Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines pulverförmigen Extraktes aus pflanzlichem Material, Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens und Anwendung des Verfahrens Das Patent betrifft ein Verfahren zur kontinuierli chen Herstellung eines pulverförmigen. Extraktes aus pflanzlichem .Material, welches flüchtige Aroma- stoffe enthält, eine Extraktionsvorrichtung zur Ausführung des Verfahrens sowie die Anwendung des Verfahrens zur Herstellung von Tee-Extrakt.
Bei den bisher bekannten Verfahren zur Herstel lung pulverförmiger Extrakte aus pflanzlichen Mate riafen erfolgte die Extraktion im allgemeinen in der Weise, dass man das Ausgangsmaterial in mehr oder weniger zerkleinerter Form chargenweise in einem Satz von mehreren Extraktionszellen nach dem Ge genstromprinzip mit gewöhnlichem Wasser bei er höhter Temperatur extrahierte.
Bei pflanzlichen Materialien, welche flüchtige Aromastoffe .enthielten, wurden letztere oft entweder vor der Extraktion aus dem Ausgangsmaterial oder nach der Extraktion aus dem Extrakt entfernt und später dem konzentrierten Extrakt oder dem trockenen Pulver wieder zugesetzt.
So wurden z. B. Kaffeebohnen entweder ganz oder in schwach zerkleinerter Form, Teeblätter meist ganz , d. h. in der Form wie sie beim; Brechen wäh rend des Rollprozesses anfallen, extrahiert. Die er wähnte Arbeitsweise wies verschiedene Nachteile auf. Erstens konnten bei der chargenweisen Extraktion in Extraktionszellen Materialien kleiner Teilchengrösse, wie etwa Bruchtee oder Teestaub, nicht verwendet werden, .da sie rasch zu .einer Verstopfung,der Zellen und der Leitungen führten.
Zweitens bedingte die verhältnismässig grosse Teilchengrösse lange Extrak tionsdauern bei relativ hohen Extraktionstemperatu ren und ergab relativ niedrige Extraktionsausbeuten. Ausserdem schwankte die Konzentration und die Zu- sammens:
etzung des Extraktes im Verlaufe eines Ex traktionszyklus verhältnismässig stark, .so dass man, um den Extrakt gleichmässig verarbeiten zu können und vor allem um ein Produkt konstanter,Qualität zu erhalten, den Extrakt mindestens eines ganzen Ex traktionszyklus sammeln und vor der Weiterverarbei- tung gut mischen musste. Die daraus resultierenden langen Haltezeiten wirkten sich auf die Qualität des Produktes nachteilig aus und trugen dazu bei, dass ,die aus den erhaltenen ;
Produkten durch Auflösen in Wasser erhaltenen ,Getränke im allgemeinen hinter frisch hergestellten Aufgüssen, in bezug auf Ge- schmack, Geruch und Ansehen zurückstanden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines pulverförmigen Extraktes aus pflanzlichem Material, welches flüchtige Aromastoffe ;enthält, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man das pflanzliche Material in feinpulverigem Zustand kontinuierlich mit minde- stens kationenfreiem Wasser zu einem Schlamm verrührt, diesen bei :erhöhter Temperaturlurch :
eine kontinuierlich arbeitende Extraktionsvorrschtung schickt, in welcher einerseits die löslichen Anteile der Pflanzenteilchen,extrahiert werden, anderseits minde stens ein Teil -der flüchtigen Aromastoffe abdestilliert wird, darauf die festen Bestandteile vom flüssigen Extrakt abtrennt, letzteren konzentriert,
das Konzen trat mit mindestens einem Teil der kondensierten Aromastoffe vereinigt und das so erhaltene Gemisch durch ,Sprüh- oder Vakuumtrocknung ;in ein trocke nes ,Pulver überführt.
Je nach idem zu extrahierenden Material kann @es zweckmässig sein, für die Extraktion Wasser zu ver- wenden, das nicht nur kationen- sondern auch anio- n@enfrei ist. Bei Stoffen ver wendet man vorteilhaft sauerstoffreies Wasser und führt das ganze Verfahren unter Sauerstoffausschluss durch.
