CH403415A - Vorrichtung zur Spaltabdichtung gegen hohe Drücke - Google Patents
Vorrichtung zur Spaltabdichtung gegen hohe DrückeInfo
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Description
Vorrichtung zur Spaltabdichtung gegen hohe Drücke Die Notwendigkeit zur Abdichtung ebener Spalte ergibt sich beispielsweise bei Deckelbefestigungen für Druckgefässe, bei Ventilbefestigungen, bei Stopf- büchspackungen, bei Befestiungen zwischen Zylin derkopf und Zylinderdeckel sowie in vielen anderen ähnlichen Fällen.
Die Abdichtung der in allen diesen Fällen vor handenen ebenen Spalte bereitet vor allem dann Schwierigkeiten, wenn der Spalt gegen hohe Drücke, beispielsweise solche von über 200 at, abdichten soll.
Bisher ist das Problem der Abdichtung gegen hohe Drücke in ebenen Spalten durch metallische Berührung gelöst worden, indem die Berührungsflä chen der aufeinanderliegenden Bauteile aufgeschliffen wurden. Ein Nachteil der aufgeschliffenen Flächen liegt darin, dass zusätzlich zu dem später auftretenden Betriebsdruck eine entsprechend grosse Vorspannung von vorneherein aufgebracht werden muss, damit diese als verbleibende Restkraft die Abdichtung der Schleifflächen bewirken kann.
Bei extrem hohen Drücken ist diese Konstruktion deshalb nicht mehr brauchbar, weil es kaum noch Werkstoffe gibt, die eine derartig hohe Streckgrenze aufweisen, zumal es sich dabei oft um schwellende Belastungen mit einem sehr hohen Schwellbereich handelt. Hinzu kommt, dass die Bearbeitung der Schleifflächen umständlich, zeitraubend und teuer ist, und dass bei jeder Repara tur neu aufgeschliffen werden muss.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung, durch wel che die beschriebenen Nachteile vermieden werden, ist gekennzeichnet durch eine im Bereich des ebenen Spaltes gelegene, das eine Druckgebiet ringförmig umschliessende Kammer zur Aufnahme eines aus elastischem Werkstoff bestehenden Dichtungsringes.
Die Erfindung ermöglicht eine Ausführung, bei welcher in den Befestigungsschrauben für die beiden mit ihren ebenen Berührungsflächen aufeinanderlie- genden Körper die sonst notwendige Vorspannkraft zum Abdichten entfällt, wodurch man mit üblichen Werkstoffen für die Verbindungsschrauben aus kommt oder den Schraubenquerschnitt entsprechend reduzieren kann, was den weiteren Vorteil ergibt, dass man die Befestigungsschrauben überhaupt in einem einigermassen erträglichen Teilkreis unter bringen kann,
da der Teilkreis im Verhältnis zur Auflagefläche unter Berücksichtigung des auftreten den Biegemomentes die Höhe der Deckelkonstruk tion bestimmt.
Bei einem Betriebsdruck von beispielsweise 4000 at ergibt sich bei geschliffenen Berührungsflächen zwischen den Bauteilen eine notwendige Restspan nung von etwa 2500 bis 3000 at in den Schleifflä chen, also eine maximale Vorspannung von etwa 7000 at. Es hat sich gezeigt, dass bei Verwendung einer erfindungsgemässen Vorrichtung die Vorspan- nung um mindestens ein Drittel reduziert werden kann.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Fig.l-5 stellen Querschnitte durch verschiedene Ausführungsformen der Erfindung dar. Einander entsprechende Teile sind in den einzelnen Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Gemäss Fig. 1 liegen die beiden Körper 1 und 2 mit ihren ebenen Berührungsflächen aufeinander, wodurch der abzudichtende Spalt 3 gebildet wird. Die Körper 1, 2 werden von einer druckführenden Boh rung 4 durchdrungen. Mit 5 ist die ringförmig gestal tete Einleitungsstelle für das hochgespannte Medium in den Spalt 3 bezeichnet. Durch entsprechende Aus- nehmungen in den Körpern 1, 2 ist eine ringförmige Kammer 6 geschaffen, die den elastischen Dichtungs- ring 7 aufnimmt. Der Dichtungsring 7 ist nach der Druckseite zu mit einer umlaufenden Aussparung 8 versehen.
