Elektrisches Gleichrichtertriebfahrzeug Elektrische Gleichrichterfahrzeuge älterer Bauart pflegen gewöhnlich mit einer einzigen Glättungs- drosselspule ausgerüstet zu sein. Fällt bei einem solchen Fahrzeug ein Fahrmotor aus, so ändern sich die Glättungs- und Kommutierungsverhältnisse der anderen Motoren. Man ist daher dazu übergegangen, für jeden Fahrmotor eines elektrischen Gleichrichter triebfahrzeuges eine gesonderte Glättungsdrosselspule vorzusehen.
Verwendet man als Glättungsdrossel- spulen unbelüftete Drosselspulen, so bringt dies den Vorteil mit sich, dass man sie auf dem Triebfahrzeug freizügig anordnen kann, ohne dass auf die Anord nung der Lüfter und der Luftkanäle Rücksicht ge nommen zu werden braucht. Nachteilig ist jedoch das Gewicht dieser Glättungsdrosselspulen, das bei einer 16'/3-Hz-Vollbahnlokomotive etwa in der Grö ssenordnung von 4 ö des Dienstgewichtes liegen kann.
Da bei elektrischen Triebfahrzeugen für 1623 Hz die elektrische Ausrüstung ohnehin schon verhältnis mässig schwer ist, ist diese Vergrösserung des Ge wichtes des Triebfahrzeuges durch die Glättungs- drosselspulen äusserst unerwünscht.
Das Gewicht der Glättungsdrosselspulen lässt sich durch Fremdbelüftung etwa auf den dritten Teil, also ganz beträchtlich, herabsetzen. Dafür ist aber ein Mehraufwand für den Lüfter und den Luftkanal in Kauf zu nehmen, der dann am geringsten ist, wenn alle Glättungsdrosselspulen des Fahrzeuges nebenein ander angeordnet werden, so dass man mit einem einzigen Luftkanal und einem einzigen Lüfter für das Fahrzeug auskommt. Dieser Aufbau erfordert jedoch verhältnismässig lange Verbindungsleitungen, die infolge des grossen Querschnittes, der für diese Leitungen benötigt wird, ebenfalls ein beträchtliches Gewicht aufweisen.
Durch die Erfindung werden diese Schwierigkei ten für elektrische Triebfahrzeuge überwunden, deren jeweils durch gesonderte Luftkanäle gekühlte Fahr motoren über Halbleitergleichrichter und über je weils jedem Fahrmotor gesondert zugeordnete Glät- tungsdrosselspulen gespeist werden. Gemäss der Er- findung werden die jedem Fahrmotor zugeordneten Gleichrichterzellen sowie die Glättungsdrosselspule des Fahrmotors in dem diesem Fahrmotor zugeord neten Luftkanal angeordnet.
Auf diese Weise wird bei äusserst geringem Aufwand sowohl für die Be lüftungseinrichtung als auch für die elektrischen Ver bindungsleitungen eine optimale Kühlung erreicht. Zweckmässig ist hierbei, wenn die jedem Fahrmotor elektrisch zugeordneten Bauteile, nämlich die Gleich richterzellen und die Glättungsdrosselspule, auch me chanisch im gleichen Luftkanal gemeinsam mit dem Fahrmotor angeordnet sind.
An sich ist es bekannt, mit dem Kühlluftstrom eines Fahrmotors auch andere Bauelemente zu küh len. Die Erfindung besteht jedoch nicht allein darin, den Kühlluftstrom eines Fahrmotors gleichzeitig zur Kühlung anderer Bauelemente auszunutzen, vielmehr kommt es für ein Beispiel der Erfindung darauf an, dass die dem Motor elektrisch zugeordneten Teile nach Art der bekannten Blockbauweise auch mecha nisch mit dem Motor zusammengebaut sind, was dadurch erreicht wird, dass jeweils eine elektrische Einheit, bestehend aus Fahrmotor, Gleichrichterzellen und Glättungsdrosselspule,
in dem für diese Einheit vorgesehenen Luftkanal untergebracht ist.
An sich ist es bekannt, die Fahrmotoren elektrischer Triebfahrzeuge jeweils durch gesonderte Luftkanäle zu kühlen, die als ein nahezu von der Decke bis zum Fussboden des Triebfahrzeuges rei chender Schacht ausgebildet sind. Wird dieser Luft schacht nur in seinem oberen Teil rund gehalten, während seine dem Fussboden des Triebfahrzeuges zugekehrten Teile quadratischen oder rechteckförmi- gen Querschnitt aufweisen, lässt sich die Glättungs- drosselspule in dem unteren Teil des Luftkanals ohne weiteres unterbringen,
da sie jeweils nur zur Glät- turig des einem einzigen Fahrmotor zugeführten] Stromes dient und auch infolge der Belüftung klein gehalten werden kann.