Das beschriebene Verfahren ist frei von den ein- aangs erwähnten Nachteilen; insbesondere zeichnen sich die durch Auflösen der Verfahrensprodukte in Wasser erhaltenen Getränke durch einen vorzügIi- chen Geschmack und ein gutes Aroma aus und ste hen frisch hergestellten Aufgüssen auch bezüglich Farbe in keiner Weise nach.
Die Extraktionsausbeuten sind beim vorliegenden Verfahren beträchtlich höher und die .Extraktions zeiten bedeutend kürzer als bei der Extraktion grö- berteiliger Materialien nach den bekannten Verfah ren. Mit kleinerwerdender Teilchengrösse nimmt die Extraktionsausbeute zu, während die chemische Zu sammensetzung des Extraktes annähernd konstant bleibt. Eine untere Grenze der Teilchengrösse ist ein zigindirekt durch das Trennvermögen der für die Abtrennung der festen Bestandteile vom flüssigen Extrakt verwendeten Zentrifugen oder Filter gege ben.
Gegenüber .den bekannten Verfahren, bei wel chen die flüchtigen Aromastoffe vor der Extraktion aus dem Ausgangsmaterial oder nach der Extraktion aus dem Extrakt entfernt werden, weist das erwähnte Verfahren weiterhin den Vorteil auf, dass bei einer Abtrennung der Aromastoffe während der Extraktion nicht nur laicht flüchtige und gut lösliche Aroma stoffe entfernt werden, sondern auch die stark halten- den, welche einen wesentlichen Bestandteil guter fri scher Aufgüsse bilden.
Für die kann man frisch ent kationisiertes und gegebenenfalls auch entanionisier- tes und/oder entlüftetes Wasser verwenden. Die Ge samtausbeute des Verfahrens wird jedoch .erhöht, wenn man so vorgeht, dass man die festen Bestand teile nach Abtrennung d.es flüssigen Extraktes in Zen trifugen oder mittels Filtern mit mindestens kationen- freiem Wasser erneut extrahiert und für die Schlammbereitung,diesen zweiten Extrakt verwendet.
Die für die Schlammbere,itun.g verwendete Was sermenge ist zweckmässig mindestens so gross, dass ein pumpfähiger Schlamm entsteht. Mit wachsendem Verhältnis von Wasser zu pflanzlichem Material nimmt .im allgemeinen auch die Extraktionsausbeute zu.
Die Extraktion und das gleichzeitige Ab,diestillie- ren der Aromastoffe können bei vermindertem, .nor malem oder erhöhtem Druck durchgeführt wenden, je nachdem ob die Extraktionstemperatur unterhalb, bei oder oberhalb 100 C liegen soll.
Desgleichen kann die Ausgestaltung der Extraktionsvorrichtung ver- schizden sein, je nachdem ob Idas Abdestillieren .der flüchtigen Aromastoffe mittels Wasserdampf und/ oder inertem Gas oder durch Verdampfen eines Teils des Extraktionswassers erfolgt.
Im ersten Falle wird die Extraktion vorteilhaft ,in einer ebenfalls Gegenstand oder vorliegenden Erfin- dung bildenden, in der Figur schematisch dargestell ten Extraktionsvorrichtung durchgeführt, welche da durch gekennzeichnet ist, dass sie aus einem senk- rechten Rohr 1 mit in gleichmässigem Abstand senk- recht zur Rohrachse angeordneten Platten 2,
welche gegeneinander versetzte Öffnungen 3 aufweisen, be steht und am oberen Ende eine Schlammeintrittsöff- nung 4 und eine Dampfaustrittsöffnung 5 und am unteren Ende eine Wasserdampf- oder Gaseintritts- öffnung 6 und eine Schlammaustrittsöffnung 7 auf weist.
Vorzugsweise weist die Extraktionsvorrichtung ausserdem eine konzentrisch angeordnete sich .dre hende Welle 8, welche pro Platte mit mindestens einem senkrecht zur Achse stehenden Kratzer 9 ver sehen .ist, auf.
Dabei erfolgt,die Extraktion wie folgt: Der auf die Extraktionstemperatur erhitzte Schlamm wird durch di.e Öffnung 4 zugegeben, wobei man die Menge des durch die Öffnung 7 entfernten Schlammes so regu liert, dass @die ganze Extraktionsvorrichtung bis nahe an ihr oberes Ende :damit gefüllt bleibt.
