CH403952A - Elektromechanisches Antriebssystem und Verwendung desselben - Google Patents

Elektromechanisches Antriebssystem und Verwendung desselben

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CH403952A
CH403952A CH1109762A CH1109762A CH403952A CH 403952 A CH403952 A CH 403952A CH 1109762 A CH1109762 A CH 1109762A CH 1109762 A CH1109762 A CH 1109762A CH 403952 A CH403952 A CH 403952A
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CH1109762A
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Fritz Dr Kesselring
Gisiger Ernst
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Siemens Ag
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01FMAGNETS; INDUCTANCES; TRANSFORMERS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR MAGNETIC PROPERTIES
    • H01F7/00Magnets
    • H01F7/06Electromagnets; Actuators including electromagnets

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Electromagnetism (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Power Engineering (AREA)
  • Linear Motors (AREA)
  • Driving Mechanisms And Operating Circuits Of Arc-Extinguishing High-Tension Switches (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 Elektromechanisches    Antriebssystem      und      Verwendung   desselben Es ist bereits vorgeschlagen worden, elektrodynamische Antriebe zu bauen, bei denen im Luftspalt eines Magnetkreises ein stromdurchflossenes bewegliches Leitersystem angeordnet ist. Um einigermassen grosse    Kräfte   zu erreichen, müssen jedoch die    stromdurchflossenen   Leiter verhältnismässig lang sein. Dies hat zur Folge, dass insbesondere bei gro- ssem Strom eine erhebliche    Biegungsbeanspruchung   der Leiter auftreten kann. 



  Es ist    ferner   bekannt, dass mit Magnetsystemen, deren    Ankerlänge   gross ist gegenüber der    mittleren   Ankerbreite, sehr hohe Beschleunigungen erzielbar sind. Der Bau    derartiger   Magnetsysteme ist bisher aber daran gescheitert, dass die langen dünnen Anker den magnetischen    Kräften   nicht gewachsen waren, so dass Deformationen aufgetreten sind. Auch die Parallelführung der Anker ohne unzulässige Vergrösserung der bewegten Massen bereitet erhebliche Schwierigkeiten. 



  Die Erfindung bezieht sich auf ein elektromechanisches Antriebssystem mit einem festen Magnetsystem, in dessen Luftspalt sich ein Anker unter dem Einfluss der    Luftspaltinduktion   bewegt. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der    stabförmige   Anker ein    translatorisch   beweglicher Teil eines    Parallel-      Gelenkvierecks   ist, das zwei in festen Drehpunkten gelagerte Lenker und mindestens eine parallel zu den Lenkern bewegliche Versteifungsstrebe    aufweist.   Durch die    Erfindung   wird die    Biegungsbeanspru-      chung   eines    langgestreckten   Ankers weitgehend herabgesetzt;

   gleichzeitig    wird   durch die fest gelagerten Lenker auf einfache Weise eine Führung des Ankers mit kleiner Masse und geringer Reibung erreicht. 



  In den    Fig.   1 bis 4 sind vier beispielsweise Ausführungsformen von elektromechanischen Antriebssystemen nach der    Erfindung   dargestellt, . wobei    Fig.   1 schematisch das Wesen der Erfindung zeigt; die    Fig.   2 und 4 befassen sich    mit      elektrodynamischen   Antrieben,    während      Fig.   3 einen elektromagnetischen Antrieb darstellt. 



  In den    Fig.   1 und 1a bedeuten 1, 2 die Polschuhe eines Magnetkreises mit dem Luftspalt 3, der    primär   durch    einen   Strom 1 erregt ist. Den Leitern 4 und 5 - im folgenden als  Anker  bezeichnet -    wird   ein Sekundärstrom i über die    flexiblen   Leitungen 6 und 7 zugeführt, die    in   Verbindung    mit   der gestrichelt angedeuteten Zusatzwicklung 8 stehen. Die oberen Enden der Anker 4 und 5 sind durch die    flexible   Leitung 9 miteinander verbunden. 10 und 11 sind    Lenker,   die in den festen Drehpunkten 12 und 13    gelagert   sind. Die Versteifungsstrebe ist    mit   14 bezeichnet.

   Das Gelenkviereck wird    somit   durch die Anker 4, 5, die Lenker 10, 11 und die Versteifungsstrebe 14    gebildet.   Weisen die Induktion B im Luftspalt 3 und der Strom i im Anker 4, 5 die in den    Fig.   1 und 1 a eingetragenen    Richtungen   auf, so wirken auf die Anker 4, 5 die    Kräfte      F1   und F2 ein. Handelt es sich beim Strom 1 um einen    sinusförmigen   Wechselstrom, so gelten die eingetragenen Stromrichtungen für fallenden Strom 1, da voraussetzungsgemäss der    Sekundärkreis,   gebildet durch die Zusatzwicklung 8 und das Leitersystem 4, 9, 5,    annähernd   einen    Ohmschen   Stromkreis darstellt.

   Bei    ausgeführten   Antriebssystemen war beispielsweise die    Zeitkonstante      LC2      G      10-3s,   was bedeutet, dass bei 50 Hz der    Ohmsche   Abfall mindestens dreimal    grösser   ist als der    induktive.   Bei Schaltvorgängen,    insbesondere   wie sie bei Umschlagstörungen    auftreten,   stellt sich daher der Sekundärstrom i schon nach etwa 2 ms annähernd auf den stationären Wert ein.    Beginnt   nun der Primärstrom 1 wieder zu steigen, so    ändert   sich das Vorzeichen 

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 der Induktion B, während die    Richtung   des Stromes i    unverändert   bleibt.

