Vorrichtung zur Behandlung von Textilien Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrich tung zur Behandlung von Textilien, z. B. Geweben, mit einer Flüssigkeit, beispielsweise einem Farbstoff, oder in einem Wasch- oder Scheuerverfahren. Die erfindungsgemässe Vorrichtung hat spezielle Eignung für das Färben von Geweben in Seilform, jedoch sind auch andere Anwendungen möglich.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung, die ein ein Flüssigkeitsbad enthaltendes Gefäss besitzt, zeichnet sich dadurch aus, däss eine gekrümmte, sich über das Bad erstreckende Leitung vorgesehen ist, deren Aus lass nach abwärts gerichtet ist, wobei eine Flüssig keitspumpe einerseits an das Bad und anderseits an die Leitung angeschlossen ist, um die im Bad ent haltene Flüssigkeit durch die Leitung zu fördern.
Vorteilhaft erfolgt die Einführung des Gewebes oder andern Textilmateriales in das Zentrum der Flüssigkeitsströmung. Zu diesem Zweck können eine Ringdüse und ein Venturirohr in der Flüssigkeits bahn vorgesehen sein, um das Gewebe im Flüssig keitsstrom zu zentrieren. In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der erfindungsgemä- ssen Vorrichtung dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 eine Vorderansicht der Vorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt entlang Linie 2-2 in Fig. 1 und Fig. 3 ein Detail in vergrössertem Massstab im Schnitt dargestellt.
In den Fig. 1 und 2 ist ein zylindrisches Druck gefäss 2 dargestellt, das auf einem Fuss 4 in horizon taler Lage abgestützt ist. Das Gefäss 2 besitzt eine Öffnung 5, welche Zugang zum Innern desselben gestattet und ermöglicht, dasselbe mit Farbstoff oder einer andern Behandlungsflüssigkeit L auf ein vor- bestimmtes Niveau zu füllen, wie in Fig. 2 dargestellt.
An der Unterseite des Gefässes 2 ist ein Flüssig- keitsauslass 6 vorgesehen, der über eine Leitung 8 mit der Saugseite einer Pumpe 10 verbunden ist. Diese Pumpe 10, welche ausserhalb des Gefässes 2 angeordnet ist, stellt der einzige Teil der Apparatur mit mechanisch bewegten Elementen dar.
Die Druckseite der Pumpe 10 ist mit einer Lei tung 1 verbunden, die an das eine Ende eines gekrümmten Rohres 14 angeschlossen ist. Das Rohr 14 ist im Oberteil des Gefässes 2 angeordnet und erstreckt sich von der einen nach der andern Seite, wobei die Enden oberhalb des Flüssigkeitsniveaus liegen. Vorzugsweise ist das Rohr halbkreisförmig ausgebildet.
Das Rohr 14 enthält einen Flüssigkeitseinlass 16, an welchen die Leitung 12 angeschlossen ist. Diesem Eimass benachbart ist ein Materialeinlass 18 vorgese hen. Am entgegengesetzten Ende des Rohres ist ein Auslass 20 gebildet, welcher nach abwärts gerichtet ist und Flüssigkeit und zu behandelndes Material in das Gefäss ausstösst. Einlass 16 und 18 und/oder Aus lass 20 können verlängert sein und in die Flüssigkeit L eintauchen. Es ist jedoch vorzuziehen, wenn das Rohr 14 oberhalb des Flüssigkeitsniveaus endet.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Apparatur kann wie folgt betrieben werden. Vorerst wird das Gefäss 2 mit Flüssigkeit gefüllt, um .in diesem das Bad 1 zu bilden. Die Flüssigkeit kann dabei durch die öffnung 5 eingeführt werden, oder es können andere Mittel verwendet werden, z. B. kann eine Flüssigkeitsquelle an das Umwälzsystzm angeschlos sen werden, um die benötigte Flüssigkeitsmenge über das Rohr 14 einzuführen.
In jedem Fall wird eine vorbestimmte Flüssigkeitsmenge nach dem Füllen des Gefässes durch den Auslass 6 mittels der Pumpe 10 abgeführt und über die Leitung 12 dem Eimass 16 im Rohr 14 zugeführt. Die Pumpe 10 presst die Flüs sigkeit dann durch das Rohr 14 in Form einer ge schlossenen Strömung, welche sich auf einer halb- kreisförmigen Bahn bewegt und vorerst von der einen Seite des Bades nach aufwärts verläuft und dann an der andern Seite nach abwärts durch den Auslass 20 in das Bad ausgestossen wird.
