Türscharnier Die Erfindung betrifft ein Türscharnier für eine Schwenktür eines Schrankes oder Gehäuses, mit einer innerhalb des Schrankes oder Gehäuses fest ange ordneten Scharniergelenkachse, um die wenigstens ein dicTürhaltender, etwa U-förmig gestalteter Scharnier arm schvie-i;;bar ist, der bei geschlossener Tür voll ständig im Inneren des Schrankes oder Gehäuses liegt.
Türscharniere, die bei geschlossener Tür voll ständig im Inneren des Schrankes oder Gehäuses lie gen, werden beispielsweise bei im Freien aufzustellen den Schränken oder Gehäusen, insbesondere bei Kabelverteilergehäusen angewendet, um das Scharnier den Witterungseinflüssen vollständig zu entziehen und äussere Eingriffe in den Scharniermechanismus un möglich zu machen. Ähnliche Scharnieranordnungen werden auch bei Maschinengehäusen oder bei Schrän ken zur Aufnahme von Steuergeräten od. ä. Vorrich tungen in Industriebetrieben benutzt.
Diese versenkten Türscharniere haben nun aber gegenüber den normalen, teilweise ausserhalb der Ge häuse- oder Schrankwand liegenden Scharnieren den Nachteil, dass sie nur Schwenkbewegungen der Tür von 90 oder etwas darüber zulassen. Die geöffnete Tür steht also etwa senkrecht zur Ebene der Tür öffnung und behindert nicht nur die Zugänglichkeit des Innenraumes des Schrankes oder Gehäuse, son dern bildet auch - wenn der Schrank oder das Ge häuse an einem Ort steht, an dem ein stärkerer Ver kehr herrscht, ein unerwünschtes Hindernis.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Auf gabe zugrunde, ein bei geschlossener Tür vollständig im Inneren des Schrankes oder Gehäuses liegendes Türscharnier so auszubilden, dass sich die Tür nicht nur um etwa 90 , sondern um wenigstens etwa 180 schwenken lässt, so dass sie in vollständig ausge schwenktem Zustand zumindest parallel zur öffnungs ebene des Schrankes oder Gehäuses steht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Schamierarm mit der Tür über wenig stens ein weiteres Scharniergelenk verbunden ist und Rast- oder Haltevorrichtungen vorgesehen sind, die zunächst nur eine Schwenkung der Tür um das fest im Schrank oder Gehäuse angeordnete Scharnier gelenk und erst nach Beendigung dieser ersten Schwenkbewegung eine zusätzliche Schwenkung der Tür um ein zweites oder weitere Scharniergelenke ge statten.
Eine derartige Scharnierausbildung macht es mög lich, die Tür nach der ersten Schwenkung, bei der das am Scharnierarm sitzende Gelenk aus dem Gehäuse heraustritt, dann um dieses Gelenk weiter aufzu- schwenken; die Türöffnung des Schrankes oder Gehäuses liegt dann vollkommen frei, so dass in dem Schrank oder Gehäuse untergebrachte Geräte nicht nur sehr bequem zugänglich sind, sondern auch von allen Seiten ge nügend Licht in das Innere des Schrankes oder Ge häuses fallen kann.
Ausserdem liegt die Tür dann etwa parallel zur öffnungsebene, so dass sie klein Hindernis für einen an dem Gehäuse gegebenenfalls vorbeifluten- den Verkehr bildet.
