CH396702A - Abwehrmittel - Google Patents
AbwehrmittelInfo
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Classifications
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Abwehrmittel Der Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf ein Abwehrmittel, welches insbesondere zur Notwehr gegen verbrecherische Angreifer über eine Distanz von wenigen Schritten geschleudert werden kann, ohne den Angreifer zu verletzen. Bei Überfällen auf Schalterbeamte, Ladenpersonal, Chauffeure, hilflose Einzelpersonen usw. unterbleibt zur Abwehr die Verwendung einer Handfeuerwaffe meist daher, weil deren Gebrauch. zu aussergewöhnlich ist und zu schwere Konsequenzen haben kann.
In zahllosen Fällen würde vorerst eine Abwehrmassnahme genügen, mit welcher der Angreifer überraschend verwirrt, behindert und markiert werden könnte, da dadurch etwas Zeit für weitere Schutzmassnahmen oder für die eventuelle Verfolgung des Angreifers gewonnen werden kann.
Die vorliegende Erfindung sucht dieses Ziel mit einem Abwehrmittel zu erreichen, welches pulverförmig ausgebildet und pneumatisch in Strahlenform zerstäubbar ist und aus mehreren Komponenten besteht, von denen mindestens je eine nebelartig fein verteilbar ist, an Oberflächen haftet, die Tränendrüsen bzw. die Atmungswege reizt sowie färbt.
Der Erfindungsgegenstand wird anschliessend anhand eines Beispiels näher erläutert.
Die das pulverförmige Abwehrmittel ergebenden Komponenten haben je mit besonderen Eigenschaften einen angemessenen Anteil an die Gesamtwirkung desselben beizutragen, wobei jedoch Verletzungen oder Dauerschädigungen des Betroffenen, wie Vergiftung, Ätzung oder dergleichen, vermieden werden müssen. Die erwünschte nebelartig feine, beim Auftreffen wolkenförnüge Ausbreitung des Schleuderstrahls wird durch eine vorzugsweise aus etwa 30 Talgpuder bestehende Komponente bewirkt. Talgpuder weist eine gute Haftfähigkeit an durch Haut, Haare oder Bekleidung gebildeten Oberflächen auf.
Ferner sind dem Zerstäubungsgemisch etwa 55 schwarzes Pfefferpulver und etwa 10. 6 Niespulver als Komponenten zum Reizen der Tränendrüsen und Atmungswege beigefügt. Auch beisst Pfefferpulver in den Augen. Um den betroffenen Angreifer zu markieren, ist wenigstens eine Farbkomponente, bestehend aus z. B. etwa 4 % pulverisiertem Kaliumpermanganat beigegeben, welche in Berührung mit feuchten Oberflächen, wie z. B. auf schwitzender Haut, in tränenden Augen, auf Nasen- und Mund- schleimhäuten usw. eine auffallend intensive, nicht rasch entfernbare Färbung ergibt.
Diese Farbmarkierung erleichtert die Fahndung nach flüchtenden Angreifern, da sie an Kleidungsstücken, Augen, Schleimhäuten, in Hautfalten und im Haar sehr lange nachweisbar bleibt. Zweckmässig wird eine nur in Speziallicht, wie z. B. unter der Quarzlampe erkennbare Komponente beigefügt, so beispielsweise etwa 1 Fluoreszein (Quellenpulver). Die angeführten Komponenten ergeben in gut durchmischtem, trockenem Zustand ein zerstäubungsbereites Abwehrmittel.
Der von einem einigermassen gezielten Strahl des Zerstäubungsgemisches erreichte Angreifer wird verblüfft und verwirrt und von der sich dabei bildenden Wolke sofort in der Sicht stark behindert, insbesondere auch Brillenträger infolge des an den Gläsern haftenden Pulvers. Des weiteren aber wird der betroffene Angreifer gleich auch durch die Reizwirkung des Pulvers auf die Augen und die Atmungswege zum Niesen und Husten gezwungen; und dadurch von zielbewussten Tätlichkeiten abgehalten.
Ein Gerät zum Zerstäuben des erläuterten Abwehrmittels kann von an sich bekannter Bauart sein und z. B. aus einem von Hand elastisch quetsch- baren Behälter in Taschenformat mit Austrittsdüse zur Strahlerzeugung bestehen. Es können aber auch stationäre Anlagen für Kassenschalter und der-
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gleichen vorgesehen und mit einem Druckluftsystem ausgerüstet sein, damit aus einer oder mehreren Düsen gleichzeitig oder nacheinander mit einem Druck von 2-3 Atmosphären pulverisiertes Abwehrgemisch strahlartig ausgestossen werden kann.
Ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen, kann die Zusammensetzung des Zerstäubungsgemi- sches vom angeführten Beispiel abweichen, indem einzelne Komponenten einen andern Anteil am Ganzen bilden oder ganz oder .teilweise durch andere Substanzen gebildet sein könnten. So könnte eine Komponente zur Wolkenbildung z. B. aus Holzasche oder eine Komponente zur Erhöhung der Strahllänge z. B. aus Kaolin oder Marmorpulver bestehen. Als färbende Komponente kann z.
B. von Land zu Land verschiedener Farbstoff vorgesehen sein, oder insbesondere für stationäre Anlagen kann je eine individuelle Farbstoffzusammensetzung verwendet werden, die als Indiz bei der Erkennung und Verbrecherüberlieferung nützlich ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Abwehrmittel, welches insbesondere zur Notwehr gegen verbrecherische Angreifer über eine Distanz von wenigen Schritten geschleudert werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass es pulverförmig ausgebildet und pneumatisch in Strahlform zerstäubbar ist und aus mehreren Komponenten besteht, von denen mindestens je eine nebelartig fein verteilbar ist, an Oberflächen haftet, die Tränendrüsen bzw. die Atmungswege reizt sowie färbt. UNTERANSPRÜCHE 1. Abwehrmittel nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine an Oberflächen haftende Komponente durch Talgpuder gebildet ist. 2.Abwehrmittel nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die die Tränendrüsen und die Atmungswege reizenden Komponenten durch Pfefferpulver und Niespulver gebildet sind. 3. Abwehrmittel nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine färbende Komponente durch Kaliumpermanganat gebildet ist. 4. Abwehrmittel nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass darin eine im Quarzlicht fluoreszierende Komponente enthalten ist. 5. Abwehrmittel nach den Unteransprüchen 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass es je angenähert 30 Talgpuder, 55 % Pfefferpulver, 10 % Niespulver, 4 pulverisiertes Kaliumpermanganat und 1 % Fluores- zein enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH98963A CH396702A (de) | 1963-01-28 | 1963-01-28 | Abwehrmittel |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH98963A CH396702A (de) | 1963-01-28 | 1963-01-28 | Abwehrmittel |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH396702A true CH396702A (de) | 1965-07-31 |
Family
ID=4199871
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| CH98963A CH396702A (de) | 1963-01-28 | 1963-01-28 | Abwehrmittel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH396702A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0860683A3 (de) * | 1997-02-20 | 1998-11-25 | Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft | Scheibenförmiger Wurfkörper mit nichtletalen Wirkmitteln |
-
1963
- 1963-01-28 CH CH98963A patent/CH396702A/de unknown
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