CH399432A - Verfahren zur Herstellung eines Gemisches von Dichlorbenzonitrilen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Gemisches von DichlorbenzonitrilenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Gemisches von Dichlorbenzonitrilen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel lung eines Gemisches von 2,3- und 2,6-Dichlorbenzo- nitril.
Bei der Herstellung des Insektizids Gamma-hexa- chlorcyclohexan aus rohem Hexachlorcyclohexan wird eine bedeutende Menge - bis zu etwa 80 %, auf das rohe Hexachlorcyclohexan bezogen - a- und ss-Hexa- chlorcyclohexan frei. Für die letztgenannten Isomere hat man im Verhältnis zur anfallenden Menge bei der Herstellung des g-Hexachlorcyclohexans in techni schem Massstab praktisch keine Anwendung und des halb keinen Absatz finden können. Bekanntlich kann das Hexachlorcyclohexan durch Pyrolyse in Trichlor- benzole u. a. in das 1,2,3-Trichlorbenzol umgesetzt werden.
Es ist nun gefunden worden, dass das 1,2,3-Tri- chlorbenzol sich auf einfache Weise in ein Produkt überführen lässt, das als wirksamer Bestandteil herbi- zider Präparate verwendbar ist, die in grossem Mass stab praktische Anwendung finden können.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Gemisches von 2,3- und 2,6-Di- chlorbenzonitril, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man 1,2,3-Trichlorbenzol mit der 0,1- bis 0,3- fachen theoretischen Menge Cuprocyanid, die zur Umsetzung in Dichlorbenzonitril benötigt wird, in Gegenwart einer tertiären Stickstoffbase, in der bei der Reaktionstemperatur das Cuprocyanid und das 1,2,3-Trichlorbenzol praktisch in Lösung gehen, er hitzt.
Die Reaktion wird zweckmässig bei einer Tempe ratur über etwa 200 C und vorzugsweise zwischen 220 und 250 C durchgeführt. Es ist gefunden wor den, dass auf diese Weise im wesentlichen Mononitrile entstehen. Geeignete tertiäre Stickstoffbasen sind namentlich aromatische, wie z. B. Pyridin, Collidin, Picoline und Lutidine, Isochinolin und insbesondere das Chinolin. Das Gemisch kann nach vollzogener Reaktion bei normalem Druck oder im Vakuum, in beiden Fällen gegebenenfalls mittels eines Hilfsgases, z.
B. überhitzten Dampfes, destilliert werden. Bei 760 mm Quecksilbersäule ist der Siedebereich 220 bis 240 C, bei 8 mm Quecksilbersäule 115 bis 130 C. Um die tertiäre Stickstoffbase zu entfernen, kann das Destillat in einem organischen Lösungsmittel, z. B. Petroleumäther (Siedebereich 40 bis 60 C) gelöst und die erhaltene Lösung mit verdünnter Salzsäure gewaschen werden. Dabei geht die tertiäre Stickstoff base in Form des salzsauren Salzes in Lösung. Die tertiäre Stickstoffbase lässt sich durch die Beigabe von Lauge daraus zurückgewinnen.
Ein Trennen der ge bildeten Dichlorbenzonitrile und des unveränderten 1,2,3-Trichlorbenzols kann durch fraktionierte Destil lation erfolgen oder dadurch, dass die Lösung in Petroleumäther mit konzentrierter Schwefelsäure ge waschen, die schwefelsaure Lösung auf Eis und Was ser ausgegossen, der ausgefallene Niederschlag abfil triert, mit Wasser gewaschen und getrocknet wird. Nicht umgesetztes 1,2,3 - Trichlorbenzol bleibt im Petroleumäther gelöst und kann nach Abdestillieren des Petroleumäthers zurückgewonnen werden.