Weitere technische Einzelheiten, Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschrei bung einiger Ausführungsbeispiele, die in der Zeich nung veranschaulicht sind. Es zeigen: Fig. 1 einen waagerechten Schnitt durch die Ecke eines Gehäuses, in der sich das erfindungsgemässe Scharnier befindet, wenn die Tür geschlossen ist; Fig. 2 die Gehäuseecke gemäss Fig. 1 mit der um 90 aufgeschwenkten Tür; Fig. 3 die gleiche Gehäuseecke wie in Fig. 1 und 2, mit einer um 180 aufgeschwenkten Tür;
Fig. 4 einen senkrechten Teilschnitt längs der Schnittlinie IV-IV der Fig. 3; Fig. 5 eine Ansicht des gesamten Scharnieres bei um 180 aufgeschwenkter Tür; Fig. 6 einen waagerechten Schnitt durch eine Ge häuseecke mit dem Türscharnier, bei der jedoch das Türscharnier abweichend ausgebildet ist; Fig. 7 einen waagerechten Schnitt durch die Ge häuseecke gemäss Fig. 6 mit um 90 aufgeschwenkter Tür;
Fig. 8 die Gehäuseecke gemäss Fig. 6 und 7 mit um 180 aufgeschwenkter Tür; Fig. 9 eine Einzelheit des Türscharniers, wie es in den Fig. 6, 7 und 8 dargestellt ist; Fig. 10 eine Ansicht des an der Tür befestigten Scharnierteiles, von der Schnittlinie X-X der Fig. 8 ausgesehen;
Fig. 11 eine weitere Ausführungsform des erfin- dungsgemässen Türscharniers, bei dem der Scharnier arm aus zwei, zu einem U-förmigen Bügel zusammen- fassbaren Winkelgliedern besteht, deren freie Enden durch je ein Scharniergelenk schwenkbar verbunden sind, im waagerechten Schnitt durch eine Gehäuse ecke; Fig. 12 das Scharnier gemäss Fig. 11 in derjenigen Stellung, die es bei um 90 aufgeschwenkter Tür ein nimmt;
Fig. 13 das Scharniergelenk gemäss Fig. 11 und 12 in derjenigen Stellung, die es bei voll aufgeschwenkter Tür einnimmt; Fig. 14 eine Ansicht des gesamten Türscharniers bei voll, d. h. um 180 aufgeschwenkter Tür, in Rich tung auf die Ebene der Türöffnung gesehen; Fig. 15 einen waagerechten Schnitt durch eine Ge häuseecke mit einem Türscharnier, das abweichend von den bisher dargestellten Scharnieren ausgeführt ist, bei geschlossener Tür; Fig. 16 die Gehäuseecke gemäss Fig. 15, mit der um 90 ausgeschwenkten Tür;
Fig. 17 die gleiche Gehäuseecke wie in Fig. 15 und 16, mit einer um 180 ausgeschwenkten Tür; Fig. 18 eine Einzelheit des am Gehäuse befestigten Scharnierteiles der Fig. 12, von links auf die Fig. 17 gesehen; Fig. 19 eine Seitenansicht der in Fig. 18 dargestell ten Einzelheit.
Das zur Erläuterung der Erfindung ausgewählte Ausführungsbeispiel ist ein Scharnier für ein Kabel verteilergehäuse, das im Freien aufgestellt und zur Aufnahme von Kabelendverteilern benutzt wird. Das Gehäuse 1 hat an seiner Vorderseite eine Gehäuse öffnung 2, deren Längen- und Höhenabmessungen kleiner sind als die Abmessungen der vorderen Ge häusewand, so dass rings um die Türöffnung ein Rahmenteil 3 liegt. Die Gehäusetür 4 hat in einer an ihrem Rand umlaufenden, nach der Innenseite offenen Nut 5 eine elastische Dichtungseinlage 6, die sich beim Schliessen der Tür gegen eine umlaufende, vor springende Randleiste 7 des Rahmenteiles 3 des Ge häuses legt.
Die Gehäusetür 4 ist mit zumindest zwei Scharnieren 8 versehen; jedes dieser Scharniere besteht aus einem etwa U-förmig gestalteten Scharnierarm 9, der einerseits um das in der inneren Gehäuseecke fest angeordnete Scharniergelenk 10 schwenkbar ist und anderseits über ein an seinem anderen Ende sitzendes Scharniergelenk 11 mit der Rückseite der Tür 4 ver bunden ist.