Der Schlamm fliesst unter dem Einfluss der Schwerkraft von Platte zu Platte. Ist :eine Rührvorrichtung vorhanden, so wenden die Feststoffe durch die sich dreh enden Krat zer 9 jeweils schnell zur Plattenöffnung 3 befördert,
wodurch die Durchlaufzeit gegenüber der Ausfüh rungsform ohne Rührvorrichtung stark herabgesetzt wird. Gleichzeitig werden durch die Öffnung 6 Was serdampf oder ein inertes Gas oder eine Mischung von Wasserdampf mit einem inerten Gas eingeleitet und durch die Öffnung 5 die die flüchtigen Aroma stoffe enthaltenden Dämpfe laufend entfernt. Die Durchlaufzeit :des Schlammes :ist dabei bei der Ausführungsform mit Rührvorrichtung je nach dem zu extrahierenden Material von .der Grössenordnung 2 bis 7 Minuten.
Erfolgt das Abdestillieren ider flüchtigen Aroma stoffe durch Verdampfen eines Teiles des Extrak tionswassers (sog. Evaporative Stripping ), so kann als Extraktion.svorrichtu.ng grundsätzlich jeder Durchlaufverdampfer verwendet werden, welcher den Durchsatz eines Schlammes erlaubt und bei wel chem die Durchlaufzeit von der Grössenordnung 0,5 bis 2 Minuten ist.
Als besonders geeignet haben sich Durchlaufver- dampfer erwiesen, die einen senkrechten, langröhri- gen Heizraum aufweisen, welcher an seinem oberen oder unteren Ende mit einem als Zyklon wirkenden Veräampfungsraum verbunden ist (sog. Climbing bzw. Fall.ing Film Evaporators ). Bei den Durch laufverd;
ampfern dieser Art wind der Schlamm am unteren bzw. am oberen Ende des Heizraumes aufge geben, wird beim Aufsteigen bzw. beim Fallen er hitzt, wobei die Extraktion ider Teilchen stattfindet, und trennt sich .im Verdampfungsraum vom ver dampften Wasser und :den flüchtigen Aromastoffen.
Bei den Durchflusserhitzern dieser Art ist bei fal- lendem Flüssiüeitsstrom ein. Vorerhitzer notwendig, bei aufsteigendem Flüssigkeitsstrom ein solcher nicht unbedingt notw-.nd@ig aber zweckmässig.
Ein;, andere bewährte Ausführungsform der Ex traktionsvorrichtung besteht aus !einem senkrechten, aussen mit Dampfbeheizten Rohr, welches in seinem Innern mit einem sich drehenden Rührer versehen ist. Der am obern Ende aufgegebene Schlamm wird, während er unter der Wirkung der Schwerkraft nach unten fliesst, durch :den Rührer über die ganze be heizt; Rohroberfläche verteilt. Dabei findet gleich- zeitig einerseits die Extraktion der Teilchen, ander seits eine Verdampfung eines Teils des Wassers und der flüchtigen .Aromastoffe statt.
Die Dämpfe verlas- sz-n den Verdampfer am obern Ende, während der Schlamm unten abgeführt wird. Die Durchlaufzest bei dieser Art Extraktionsvorrichtung liegt .im allgemei nen unter 1 Minute.
Die abdestillierten Dämpfe werden bei allen Ausführungsformen der Extraktionsvorrichtung kon densiert und später d;em konzentrierten Extrakt min destens teilweise wieder zugesetzt. Gewünschtenfalls können die Dämpfe fraktioniert kondensiert oder das Destillat .in anderer Weise einer Rektifikation unter worfen werden.
Die als zweckmässig erwähnte zweite Extraktion. zur Erhöhung der Ausbeute kann je nach,dem zu ex trahierenden Material in verschiedener Weise -erfol gen. Enthalten :die vom Extrakt abgetrennten Fest stoffe noch flüchtige Aromastoffe, so verrührt man zweckmässig die Feststoffe erneut zu einem Schlamm, extrahiert diesen in ziner zweiten Extrak tionsvorrichtung der beschriebenen Art, vereinigt die ab.destillierten Arom.astoffe mit denen der ersten Ex traktion,
zentrifugiert oder filtriert die festen Bestand teile vom flüssigen Extrakt ab und verwendet letzte ren zur Schlammbildung mit dem frischen Pflanzen material.
