CH400114A - Verfahren zur Abtrennung von Naphthochinon aus Oxydationsgemischen - Google Patents
Verfahren zur Abtrennung von Naphthochinon aus OxydationsgemischenInfo
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Description
Verfahren zur Abtrennung von Naphthochinon aus Oxydationsgemischen Es ist bekannt, dass bei passend geführter Luft Oxydation mit Hilfe von Katalysatoren Naphthalin teilweise zu Naphthochinon oxydiert werden kann. Nach den jetzigen Kenntnissen ist es zwar möglich, Naphthalin zu Phthalsäureanhydrid zu oxydieren, ohne dass erhebliche Mengen anderer Produkte ent stehen.
Es gelingt aber nicht, die Oxydation so zu leiten, dass praktisch nur Naphthochinon entsteht. Die anfallenden Oxydationsgemische können 'bei spielsweise etwa einen Drittel Phthalsäureanhydrid und einen Drittel Naphthochinon enthalten, während das letzte Drittel aus unverändertem -Naphthalin be steht.
Es besteht somit das Bedürfnis, aus solchen Oxydationsgemischen das für viele Synthesen wichtige Naphthochinon, in. guter Reinheit abzutrennen.
Es wurde nun gefunden, dass Naphthochinon aus einem Oxydationsgemisch, das neben erheblichen Mengen Naphthochinon noch Naphthalin und Phthal säureanhydrid enthält, abgetrennt werden kann, wenn man das Rohgemisch in einer ersten Stufe mit Wasser bis zur weitgehenden Hydrolyse des Phthalsäurean- hydrids bei einer Temperatur behandelt, bei der das unveränderte Naphthalin flüssig ist,
wobei es einen grossen Teil des Naphthochinons gelöst enthält, hier auf die flüssigen Phasen voneinander trennt und die organische flüssige Phase in einer Gegenstromappara tur behandelt, in welcher der eine Flüssigkeitsstrom aus einer niedYigmolekularen, mindestens beschränkt mit Wasser mischbaren wasserhaltigen organischen Flüssigkeit besteht, und der andere Flüssigkeitsstrom durch eine möglichst schwach polare organische Flüs sigkeit gebildet wird.
Die in der ersten Stufe durchzuführende Hydro lyse des Anteils an Phthalsäureanhydrid mit Hilfe von heissem Wasser gelingt in Anwesenheit von un verändertem Naphthalin und von Naphthochinon sehr leicht und ist beispielsweise bei einer Tempera- tur von etwa 80 C oder wenig höher (Schmelzpunkt des Naphthalins) in etwa 15 Minuten weitgehend beendet.
Eine Reaktionstemperatur, bei der das Naphthalin flüssig ist, braucht nicht unbedingt wäh rend der ganzen Reaktionsdauer innegehalten zu werden, wenn nur vorgängig der Phasentrennung eine flüssige Naphthalinphase vorliegt. Es besteht aber auch kein Grund, bei tieferer Temperatur zu be- ginnen, -da die Reaktion entsprechend länger dauert.
Zweckmässig verwendet man eine Wassermenge, die genügend gross ist, um möglichst viel der gebildeten Phthalsäure .in Lösung zu halten und aus der orga nischen Phase zu entfernen, sowie einen allfälligen, unter den herrschenden Bedingungen im Naphthalin nicht gelösten Anteil an Naphthochinon gelöst zu halten. Die organische Phase besteht dann in der Hauptsache aus Naphthochinon, in Naphthalin ge löst. Ein geeignetes Mengenverhältnis ist z.
B. vor handen, wenn auf ein, Gemisch aus je. etwa 5 Teilen Naphthalin, Naphthochinon und Phthalsäureanhydrid etwa 80 bis 120 Teile Wasser verwendet werden.
Die Behandlung mit Wasser kann in einer Rühr- apparatur vorgenommen werden, z. B. in einer ein- stufigen oder nötigenfalls mehrstufigen Gegenstrom- oder Kreuzstrom-Rührapparatur. Eine Verbesserung ist je nach den Umständen dadurch möglich, dass die mit Luft vermischten Rohgase der Oxydationsreak tion direkt in Wasser aufgefangen bzw. durch Be- sprühen mit Wasser gekühlt werden.
