Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen Es ist bekannt, gesalzene, getrocknete und grüne Felle und Häute nach dem erforderlichen Weichpro- zess mit kalk- und sulfidhaltigen Brühen zu schwöden und zu äschern. Weiterhin ist es bekannt, die ge weichten Felle und Häute für bestimmte Zwecke mit Hilfe proteolytischer Enzyme zu schwöden und zu äschern, um Haar und Wolle völlig unbeschadet zu erhalten.
Sobald die Haare bzw. die Wolle genü gend gelockert sind, wird enthaart bzw. entwollt und dann mit schwellenden alkalischen Brühen, meist Kalk und Sulfiden, nachgeäschert. Die enzymatisch ;eäscherten Felle können vor dem Enthaaren auch mit einer alkalischen nichtschwellenden Sodalösung nachbehandelt werden, um die Entfernung der Haare zu erleichtern, ohne dass diese zerstört werden.
Es wurde nun ein Verfahren zum Enthaaren von Häuten und Fellen mit sulfidhaltigen oder kalk- und sulfidhaltigen Schwöde- und Äscherbrühen gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Häute und Felle nach abgeschlossenem Weichprozess mit einem proteolytische Enzyme enthaltenden Äscher vorbe handelt werden. Als proteolytische Enzyme können Schimmelpilz- oder Bakterienproteasen oder Pankreas- tryptase verwendet werden.
Mit besonderem Vorteil werden zusammen mit den proteolytischen Enzymen Carbohydrasen, insbesondere aus Mirkroorganismen gewonnene Carbohydrasen, eingesetzt. Die Enzym behandlung wird vorzugsweise bei pH-Werten zwi schen 6 und 8 durchgeführt.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird der Verlauf des Äscherns mit Kalk und Sulfiden und die Qualität des Leders dahingehend verbessert, dass ein besonders feiner, zarter, flacher und fester Narben erzielt wird. Im Anschluss an die Behandlung mit dem Enzyme enthaltenden Äscher werden die Häute und Felle ohne Enthaarung in den Sulfidäscher oder den Kalk und Sulfide enthaltenden Äscher eingebracht oder zunächst einer Schwöde mit Kalk und Sulfiden unterworfen.
Die Enthaarung erfolgt bei diesem Ver fahren erst nach der Behandlung mit Kalk und Sul fiden.
Die Erzielung des beschriebenen Effektes ist über raschend, da man nicht erwarten konnte, dass die proteolytischen Enzyme auf die kollagene Faserstruk tur der noch nicht alkalisch geschwellten Haut ein zuwirken vermögen. Zur Erzielung bestimmter Effekte kann man die angeführten Enzyme auch in beliebiger Weise kombinieren. Auch Pankreastryptase kann allein oder zusammen mit den Proteasen von Mikro organismen verwendet werden.
Nach der Enzym behandlung kann man die Felle auswaschen; einfacher und zugleich zu einem besseren Effekt führend ist es jedoch, sie ohne Spülen unmittelbar mit sulfid-, ge gebenenfalls auch kalkhaltigen Brühen zu behandeln. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass, wie bereits erwähnt, die Einwirkung der Enzyme und der sulfidhaltigen Äscherbrühe nicht in getrennten Bädern erfolgt,
sondern dass die Äscherbrühen nach ent sprechender Einwirkungsdauer der proteolytischen Enzyme unmittelbar zur enzymhaltigen Flotte gegeben werden.
Die angeführten proteolytischen Enzyme können entweder allein oder zusammen mit anderen Stoffen, wie Salzen, z. B. Ammoniumsalzen, Natriumsulfit oder Natrium-Nitrit, oder mit Netzmitteln oder Emul- gatoren, z. B. Äthylenoxydkondensationsprodukten, angewendet werden. Weiterhin besteht die Möglich keit, diese enzymatische Behandlung vor dem Äscher in neutraler, alkalischer oder saurer Lösung durch zuführen.
Zweckmässig ist das Arbeiten in neutraler Lösung, da dadurch die Alkalität im nachfolgenden Äscher nicht beeinträchtigt wird, jedoch kann man auch schwachalkalisch arbeiten. Bei der Anwendung schwachsaurer Lösungen muss dies bei der Einstellung des nachfolgenden alkalischen Fischers berücksichtigt werden.