Im allgemeinen enthalten die extrahierten Fest stoffe j:-doch keine flüchtigen Aromastoffe mehr, so dass es genügt, den -daraus hergestellten Schlamm in einem geschlossenen Durchlauferhitzer nochmals zu erhitzen und dann zu zentrifugieren. Bei leicht extra hierbaren Materialien genügt "s sogar, die abgetrenn ten F:ststoffe in einer mehrstufigen Zentrifuge mit getrennten Ausgang für Extrakt und Waschwasser kurz zu waschen. Der zweite Extrakt bzw. das Waschwasser wird darauf wie oben zur Schlammbil- dung benutzt.
Man kann aber auch so vorgehen, .dass man so wohl für die Schlammbereitung aus dem frischen pflanzlichen Material als auch für .die zweite Extrak tion frisches, mindestens kationenfreies Wasser ver wendet und den ersten und zweiten Extrakt vor der Konzc.ntrat@ion vereinigt oder getrennt konzentriert und dann vereinigt.
Das beschriebene Verfahren eignet sich grund sätzlich für die Extraktion aller pflanzlichen Maberia- l.ien, die flüchtige Aromastoffe enthalten, wie z. B.
Kaffee, Zichorie, Mate, Hagebutten, Lindenblüten, Pfefferminz. Ganz besonders geeignet ist es jedoch zur Herstellung von pulverförmigem Tee-Extrakt aus Schwarztee, grünem Tee, unterfermentiertem Tee oder Mischungen däeser Teearten. Insbesondere ge stattet es auch @diie Verwendung organoleptisch hoch wertiger aber preislich günstiger Abfallprodukte der teeverarbeitenden Industrie, wie Bruchtee, Grustee (sog. Fanrnings ) oder Teestaub (sog.
Dust ). Dabei lassen sich bei Schwarztee Ausbeuten bis zu 40 %, bei unterfermentiertem Tee solche bis 44 0/0 .erzielen.
,Die Mahlung des Teematerials erfolgt vorteilhaft kontinuierlich unmittelbar vor der Aufrührung zum Schlamm, z. B. in einer,direkt auf ,das Schlammbierei- tungsgefäss aufgesetzten Mühlre.
Die Extraktion des Teematerials ;erfolgt zweck mässig bei 75 bis 100 C während höchstens 4 Minu- ten, vorzugsweise 0,5 bis 1 Minute, wobei man .so arbeitet, dass das Gewichtsverhältnis von Extrakt zu frischem Teematerial 8 bis 16:
1 und die Menge des .aromahaltigen Destillates 10 bis 40 Gew.-% des frischen. Teematerials beträgt. Wenn. die ab-destillierten, Aromastoffe rektifiziert werden,
beträgt deren Menge vor der Rektifikation vorzugs- weise 20 bis 100 Gew.-% des frischen Teematerials.
<I>Beispiel 1</I> Eine Kaffeemischung bestehend aus je 1 Teil Co lumb.ia Medellins Excelso, Mexiko, Salvador und Robusta Kamerun, von der jede Sorte einzeln bis zu einem Gewichtsverlust von 17 bis 19 % geröstet wor- den ist, wird kontinuierlich zu einem Pulver mit einer mittleren Korngrösse von 0,
5 mm vermahlen. Das Kaffeepulver wird in einem geschlossenen Gefäss kontinuierlich unter Kohlendioxydatmosphäre mit .dem Waschwasser der bei der ersten Extraktion au <B>f</B> all.eniden ungelösten Feststoffe i(dem zweiten Extrakt) bei Raumtemperatur zu einem pumpbaren Schlamm verrührt.
Dieser wird in einem -Durchlaufverdampfer mit als Zyklon wirkendem Verdampfungsraum der beschriebenen .Art bei Siedetemperatur extrahiert und unter Verdampfung eines Teils des Extraktions wassers von ,den flüchtigen Aromastoffen befreit.
