsweise unter oxydierenden Bedingungen  durchgeführt; es ist jedoch wichtig, dass die Erhitzung  nicht unter reduzierenden Bedingungen erfolgt, da  dabei eine     Reduktion    der Oxyde in der     Erhitzungs-          stufe    erfolgen kann.  



  Oxyde können hinsichtlich ihrer Reduzierbar  keit eine Zwischenstellung einnehmen. Sie können  unter weniger wirksamen Reduktionsbedingungen als  nicht     reduzierbare        Oxydkomponenten    und unter akti  veren     Reduktionsbedingungen    als reduzierbare Oxyd  komponenten dienen. Als Beispiel für     die    hier in     FrIage     kommenden chemischen Verbindungen kann ein  Mineral aus der     Spinellgruppe    dienen. Die Zusammen  setzung dieser Minerale pflegt durch die Bezeichnung       R0    -     Q,z0zusammengefasst    zu werden, in der R = Mg,  Fell, Zn, Mn und O = Al, Fell, und     Cr    bedeuten.

    Wird beispielsweise     A1,Fe04    in fester Phase     reduziert,     so erhält man ein inniges Gemisch aus     A1.,0,    und Fe.  Entsprechendes     gilt    für     A1,Ni0a,        A1.Co01    oder  dergleichen. In ähnlicher Weise wie     Ferrite,        Wolfra-          mate    oder dergleichen aufgebaute Verbindungen sind  für eine teilweise Reduktion in fester Phase auch auf  metallkeramische Werkstoffe anwendbar.

      Bei vielen     Oxydkombinationen    kann das Ver  hältnis     zwischen    reduzierbarem Oxyd und nicht re  duzierbarem Oxyd in starkem Masse verändert werden,  beispielsweise treten in dem System     Ca0-Fe,03    die  Phasen     Ca.Fe.,O.,        CaFe..,04    und     CaFe407    auf, sämtli  che     partiell    reduzierbar auf     CaO    +     Fe-Metall.    Wei  ter haben die Komponenten der Phasen oft eine unter  schiedliche Löslichkeit.

   Durch Anpassung des Men  genverhältnisses zwischen den     Oxydkomponenten    in  der chemischen Verbindung oder festen Lösung, aus  welcher der metallkeramische Werkstoff hergestellt  werden soll, kann in diesem leicht ein gewünschtes  Mengenverhältnis zwischen Metall und Oxyd erhal  ten werden. Die chemische Verbindung braucht na  türlich nicht nur zwei     Oxydkomponenten    zu enthal  ten, vielmehr kann die     Anzahl    der Komponenten nach  den gewünschten Eigenschaften des metallkerami  schen Werkstoffes verändert werden. So kann bei  spielsweise das Grundmetall     legiert    werden, wenn  reduzierbare Oxyde im Ausgangsstoff enthalten sind.  Auf gleiche Weise kann die Zusammensetzung des  keramischen Bestandteiles des Werkstoffes verändert  werden.  



  Als Ausgangsstoff zur Herstellung des Zwischen  produktes, das vorzugsweise eine aus Oxyden auf  gebaute chemische Verbindung ist, kann entweder  reines Oxyd- oder auch Mineralpulver, beispielsweise  aus Mischoxyden, wie die     Spinelle,        Chromit    und       Titanomagnetit    oder dergleichen,     verwendet    werden.  



  Die als Zwischenprodukt dienende chemische  Verbindung oder feste Lösung kann durch Zusammen  sintern der feinpulverigen     Oxydkomponenten    und  durch deren chemische Reaktion untereinander ge  bildet werden, wobei die     Oxydkomponenten    vor dem  Sinter- und Reaktionsvorgang zum rascheren Ablauf  der Reaktion     zusammengepresst    werden können. Die  chemische Verbindung kann auch durch Glühen von  Salzen, wie Karbonaten, Sulfaten,     Hydroxyden,     Hydraten, Zusammenschmelzen von Oxyden, Rösten  von Sulfiden oder dergleichen hergestellt werden.

   Vor  der Reduktion kann das Zwischenprodukt aus folgen  den Verbindungen bestehen:  1. einer chemischen Verbindung oder festen Lö  sung aus Oxyden,  2. mehreren chemischen Verbindungen oder festen  Lösungen aus Oxyden,  3. einer oder mehreren chemischen Verbindungen       oder        festen        Lösungen    aus Oxyden und einem über  schuss an reduzierbaren     Oxydkomponenten.     



  Die Trockenreduktion kann mit einem gasförmigen  oder festen Reduktionsmittel nach üblichen Verfah  ren erfolgen.  



  Fertige Einzelteile aus metallkeramischem Werk  stoff können durch Pressen und Sintern von Pulver,  das aus dem erfindungsgemäss hergestellten     Material     besteht, hergestellt werden. Die als     Zwischenprodukt     dienende nicht     reduzierte        Oxydverbindung    oder feste  Lösung von Oxyden kann auch zu fertigen Einzel  teilen in beliebiger Form geschmolzen und gegossen  oder in Pulverform gepresst und     gesintert    werden.      wobei die Einzelteile dann zum Gemisch aus Oxyd  und Metall reduziert werden. Die Dichte des  metallkeramischen Werkstoffes kann durch eine  anschliessende Kalt- oder Warmbearbeitung gestei  gert werden.  



