Phasenfolgerelais für Drehstrom-Elektromotoren Besonders bei ortsveränderlichen Maschinen wie Baumaschinen, Pumpen, Werkzeugmaschinen, Kreis sägen, oder dgl., die durch Elektromotore vom 380 V Drehstrom angetrieben werden, kommt es häufig vor, dass die einzelnen Pole nicht richtig angeschlossen sind, wodurch dem Antriebsmotor eine verkehrte Drehrichtung gegeben wird. Meist kann man dies erst dann merken, wenn die Maschinen arbeiten und beispielsweise die Pumpe die Flüssigkeit nicht in einen bestimmten Behälter hinein, sondern aus ihm heraus pumpt oder Werkzeuge mit der verkehrten Seite an greifen.
Wird eine solche falsche Drehbewegung festgestellt, so ist es im allgemeinen notwendig, die einzelnen Pole umzuklemmen, damit die Phasen des Elektromotors denen der Zuleitung entsprechen. Da das Umklemmen oftmals schwierig und besonders von Laien auch gefährlich sein kann, hat man Polwende schalter eingebaut, die von Hand betätigt werden und die es ermöglichen, die einzelnen Phasen umzuleiten.
Besonders bei Baumaschinen werden auch Pha- senfolgerelais verwendet, die bewirken, dass bei verwechselter Phase ein Stromstoss gegeben wird, der die Zugspule des Motorschützes abschaltet, so dass der Motor stehen bleibt. Durch eine solche Vorrich tung wird zwar rechtzeitig bemerkt, wenn der Elek tromotor nicht richtig angeschlossen ist, es bleibt aber auch hier nötig, die verkehrt angeschlossenen Pole umzuklemmen.
Um diesem Mangel abzuhelfen, wird erfindungs gemäss ein Phasenfolgerelais vorgeschlagen, das, gleichgültig, wie der Drehstromelektromotor ange schossen ist, ermöglicht, dass die richtigen Phasen zueinander kommen.
Um dies zu erreichen, wird ein Phasenfolgerelais vorgeschlagen, das eine durchgehende Phase und zwei durch Relais unterbrochene Phasen aufweist, die mit der durchgehenden Phase über eine Konden- sator-Widerstand-Brücke verbunden sind, wobei von den Relais auf Grund des an einer der Kondensator- Widerstand-Brücken auftretenden Spannungsunter schiedes eines wahlweise schliessbar ist.
Als Relais in der unterbrochenen Phase kann sowohl ein Wechselstromrelais als auch ein Gleich stromrelais verwendet werden, wobei die Benutzung eines Gleichstromrelais jedoch ein Zwischenschalten eines Gleichrichters notwendig macht.
In einem beispielweisen Phasenfolgerelais nach der Erfindung finden sich zwei Stromdurchgänge, von denen einer jeweils durch Ziehen eines Relais ge schlossen werden kann. Während der eine Strom durchgang derart ist, dass die Eingangsphasen gleich den Ausgangsphasen sind, sind beim anderen Strom durchgang zwei Phasen miteinander vertauscht. Das Ziehen des einen oder anderen Relais und damit Schliessen des einen oder anderen Stromdurchganges wird dadurch bewirkt, dass zwischen der durchge henden Phase und den unterbrochenen Phasen ein Spannungsunterschied auftritt.
Da bei Drehstrom jeweils zwei Phasen eine gleiche Spannung aufweisen, während die dritte eine andere Spannung hat, kann der Spannungsunterschied zwischen der durchgehenden Phase und den unterbrochenen Phasen immer nur an einer Brücke zwischen Kondensator und Widerstand entstehen und somit immer nur ein Relais gezogen werden.
Vorteilhaft sind die einzelnen Schaltelemente des Phasenfolgerelais nach der Erfindung auf einer ge meinsamen Trägerplatte angeordnet und zu einer Baueinheit zusammengefasst.
Besonders bewährt hat es sich, das ganze Pha- senfolgerelais in zwei Kunststoffschalen einzubetten, die wasserdicht verschlossen sind.
Weitere Einzelheiten sind aus den beispielhaften Zeichnungen bevorzugter Ausführungsformen erkenn bar.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf das Phasenfolgerelais nach der Erfindung mit abgenommenen Kunststoff- schalendeckel.
Fig. 2 zeigt ein Schaltplan entsprechend der Anord nung nach Fig. 1 mit Gleichstromrelais.
Fig. 3 zeigt eine andere Schaltanordnung mit Wechselstromrelais.
Wie aus Fig. 1 erkennbar ist, sind die einzelnen Schaltelemente zu einer Baueinheit zusammengefasst und auf einer gemeinsamen Trägerplatte 1 angeordnet. Dies Trägerplatte 1 ruht in einem Kunststoffgehäuse 2, welches vorteilhaft aus zwei Kunststoffschalen zusam mengesetzt ist, die nach Einbau der elektrotechnischen Teile zusammengeklebt oder anderweitig zusammen gefügt werden können, so dass das Phasenfolgerelais nach aussen vollständig abisoliert ist.