Das Scharniergelenk 10 ist fest mit einer Halterung 12 verbunden, die aus einem mehrfach abgewinkelten Blechstück besteht und durch Schrauben 13 an der Seitenwand la des Gehäuses festgelegt ist. Der ab gewinkelte, bis an den Rand der Türöffnung heran reichende Teil 12a der Halterung 12 bildet einen leicht federnden Anschlag für den Scharnierarm 9 und trägt eine im Querschnitt lyraförmig gebogene Rast feder 14, die zum Festhalten des Scharnierarmes 9 nach einem Aufschwenken der Tür 4 um etwa 90 bestimmt ist (vgl. die Darstellung in Fig. 2).
Der als einseitig etwas abgeschrägtes U-Profil aus gebildete Scharnierarm 9 liegt bei geschlossener Tür mit seinem längeren Schenkel 9a, der an dem festen Scharniergelenk 10 angelenkt ist, parallel zur Seiten wand la. An das abgebogene Mittelstück 9b des Scharnierarmes 9 schliesst sich der kürzere, senkrecht zur Tür 4 verlaufende Scharnierarm-Schenkel 9c an, der mit dem Scharnierlappen 11a des zweiten Scharniergelenkes 11 verschraubt (Schraube 15) ist.
Das zweite Scharniergelenk 11 ist an einem Halte winkel 16 festgelegt, der mittels der Schrauben 17 an der Rückseite der Tür 4 befestigt ist und zwar derart, dass das Scharniergelenk 11 sich dicht an der rück seitigen Randkante 4a der Tür befindet.
An den von der Tür abstehenden Schenkel 16a des Haltewinkels 16 ist eine zweite, ebenfalls lyraförmige Rastfeder 18 angeschraubt (Schrauben 18a), die im Schliesszustand der Tür (Fig. 1) den Scharnierlappen 11a und damit den zweiten, kürzeren Schenkel 9c des Scharnierarmes 9 festhält, so dass sich die Tür gegen über dem Scharnierarm nicht drehen kann.
Beim Öffnen der Tür schwenkt die Tür zusammen mit den Scharnieren 9 infolgedessen zunächt um das freie Scharniergelenk 10, bis die in Fig. 2 dargestellte Stellung erreicht ist, bei der die Tür 4 um 90 gegen über ihrer Schliesslage aufgeschwenkt worden ist. Kurz vor Beendigung dieser Schwenkbewegung dringt der längere Schenkel 9a des Scharnierarmes 9 in die lyraförmige Rastfeder 14 ein, er wird dadurch an dem abgewinkelten Ende 12a der Halterung 12 festgehal ten.
Wird nun die Tür noch weiter aufgeschwenkt, so legt sich der Schenkel 9a gegen das abgewinkelte Ende 12a der Halterung 12 an, und die weitere Drehung erfolgt um das zweite Scharniergelenk 11, wobei zu nächst der Scharnierlappen 11a aus der Rastfeder 18 ausgerastet wird. Die weitere Aufschwenkbewegung wird dann schliesslich begrenzt, wenn sich die Dich- tungseinlage 6 - wie die Fig. 3 zeigt - an die kürzeren Schenkel 9c der Scharnierarme 9 anlegt. Die Tür 4 ist dann um 180 aufgeschwenkt, sie liegt pa rallel zur Vorderwand oder zur Türöffnung 2 des Ge häuses 1.
Der Scharnierarm 9 sowie der Abstand der beiden Schwenkgelenke 10 und 11 ist nun so bemessen, dass das die äussere Randkante 4b der Tür bei der weiteren Schwenkbewegung zwischen 90 und 180 nicht an den Rahmenteil 3 des Gehäuses 1 anstossen kann.
Beim Schliessen der Tür erfolgen die soeben be schriebenen Bewegungen in umgekehrter Reihenfolge; ausgehend von der Türstellung in Fig. 3 wird die Tür 4 zunächst um das freie Scharniergelenk 11 ge schwenkt, da das Scharniergelenk 10 durch das Ein rasten des längeren Schenkels 9a in der Rastfeder 14 zunächst (gesperrt ist. Erst nach der Beendigung der Teilschwenkung von 90 , bei der die Stellung gemäss Fig. 2 erreicht und der Schamierlappen lla in die Rastfeder 18 eingerastet ist, erfolgt - nach diesem Festlegen des Scharniergelenkes 11 - die weitere Schwenkbewegung nunmehr über das Scharnierge lenk 10.
