CH403450A - Verfahren zur Herstellung einer duktilen Diffusionslötverbindung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer duktilen DiffusionslötverbindungInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung einer duktilen Diffusionslötverbindung Die Löttechnik verwendet bei hochtemperatur festen Legierungen zurzeit hauptsächlich relativ nie drigschmelzende, auf Nickelbasis aufgebaute Hart lote. Diese Nickellote, welche zwischen 1000-1200 C schmelzen, enthalten gewöhnlich noch Chrom, Sili zium, Bor, Kohlenstoff und Eisen als zusätzliche Legierungsbestandteile. Für viele Fälle sind diese Lote vollkommen zufriedenstellend. Als nachteilig ist jedoch zu vermerken, dass sie hart und spröde sind und die damit hergestellten Lötverbindungen die gleichen Eigenschaften aufweisen.
Dies beruht darauf, dass das Bor, welches in allen diesen Loten enthalten ist, entlang der Korn grenzen austenitischer Legierungen ein Boridnetz- werk bildet. Es ist hart und spröde und kann ins besondere dann zu Fehlern in Lötverbindungen füh ren, wenn dieselben bei hohen Temperaturen dynami schen Spannungen ausgesetzt sind.
Die vorliegende Erfindung vermeidet diese Nach teile und bezieht sich auf ein Verfahren zur Her stellung einer duktilen Diffusionslötung zwischen zwei aus hochtemperaturfesten Legierungen bestehenden Körpern. Erfindungsgemäss wird dabei als Verbin dungsmaterial Beryllium in so dünner Schicht ver wendet und der Diffusionsprozess bei entsprechender Temperatur unter Ausschluss von Sauerstoff so lange geführt, dass durch die Diffusion des Berylliums in die benachbarten Körperflächen ein Kornwachstum des Materials derselben über die Schicht hinweg ausgelöst wird.
Dieses Verfahren eignet sich zur Verbindung von hochtemperaturfesten Legierungen und insbeson dere von rostfreiem Stahl mit martensitischem oder austenitischem Gefüge.
Zweckmässige Verfahrensschritte sind folgende: 1. Feinste Bearbeitung der aufeinander zu legenden Oberflächen der zu verbindenden Teile, wobei die Oberflächen unbedingt sauber entfettet gehal ten werden müssen.
2. Auftragen einer dünnen und gleichmässigen Lage von Beryllium, z. B. in Gestalt eines in einem verdampfbaren Trägerstoff eingebetteten Be-Pul- vers, auf wenigstens eine der aufeinander zu le genden Oberflächen.
3. Aufeinanderlegen der Teile, wobei die bearbei teten Oberflächen in innigen Kontakt mit der zwischen ihnen liegenden Berylliumschicht kom men.
4. Erwärmen dieser Anordnung in einem Vakuum ofen auf eine Temperatur von wenigstens 1000 C für eine bestimmte Zeit, um den Diffusionsvor gang in ausreichender Weise zu ermöglichen.
Der Diffusionsvorgang muss in einer sauerstoff- freien Atmosphäre vor sich gehen, wobei die Diffu sionszeit mit Vorteil wenigstens 20 Sekunden be trägt. Der Diffusionsvorgang findet dabei in doppel ter Richtung statt.
Einmal dringt von der Zwischenschicht das Be ryllium in das Metall der zu verbindenden Teile ein, anderseits diffundiert dieses Grundmetall auch in die Zwischenschicht, wobei eine Legierung in der Zwischenschicht entsteht, welche sich der Zusammen setzung der Legierung der zu verbindenden Teile nähert.
Die nachfolgenden Beispiele zeigen, wie unter Berücksichtigung der genannten Grundsätze und eini ger erfahrungsbedingter Kenntnisse Lötverbindungen zwischen zwei hochtemperaturbeständigen Legierun gen mit unterschiedlichem Aufbau ausgeführt wur den.
<I>Beispiel 1</I> Für eine Lötverbindung aus martensitischem, rostfreiem Stahl (Typ AISI 410, Zusammenset- zung: 11,5,1o-13,5% Chrom, 0,15% max. Kohlen stoff und sonst im wesentlichen Eisen) wurden zwei 19 mm (3/4 inch) breite und etwa 3 mm (1/8 Inch) dicke Stücke vorbereitet. Die zu lötenden Ober flächen wurden feinstbearbeitet und mit Polierpapier, Körnung 400 (400 grit metallographic paper), ge glättet, damit die beiden Teile eine einwandfreie Passung hatten.
Nach gründlicher Entfettung wurde eine Mischung aus Berylliumpulver bis zu etwa 0,044 mm Teilchendurchmesser (325 mesh) mit einem verdampfbaren Trägerstoff, der aus einer thermoplastischen Komponente in einem organischen Lösungsmittel bestand, in einer Dicke von etwa 0,0125-0,05 mm (0,0005-0,002 inch) auf die po lierte Fläche der einen Platte aufgetragen. Der Trä gerstoff war eine flüssige niedrigpolymere Acryl säure. Andere flüssige niedrigpolymere Alkyl-Acryl- Harze sind ebenfalls brauchbar. Die feinstpolierte Fläche des anderen Teiles wurde über die so präpa rierte Fläche gelegt und das Ganze einem Druck von 13 600 kg (30 000 pounds) ausgesetzt.
