CH395921A - Einrichtung zum Beschichten von geleimten Buchblock-Rücken mit Gaze - Google Patents
Einrichtung zum Beschichten von geleimten Buchblock-Rücken mit GazeInfo
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Description
Einrichtung zum Beschichten von geleimten Buchblock-Rücken mit Gaze Beim Binden von Buchblocks ist es gebräuchlich, auf den Rücken des Blockes unmittelbar nach dem Leimauftrag einen über die Höhe des Buchrückens verlaufenden Gazestreifen aufzubringen. Diese Gaze stellt eine Art flexible Armierung der Leimschicht dar und verleiht der Bindung eine erhöhte Festigkeit.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer einfachen und zuverlässigen Einrichtung zum selbsttätigen Auf tragen der Gaze auf die geleimten Buchblock-Rücken in Buchbearbeitungsmaschinen; die Einrichtung ist also vorwiegend als eine von mehreren Bearbeitungs stationen einer Buchbearbeitungsmaschine gedacht, an denen die Buchblocks nacheinander vorbeigeführt werden.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist gekenn zeichnet durch eine von einem kontinuierlichen Gaze band beschickte Führungs- und Transportvorrichtung, welche Mittel zur seitlichen Führung des Gazebandes, Mittel zum Vorschub des Gazebandes nach Massgabe der an einer bestimmten Stelle durchlaufenden Höhe der Buchblocks, vom Durchlauf der oberen und der unteren Blockkante gesteuerte Schneidmittel zum Ab trennen der vorgeschobenen Bandabschnitte, sowie Mittel zum Andrücken der abgetrennten Abschnitte an die durchlaufenden Buchrücken enthält.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes wird nachstehend anhand der Zeichnung er läutert.
Fig. 1 zeigt die gesamte Einrichtung von der Seite gesehen, Fig. 2 veranschaulicht schematisch die selbsttätige Steuerung.
In der Fig. 1 sind drei aufeinanderfolgende Buch blocks la, 1b und 1c in der Transporteinrichtung einer Buchbearbeitungsmaschine dargestellt, welche die Blocks nacheinander an den verschiedenen Be- arbeitungsstationen vorbeiführt. Die Buchblocks sind mit dem zu bearbeitenden Rücken nach unten zwischen zwei endlosen, parallel zueinander umlaufenden Trans portbändern unter seitlichem Druck festgehalten, welche Bänder aus gelenkig aneinander gereihten Druckplatten 2 bestehen. Eine Transporteinrichtung dieser Art ist beispielsweise in der schweizerischen Patentschrift Nr. 370 052 näher beschrieben.
Es sei aber festgehalten, dass die zu beschreibende Gaze- Auftragseinrichtung keineswegs an diese Trans portvorrichtung gebunden ist, sondern auch beispiels weise in Verbindung mit Karussel-Buchbearbeitungs- maschinen verwendbar ist.
Die eingespannten, zu bearbeitenden Buchblocks durchlaufen im Sinne des Pfeiles A nach allfälligen vorbereitenden Operationen eine (nicht dargestellte) Leimstation, in welcher die Buchrücken auf irgendeine geeignete Weise mit Leim überzogen werden. Solange die Leimschicht 3 noch flüssig ist, gelangen die Buch blocks sodann zu der dargestellten Gaze-Auftrags- einrichtung. Die Einrichtung ist auf einer am Ma schinenrahmen befestigten Grundplatte 10 montiert. Von einer (nicht dargestellten) Vorratsrolle läuft ein Gazestreifen 5 von passender Breite im Sinne des Pfeiles B ab. Der Streifen 5 wird zunächst um eine lose mitlaufende Rolle 21 geführt, welche mit zwei seitlichen Flanschen 22 versehen ist.
Die beiden Flan schen sind voneinander unabhängig axial verschieb bar, so dass der Gazestreifen 5 die richtige Seitenfüh rung in bezug auf die seitliche Lage der Buchrücken erhält.
Das Gazeband läuft sodann um eine Rolle 23, welche intermittierend angetrieben wird und den Vor schub des Bandes besorgt. Der Antrieb der Rolle 23 erfolgt von einem dauernd umlaufenden Rad 18 über eine ein- und ausschaltbare Magnetkupplung 24, und zwar, wie weiter unten erläutert, genau nach Massgabe der durchlaufenden Höhe der Buchblocks. Bei einge schalteter Magnetkupplung 24 ist die Umfangsge schwindigkeit der Rolle 23 gleich der Vorschubge- schwindigkeit der Buchblocks in der Transportvorrich tung.
Das solchermassen abschnittweise vorgeschobene Band durchläuft hierauf den Schlitz einer feststehen den Führung 25, welche einer Schneidvorrichtung mit dem beweglichen Messer 26 angehört. Das Messer 26 wird in einer ebenfalls weiter unten näher beschrie benen Weise vom Magneten 28 gesteuert und schneidet die von der Rolle 23 vorgeschobenen Bandabschnitte 5a, 5b, 5c ab, worauf sie von der dauernd umlaufenden Andrückrolle 30 übernommen und nach oben geführt werden. Schliesslich werden die Abchnitte von der Rolle 30 gegen die geleimten Buchrücken gepresst, wo sie dank der noch bindefähigen Leimschicht 3 haften bleiben.