Dabei wird zunächst der längere Schenkel 9a des Scharnierarmes 9 aus der Rastfeder 14 heraus gedrückt.
Damit die Rastfedern 14 und 18 jeweils in der vorher beschriebenen Folge nacheinander wirksam werden, muss das Einrasten jeweils wesentlich leichter erfolgen als das Ausrasten. Dies wird dadurch erreicht, dass man die lyraförmigen Rastfedern, von denen die Feder 14 in Fig. 4 genauer dargestellt ist, an ihren beiden etwa V-förmig gestalteten, nach innen einge bogenen Federschenkeln 19 mit unterschiedlichen Auflaufwinkeln versieht.
Die Auflaufflächen an den äusseren Enden 19a der Rastfeder 14 sind gegen die Bewegungsrichtung des durch Einrasten festzuhalten den Schenkels 9a des Scharnierarmes 9 nur um einen Winkel a, von etwa 40 geneigt, während die zum Festhalten des eingerasteten Schenkels 9a dienenden Schrägflächen der Federschenkelteile 19b, die sich an die Auflaufenden 19a anschliessen, unter einem ganz wesentlich grösseren Winkel a- gegen diese Bewe gungsrichtung geneigt sind.
Ausserdem sind die Rän der des Scharnierarm-Schenkels 9a - wie auch die des Scharnierlappens lla - an den beim Einrasten mit den Rastfedern in Berührung kommenden Kanten mit relativ flachen Abfasungen 20 versehen, die flache Auflaufflächen bilden, während die Kanten 21 auf der anderen Seite nur leicht gerundet sind, um beim Aus rasten ein Schaben der Kante an der Rastfeder zu vermeiden.
Durch die unterschiedlichen Auflaufwinkel an den Rastfedern und die einseitig flache Abfasung der einzurastenden Bauteile werden die Ausrastkräfte mehr als doppelt so gross wie die Einrastkräfte.
Diese Ausbildung der Rastfedern und der einzu- rastenden Teile gibt die Gewähr dafür, dass selbst bei Unterschieden in der Gelenkreibung der Scharnier gelenke beim öffnen zunächst eine Schwenkung um etwa 90 um das Scharniergelenk 11 erfolgt und dass beim Schliessen der Tür wiederum zunächst die Schwenkung und das Scharniergelenk 11 und erst nach dem Einrasten des Scharnierlappens lla in die Rast feder 18 die weitere Schwenkung um das Scharnier gelenk 10 durchgeführt wird.
Aus der Fig. 4 ist ferner zu erkennen, dass die Be festigung der mehrfach abgewinkelten Halterung 12 an der Seitenwand la des Gehäuses 1 eine Einstellung der Scharniergelenke in der Weise möglich macht, dass in der Halterung 12 die Löcher 22, durchweiche die Befestigungsschrauben 13 hindurchgreifen, als Oval löcher ausgeführt sind und vor dem Festziehen der Schrauben 13 sowohl eine vertikale als auch eine horizontale genaue Einstellung möglicht ist.
In gleicher Weise kann auch die Befestigung des Haltewinkels 16 an der Innenkante der Tür 4 ausgeführt sein; es ist infolgedessen nicht nur möglich, die aus Fig. 5 ersichtlichen beiden Scharniere 8 auf genaue koaxiale bzw. parallele Lage der Achsen ihrer Gelenke 10 und 11 einzustellen, sondern auch die Tür 4 gegenüber dem Gehäuse in diejenige Lage zu bringen, in der sie ge naue symmetrisch zur Türöffnung 2 liegt und die um laufende Dichtung 6 überall gleichmässig an der vor springenden Leiste 7 anliegt.