Wenn das Druckmittel durch den Spalt 3 in die Aussparung 8 gelangt, drückt es die beiderseitigen Ränder des Dichtungsringes 7 gegen die benachbar ten Kammerwandungen, so dass eine auch für höchste Drücke ausreichende Abdichtung geschaffen ist. Der Dichtungsring 7 ist in die Kammer 8 mit Vorspannung eingesetzt, die einerseits durch entspre chend grössere Bemessung des Dichtungsringes 7 ge genüber seiner Kammer 8 andererseits aber auch da durch hervorgerufen werden kann, dass für den Dichtungsring 7 ein Werkstoff mit einer gewissen Quellfähigkeit verwendet worden ist.
Die auf der Be messung des Dichtungsringes und auf der Quellfähib keit seines Werkstoffes beruhenden Vorspannungen können einzeln oder auch gleichzeitig sich einander ergänzend zur Anwendung kommen.
Vorzugsweise dann, wenn die Abmessungen des niederen Druckbereiches des Spaltes 3 gross sind, empfiehlt es sich, in dem niederen Druckbereich des Spaltes eine umlaufende Rille 9 vorzusehen, die mit einem oder mit mehreren nach aussen, im allgemei nen zur Atmosphäre führenden Abflusskanälen 10 versehen ist. Durch präzise Bearbeitung und durch Zentrierung der beiden Körper 1, 2 muss dafür ge sorgt werden, dass die beiden Kammerhälften unter Vermeidung hervorstehender Kanten genau zur Dek- kung gebracht werden.
Die Ausführungsform nach Fig. 2 unterscheidet sich von derjenigen nach Fig. 1 im wesentlichen da durch, dass zur Herstellung der Kammer 11 nur der eine Körper 1 mit einer ringförmigen Ausnehmung versehen ist. Der Abschluss der Kammer 11 wird auf der einen Seite durch die ebene Berührungsfläche des Körpers 2 gebildet. Der in die so gebildete Kammer 11 eingelegte Dichtungsring 12 ist wiederum nach der Druckseite hin mit einer Aussparung 13 versehen. Der Spalt oder sonstige Kanal 14 stellt über den Druckbereich des Spaltes 3 die Verbindung zwischen der Einleitungsstelle 5 des hochgespannten Mediums und der Aussparung 13 her.
Der Dichtungsring 12 ist wiederum in ähnlicher Weise wie der Dichtungsring 7 gemäss Fig. 1 unter Vorspannung in seine Kammer eingesetzt. Auch bei der Ausführungsform nach Fig. 2 können im niederen Druckbereich des Spaltes 3 eine ringförmig umlaufende Rille mit Abführungskanälen im Sinne der Teile 9, 10 in Fig. 1 vorgesehen sein.
Gemäss Fig.3 hat die ringförmige Kammer 15 kreisförmigen Querschnitt. Der in die Kammer 15 eingesetzte Dichtungsring 16 hat demzufolge eben falls kreisförmigen Querschnitt. Seine Aussparung 17 ist nach der Einführungsstelle 5 des hochgespannten Mediums zu gerichtet. Dadurch, dass der Querschnitt des Dichtungsringes 16 vor dem Einbau des Ringes grösser ist als der Querschnitt der Kammer 15, sowie durch Verwendung eines quellfähigen Werkstoffes für den Dichtungsring 16 wird wiederum dessen Vor spannung gegenüber der Wandung der Kammer 15 gewährleistet.
Der radiale Abstand x zwischen der Kammer 15 und der Einleitungsstelle 5 für das hoch gespannte Medium in den Spalt 3 ist verhältnismässig gering. Dadurch wird verhindert, dass sich im Druck bereich des Spaltes 3 ein nennenswerter Druck auf- bauen kann, der eine zusätzliche Belastung der in der Zeichnung nicht dargestellten Befestigungsschrauben für die Verbindung der Teile 1 und 2 miteinander ergeben würde.