Eine schwenkbar befestigte Klinge 31 wird mittels eines Gewichtes 32 gegen die Rollen oberfläche gedrückt, damit allfällige Leimrückstände entfernt werden.
Um die richtige Höhenlage der Andrückrolle 30 gegenüber dem Buchrücken einstellen zu können, ist die Montageplatte 10 um einen feststehenden Bolzen 11 verschwenkbar. Die Fixierung der Plattenlage gegenüber dem feststehenden Träger 14 erfolgt mittels einer Schraube 13, welche in einem Schlitz 12 der Platte 10 gleitet.
Damit der Gazestreifen 5 von der Vorschubrolle 23 zuverlässig mitgenommen wird, ist eine endlose Schlaufe 35 vorgesehen, die über lose mitlaufende Rollen 36 und 37 läuft und das Gazeband von aussen gegen den Umfang der Rolle 23 rückt. Eine ähnliche, über Rollen 39 und 40 geführte endlose Schlaufe 38 wirkt mit der Antriebsrolle 30 zusammen. Als An- drückschlaufen 35 bzw. 38 eignen sich beispielsweise die sogenannten O-Ringe. Um die Schlaufenspannung einstellen zu können, sind die Rollen 36 und 39 auf der Grundplatte verschiebbar gelagert.
Der Antrieb der Andrückrolle 30 und der Vor schubrolle 23 ist schematisch mit strichpunktierten Linien angedeutet. Er wird beispielsweise von der Hauptwelle 6 abgenommen, welche den Antrieb der Transportvorrichtung besorgt. Ein auf dieser Welle befestigtes Kettenrad 7 treibt über eine Kette 15 das mit der Andrückrolle 30 fest verbundene Kettenrad 16. Von hier geht der Antrieb weiter über eine Kette 17 auf das Kettenrad 18, welches fest mit der Kupp lungswelle verbunden ist und (bei eingeschalteter Magnetkupplung 24) die Vorschubrolle 23 antreibt. Durch geeignete Übersetzungsverhältnisse lässt sich erreichen, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Rolle 30 und gegebenenfalls der Rolle 23 genau der Vor schubgeschwindigkeit der Transportbänder entspricht.
Die Steuerung der Magnetkupplung 24 für die Vorschubrolle 23 und des Magneten 28 für das Messer 26 erfolgt selbsttätig nach Massgabe der Höhe (Ab stand zwischen oberer Blockkante 8 und unterer Block kante 9) der durchlaufenden Buchblocks. Eine ge- eignete Steuerung ist in Fig. 2 schematisch dargestellt. Ein Fühlhebel 50, welcher von den durchlaufenden Buchblocks betätigt wird, ist an einer bestimmten Stelle längs des Transportweges der Buchblocks an geordnet.
Die Taststelle 42 (Fig. 2) ist dabei gegenüber der Andrückstelle 41 zurückversetzt, und zwar um den gleichen Weg, den ein abgetrennter Gazeabschnitt von der Abtrennstelle (Messer 26) bis zur Andrück- stelle 41 zurücklegt. Der Fühlhebel 50 ist über den Betriebsschalter 56 an den einen Pol der Strom quelle 55 angeschlossen.
Da Hebelende 54 arbeitet mit zwei feststehenden Kontakten 52 und 53 zusammen, wobei der Kontakt 52 über die Wicklung 28' des Messermagneten 28 und der Kontakt 53 über die Wicklung 24' der Magnetkupplung 24 mit dem ge meinsamen anderen Pol der Stromquelle 55 ver bunden sind.
In der Ruhelage des Fühlhebels 50, in welcher er mittels der Feder 51 gehalten wird, sind die Kupplung 24 und der Schneidmagnet 28 stromlos. Es unterbleibt somit der Vorschub des Gazestreifens 5, und das Messer 26 befindet sich in der in Fig. 1 dargestellten Ruhelage, in welche es mittels der Druckfeder 27 gedrückt wird; dabei verschliesst das Messer die Öffnung des Schlitzes in der Führung 25.
Durch die Oberkante 8d eines durchlaufenden Buchblocks 1d wird der Fühlhebel 50 im Sinne des Pfeiles ver- schwenkt. Das Ende 54 des Fühlhebels berührt dabei zuerst den Kontakt 52 und schliesst dadurch den Stromkreis für den Messermagnet 28. Das Messer 26 wird dadurch nach unten gezogen und gibt den Füh rungsschlitz für das Gazeband 5 frei. Unmittelbar darauf wird der leicht zurückstehende Kontakt 53 vom Hebelende 54 berührt, wodurch die Magnet kupplung 24 eingeschaltet wird und der Vorschub des Gazebandes beginnt.