  Die folgenden Beispiele     erläutern    die Erfindung im  einzelnen.    <I>Beispiel 4</I>  4 %     A1203    und 96 %     Cu20    in     Pulverform    wurden  gemischt und 48 Stunden lang in Luft auf 1150  C  erhitzt. Die so erhaltene feste Lösung wurde dann  vier Stunden lang in einem Wasserstoffstrom bei  500  C zu einem Produkt reduziert, worin     A1203     in     Cu    in     feinstverteilter    Form vorliegt.

      <I>Beispiel 1</I>  Ein Gemisch aus 5 %     Ca0    und 95 %     Fe203    in  Pulverform wird zu Briketts     mit    einem Durchmesser  von 20 mm und Dicke von 5 mm     geprlesst.    Die Bri  ketts werden 24 Stunden in Sauerstoffatmosphäre  auf 1200  C erhitzt. Bei einer Untersuchung so  erhitzter Briketts zeigte sich, dass diese aus     einer     festen Lösung von etwa 60 %     Fe203    und etwa 40  der Verbindung     CaO    -     2Fe2O3    bestehen. Die Bri  ketts wurden anschliessend fünf Stunden bei 1000  C  in einer Atmosphäre aus reinem CO reduziert.

   Die  so     reduzierten        Briketts    zeigten geringe     Porosität    und  schienen unter dem Mikroskop bei 1000facher Ver  grösserung aus nur einer metallischen Phase zu be  stehen. Durch Röntgenanalyse wurde aber nach  gewiesen,     d'ass    die reduzierten Briketts doch aus den  Phasen Fe und     CaO    bestehen. Demnach ist die     Ca0-          Phase        in    der Metallphase so fein     verteilt,        d'ass    sie im  optischen Mikroskop     nicht    festgestellt werden kann.

    <I>Beispiel 2</I>  <B>90%</B>     Fe203    und<B>10%</B>     A1203    wurden wie im  1. Beispiel beschrieben brikettiert und 50 Stunden  lang in der Luft auf 1230  C erhitzt. Danach bestan  den die Briketts aus einer festen Lösung von     A1203     in     Fez03.    Die Briketts wurden dann zwei Stunden mit  CO     bei    1000  C     reduziert.    Die mikroskopische Un  tersuchung der reduzierten Briketts zeigte Oxyd  mischungen von höchstens l     ,u    Durchmesser in einer  metallischen Grundmasse. Eine Röntgenuntersuchung  zeigte, dass das     A1203    in     feinstverteilter    Form im Fe  vorhanden war.  



  <I>Beispiel 3</I>       Briketts    mit 20 %     Cr203    und 80 %     Fe203    wurden  aus Pulver nach Beispiel 1 hergestellt und in einer  oxydierenden Atmosphäre nach Beispiel 2 erhitzt,  wobei eine feste Lösung der Oxyde erhalten wurde.  Diese wurde trocken reduziert     und    wie im Beispiel 2  untersucht. Hierbei zeigte sich, dass das Reduktions  produkt eine Struktur hatte, wie in Beispiel 2 be  schrieben, jedoch aus den Phasen     Cr2O3    und Fe  bestand.

      Das reduzierte Produkt wurde dann in einem  Mörser zu Pulver von weniger als 0,15 mm Korn  grösse     gemahlen.    Darauf wurde das Pulver     mit    dem       Pressdruck    von 4000     kg/cm2    zu Probestäben gepresst.  Die Stäbe wurden 45 Minuten lang in Wasserstoff  bei 900  C     gesintert.     



  An den so hergestellten Probestäben wurden Zug  festigkeitsproben vorgenommen.     Hierbei    ergab sich  eine Streckengrenze von 12     kg/mm2    und eine Deh  nung von 32 %.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines metallkerami schen Materials, das aus einem Gemisch von Me tallen und darin feinstverteilten Oxyden besteht, da durch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch aus mindestens einem mit Bezug auf das zur Reduktion verwendete Reduktionsmittel nicht reduzierbaren Oxyd und mindestens einem mit Bezug auf dasselbe Reduktionsmittel reduzierbaren Oxyd oder aus Ver bindungen, welche beim Erhitzen in die reduzierbaren bzw.
    nicht reduzierbaren Oxyde übergehen, unter solchen nicht reduzierenden Bedingungen erhitzt, dass die Oxyde feste Lösungen ineinander und/oder che mische Verbindungen miteinander bilden, worauf man diese festen Lösungen und/oder Verbindungen trocken unter solchen Bedingungen reduziert, dass die reduzierbaren Oxyde zu Metall reduziert werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die chemische Verbindung oder feste Lösung durch Erhitzen eines gepressten Ge misches der feingepulverten Oxydkomponenten her gestellt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die chemische Verbindung oder feste Lösung durch Zusammenschmelzen der Oxyd komponenten hergestellt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass _als Reduktionsmittel ein Gas ver wendet wird.
CH5923758A 1957-05-15 1958-05-07 Verfahren zur Herstellung eines metallkeramischen Materials CH394620A (de)

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