Auf der annähernd rechteckigen Trägerplatte 1 sind an jeder der Schmalseiten drei Anschlussklem- men 3, 4, 5 bzw. 6, 7, 8 befestigt. Während die Anschlussklemmen 3, 4, 5 mit den entsprechenden Drahtenden, die vom Stromnetz kommen, verbunden werden, werden die zu dem elektrischen Gerät führen den Anschlussleitungen an die Anschlussklemmen 6, 7, 8 geklemmt.
Neben den Stromeingangsklemmen 3, 4, 5 befindet sich eine Lötleiste 9, auf der zwei Kondensatoren 10 und 11 sitzen. Diese Kondensatoren werden seitlich eingerahmt, durch je einen Widerstand 12 und 13-.
Über Leitungsdrähte 14 und 15 sind die Wider stände mit den beiden äusseren Schlussklemmen 3 und 5 verbunden, wobei die Leitung 14 von der Anschlussklemme 3 zum Widerstand 12 un die Lei tung 15 von der Anschlussklemme 5 zum Widerstand 13 führt.
Die beiden Kondensatoren dagegen sind über Leitungsdrähte 16, 17 einmal mit der mittleren Anschlussklemme 4 und über Leitungsdrähte 18, 19 mit den Widerständen 12 und 13 verbunden.
Von den beiden durch Kondensator und Wider stand gebildeten Brücken geht ferner je eine Leitung zu zwei Gleichrichtern 20 und 21, die etwa in der Mitte der Trägerplatte 1 nebeneinander liegen.
Aussen benachbart den Gleichrichtern 20, 21 sind auf beiden Seiten zwei Schaltrelais 22 und 23 auf die Trägerplatte 1 gesetzt. Die Gleichrichter und die Schaltrelais sind ebenfalls über Leitungsdrähte 24 bzw. 25 miteinander verbunden. Ausserdem steht jedes Schaltrelais sowohl mit den beiden anderen Anschlussklemmen 3 und 5 des Stromeinganges als auch mit den beiden äusseren Anschlussklemmen 6 und 8 des Stromausganges in Verbindung.
Die mittleren Anschlussklemmen 4 und 7 sind durch einen weiteren ununterbrochenen Leitungsdraht miteinander verbunden. Die Wirkungsweise des Phasenfolgerelais nach der Erfindung ist wie folgt: Vom Stromnetz kommt der Strom über die drei Pole des Anschlusskabels zu den Anschlussklemmen 3, 4, 5 und von hier zu den Kondensator-Widerstand- Brücken 10, 12 bzw. 11, 13. Wie bei Drehstrom üblich, weisen zwei der drei Phasen gleiche Spannung, die dritte jedoch eine andere Spannug auf. Hierdurch entsteht an einer der beiden Brücken 10, 12 oder 11, 13 ein Spannungsunterschied, während sich an der anderen Brücke die Spannungen aufheben.
Dieser Spannungsunterschied bewirkt, dass das entsprechende Relais 22 oder 23 gezogen wird, während das andere Relais in seiner bisherigen Stellung verbleibt.
Durch Ziehen des einen der Relais nun wird der Stromkreis geschlossen und der Stromdurchgang von den Stromeingangsklemmen 3, 4, 5 zu den Stromaus gangsklemmen 6, 7, 8 möglich. Nach dem Beispiel, wie es besonders deutlich aus den Schaltplänen der Fig. 2 und 3 zu erkennen ist, erfolgt der Stromdurch gang beim Schliessen des Relais 22 von der An- schlussklemme 3 zur Anschlussklemme 6 und von der Anschlussklemme 5 zur Anschlussklemme B. Beim Schliessen des Relais 23 dagegen werden die An schlüsse miteinander vertauscht, so dass der Strom von der Anschlussklemme 3 zur Anschlussklemme 8 und von der Anschlussklemme 5 zur Anschlussklemme 6 geht.
In beiden Fällen bleibt eine durchgehende Phase, nämlich von der Anschlussklemme 4 zur Anschlussklemme 7 bestehen.
Die Anordnungen nach den Schaltplänen der Fig. 2 und 3 unterscheiden sich nur dadurch, dass nach Fig. 2 mit einem Gleichstromrelais gearbeitet wird, was ein Zwischenschalten eines Gleichrichters notwendig macht, während bei Verwendung eines Wechselstrom relais (Fig. 3) dies nicht notwendig ist. Die Verwendung eines Gleichstromrelais hat jedoch den Vorteil, dass das Relais ruhiger arbeitet und kein Flattern auftritt.
Das Phasenfolgerelais nach der Erfindung ist vielseitig verwendbar. Es lässt sich leicht einbauen und ist durch sein Kunststoffgehäuse gut abisoliert. Die Andordnung der einzelnen elektrischen Elemente ist übersichtlich, da die paarweise verwendeten Teile in einer Ebene und symetrisch auf der Trägerplatte sitzen. Natürlich wäre es auch denkbar, je nach den örtlichen Gelegenheiten, die Elemente in anderer Weise zu lagern.