Es wurde gefunden, dass, wenn gemäss dem erfin dungsgemässen Verfahren ein Überschuss an 1,2,3 Trichlorbenzol in Bezug auf die verwendete Menge Cuprocyanid angewendet wird, eine höhere Ausbeute an 2,3-Dichlorbenzonitril und 2,6-Dichlorbenzonitril erhalten wird, als wenn eine grössere Menge Cupro- cyanid angewendet wird.
Überdies wurde gefunden, dass es auf diese Weise umgangen wird, dass eine grosse Menge einer teerarti gen Substanz erhalten wird. So betrug bei der Ver wendung von 6 Grammol 1,2,3-Trichlorbenzol auf 1 Grammol Cuprocyanid die Ausbeute an den er wähnten Dichlorbenzonitrilen das Zweifache der Aus beute bei Verwendung gleichwertiger Menge.
Das erhaltene Gemisch von Dichlorbenzonitrilen bestand meist bis zu 40 bis 70 % aus 2,6-Dichlor- benzonitril und bis zu 60 bis 30 % aus 2,3-Dichlor- benzonitril.
Aus dem beim Verfahren nach der Erfindung er haltenen Gemisch von 2,3-Dichlorbenzonitril und 2,6- Dichlorbenzonitril können diese Stoffe einzeln aus geschieden werden, z. B. durch Kristallisation aus organischen Lösungsmitteln, z. B. Petroleumäther (Siedebereich 40 bis 60 C}, Methanol und Äthanol. Das Verfahren wird anhand folgenden Beispiels näher erläutert.
<I>Beispiel</I> Ein Gemisch von 55 g (0,3 Mol) 1,2,3-Trichlor- benzol, 52 g (0,4 Mol) Chinolin und 5 g (0,055 Mol) Cuprocyanid wurde unter Rückfluss (Temperatur 230 bis 234 C) 90 Minuten erhitzt. Dabei ging das Cuprocyanid und das 1,2,3-Trichlorbenzol in Lösung. Anschliessend wurde das Gemisch bei verringertem Druck destilliert; die Destillation bei 8- mm Queck silbersäule und einem Siedebereich von 115 bis 130 C ergab nach üblicher Aufarbeitung 3,5 g (56 % auf das Ausgangscuprocyanid bezogen) eines Gemisches, das aus 48 Gew.% 2,3-Dichlorbenzonitril und 52 Gew.% 2,6-Dichlorbenzonitril besteht.
Die Versuche mit grösseren Mengen Cuprocyanid auf die gleiche Menge 1,2,3-Trichlorbenzol, beispiels weise mit 10 g Cuprocyanid, ergab eine Ausbeute von nur 8,5 g an Dichlorbenzonitrilen, also 45 % auf Cu- procyanid bezogen; mit 13,5g Cuprocyanid nur noch 13,5g Dichlorbenzonitrilen, also 36 % auf das Aus- gangscuprocyanid bezogen.
Versuche, bei denen statt Chinolin bzw. Pyridin, Collidin bzw. Pyridinbasen verwendet wurden, er gaben niedrigere Ausbeuten an Dichlorbenzonitrilen.
Das 2,3-Dichlorbenzonitril und das 2,6-Dichlor- benzonitril haben herbizide Wirksamkeit und können also zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzen wachstum, infolge der wachstumshemmenden Wir kung auf Keime und Keimpflanzen mono- und dicoty- ler Pflanzen, geeignet sein.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines Gemisches von 2,3- und 2,6-Dichlorbenzonitril, dadurch gekenn zeichnet, dass man 1,2,3-Trichlorbenzol mit der 0,1- bis 0,3fachen theoretischen Menge Cuprocyanid, die zur Umsetzung in Dichlorbenzonitril benötigt wird, in Gegenwart einer tertiären Stickstoffbase, in der bei der Reaktionstemperatur das Cuprocyanid und das 1,2,3-Trichlorbenzol praktisch in Lösung gehen, er hitzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, da,ss eine tertiäre aromatische Stick stoffbase mit einem Siedepunkt über etwa 200 C verwendet wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als ter tiäre Stickstoffbase Chinolin verwendet.
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