Wenn man eine bessere Sicherung dafür vorsehen will, dass die beiden Scharniergelenke 10 und 11 jeweils in der vorgeschriebenen Folge nacheinander wirksam werden, so kann man statt der Rastfeder 18 an dem Scharniergelenk 11 auch eine grössere Kräfte aufnehmende, von Hand lösbare Sperre, beispielsweise eine als Formschlusssperre wirkende Verschraubung 23 vorsehen, wie sie in den Fig. 6 bis 10 dargestellt ist. Bei dieser Ausführung sitzt in dem Scharnierlappen 11a des Scharniergelenkes 11 ein Gewindebolzen 24, der mit einen abgesetzten Gewindeteil 24a in den Scharnierlappen 11a eingeschraubt und durch eine Gegenmutter 25 gesichert ist.
Der Gewindebolzen 24 führt durch einen breiten Schlitz 16b (vgl. Fig. 10) des abstehenden Schenkels 16a des Haltewinkels 16 hin durch. Mittels der Mutter 26 kann der geschlitzte Schenkel des Haltewinkels 16 fest an die Mutter 25 gedrückt und damit das Scharniergelenk 11 voll kommen gesperrt werden. Damit die Mutter 26 nicht vollständig von dem Gewindebolzen 24 abgeschraubt werden kann, ist an dem freien Ende des Gewinde bolzens 24 eine Unterlagscheibe 27 mit Hilfe der Schraube 28 befestigt.
Üblicherweise ist durch Anziehen der Mutter 26 wie dies die Fig. 6 zeigt - das Scharniergelenk 11 ge sperrt. Es bleibt auch gesperrt, bis die Tür 4 um 90 aufgeschwenkt ist (vgl. Fig. 7). Diese Aufschwenkbe- wegung genügt normalerweise für eine Überprüfung der in dem Gehäuse 1 befindlichen Einrichtungen.
Wenn aber grössere Arbeiten in dem Gehäuse vor genommen werden sollen, bei denen ein völliges Auf schwenken der Tür 4 um 180 erwünscht oder zweckmässig ist, so wird durch Lösen der Mutter 26 di feste Verbindung zwischen dem geschlitzen Halte winkel 16 und dem Scharnierlappen 11a gelöst; nach dem Zurückfedern der Mutter 26 bis etwa an das freie Ende des Gewindebolzens 24 lässt sich nun der Schenkel 16a des Haltwinkels 16 herausschwenken und so die Tür um das Scharniergelenk 11 bis in diejenige Lage drehen, die in Fig. 8 dargestellt ist.
Die Fig. 10 zeigt, wie der Schlitz 16b in dem Haltewinkel 16' geformt ist, so dass er frei von dem Bolzen 20 weggeschwenkt werden kann.
Es dürfte klar sein, dass statt der in den Fig. 6, 7, 8 und 10 dargestellten lösbaren Schraubverbindung zum Sperren des Scharniergelenkes 11 auch irgendeine andere Sperre vorgesehen werden kann, b ispielsweise eine Sperre durch einen über seine Totpunktlage hinaus bewegbaren Hebel, einen beim Lösen nach oben zu schiebenden Riegel oder irgendeine andere entsprechende Verriegelung oder Formschlusssperre.
In der Fig. 9 ist eine abweichende Art der Rast federausbildung dargestellt, bei der die Rastfeder nicht einteilig und lyraförmig ist, sondern aus mehreren einzelnen Federblättern besteht, die eine grössere Dauerfestigkeit haben als die relativ starken Federn, aus denen die Rastfedern 14 und 18 in den Fig. 1 bis 5 bestehen.
Die in der Fig. 9 dargestellte eigentliche Rastfeder 29 ist durch zwei etwas kleinere Stützfedern 29a und 29b verstärkt. Der für die Rastung bestimmte Teil der Rastfeder 29 ist an ihrem vorderen Ende - wie die Feder gemäss Fig. 4 - mit unterschiedlichen Aufgleit- winkeln (xI und (x_) versehen, damit auch hier das Einrasten leichter, d. h. mit geringerem Kraftauf wand erfolgt als das Ausrasten.