Ein zu behandelndes Material, z. B. ein Gewebe C in Form eines Seiles, kann über die Öffnung 5 in den Einlass 18 des Rohres 14 eingeführt werden. Wie später be schrieben wird, wird das Gewebe-Ende in das Zen trum der Flüssigkeitsströmung im Rohr 14 hinein gesogen mit dem Resultat, dass das Gewebe durch das Rohr hindurchgefördert und aus dem Auslass ausgestossen wird, und zwar vermittels der Strömung, die durch die Pumpe 10 in diesem Rohr erzeugt wird.
Infolge der Krümmung des Rohres und der in diesem herrschenden Strömung wird das Gewebe C nach dem Verlassen des Auslasses 20 durch das Bad hindurchbewegt, und zwar gegen den Einlass 18, d. h. in der Richtung der Pfeile in Fig. 2. Nachdem eine gewünschte Gewebelänge im -Bad vorhanden W, kann das freie Gewebe-Ende mit dem andern Ende des Gewebes, z. B. durch Nähen verbunden werden, und zwar an der Öffnung 5.
Die geschlossene Gewebebahn kann darauf kontinuierlich durch das Rohr und das Bad zirkuliert werden, wobei die Behandlungsdauer sich nach der Art der Behandlung richtet.
Vorzugsweise ist ein Siebkörper 22 oberhalb des Auslasses 6 vorgesehen, um ein Eindringen des Ge webes in diesen Auslass zu verhindern.
In Fig. 3 ist die Ausbildung des mit den Ein lässen 16 und 18 versehenen Endes des Rohres 14 näher dargestellt. Der Materialeinlass 18 besitzt ein Rohrstück 24, das sich in das Rohr 14 hmemerstreckt und an diesem durch ein Gewinde 26 befestigt ist. Durch dieses Gewinde lässt sich der Abstand des hinteren Endes 27 relativ zum Rohr einstellen.
Das Rohr 24 kann mittels einer Mutter . 28 und einem Gummidichtungsring 30 am Ende des Rohres 14 gesichert werden, wobei der Dichtungsring ein Aus fliessen der Flüssigkeit entlang dem Gewinde ver hindert. Trotzdem, dass das Rohr 24 einstellbar ist, muss dessen hinteres Ende 27 sich über den Einlass 16 hinaus erstrecken. überdies muss der äussere Durch messer des Rohres kleiner sein, z. B. um 25 %, als der entsprechende Innendurchmesser des Rohres 14, um einen das Rohr 24 umgebenden Ringraum 32 zu bilden.
Hinter dem inneren Ende 27 des Rohres 24 ist am Rohr 14 eine nach einwärts gerichtete Umfangs rippe 34 gebildet, die eine Venturidüse 36 mit ring förmigem Querschnitt bildet. Die durch das Rohr 12 an den Einlass 16 geförderte Flüssigkeit tritt dabei in den Raum 32 und umströmt das Rohr 24, um schliesslich durch die Düse 36 in Form eines Ring strahles in das Rohr 14 einzutreten.
Infolgedessen wird das in das Rohr 24 eingeführte zu behandelnde Material durch das Ende 27 aus diesem herausgezo gen und im Zentrum der Flüssigkeitsströmung durch das Rohr 14 hindurchgeführt. Die von der Strömung auf das Material ausgeübte Kraft kann durch Ver- stellung des Rohres 24 relativ zum Rohr 14 ein gestellt werden. Um die Turbulenz an der Düse 36 möglichst klein zu halten, ist das Ende 27 des Rohres 24 an seiner Aussenfläche mit der gleichen Konizität versehen, wie die zusammen wirkende Flä che der Rippe 34. Der Einlass 16 kann sich eben falls konisch erweitern, wie bei 38 dargestellt.
Es ist klar, dass an der vorbeschriebenen Appa ratur verschiedene Änderungen vorgenommen werden können. Statt eines Rohres 14 mit kreisförmigem Querschnitt kann beispielsweise auch ein quadrati sches oder rechteckförmiges Rohr verwendet werden. Die Art und Grösse des Rohres richtet sich nach dem zu behandelnden Material.