Eine weitere Möglichkeit zur Unterstützung der Wirkung dieser Vorbehandlung mit proteolytischen Enzymen besteht in der Mitverwendung von Carbo- hydrasen, insbesondere solchen aus Mikroorganismen. Besonders vorteilhaft ist es, die Proteasen im An- schluss an die Carbohydrasen zur Einwirkung zu bringen.
Die enzymatische Vorbehandlung der Häute und Felle führt im Gegensatz zu einem Äscher, der aus- schliesslich mit Sulfid- oder kalksulfidhaltigen Schwö- de- oder Äscherbrühen durchgeführt wird, zu einem Leder mit glattem, nicht gezogenem Narben, an dem die Mestfalten praktisch nicht in Erscheinung treten.
<I>Beispiele</I> 1. Gesalzene Kalbfelle werden wie üblich geweicht und nach beendeter Weiche noch 24 Stunden bei pH 7 - 7,5 nachbehandelt mit
EMI0002.0023
500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Salzgewicht
<tb> 1,5 <SEP> % <SEP> Schimmelpilztryptase <SEP> aus <SEP> Aspergillus
<tb> parasiticus
<tb> 0,4 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit <SEP> calc.
<tb> 0,4 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat. Aus dieser Brühe heraus werden die Felle nicht mehr ausgewaschen, sondern kommen unmittelbar zum Schwöden oder zum Äschern.
2. Trockene Ziegenfelle werden wie üblich ge weicht, nach beendeter Weiche wie üblich ausge waschen, dann 24 Stunden bei pH 6 - 6,5 nachbehan delt mit
EMI0002.0026
500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> aus
<tb> Bacillus <SEP> subtilis
<tb> 0,5 <SEP> % <SEP> eines <SEP> aus <SEP> Bakterien <SEP> hergestellten
<tb> Carbohydrasenpräparates
<tb> 1 <SEP> % <SEP> Natriumsulfit
<tb> 1 <SEP> % <SEP> Ammoniumsulfat. Die Behandlung mit Carbohydrasen kann der mit Proteasen vorgeschaltet werden. Nach dem Auswa schen wird mit Kalk und Schwefelnatrium geäschert.
3. Rindshäute werden wie üblich geweicht, nach beendeter Weiche wie üblich ausgewaschen, anschlies- send 24 Stunden bei pH 7 nachbehandelt mit
EMI0002.0035
500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 2 <SEP> % <SEP> Bakterienprotease <SEP> und <SEP> einem <SEP> geeigneten
<tb> Konservierungsmittel,
<tb> wie <SEP> Na-o-phenylphenolat, dann ohne Auswaschen geschwödet oder geäschert. 4.
Lammfelle werden wie üblich geweicht, gründ lich ausgewaschen und anschliessend 24 Stunden bei pH 8 nachbehandelt mit
EMI0002.0039
500 <SEP> % <SEP> Wasser <SEP> vom <SEP> Weichgewicht
<tb> 4 <SEP> % <SEP> Pankreastryptase. Anschliessend wird ohne Spülen geschwödet oder geäschert.
Process for the production of pelts ready for tanning It is known that salted, dried and green pelts and hides can be steamed and ashed with lime and sulphide-containing broths after the necessary softening process. Furthermore, it is known to swollen and ash the ge soft pelts and hides for certain purposes with the help of proteolytic enzymes in order to keep hair and wool completely undamaged.
As soon as the hair or the wool has been loosened sufficiently, the hair is removed or unrolled and then re-ashed with swelling alkaline broths, usually lime and sulfides. The enzymatically; ashed pelts can be treated with an alkaline non-swelling soda solution before depilation in order to facilitate the removal of the hair without damaging it.
A method has now been found for dehairing hides and pelts with sulphide-containing or lime and sulphide-containing sweat and liming broths, which is characterized in that the hides and furs are pretreated with liming containing proteolytic enzymes after the softening process is complete. Mold or bacterial proteases or pancreatic tryptase can be used as proteolytic enzymes.
Carbohydrases, in particular carbohydrases obtained from microorganisms, are used with particular advantage together with the proteolytic enzymes. The enzyme treatment is preferably carried out at pH values between 6 and 8.