Ausserdem zeigt die Fig. 9 einen Anschlag 30, der verhindern soll, dass der Scharnierarm 9 zu weit nach innen gegen die gebogenen Enden der Federn 29 ge drückt wird und dabei diese Federn verformt oder gar zerbricht.
Bei der in den Fig. 11 bis 14 dargestellten Scharnierausführung sind - im Unterschied gegen die Ausführungen nach den Fig. 1 bis 10-drei Scharnier gelenke 10, 31 sowie 32 vorhanden. Der hier einseitig mit der Tür 4 starr verbundene Scharnierarm 9 ist ebenfalls U-förmig ausgebildet, er besteht jedoch aus drei gelenkig miteinander verbundenen Teilen, und zwar je einem inneren Winkelglied 33 und einem äus- seren Winkelglied 34 sowie einem Zwischenstück 35.
Das erste Winkelglied 33 ist mit dem Ende seines einen Schenkels 33a an das Schwenkgelenk 10 ange- lenkt, das seinerseits über die mehrfach abgewinkelte Halterung 12 an der einen Seitenwand la des Ge häuses 1 festgelegt ist; das Ende des anderen Schen kels 33b dieses Winkelgliedes trägt das zweite Scharniergelenk 31, an das wiederum das stegartig ausgebildete Zwischenglied 35 angelenkt ist. Das Zwischenglied 35 liegt bei geschlossener Tür (vgl.
Fig. 11) flach an dem abgebogenen Schenkel 33b des Winkelgliedes 33 an und ist an seinem anderen Ende mit dem dritten Scharniergelenk 32 verbunden, an dem der schräge Schenkel 34a des zweiten Winkel gliedes 34 angelenkt ist, der ebenfalls parallel zu dem abgebogenen Schenkel 33b des ersten Winkelgliedes 33 und zu dem Zwischenglied 35 liegt. Die beiden parallel zueinander laufenden Schenkel 33b und 34a der Winkelglieder 33, 34 und das zwischen ihnen liegende. Zwischenglied 35 sind durch eine unverlier bare Kupplungsschraube 36 fest aneinandergedrückt. Der Schenkel 34b ist an der Rückseite der Tür 4 fest angeschraubt.
Mit dem oberen Ende des Zwischenstückes 35 ist ein lappenförmiger Ansatz 37 verbunden, der etwa waagerecht über den abgebogenen Schenkel 33b des ersten Winkelgliedes 33 herübergreift und eine Füh rung für die Scharnierarmteile bildet, wenn die Kupp lungsschraube 36 gelöst worden ist und die beiden Gelenke 31 und 32 wirksam werden.
Wie aus den Fig. 11, 12 und 13 hervorgeht, dreht sich beim Aufklappen der Tür 4 zunächst der noch zusammengefasste, etwa U-förmige Scharnierarm 9' um das fest im Gehäuse angeordnete Scharniergelenk 10, bis die Tür 4 um ungefähr 90 (vgl. Fig. 12) auf geschwenkt ist. Dabei kann der Schenkel 33a des Winkelgliedes 33 in eine Rastfeder einrasten, wie sie in den Fig. 1 bis 9 als Rastfeder 14 bzw. 29 ver anschaulicht ist.
In dieser Stellung der Tür und des Scharniers ist die Kupplungsschraube 36 frei zugänglich, so dass sie mit Hilfe des an ihrem Kopfe vorgesehenen umklapp baren Bedienungsringes 38 oder eines dem gleichen Zweck dienenden Bleches gelöst werden kann. Nach dem Lösen der Schraube 36 lassen sich nun die drei bisher zusammengefassten Teile der Winkelglieder und das Zwischenglied auseinanderziehen, worauf die Tür 4 - nun durch Schwenken um die beiden Scharniergelenke 31 und 32 - vollkommen aufge- schwenkt werden kann, und zwar in eine Stellung, bei der sie mit der vorderen Wandebene des Gehäuses einen Winkel von wesentlich mehr als 180 ein- schliesst.