Die im Rahmen der Erfindung vorgesehene Un terbringung der einem Fahrmotor zugeordneten Glät- tungsdrosselspule im Luftkanal dieses Fahrmotors erfordert im allgemeinen keine ins Gewicht fallende Vergrösserung des vorgesehenen Lüfters, da beispiels weise die zur Belüftung der Glättungsdrosselspulen eines 800-kW-Bahnmotors erforderliche Lüfterlei- stung nur etwa 6 ö der Lüfterleistung des Fahrmotors beträgt.
Durch die Erfindung wird also eine gewichts mässig äusserst günstige Ausführung der Glättungs- drosselspulen erzielt, ohne dass ein zusätzlicher Be darf an Raum, Luftkanälen oder Leitungskupfer ent steht, wobei entweder keine oder eine nur unwesent liche Verstärkung der Motorlüfter erforderlich ist.
Zur beispielsweisen Erläuterung der Erfindung ist in der Figur der Luftkanal eines elektrischen Gleich- richtertriebfahrzeuges schematisch dargestellt. Im oberen runden Teil des Luftkanals 1 ist der für den Luftkanal vorgesehene gesonderte Lüfter 2 ein schliesslich des ihn antreibenden Lüftermotors 3 untergebracht, der die von oben angesaugte Kühl luft durch die unmittelbar unterhalb der Lüfterschau- feln angeordneten Siliziumgleichrichterzellen 4 treibt.
Unterhalb der Siliziumgleichrichterzellen 4 wird der Querschnitt des Luftkanals 1 quadratisch. An dieser Stelle ist die dem Fahrmotor 5 zugeordnete Glät- tungsdrosselspule 6 untergebracht. Die Belüftung der Glättungsdrosselspule ist derart vorgenommen, dass ein kleiner Teil der vom Lüfter 2 geförderten Kühl luft an den Aussenseiten der Glättungsdrosselspule 6 entlangstreicht und ins Freie austritt. Man kann aber auch so vorgehen, dass man diesen Teil der Kühlluft wieder in den Luftkanal einmünden lässt.
Im weiteren Verlauf des Luftkanals 1 sind die schematisch ange deuteten Feldschwächungsdrosselspulen 7 und die Feldschwächungswiderstände 8 des Fahrmotors 5 an geordnet. Der Luftkanal 1 mündet schliesslich in die Kühllufteintrittsöffnung des Gehäuses des Fahrmo tors 5.
Bei der dargestellten Anordnung bildet der Luft kanal 1 von seiner an der Decke des Triebfahrzeuges befindlichen Eintrittsöffnung bis zu seiner am Fuss boden des Fahrzeuges befindlichen, mit der Kühl lufteintrittsöffnung des Fahrmotorgehäuses verbun denen Austrittsöffnung einen geschlossenen Block, der Lüfter, Lüftermotor, Gleichrichter, Glättungs- drosselspulen sowie weiteres Motorzubehör, wie Feld schwächungsdrosselspulen und Feldschwächungswi- derstände, enthält. Es sind also die wichtigsten Zube hörteile des Fahrmotors in einem einzigen Block mit einander vereinigt.
Diese Blockbauweise eines elek trischen Gleichrichtertriebfahrzeuges erleichtert die Montage und die Instandsetzungsarbeiten am Fahr zeug in beträchtlichem Masse. Bei der Verwendung von Halbleitergleichrichtern ist es mit Rücksicht auf die erforderliche hohe Lei stung notwendig, die Halbleitergleichrichteranord- nung aus mehreren parallelen Stromzweigen aufzu bauen.
Damit eine überhitzung eines Gleichrichter- zweiges infolge ungleichmässiger Stromverteilung ver mieden wird, empfiehlt es sich, die mit den Gleich richtern im Luftkanal angeordneten Glättungsdrossel- spulen mit mehreren parallelen Wicklungssträngen zu versehen, die den parallelen Stromzweigen der Halb- leitergleichrichteranordnung zugeordnet werden. Es wird also z.
B. jeweils ein Wicklungszweig der Glät- tungsdrosselspule mit zwei parallelen Zweigen der Halbleitergleichrichteranordnung zusammengeschal tet, wobei gegebenenfalls noch eine kleine Ausgleichs spule in diese Verbindung eingeschaltet werden kann. Es können aber auch so viele parallele Wicklungs stränge auf der Glättungsdrosselspule vorgesehen werden, wie parallele Stromzweige in der Halbleiter- gleichrichteranordnung vorhanden sind.
Die durch diese Aufteilung der Glättungsdrosselspule er zwungene Stabilisierung in der Stromverteilung der parallelen Stromzweige der Halbleitergleichrichteran- ordnung ist vor allem für Siliziumgleichrichter von besonderer Bedeutung, da hierbei eine örtliche über hitzung einer Gleichrichterzelle leicht zu einer explo sionsartigen Zerstörung dieser Zelle führen kann.