Der Vorschub dauert während des Durchlaufs des Buchblocks 1d an. Nachdem die ganze Höhe vorbeigelaufen ist, d. h., wenn die Unter kante 9d die Abtaststelle 42 passiert, geht der Fühl- hebel 50 in seine Ruhelage zurück.
Dabei wird zuerst die Wicklung 24' des Kupplungsmagneten stromlos, wodurch der Vorschub zum Stillstand kommt. An- schliessend verlässt das Hebelende 54 auch den Kon takt 52, die Wicklung 28' wird stromlos, und der Magnet 28 gibt das Messer 26 frei, welches unter der Wirkung der Druckfeder 27 nach oben schnellt und den vorgeschobenen Bandabschnitt, welcher be reits von der Andrückrolle 30 erfasst worden ist, abtrennt.
Dank dieser Steuerung erfolgt der Vorschub des Gazebandes und das Abtrennen der richtigen Längen genau nach Massgabe der durchlaufenden Buchblocks, unabhängig von ihrem gegenseitigen Abstand und der Höhe der einzelnen Blocks; beide dieser Grössen können deshalb im Betrieb beliebig verändert werden. Anstelle des mechanischen Fühlhebels 50 könnte selbstverständlich auch etwa eine elektrooptische Ab tastung angewendet werden, es hat sich aber gezeigt, dass die einfache mechanische Abtastung durchaus zufriedenstellend arbeitet.
Die beschriebene Einrichtung lässt sich natürlich mit Vorteil auch zum Auftragen von anderen als Gazestreifen verwenden, so insbesondere für Streifen aus Leinwand, Papier, Kunststoff oder anderen Mate rialien, welche den endgültigen Buchrücken bilden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Einrichtung zum selbsttätigen Auftragen von Gaze auf geleimte Buchblock-Rücken in Buchbearbeitungs- maschinen, gekennzeichnet durch eine von einem kontinuierlichen Gazeband beschickte Führung- und Transportvorrichtung, welche Mittel zur seitlichen Führung des Gazebandes, Mittel zum Vorschub des Gazebandes nach Massgabe der an einer bestimmten Stelle durchlaufenden Höhe der Buchblocks, vom Durchlauf der oberen und der unteren Blockkante gesteuerte Schneidmittel zum Abtrennen der vorge schobenen Bandabschnitte,sowie Mittel zum An drücken der abgetrennten Abschnitte an die durch laufenden Buchrücken enthält. UNTERANSPRÜCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Führungs- und Transportein richtung auf einer Grundplatte angeordnet ist, welche zwecks Einstellung der Höhenlage der Andruckmittel in bezug auf die durchlaufenden Buchblock-Rücken in einer Vertikalebene schwenkbar oder vertikal ver schiebbar befestigt ist. 2.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Vorschubmittel für das Gaze band durch eine über eine steuerbare Magnetkupplung angetriebene Rolle gebildet sind, wobei die Umfangs geschwindigkeit der Rolle bzw. die Vorschubge- schwindigkeit während des Antriebs gleich der Durch laufgeschwindigkeit der Buchblocks ist. 3. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Andruckmittel für die abge trennte Abschnitte durch eine kontinuierlich ange triebene Rolle gebildet sind, wobei die Umfangsge schwindigkeit der Rolle gleich der Durchlaufgeschwin- digkeit der Buchblocks ist. 4.Einrichtung nach Patentanspruch und Unter anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks sicherer Mitnahme des Bandes bzw. der Band abschnitte durch die Vorschubrolle und die Andruck rolle mit diesen Rollen zusammenwirkende, endlose Schlaufen vorgesehen sind, welche über lose mit laufende Rollen geführt sind. 5. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schneidmittel für die vorge schobenen Bandabschnitte durch ein von einem steuer baren Magneten betätigtes Messer gebildet sind. 6. Einrichtung nach Patentanspruch und Unter anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Messer in seiner Ruhelage den Vorschubweg des Bandes versperrt. 7.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass zur Steuerung der Vorschubmittel und der Schneidmittel ein von den durchlaufenden Buchblocks betätigter Fühlhebel vorhanden ist. B. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteran spruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtast- stelle des Fühlhebels eine Strecke von der Andruck stelle zurückliegt, welche gleich dem Weg ist, welchen die Bandabschnitten von der Schneidstelle bis zur Andruckstelle zurücklegen.
Priority Applications (2)
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1786258B1 (de) * | 1968-09-07 | 1972-04-27 | Walter Sigloch Grossbuchbinderei | Vorrichtung zum hinterkleben von buchblockruecken mittels gazestreifen |
| EP2275277A1 (de) * | 2009-07-03 | 2011-01-19 | Kolbus GmbH & Co. KG | Vorrichtung zum Anbringen eines Hinterklebestreifens mit daran befestigten Kapitalbändern am Buchblockrücken |
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Also Published As
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