Dieser Druck war notwendig, um einen innigen Zwischen schichtkontakt zwischen den vorbereiteten Flächen sicherzustellen.
Hernach wurde diese zu lötende Anordnung in eine Vykor-Röhre eingesetzt und diese mit einer Induktionsspule umgeben. Die Vykor-Röhre wurde dann bis zu einem absoluten Druck von 7.10-5 Torr (0,07 micron) evakuiert: In dieser Vakuum kammer wurde die zu lötende Verbindung dann bis auf 1300 C aufgeheizt, eine Minute lang auf dieser Temperatur gehalten und in dem Vakuum wieder bis auf Raumtemperatur abgekühlt. Der Trägerstoff hatte sich durch diese Behandlung vollständig ver flüchtigt. Zur Beurteilung der Güte der Diffusions lötung wurde das Muster quer zur Zwischenfläche auseinandergeschnitten, poliert, mit einem Ätzmittel nach Fry geätzt und sodann unter dem Mikroskop bei 100facher Vergrösserung geprüft.
Es wurde eine Be rylliumdiffusion im Grundmetall der zusammengelö teten Teile in Form von nadelförmigen Strukturen, in der Hauptsache parallel zur Zwischenschicht, - je doch in einiger Entfernung davon, festgestellt. Ausser dem wurde ein Kornwachstum über der ursprüngli chen Zwischenschicht festgestellt.
<I>Beispiel 11</I> Eine Diffusionslötverbindung aus einer hoch temperaturbeständigen Legierung auf der Basis von austenitischem Stahl, nachstehend als Legierung D bezeichnet, wurde durch eine sich etwas von Bei spiel I unterscheidende Methode vorbereitet. Die Le gierung D hatte folgende Zusammensetzung:
EMI0002.0010
Nickel <SEP> 26,00 <SEP> Gewichtsprozente
<tb> Chrom <SEP> 13,50 <SEP> <B>35</B>
<tb> Molybdän <SEP> 2,75 <SEP> "
<tb> Titan <SEP> 1,75 <SEP> "
<tb> Magnesium <SEP> 0,90 <SEP> "
<tb> Silizium <SEP> 0,80 <SEP> "
<tb> Aluminium <SEP> 0,10 <SEP> "
<tb> Kohlenstoff <SEP> 0,04 <SEP> "
<tb> Eisen <SEP> Rest <SEP> " Die aufeinanderzupassenden Oberflächen der bei den Teile aus Legierung D wurde poliert und ent fettet wie in Beispiel I.
Die eine so vorbereitete Oberfläche wurde dann mit Beryllium bedampft. Dies wurde in einem Ofen ausgeführt, in dem eine mit 99,7 % Beryllium gefüllte Tantalschäle etwa 20 cm (8 Inch) unterhalb der Stahlteile angeordnet war. Die das Beryllium enthaltende Tantalschale bil dete gleichzeitig das Widerstandselement des Ofens und wurde durch direkten Stromdurchgang auf die erforderliche Verdampfungstemperatur des Beryl liums gebracht.
Die Stromstärke betrug dabei bis zu 250, die Verdampfungszeit 45 Sekunden bei einer Temperatur von etwa 1100 C. Während des ganzen Vorganges wurde ein Vakuum von 8.10-5 Torr (0,08 micron) aufrechterhalten. Die erreichte Dicke der aufgedampf ten Berylliumschicht wurde auf etwa 0,05-0,08 mm (2-3 micro-inches) geschätzt. Die so vorbereiteten Teile aus Legierung D wurden dann sich überlappend aufeinander gelegt, im Vakuum auf 1250 C er wärmt und für eine Minute auf dieser Temperatur gehalten.
Die dadurch erhaltene, gelötete Verbindung wurde dann durchschnitten, poliert und geätzt wie im Verfahren nach Beispiel I. Nach Betrachtung des Schliffes mittels 500facher Vergrösserung im Mikroskop wurde festgestellt, dass das Beryllium aus der Zwischenschicht in die beiden miteinander ver bundenen Teile der Legierung D eindiffundiert war und im Zwischenschichtbezirk ein Gefüge aus einer vorwiegend festen Lösung mit einem Kornwachstum über die frühere Zwischenschicht erzeugt hatte.
Nach der Diffusionslötung wurde diese Verbin dung einer Scherprüfung bei Raumtemperatur unter worfen. Die Scherfestigkeit von einfachüberlappten Verbindungen zwischen Teilen aus Legierung D, die mit Beryllium diffusionsgelötet waren, variierten von 920 kg/cm2 (13 000 psi) bis mehr als 1120 kg/cm2 (16 000 psi). Die Ergebnisse der Scherprüfung sind in der nachstehenden Tafel 1 dargestellt.