Es ist zweckmässig, die Oxydation so zu leiten, dass nicht alles Naphthalin verbraucht wird, da die Trennungsprobleme damit viel einfacher bleiben. Ist es aus irgend einem Grunde nicht möglich oder nicht wünschbar, diese Bedingung einzuhalten, so kann mit Suspensionen weitergearbeitet werden, oder man kann zur Vermeidung der Einführung von Fremd= substanzen zusätzliches Naphthalin dem Gemisch zugeben.
Die Trennung der wässerigen Phase, die in der Hauptsache P'hthalsäure neben wenig Naphthochinon enthält, von "der Naphthalinphase, die die Haupt menge des Naphthochinons enthält, kann. in üblicher Weise mit den bekannten, für Flüssig-flüssig-Tren- nungen eingerichteten Apparaturen erfolgen, z. B.
mit gewöhnlichen Abscheidern, Zentrifugen, oder mit Separatoren, mit selektiven Membranen oder ähnli- chen.
In der Folge wird nun die Naphthalinphase einer Gegenstromextraktion unterworfen. Als wässerige Phase, die eine mit Wasser mischbare, vorzugsweise unbeschränkt mischbare organische Flüssigkeit von niederem Molekulargewicht aufweist, kann beispiels- weise ein Gemisch aus Wasser und niedrigmolekula- ren Alkoholen, z.
B. ein MethanoI-Wasser-Gemisch oder auch ein Aceton-Wasser- oder ein Essigsäure- Wasser-Gemisch verwendet werden. Als möglichst schwach polare Flüssigkeit kommen beispielsweise aliphatische Kohlenwasserstoffe ohne polare Gruppen in Betracht, vorzugsweise solche, die bei den anzu wendenden Temperaturen keinen hohen Dampfdruck aufweisen, so dass die Extraktion bei normalem oder gegebenenfalls nur geringfügig erhöhtem Druck durchgeführt werden kann.
Als solche Kohlenwasser stoffe kommen z. B. aliphatische Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise mit etwa 4 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie Pentan, Hexan, Heptan oder noch höhermoleku- lare Flüssigkeiten bzw. ihre Gemische in Betracht.
Die Extraktion kann beispielsweise im Gegen strom mit Hilfe hintereinandergeschalteter Einzelge fässe oder in einer Kolonne bekannter Bauart, die z. B. mit rotierenden Scheiben. ausgerüstet ist, durch geführt werden. Normalerweise wird es angezeigt sein, die zu behandelnde Naphthalin Naphthochinon- phase weder am einen noch am anderen Ende des Austauschaggregates, sondern an einer passenden da zwischenliegenden Stelle zuzugeben.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform des vorliegenden Trennverfahrens besteht darin, dass die in der ersten Stufe erhaltene wässerige Phase eben falls einem Gegenstromtrennverfahren unterworfen wird, wobei beliebige, mit Wasser höchstens be- schränkt mischbare organische Lösungsmittel zu ver wenden sind.
In diesem Trennvorgang werden die in der wässerigen Phase vorhandenen Anteile an Naphthochinon weitgehend herausgelöst und zweck mässig dann in den bereits beschriebenen Trennvor gang übergeführt. Es ist z. B. möglich, diesen Trenn vorgang mit denselben möglichst wenig polaren Flüs sigkeiten durchzuführen, die in der Gegenstrombe handlung der Naphthalinphase verwendet werden.
Ein besonderer Vorteil des vorliegenden Ver fahrens besteht darin, dass auf eine Fest-flüssig- Trennung vollständig verzichtet werden kann und dass eine technisch genügende bis gute Trennung der Komponenten des Ausgangsgemisches mit nur zwei organischen Lösungsmitteln möglich ist, die leicht regeneriert und. in;
den Arbeitsprozess zurückgeführt werden können.
Das beigefügte Schema mit Beispiel erläutert diese Variante der vorliegenden Erfindung.
Darm bedeutet I einen Separator für die Tren nung flüssiger Phasen, II und III stellen Extraktions kolonnen dar. Durch die Symbole N Naphthalin NC Naphthochinon PA Phthalsäureanhydrid PS Phthalsäure wird jeweils der wesentliche Inhalt der betreffenden Gefässe und Leitungen angedeutet.