Der Wasserdampf und,die :darin enthaltenen Aromastoffe werden kondensiert und gekühlt; die Menge "des aro- mahaltigen Destillates beträgt 20 Gew. /o bezogen auf das geröstete Kaffeematerial.
Der von,den flüchti gen Aromastoffen befreite heisse Schlamm, in wel chem das Verhältnis von Extrakt zu geröstetem Kaf feematerial 5,3:1 beträgt, wird sofort nach Austritt aus dem Durchlaufverdampfer .in einer Zentrifuge mit kontinuierlichem Austrag unter Kohlendioxydat- mosphäre .in Extrakt und Extraktionsrückstand ge trennt.
Die ausgetragenen Feststoffe wenden bei Raum temperatur unter Luftausschluss mit frischem katio- nen- und sauerstoffreiem Wasser erneut 'kontinuier lich zu .einem Schlamm verrührt, woben das Verhält nis von Wasser zu frischem geröstetem Kaffee 6:1 beträgt.
Dieser zweite Schlamm wird durch einen röh renförmigen Durchlauferhitzer gepumpt, wo @er wäh- send der .etwa einminutigen Durchlaufzeit auf etwa 90' C erwärmt wird, und sofort nach ,Austritt unter Luftausschluss mittels einer zweiten kontinuierlich arbeitenden Schlammzentrifuge in Extrakt und Ex traktionsrückstand getrennt. Der klare Extrakt wird auf Raumtemperatur gekühlt und, wie erwähnt, zur Schlammbereitung aus dem frischen .gerösteten Kaf feepulver verwendet.
Der bei der ersten Zentrifugation anfallende Ex trakt wird kontinuierlich in :einer hochtourigen Zen trifuge von Resten an feinen Feststoffen und seinem kleinen Anteil Kaffeeöl befreit, auf etwa 30' C gekühlt und anschliessend in drei hintereinanderge- schalteten einstufigen Durchlaufverdampfern unter vermindertem Druck bei 35 C Extrakt- und 70' C Heissdampftemperatur kontinuierlich auf einen Fest- Stoffgehalt von <RTI
ID="0004.0021"> 53 % konzentriert. Bei der Vereini- gung mit dem aromahaltigen Destillat erhält man ein Gemisch mit 37 % Feststoffgehalt, welches durch Sprühtrocknung in :
ein trockenes Pulver übergeführt wird. Die Gesamtausbeute beträgt 24,5 % bezogen auf Idas Gewicht :des gerösteten Kaffees. Durch Varia tion der Mischung und d er Röstung lassen sich Aus- beuten bis 26 % erzielen.
In heissem Wasser gelöst ergibt das erhaltene Produkt ein Getränk von hervorragendem Ge schmack und Geruch.
<I>Beispiel 2</I> Geröstete und auf eine mittlere Korngrösse von etwa 0,8 mm gemahlene .Zichorie wird .in kontinuier licher Weise in einem mit gutem Rührwerk versehe- nen Mischgefäss mit -dem gekühlten Extrakt der zwei ten Extraktion zu einem Schlamm verrührt und die ser mittels einer Schlammpumpe durch einen Röh- renvorerhitzer in einen kontinuierlichen Dünn schichtverdampfer (sog. Film Evaporator ) mit kur zer Haltezeit gepumpt.
Im Vorerhitzer wird der .durchfliessende Schlamm auf etwa 90 C erwärmt. Der Heizdampfdruck im D:ünnschichtverdampfer wird so geregelt, dass neben der weiteren Erbätzung des Schlammes auf den .Siedepunkt eine Wasserver dampfung in der Grössenordnung von 50 0/0 des Fest stoffgehaltes des durchfliessenden Schlammes statt findet. Die :entweichenden .Dämpfe, welche den grös sten Teil der flüchtigen Aromastoffe mit sich führen, werden fraktioniert kondensiert und gekühlt.
Nach dem Durchfluss .durch den Vorerhitzer und den Ver dampfer, während welchem der Schlamm etwa 1 Minute erhöhter Temperatur ausgesetzt ist, trennt man sofort kontinuierlich die Feststoffe vom noch heissen Extrakt in einer Vollmantel-Trennzentrifuge mit kontinuierlicher Austragung der Rückstände.