EMI0003.0000
<I>Tafel <SEP> 1</I>
<tb> Prüfdaten <SEP> einfach <SEP> überlappter <SEP> Verbindungen <SEP> aus <SEP> Teilen <SEP> der <SEP> Legierung <SEP> D <SEP> diffusionsgelötet
<tb> <U>mit <SEP> Beryllium</U>
<tb> <U>lfd. <SEP> N</U>umm<U>er</U> <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3
<tb> Bruchlast <SEP> lbs.
<SEP> (kg) <SEP> 1740 <SEP> (800) <SEP> 2275 <SEP> (1000) <SEP> 1328 <SEP> (600)
<tb> Lötfläche <SEP> Inch <SEP> (cm2) <SEP> .1424 <SEP> (0,022) <SEP> .1418 <SEP> (0,022) <SEP> .1016 <SEP> (0,016)
<tb> Bruchspannung <SEP> psi <SEP> (kg/cm2) <SEP> 12200 <SEP> (880) <SEP> 16000 <SEP> (1120) <SEP> 13100 <SEP> (910)
<tb> Dehnung <SEP> inch <SEP> (mm) <SEP> .1785 <SEP> (4,5) <SEP> .3745 <SEP> (9,5) <SEP> .1395 <SEP> (3,5)
<tb> Bemerkungen <SEP> im <SEP> Grundmetall <SEP> im <SEP> Grundmetall <SEP> in <SEP> Zwischenschicht
<tb> gebrochen <SEP> gebrochen <SEP> gebrochen Da Brüche im Grundmetall auftraten, als die Überlappung 3mal so gross war wie die Dicke der Platte, also einer Dimension, wie sie in der Praxis vorkommt, ist die hohe Festigkeit dieser Verbin dungen offensichtlich.
Da sich die Überlappungs fläche aus der Zugrichtung herausdrehte und dabei verformt wurde, kann auf eine grosse Duktilität der Verbindungen geschlossen werden.
Wenn der geeignete Diffusionszyklus hinsichtlich Zeit und Temperatur angewendet wird, diffundieren kleine Mengen von Beryllium, die vorher auf den zusammenzulötenden Flächen angebracht waren, von dieser Zwischenschicht in das Grundmetall ein und bilden die gewünschte feste Lösung mit den Ele menten des Grundmetalls in der Zwischenschicht und ergeben somit ausgezeichnete Lötverbindungen.
Es kann beobachtet werden, dass verhältnismässig geringe aufgedampfte Anteile von Beryllium in einer Schichtdicke von z. B. 0,025-0,25 mm (1-10 mi- crons) ausreichend sind, um eine gutgelötete Ver bindung zu erzielen.
Anderseits wird bei Verwendung grösserer Be träge von Beryllium, obgleich eine Lötung erfolgte, das überflüssige Beryllium spröde Kristalle bilden, die nicht erwünscht sind.
Es wurde eine Methode zur Erzeugung fester duktiler und korrosionsbeständiger Verbindungen von Teilen aus hochtemperaturfesten Legierungen offen bart, welche frei von unerwünschten, sprödemachen den Elementen sind. Damit wurden Resultate erzielt, wie sie in der konventionellen Löttechnik nicht er reicht werden können.
Als Anwendungsgebiet für dieses erfindungs gemässe Verfahren sei die Herstellung von metalli schen, wabenförmigen Aufbauten, wie sie z. B. in der Reaktortechnik vorkommen, genannt. Die Auf trags- und Bedampfungstechnik eignet sich gut, um das Diffusionselement Beryllium bei solchen ver wickelten Aufbauten anzubringen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer duktilen Diffu- sionslötverbindung zwischen zwei aus hochtempera turfesten Legierungen bestehenden Körpern, dadurch gekennzeichnet, dass als Verbindungsmaterial Beryl lium in so dünner Schicht verwendet und der Dif- fusionsprozess bei entsprechender Temperatur unter Ausschluss von Sauerstoff so lange geführt wird, dass durch die Diffusion des Berylliums in die benach barten Körperflächen ein Kornwachstum des Ma terials derselben über die Schicht hinweg ausgelöst wird.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass nach Feinstbearbeitung und Ent fettung der Oberflächen der zu verbindenden Werk stücke das Diffusionsmaterial in Gestalt von in einem verdampfbaren Trägerstoff eingebetteten Beryllium pulver auf wenigstens eine der beiden Oberflächen aufgetragen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Beryllium im Vakuum auf wenigstens eine der beiden Oberflächen aufgedampft wird. 3.Verfahren nach Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Zusammen pressen der zu verbindenden Teile, diese in einem Vakuumofen aufgeheizt und für wenigstens 20 Se kunden auf einer Temperatur von wenigstens 1000 C gehalten werden.
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1960
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