Bei dieser weiteren Schwenkbewegung wälzt sich der an dem Zwischenstück festgelegte Führungslappen 37 mit seiner Randkante 37a auf der vorderen Biegung am Ende 12a der abgewinkelten Halterung 12 ab. Durch eine von dieser Abwälzbewegung abhängige Schwenkung des Zwischenstückes 35 werden die bis dahin zusammengefassten Teile des Scharnierarmes in gewünschter Weise auseinandergezogen, worauf sie beim weiteren öffnen der Tür die in Fig. 13 dar gestellte gestreckte Lage einnehmen und die Tür ins gesamt um etwa 190 geschwenkt ist.
Auch bei dieser Scharnierausführung erfolgt das Schliessen der Tür in zwei Phasen: In der ersten wird sie zunächst in die Lage gemäss Fig. 12 zurückge schwenkt, so dass die Winkelglieder 33 und 34 mit dem Zwischenstück 35 zusammengelegt und durch die Kupplungsschraube 36 fest miteinander verbunden werden können; in der zweiten Phase wird die Tür durch Schwenken um das Scharniergelenk 10 ge schlossen.
Zur Erhöhung der Stabilität der Türaufhängung ist - wie die Fig. 14 zeigt - das Zwischenstück als die beiden (oder gegebenenfalls mehr) Scharniere der Tür verbindende Leiste 35' ausgeführt; ausserdem sind die einander entsprechenden Schenkel 35a beider Scharniere durch langgestreckte Bleche 39 miteinander verbunden.
Das in den Fig. 15 bis 19 dargestellte Scharnier unterscheidet sich von dem in Fig. 6 bis 8 darge stellten im wesentlichen dadurch, dass anstelle der dort verwendeten Rastfeder 14 ein mit einer Sperr kulisse 14b und einer Sperrnase 14e versehener Sperr schieber 14a verwendet wird, und dass ausserdem der abstehende Schenkel 16a des Haltewinkels 16 nicht ge rade verläuft, sondern zweimal rechtwinklig abge- kröpft ist.
Beim Öffnen der Tür wird der längs des Schlitzes 14e (Fig. 19) verschiebbare und mit den Schrauben 14d an der Halterung 12 in senkrechter Richtung ver schiebbar gelagerte Sperrschieber 14a selbsttätig beim Entlanggleiten des Scharnierarmes 9 an der schrägen Unterkante der Kulisse 14b angehoben. Beim Er reichen der 90 -Stellung der Tür (Fig. 16) gleitet der Arm 9 unter die Nase 14c, so dass der Sperrschieber 14a infolge seines eigenen Gewichtes nach unten fällt und somit das Scharniergelenk 10 durch Verriegelung des Armes 9 blockiert.
Um die Tür um ca. 180 ausschwenken zu können (s. Fig. 16 und 17) ist die Mutter 26 bis zum Anschlag 27 zurückzudrehen. Die Tür kann nun weiter um das Scharniergelenk 11 ausgeschwenkt werden, da der an ihr befestigte Haltewinkel 16 mit seinem offenen Längsschlitz (16b in Fig. 10), der nur geringfügig breiter als der Durchmesser des Bolzens 24 ist, über den Bolzen herausgleitet.
Ein unbeabsichtigtes Zurückschwenken der Tür aus der 180 - Stellung lässt sich dadurch verhindern, dass die Mutter 26 in die in Fig. 17 dargestellte Lage zurückgedreht wird und somit als Anschlag für den vorderen rechtwinklig abgebogenen Teil 16a des Halte winkels 16 dient.
Beim Schliessen der Tür muss zunächst die Mutter 26 bis zum Anschlag 27 zurückgedreht und nach Er reichen der 90 -Stellung in ihre Endlage (s. Fig. 16) gebracht werden.
Um ein vollständiges Schliessen der Tür zu ermög lichen, ist der Sperrschieber 14a von Hand an seinem abgewinkelten oberen Ende anzuheben und dabei deichzeitig die Tür zu schliessen. Beim Anheben des Sperrschiebers entriegelt die Sperrnase 14e den Scharnierarm 9.