Die kontinuierlich anfallenden Feststoffe, die einen Wassergehalt von 80 3 % aufweisen, werden mit frischem kationenfreiem Wasser ein zweitesmal zu einem Schlamm verrührt, wobei man auf 1 Ge wichtsteil Nasschlamm etwa 12 Gewichtsteile Wasser verwendet. Diesen Schlamm pumpt man durch einen Röhrenerhitzer,
in welchem er während der etwa ein- minutigen Durchflusszeit bis etwa 90' C erwärmt wind, in eine zweite kontinuierlich arbeitende Schlammzentrifuge. Die hier anfallenden Feststoffe werden verworfen; der zweite Extrakt wird unmittel bar nach ,dem Austritt aus der Zentrifuge auf Raum temperatur gekühlt und, wieg erwähnt. zur Schlamm- bereitung aus dem frischen Zichorienpulver verwen det.
Der .bei der ersten Zentrifugation anfallende Ex trakt wird unmittelbar nach dem Verlassen der Zen- trifuge auf 30 10' C gekühlt, in einer hochtourigen Klärzentrifuge kontinuierlich von den mitgerissenen feinen Feststoffen befreit und in einem kontinuierlich arbeitenden Durchlaufverdampfer unter verminder tem Druck auf einen Feststoffgehalt von etwa 60<I>0l0</I> konzentriert.
Nach Zugabe eines Teils der rektifizier ten Aromastoffe trocknet man das erhaltene Gemisch auf :einem kontinuierlich arbeitenden Vakuumwalzen trockner. Die Gesamtausbeuten liegen je nach Her kunft und Röstung der verwendeten Zichorie zwi schen 58 und 66 0/0.
<I>Beispiel 3</I> Eine Teemischung, bestehend aus 2 Teilen Kenya Kaimosi, 1 Teil Assam Rajmai, 1 Teil Ceylon Ken mare und.1 Teil South-iIndia Yellypatty, wind konti nuierlich zu deinem Pulver mit einer mittleren Korn- grösse von 0,
35e mm vermahlen und unmittelbar an- schlessen@d in einem geschlossenen Gefäss unter Kohlendioxydatmosphäre kontinuierlich mit dem Waschwasser der bei der :
ersten Extraktion anfallen den ungelösten Feststoffe (idem zweiten Extrakt) zu !einem pumpbaren Schlamm verrührt. Dieser wind .in einem Durchlaufverdampfer mit als Zyklon wirken- ,dem Verdampfungsraum der beschriebenen Art bei einer Endtemperatur von ungefähr 95 bis 100 C ex trahiert und unter Verdampfung eines Teils des Ex traktionswassers von den flüchtigen Aromastoffen befreit.
Der Wasserdampf und .die darin enthaltenen Aromastoffe wenden kondensiert und gekühlt; @die Menge ides aromahaltigen Destillates beträgt 30 G;ew.-% bezogen auf ,das frische Teematerial. Der von .den flüchtigen Aroma.stoffen befreite heisse Schlamm, .in welchem das Verhältnis von Extrakt zu frischem Teematerial etwa 10:
1 beträgt, entsprechend ,einer Extraktionsausbeute von etwa 36 0/0, wird sofort nach dem Austritt aus dem Durchlaufverdampfer in einer Zentrifuge mit kontinuierlichem Austrag unter Kohlendioxydatmosphäre in Extrakt und Extrak tionsrückstand getrennt.
Die ausgetragenen Feststoffe werden unter Luft- ausschluss bei 20' C mit frischem, kationen- und sauerstoffreiem Wasser erneut kontinuierlich zu einem Schlamm verrührt, wobei das Verhältnis von Wasser zu frischem Teematerial 14:1 beträgt.
Dieser zweite Schlamm wird in einem röhrenförmigen Durchlaufer hitzer kurz auf 80' C erwärmt und sofort nach Aus tritt unter Kohlendioxydatmosphäre mittels einer zweiten kontinuierlich arbeitenden Schlammzentri fuge in Extrakt und Extraktionsrückstand getrennt. Der klare Extrakt wird auf Raumtemperatur gekühlt und, wie ,erwähnt, zur Schlammbereitung aus dem frischen Teematerial verwendet.