Bei einem seil- oder schlauchförmigen Gewebe ist ein kreisförmiger Rohr querschnitt vorzuziehen, während bei einem flächigen Gebilde ein rechteckförmiger Rohrquerschnitt eher geeignet ist.
Die Apparatur kann zur Behandlung aller Arten von Textilien verwendet werden. Beispielsweise las sen sich, gewobene und andere Gebilde in Form von Teppichen, Bändern, Seilen, Garnsträngen und Faser bündeln aus natürlichen oder synthetischen Fasern, z. B. Baumwolle, Wolle, Rayon, Nylon, Polyäthylen- Terephthalat ( Dacron ) und akrylische Polymere wie Orlon und Acrilan behandeln.
Da keine beweglichen Teile zur Förderung des Gewebes durch das Flüssigkeitsbad vorhanden sind, kann das Rohr 14 innerhalb eines Druckgefässes voll ständig eingeschlossen werden, um den Färbevorgang bei hoher Temperatur und unter Druck durchzufüh ren. Die rasche Bewegung des Farbstoffes sowie die Bewegung des Gewebes schaffen ausgezeichnete Be dingungen für die Verteilung des Farbstoffes und eine rasche und gleichmässige Färbung.
Die Vorteile des Färbens unter hoher Temperatur sind bekannt, jedoch war es bis anhin nicht möglich, das Färben in Seil- oder Strangform oberhalb atmosphärischem Druck durchzuführen. Selbstverständlich kann die Vorrichtung auch angewendet werden, um bei atmo sphärischem Druck und Umgebungstemperatur zu färben. In einem solchen Falle kann das zylindri sche Gefäss 2 durch ein offenes Gefäss .ersetzt wer den.
Als typisches Beispiel für ein mit der Vorrich tung durchgeführtes Verfahren kann das folgende gelten: 60 Liter Farbstoff wurden durch die öff- nung 5 in das Gefäss 2 eingeführt. Durch die Leitung 8 wurden 16 000 Liter pro Stunde entnommen und mittels der Pumpe 10 in das Rohr 14 gefördert. Ein Ende eines Mischgewebes aus Dacron und Rayon in Form eines Seiles oder Schlauches wurde in den Einlass 18 eingeführt.
Nachdem etwa 80 Meter im Gefäss 2 vorhanden waren, wurde das im Bad be findliche Ende am andern Ende des Seiles durch die öffnung 5 angenäht. Das Gefäss wurde hierauf geschlossen und auf etwa 120 C aufgeheizt. Die Zirkulation des Farbstoffes wurde hierauf während etwa einer Stunde weitergeführt unter gleichzeitiger Zirkulation des Gewebes durch das Rohr 14 und das Bad L. Der Flüssigkeitseinlass 16 hatte einen Innendurchmesser von etwa 50 mm, während die Düse 36 eine Breite von etwa 0,8 mm besass. Das Rohr 14, welches halbkreisförmig gebogen war, be sass einen Innendurchmesser von etwa 100 mm und war etwa 2,4 m lang.
Das Rohr 24 hatte einen Aussendurchmesser von etwa 80 mm und einen In nendurchmesser von etwa 75 mm. Es wurde ein vorzüglich gefärbtes Produkt erzeugt.
Wenn bei atmosphärischem Druck gearbeitet wird, kann der Farbstoff im Bad innerhalb 20 Minu ten vollständig aufgebraucht werden. Unter Druck und entsprechend höherer Temperatur kann die Farb- stoffabsorption um etwa die Hälfte oder mehr redu ziert werden. Die Färbzeit hängt allerdings von ver schiedenen Einflüssen ab.
Während die in der Zeichnung dargestellte Appa ratur nur einen Kreislauf aufweist, können mehrere Bänder oder Stränge behandelt werden, indem das Gefäss verlängert und mehrere Düsen von der glei chen Pumpe aus betrieben werden. Die Düsen und Rohre sind dabei über die Länge des Gefässes ver teilt angeordnet. In einem solchen Falle kann die Apparatur zum kontinuierlichen Waschen oder Fär ben unter atmosphärischen Bedingungen verwendet werden. Es ist z.
B. möglich, einen Strang nach einander durch mehrere Düsen hindurchzuführen, wobei der Strang an der einen Seite in die Ma schine eintritt und an der andern Seite diese in einem kontinuierlichen Verfahren verlässt. Der Strang passiert dabei jede Düse nur ein einziges Mal.