Die Ausführungsform nach Fig. 3 ist besonders geeignet für Dichtungsringe, deren Werk stoff eine genügend grosse Federungskraft besitzt, um den Dichtungsring allein durch entsprechend grosse Bemessung seines Querschnittes mit der erforderlichen Vorspannung in seine ringförmige Kammer einzu setzen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 findet wie derum ein in die ringförmige, und im Querschnitt kreisförmig gestaltete Kammer 18 eingesetzter Dich tungsring 19 mit ebenfalls kreisförmigem Querschnitt Anwendung, dessen zur Druckseite gerichtete Aus sparung 20 jedoch weniger tief in den Querschnitt des Ringes 19 eingreift, als bei der Ausführungsform nach Fig. 3 im Hinblick auf die Aussparung 17 des Dichtungsringes 16. Die Ausführungsform nach Fig. 4 eignet sich besonders für Dichtungsringe 19, deren Werkstoff nicht eine genügend grosse Elastizi tät aufweist, um allein auf Grund grösserer Formge bung des Dichtungsringes 19 gegenüber seiner Kam mer 18 die erforderliche Vorspannung zu erzeugen.
Bei der Ausführungsform nach Fig.4 finden daher zweckmässig quellfähige Werkstoffe für den Dich tungsring 19 Anwendung. Die radiale Rille 21, wel che die Aussparung 20 unmittelbar mit der Einlei- tungsstelle 5 des hochgespannten Mediums verbindet, sorgt dafür, dass die Aussparung des Dichtungsringes schnell und zuverlässig mit dem erforderlichen Dich tungsdruck zwischen dem Dichtungsring und seiner Gehäusewandung baufschlagt wird.
Die Ausführungsform nach Fig. 5 weicht von den bisher behandelten Ausführungsformen dadurch ab, dass die im Querschnitt allseitig geschlossene Kam mer für die Aufnahme des Dichtungsringes nicht al lein durch den Werkstoff der Körper 1 und 2 gebildet wird; sie ist besonders für kleine Druckbohrungen 4 geeignet. Die Kammer 22 wird so dicht an die Boh rung 4 heranverlegt, dass der in ihr enthaltene Dich tungsring 23 seine Abstützung an einem Stütz röhrchen 24 findet, welches den endgültigen Ab- schluss der Kammer 22 bewirkt.
Der Werkstoff des Dichtungsringes 23 kann ein solcher sein, dass die Vorspannung sowohl durch Volumenkompression als auch durch Quellfähigkeit erreicht wird. Ringförmige zylindrische Absätze der Körper 1 und 2 werden im Bereiche des Stützröhrchens 24 dadurch vermieden, dass konische Flächen 26 den übergang von der Kammer 22 zur Druckbohrung 24 herstellen. Bei der Montage werden dann die beiderseitigen Enden 25 des Stützröhrchens 24 aus einer ursprünglich zylin- drischen Gestalt in die aus Fig. 5 ersichtliche koni sche Gestalt zusammengestaucht.
Nach erfolgtem Zusammenbau ist dann dem Stützröhrchen 24 infolge seiner konisch verjüngten Enden 25 jede Möglichkeit von Verschiebungen in Achsenrichtung genommen. Das Stützröhrchen 24 besteht zweckmässig aus einem Präzisionsstahlrohr.
Bei allen Ausführungsformen der Erfindung ge nügt eine normale Bearbeitung der Berührungsflä chen zwischen den Teilen 1 und 2, insbesondere be darf es keines Aufschleifens dieser Flächen. Die ring förmigen Rillen 9 mit ihren Abflusskanälen 10 können bei allen Ausführungsformen der Erfindung Anwendung finden; Entsprechendes gilt für die ra dialen Bohrungen 21 im Druckbereich des Spaltes 3 gemäss Fig. 4.
In den Ausführungsbeispielen gemäss Fig. 1 bis 5 sind Anwendungsfälle gezeigt, bei denen die Druck bohrungen 4 beide Körper 1 und 2 durchdringen; die Erfindung lässt sich gleichermassen anwenden, wenn die Druckbohrung 4 nur den einen spaltbildenden Körper durchdringt, während der andere spaltbilden de Körper beispielsweise einen geschlossenen Deckel darstellt.