Der bei der ersten Zentrifugation anfallende Ex trakt wird in :drei hintereinandergeschalteten einstufi- Pn Durchlaufverdampfern unter vermindertem Druck bei 35 C Extrakt- und 70 C Heissdampftem- peratur kontinuierlich auf einen Feststoffgehalt von 60,
7 % konzentriert. Bei der Vereinigung mit dem aromahaltigen Destillat erhält man ein Gemisch mit 40,4 % Feststoffgehalt, welches durch Sprühtrock- nung .in ein trockenes Pulver übergeführt wird.
In heissem Wasser gelöst, ergibt das erhaltene Produkt ein Getränk, das einem frisch hergestellten Aufguss aus derselben Teemischung in keiner Weise nachsteht.
<I>Beispiel 4</I> Ceylon-iT.eestaub ( Sandy Dustv) einer mittleren Korngrösse von 0,35 mm wird. in einem geschlosse nen Gefäss mit frischem entkationisiertem und sauer- stoffre.iem Wasser zu einem pumpbaren Schlamm verrührt, wobei das Verhältnis von Wasser zu fri schem Teematerial 12,,1:1 beträgt.
Der Schlamm wird, auf 95 C vorgewärmt, meiner Extraktionsvor richtung der mit Bezug auf die Zeichnung beschriebe nen Art extrahiert, wobei :die flüchtigen Aromastoffe mittels Dampf abdestilliert werden.
Die Menge des kondensierten, aromahaltigen ,Destillates beträgt 34,.8 Gew.-% bezogen auf das frische Teematerial. Der von den flüchtigen .Aromastoffen befreite heisse Schlamm, .in welchem das Verhältnis von Extrakt zu frischem Teematerial l1,0:
1 beträgt, entsprechend einer Extraktionsausbeute von 29,8%, wird .sofort nach dem Austritt aus dem Durchlaufverdampfer in einer ,Zentrifuge mit kontinuierlichem Austrag unter Luftausschluss in Extrakt und Extraktionsrückstand getrennt.
Die ausgetragenen Feststoffe werden unter Luft- ausschluss bei Raumtemperatur mit frischem entka- tionisiertem und sauerstoffreiem Wasser ;erneut zu einem Schlamm verrührt.
Dieser wird kurz auf 90 C erwärmt und nach Kühlung auf 20 bis 30 C ,m einer kleinen Extraktionsvorrichtung derselben Art, wie sie für die erste Extraktion verwendet worden ist, Jedoch ohne Dampfeinleitung und Aromaentfernung mit kur zer Haltezzit :extrahiert und darauf erneut zentrifu giert.
Man erhält dabei einen zweiten Extrakt mit einem Feststoffgehalt von 0g67 Gew.-%. ;Das Verhält- nis von zweitem Extrakt zu frischem Teematerial be trägt 6,9-1, entsprechend einer Extraktionsausbeute von weiteren 4,6 0/0. Die Gesamtausbeute beider Ex traktionen beträgt somit 34,4 0/0.
Die beiden Extrakte werden vereinigt und .in einem Dünaschichtverdampfer der nachstehend Be schriebenen Art in zwei Durchgängen auf einen Fest- stoffgehalt von 5.6;
3 Gew. % konzentriert. Der Ver- dampfer besteht aus einem senkrechten, aussen mit Dampf hdheizten Rohr, welches in .seinem Innern mit einem sich drehenden Rührer versehen .ist.
Der am oberen Ende aufgegebene Extrakt wird, während er unter der Wirkung der Schwerkraft nach unten fliesst, durch den Rührer über die ganze beheizte Rohroberfläche verteilt.
Bei der Vereinigung des Konzentrates mit (dem aromahaltigen Destillat erhält man ein Gemisch mit 35,9 Gew.-% Feststoffgehalt, welches durch Sprühtrocknung in ein trockenes Pul ver übergeführt wird.
In heissem Wasser gelöst, ergibt das erhaltene Produkt ein Getränk von hervorragendem Ge schmack und Geruch.