Einrichtung zum Schleifen und Polieren insbesondere gekrümmter Oberflächen von Glasgegenständen Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Schleifen und Polieren insbesondere gekrümm ter Oberflächen von Glasgegenständen, z. B. Bild schirmen von Fernsehröhren, mittels an der Arbeits seite eines scheibenförmigen Tragkörpers vorgesehe nen Schleif- bzw. Poliermittels. Eine solche Einrich tung ist bekannt.
Es ist beim Formen von Glasgegenständen insbe sondere dann, wenn diese grössere Wandstärken auf weisen, kaum möglich, grossflächige Oberflächen<B>feh-</B> lerfrei herzustellen, da sowohl während des Herstel lungsverfahrens selbst, als auch bei dem anschliessen- den Entspannungsprozess (Tempern) Abweichungen von der gewünschten Form oder Beschädigungen auf treten können. Diese Abweichungen sind in optischer Hinsicht oft unzulässig.
Es ist üblich, derartige Abweichungen, wie Ver tiefungen, Oberflächenblasen, Kratzer u. dgl., die sich speziell bei der Herstellung der Bildschirme von Fernsehbildröhren ergeben und insbesondere bei aus geschalteter Röhre unter bestimmten Lichtverhältnis sen sichtbar werden können, durch Schleifen und an- schliessendes Polieren der Bildschirmoberfläche zu beseitigen. Das Schleifen und Polieren erfolgt dabei mit Hilfe vor starren Tragscheiben, deren Arbeitssei ten ungefähr der Form der zu schleifenden Bildober flächen angepasst sind.
Die Arbeitsseiten der Trag scheiben sind mit einer Schaumgum-inischicht be klebt, auf welche beispielsweise gusseiserne Schleif- plättehen befestigt sind.
Zum Polieren wer-den auf die Schaumgummi- schicht, in Abhängigkeit von dem Poliermittel, Plätt chen aus z. B. Kunststoff oder anderen zum Polieren geeigneten Materialien aufgesetzt.
Bei der Verwendung dieser praktisch unnachgie bigen Tragscheiben schmiegen sich die Schleifplätt- chen beim Auflegen der Schleifteller auf einen neu zu schleifenden Schirm nicht genügend an die un ebene Schirmoberfläche an, wodurch Kratzer in der Oberfläche der Schirme entstehen können. Da diese Kratzer wieder ausgeschliffen werdenmüssen, ist ein sehr erheblicher und unnötig grosser Abschliff not wendig, der zu langen Schleifzeiten und zu einem grossen Verbrauch an Schleffmitteln führt. Noch un angenehmer ist das Auftreten von Sprüngen in der Schirmoberfläche, da diese erst nach dem Polieren sichtbar werden.
Die Sprünge entstehen, wenn die Schleifplättchen auf Unebenheiten der Oberfläche aufschlagen. Desweiteren führt die Verwendung einer praktisch unnachgiobigen Tragscheibe zu Schwierig keiten wenn z. B. Bildschirme mit einer asphärischen Oberfläche bearbeitet werden müssen. Bei einer sol chen asphärischen Oberfläche spielen nämlich meh rere Radien eine Rolle.
Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu behe ben.
Gemäss der Erfindung ist die Einrichtung zum Schleifen und Polieren insbesondere gekrümmter Oberflächen von Glasgegenständen dadurch gekenn zeichnet, dass der Tragkörper elastisch ausgebildet ist und,auf der der Arbeitsfläche entgegengesetzten Seite ,des Tragkör-pers eine wenigstens annähernd gleich- mässig Über praktisch die ganze betreffende Oberflä che verteilte Gewichtsbelastung aufruht.
Infolge dieser Ausbildung schmiegen sich die ela stischen Tragkörpex mit ihren Schleif- und Poliernüt- teln gleichmässig an dieOberfläche der Bildschirme an, so dass ein Aufschlagen und Kratzen auf der Oberfläche vermieden wird.
Bei zweckmässiger Anwendung eines auf den Tragkörper gleichmässig verteilten Druckes legen sich alle Schleif- bzw. Polierkörper besonders gut auf ,die Schirmoberfläche auf, so dass in diesem Fall ein gleichmässiger Glasschliff erhalten wird.
Es sei noch bemerkt, dass Geräte mit Tragkör pern, welche elastisch ausgebildet sind, zum Schleifen oder Polieren von "ekr, <B>-</B> ümmten Oberflächen mit Handkraft an sich bekannt sind. Diese Handaeräte ermöglichen jedoch nur ein stellenweises Bearbeiten der Oberfläche eines Gegenstandes.
Eine gleichmäs- sige Bearbeitung von praktisch der ganzen Gegen- standoberfläche ist mit diesen handbedienten Geräten jedoch nicht beabsichtigt, während des weiteren es von dem von der bedienenden Person mit Hand aus geübten Druck abhängio, ist, mit welchem Druck die Schleifvorrichtung gegen die zu bearbeitende Gegen standsoberfläche angedrückt wird.