The method according to the invention improves the process of liming with lime and sulfides and improves the quality of the leather to the effect that a particularly fine, delicate, flat and firm grain is achieved. Following the treatment with the liming containing enzymes, the hides and skins are introduced into the sulphide incinerator or the liming containing lime and sulphides without dehairing, or are first subjected to a sweat with lime and sulphides.
In this process, the hair is removed only after treatment with lime and sulphides.
The achievement of the described effect is surprising, since one could not expect that the proteolytic enzymes would be able to act on the collagenous fiber structure of the skin which was not yet alkaline swollen. The enzymes mentioned can also be combined in any way to achieve certain effects. Pancreatic cryptase can also be used alone or together with the proteases of microorganisms.
After the enzyme treatment the skins can be washed out; However, it is simpler and at the same time leads to a better effect to treat them directly with sulphide and, if necessary, calcareous broths without rinsing. Another possibility is that, as already mentioned, the action of the enzymes and the sulphide-containing liming broth does not take place in separate baths,
but that the liming broths are added directly to the enzyme-containing liquor after the appropriate exposure time to the proteolytic enzymes.
The listed proteolytic enzymes can either alone or together with other substances, such as salts, e.g. B. ammonium salts, sodium sulfite or sodium nitrite, or with wetting agents or emulsifiers, z. B. Äthylenoxydkondensprodukte be applied. It is also possible to carry out this enzymatic treatment in a neutral, alkaline or acidic solution before liming.
It is advisable to work in a neutral solution, as this does not affect the alkalinity in the subsequent liming, but it is also possible to work in a slightly alkaline manner. When using weakly acidic solutions, this must be taken into account when setting the subsequent alkaline fisherman.
Another possibility to support the effect of this pretreatment with proteolytic enzymes is to use carbohydrates, in particular those from microorganisms. It is particularly advantageous to bring the proteases to act after the carbohydrases.
In contrast to liming, which is carried out exclusively with sulphide or lime sulphide-containing sweat or liming broth, the enzymatic pretreatment of the hides and skins results in leather with a smooth, unstretched grain on which the creases are practically invisible to step.
<I> Examples </I> 1. Salted calfskins are soaked as usual and, after the soaking is complete, treated for a further 24 hours at pH 7 - 7.5 with
EMI0002.0023
500 <SEP>% <SEP> water <SEP> of the <SEP> salt weight
<tb> 1.5 <SEP>% <SEP> mold tryptase <SEP> from <SEP> Aspergillus
<tb> parasiticus
<tb> 0.4 <SEP>% <SEP> sodium sulfite <SEP> calc.
<tb> 0.4 <SEP>% <SEP> ammonium sulfate. The pelts are no longer washed out of this broth, but are immediately swollen or ashed.
2. Dry goat skins are soaked as usual, washed out as usual after soaking, then treated with for 24 hours at pH 6 - 6.5
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500 <SEP>% <SEP> water <SEP> of the <SEP> soft weight
<tb> 2 <SEP>% <SEP> bacterial protease <SEP> off
<tb> Bacillus <SEP> subtilis
<tb> 0.5 <SEP>% <SEP> of a <SEP> made from <SEP> bacteria <SEP>
<tb> Carbohydrase preparation
<tb> 1 <SEP>% <SEP> sodium sulfite
<tb> 1 <SEP>% <SEP> ammonium sulfate. Treatment with carbohydrases can precede that with proteases. After washing, it is ashed with lime and sodium sulphide.
3. Cattle hides are soaked as usual, washed out as usual after the soaking is complete, then treated with after-treatment for 24 hours at pH 7
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500 <SEP>% <SEP> water <SEP> of the <SEP> soft weight
<tb> 2 <SEP>% <SEP> bacterial protease <SEP> and <SEP> a suitable <SEP>
<tb> preservatives,
<tb> like <SEP> Na-o-phenylphenolate, then swollen or ashed without being washed out. 4th
Lambskins are soaked as usual, washed out thoroughly and then treated with for 24 hours at pH 8
EMI0002.0039
500 <SEP>% <SEP> water <SEP> of the <SEP> soft weight
<tb> 4 <SEP>% <SEP> pancreatic stryptase. It is then swallowed or cremated without rinsing.