Die dargestellten Ausführungsbeispiele be treffen weiterhin solche Anwendungsfälle, bei denen der Druckbereich des Spaltes 3 sich innerhalb der ringförmigen Kammer für den Dichtungsring befin det; sie lässt sich auch dann anwenden, wenn der hohe Druckbereich des Spaltes 3 ausserhalb der ring förmigen Kammer, der niedrige Druckbereich dage gen innerhalb derselben liegt. Dann muss natürlich die Aussparung des Dichtungsringes nach auswärts gerichtet sein. Die dann gegebenenfalls erforderlichen ringförmigen Rillen und radialen Abflusskanäle ent sprechend den Teilen 9, 10 in Fig. 1 und 4 müssen dann ebenfalls auf der anderen Seite, also innerhalb der ringförmigen Kammern für die Dichtungsringe liegen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Vorrichtung zur Spaltabdichtung gegen hohe Drücke, gekennzeichnet durch eine im Bereich des ebenen Spaltes (3) gelegene, das eine Druckgebiet ringförmig umschliessende Kammer zur Aufnahme eines aus elastischem Werkstoff bestehenden Dich tungsringes. UNTERANSPRÜCHE 1. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die das eine Druckgebiet ring förmig umschliessende Kammer (6, 11, 15, 18, 22) allseitig vom Werkstoff der aufeinanderliegenden Körper (1, 2) begrenzt wird (Fig. 1-5). 2.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die das eine Druckgebiet ring förmig umschliessende Kammer (15) den Eintrittsbe reich (5) des hochgespannten Mediums in den Spalt (3) umgrenzt (Fig. 3). 3. Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die das eine Druckgebiet ring förmig umschliessende Kammer (6, 15, 18, 22) bei derseitig symmetrisch zu dem abzudichtenden ebenen Spalt (3) angeordnet ist (Fig. 1, 3, 4, 5). 4.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die das eine Druckgebiet ring förmig umschliessende Kammer (11) aus einer Aus- nehmung im Bereiche der Berührungsfläche des einen Körpers (1) besteht, dass der Verschluss der Kammer durch die Berührungsfläche des anderen Körpers (2) gebildet wird und dass die Aussparung (13) des in der Kammer (11) liegenden Dichtungsrin ges (12) über einen Spalt oder sonstigen Kanal (14) mit dem Druckbereich des Spaltes (3) in Verbindung steht (Fig. 2). 5.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im Spalt (3) eine oder mehrere Rillen (21) angeordnet sind, welche die Einleitungs- stelle (5) für das Medium hohen Druckes in den Spalt mit der ringförmigen Kammer (18) verbinden (Fig. 4). 6. Vorrichtung nach Patentasnpruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Einleitungsstelle (5) für das Medium hohen Druckes in den Spalt (3) aus einer den einen oder beide Körper (1, 2) durchdringende Bohrung (4) besteht (Fig. 1 bis 5). 7.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (3) auf der dem hohen Druckgebiet gegenüberliegenden Seite der ring förmigen Kammer (6, 18) mit einer umlaufenden Rille (9) versehen ist, die durch einen oder mehrere radiale Abflusskanäle (10) mit der Atmosphäre in Verbindung steht (Fig. 1 und 4). B.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass auf Grund entsprechend grosser Bemessung des Dichtungsringes (7, 12, 16, 19, 23) und/oder unter Ausnutzung der Quellfähigkeit des Werkstoffes desselben die Oberfläche des Dichtungs ringes gegen die Begrenzungsfläche seiner Kammer (6, 11, 15, 18, 22) unter Vorspannung anliegt (Fig. 1 bis 5). 9.Vorrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die das eine Druckgebiet ring förmig umschliessende, einen Dichtungsring (23) auf nehmende Kammer (22) auf der Seite der die beiden Körper (1, 2) durchdringenden Bohrung (4) durch ein Stützröhrchen (24) abgeschlossen ist, das an seinen beiden Enden mit Hilfe konischer Wände (26) der beiden Körper (1, 2) durch Verformung verjüngt ist (Fig. 5).
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