Die gleichmässig verteilte, auf der Tragoberflä- ehe aufrahende Gewichtsbelastung ist in verschiede ner Art durchführbar. Gemäss einer Ausführungs form wird diese Gewichtsbelastung durch auf dem Tragkörper aufliegendes, in einer flexiblen Hülle be findliches, beschwerendes Material gebildet, welches diesen Tragkörper auf die zu bearbeitende Glasober fläche drückt.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Trag körper in der Mitte gehaltert und über eine Gelenk verbindung, beispielsweise ein Kardangelenk an- treibbar. Hierdurch kann der Tragkörper rotierbar angeordnet sein, trotz der schaukelnden Bewegung dieses Körpers bei der Schleifbearbeitung.
Gemäss einer letzten Ausführungsform. ist der Tragkörper mittels eines Planetengetriebes in rotie render Bewegung versetzbar und kreist dieser Körper ausserdem um die Mittelsenkrechte des zu bearbei tenden Gegenstandes.
Die Erfindung wird an Hand der in der Zeich nung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläu tert.
Fig. <B>1</B> zeigt die Schleifeinrichtung gemäss der Er findung mit einem in seinem Zentrum gehalterten Schleifplättchentragkörper im Schnitt.
Fig. 2 zeigt die Schleifeinrichtung nach Fig. <B>1</B> in ID Draufsicht.
Auf einer in Fig. <B>1</B> angedeuteten Unterlage<B>1</B> ist der Bildschirm 2 einer Fernsehbildröhre angeordnet. Dieser Bildschirm wird mittels eines über dessen Oberfläche hinweg bewegten Schleiftellers 4 bearbei tet. Der Teller 4 ist über ein in der Tellermitte befe stigtes Kardangelenk<B>6</B> mit einem Planetengetriebe<B>7</B> verbunden, das den Schleifteller um seine Achse<B>8</B> umlaufen und um die Mittelsenkrechte<B>10</B> auf dem Bildschirm kreisen lässt.
Die Draufsicht der Schleif- ,und Poliereinrichtung in Fig. 2 zeigt, wie die Achse<B>8</B> des Schleiftellers während des Schleifens um die Mit telsenkrechte<B>10</B> des rechteckförinigen Bildschirmes 2 kreist. Auf diese Weise wird ein gleichmüssIger <B>Ab-</B> schliff des Bildschirmes 2 erreicht, auch wenn dessen Oberfläche Bereiche mit verschiedenen Radien auf weist. Das Planetengetriebe<B>7</B> wird mittels eines Elek tromotors 12 über einen Riementrieb<B>13</B> angetrieben.
Zum Auswechseln von zu bearbeitenden Bildschir- men 2 ist die gesamte Schleifeinrichtung an einer Achse 14 g gehaltert, die ein Kippen der Gesamtein- richtung und damit ein Abheben des Schleiftellers 4 ermöglicht.
Der Schleifteller 4 besteht aus einem elastischen Kunststofftragkörper <B>16,</B> beispielsweise aus Schaum gummi, der über eine gleichfalls elastische Verbin dungsplatte<B>18</B> und eine Halterung<B>19</B> mit dem Kar dangelenk<B>6</B> verbunden ist. Auf die Arbeitsseite 20 des Plättchentragkörpers <B>16</B> sind Schleifplättchen 22 aufgeklebt. Auf der der Fläche 20 abgewandten Seite des Tragkörpers<B>16</B> liegt ein mit beschwerendem Material<B>23</B> gefüllter, schlauchringförmiger Sack 24 auf, der den Tragkörper<B>16</B> und somit die Schleif plättchen 22 auf den Bildschirm 2 drückt.
Damit der Sack 24 sich bei den Drehungen des Schleiftellers 4 nicht verschiebt und beim Abheben des Tellers 4 vom Schirm 2 den Tragkörper<B>16</B> nicht übermässig deformiert, ist am Sack 24 ein Eisenring<B>26</B> befestigt, der mittels Ketten<B>27</B> an einer zentrisch am Schleiftel ler 4 angeordneten Schleifmittelzuführrinne <B>29</B> befe- stigt ist.
Die Schleifmittelzufuhrrinne <B>29</B> umschliesst zen trisch das Kardangelenk<B>6</B> und wird durch eine Schlauchleitung<B>32</B> mit Schleifmittel gefüllt. Durch eine Bährung 34, die durch die Tellerhalterung<B>19</B> und den Tragkörper<B>16</B> hindurchführt, gelangt das Schleifmittel in die Schleifzone, wobei mittels einer <B>a</B> trennt anaetriebenen Schleif- bzw. Pollermittel- ge <B>CD</B> pumpe das Gut bereits vor Bearbeitungsbeginn und über das Ende der Bearbeitungszeit hinaus ununter brochen auf die zu bearbeitende Fläche aufgegeben wird.
Es ist ohne weiteres auch möglich, den Bild schirm 2 ruhen und dafür das Antriebsaggregat hin- und hergehende Bewegungen ausführen zu lassen. Ebenso können die voll elastischen Schleifplättchen- tragkörper von anderen geeigneten Antriebsaggrega ten gehaltert und angetrieben werden. Auch können d.ie Bildschirme selbst umlaufen.
Zur Erläuterung der Erfindung wurde bisher nur .das Schleifen mittels der Schleif- und Poliereinrich- tung g beschrieben. Mit dieser wird auf die gleiche Weise poliert, wenn die Schleifplättchen und Schleif mittel durch Polierplättchen und Poliermittel ersetzt werden.