Beispiel Ein aus einer katalytischen Naphthalinoxydation erhaltenes und abgeschiedenes Reaktionsgemisch, be stehend aus je 5 Teilen Naphthochinon, Naphthalin und Phthalsäureanhydtrid, wird mit 100 Teilen hei ssem Wasser (82 C) versetzt und die Suspension 15 bis 20 Minuten gerührt.
Dabei schmilzt das Naphtha- lin und löst den grössten Teil des Naphthochinons. Gleichzeitig wird das Phthals'äureanhydrid zu Phthal- säure hydrolisiert. Nach Abstellen des Rührers bil den sich sofort zwei Schichten. Diese werden im Separator I getrennt (siehe Schema).
Die untere Schicht, bestehend aus 5 Teilen Naph thalin, 4,5 Teilen Naphthochinon und Spuren Phthal- säure wird bei 55 C in einer Kolonne II mit Hilfe des Lösungsmittelssystems Heptan (68 Teile) und 85 %igem wässerigem Methanol (135 bzw. 150 T.) einer fraktionierten Extraktion unterworfen. Naph thochmon (4,5 bzw.
5 Teile) befindet sich dann in der Methanolphase, Naphthalin (5 Teile) in der Heptanphase.
Aus der oberen wässerigen Schicht, praktisch alle Phthalsäure und etwa 0,5 Teile Naphthochinon ent haltend, wird in Kolonne III bei 80 C das Naphtho- chinon mit 76 Teilen Heptan ausextrahiert. Die Heptanp'hase kann der Kolonne II an geeigneter Stelle zugeführt werden,
so dass schliesslich in je einem der drei Ausflüsse dieses gekoppelten Extraktions systems die entsprechende Komponente in guter Reinheit enthalten ist.
Wird auf die Einführung der Heptanphase aus Kolonne HI in die Kolonne II verzichtet, so gelten die in der Klammer zuerst genannten Zahlen für das wässerige Methanol und das Naphthochinon, andern- falls gilt jeweils die zweite Zahl.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Abtrennung von Naphthochinon aus Oxydationsgemischen, die neben erheblichen Mengen Naphthochinon noch Naphthalin und.Phthal- säureanhydrid enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass man das Rohgemisch in einer ersten Stufe wäs serig bis zur weitgehenden Hydrolyse des Phthal säureanhydrids bei einer Temperatur behandelt, bei der das unveränderte Naphthalin flüssig ist, wobei es einen grossen Teil des Naphthochinons gelöst ent hält,hierauf die flüssigen Phasen voneinander trennt und die organische flüssige Phase in einer Gegen stromapparatur behandelt, in welcher der eine Flüs- sigkeitsstrom aus einer niedrigmolekularen, minde stens beschränkt mit Wasser mischbaren wasserhal tigen organischen Flüssigkeit besteht, und der andere Flüssigkeitsstrom durch eine möglichst schwach po lare organische Flüssigkeit gebildet wird.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als schwach polare orga nische Flüssigkeit einen aliphatischen Kohlenwasser stoff verwendet. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als schwach polare organische Flüssigkeit einen alipha- tischen Kohlenwasserstoff mit 4 bis 10 Kohlenstoff atomen verwendet. 3.Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als mindestens beschränkt mit Wasser mischbare Flüssigkeit niedrigmolekulare Alkohole wählt. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die wässerige Phase, ent haltend Phthalsäure und wenig Naphthochinon einer Gegenstromextraktion mit einem mit Wasser prak tisch nicht mischbaren organischen Lösungsmittel unterwirft. 5.Verfahren gemäss Patentanspruch und Unter- anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man das selbe mit Wasser praktisch nicht mischbare orga nische Lösungsmittel zum Extrahieren des Naphtho- chinons aus -der wässerigen Reaktionsphase und zum Extrahieren des Naphthalins aus der organischen Phase verwendet,und dass man den Naphthochinon- exbrakt aus der Extraktion der wässerigen Phase in die Naphthochinonextraktion aus der Naphthalin- phase überführt.
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1962
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