   Dies hat zur Folge, dass die Kräfte    F1   und    F,#   ebenfalls ihre    Richtung   ändern, wodurch die Anker 4 und 5 in der entgegengesetzten Richtung bewegt werden, bis sie aufeinander treffen. In diesem Zustand ist dann die    Induktivität   des Gelenkvierecks sehr klein. Zur Anpassung der Kraftfunktion kann es    zweckmässig   sein, den Luftspalt nicht planparallel,    sondern      doppelkeilförmig,   wie dies in    Fig.   la angedeutet ist, oder auch nach einem anderen Gesetz gekrümmt auszuführen. Im vorliegenden Fall ist beispielsweise die Kraft zu Beginn der Bewegung grösser, da die Induktion an der engsten Stelle des Luftspaltes höhere Werte aufweist. 



  Eine beispielsweise konstruktive Ausführung eines elektrodynamischen Antriebes zeigen die    Fig.   2 und 2a, wobei die Zusatzwicklung z. B. in gleicher Weise wie in    Fig.   1 angeordnet werden kann. Darin bedeuten 21 und 22 wieder die Polschuhe des magnetischen Kreises    mit   dem Luftspalt 23. Die beiden    stromdurchflossenen   Anker 24 und 25 sind U-förmig ausgeführt. Die Stromzuführung zu den beiden Ankern erfolgt über die Litzen 26 und 27; die obere    litzenförmige   Verbindung ist    mit   28 bezeichnet. Die Lenker 29 und 30 drehen sich um die festen Achsen 31 und 32; sie werden von dem am Magnetsystem befestigten Lagerbügel 33 gehalten.

   Durch die Versteifungsstreben 34 und 35 wird bewirkt, dass praktisch keine    Deformation   der Anker 24 und 25 auftritt. 



  Da die Stromrichtungen in den Ankern 24 und 25 entgegengesetzt sind, bewegt sich das System je nach Richtung der    Luftspaltinduktion   entweder in die gezeichnete geöffnete Stellung oder in die geschlossene Stellung, in der die Anker nur noch eine kleine Fläche umschliessen. Den Lenker 29 sowie die Versteifungsstreben 34 und 35 wird man im allgemeinen aus Isoliermaterial herstellen. Es ist aber auch möglich,    hierfür   beispielsweise    unmagnetisches   Eisen mit einem    spezifischen   Widerstand von mindestens 1. 10-4 9 cm zu verwenden. Der Lenker 30 kann aus beliebigem Material, insbesondere auch aus    gut   leitendem Metall, hergestellt werden, da er elektrisch durch die Litze 28 überbrückt ist.

   Die Wirkungsweise der Anordnung nach    Fig.   2 entspricht    im   übrigen derjenigen nach    Fig.   1. 



     Fig.   3 zeigt eine Anordnung in Form eines magnetischen    Antriebssystems.   Der magnetische Kreis 41 wird vom Hauptstrom 1 erregt. In den Luftspalten 42 bewegen sich    prismenförmige   Magnetanker 43 und 44, die über die Lenker 45 und 46    miteinander   verbunden sind. Zur weiteren Versteifung ist die Versteifungsstrebe 47 vorgesehen. Auch bei dieser Anordnung sind die Lenker 45 und 46 in den festen Drehpunkten 48 und 49 gelagert. Zwischen den    Ankern   43 und 44 sind    Federn   50 und 51 angeordnet. 



  Bei Erregung des Magnetsystems 41 werden die Magnetanker 43 und 44 in die Luftspalte 42 hineingezogen und dadurch die Federn 50 und 51    gespannt.   Wird die Erregung durch den Strom 1 entweder    verringert   oder ganz unterbrochen, so gehen die Anker 43 und 44 unter dem    Einfluss   der    Federn   50 und 51 wieder in die gezeichnete Lage zurück.

   Nimmt man an, dass die axiale Länge der Magnetanker 10 cm beträgt, während ihre wirksame Breite einen Wert von 0,5 cm aufweist, so ergibt sich bei einer    Luftspaltinduktion   von 18000 Gauss eine durch die beiden Anker 43 und 44 erzeugte Gesamtkraft von: F    #:--      =   4 - 2 (0,5 - 10) -    @2   -    180002   -    10-$      .;   180    kp.   Die Masse des Systems beträgt dabei nur etwa 25 g, so dass sich eine Beschleunigung ergibt, die etwa der 7000fachen Erdbeschleunigung entspricht. Man erkennt hieraus, wie ausserordentlich wichtig es ist, eine exakte Parallelführung und eine ausreichende Versteifung durch Versteifungsstreben vorzusehen. 



  In    Fig.   4 ist noch ein elektrodynamischer Antrieb, ähnlich dem in    Fig.   2 dargestellten, aufgezeichnet, der zum unmittelbaren Antrieb eines Schalters dient. Es bedeuten 61 und 62 wieder die Polschuhe des Magnetsystems 60 mit dem Luftspalt 63. Der einteilige Anker 64 (s.    Fig.4b)   ist über die flexible Verbindung 65 mit dem    zweiteiligen   Anker 66 verbunden. 67 und 68 sind die Lenker, 69 die Versteifungsstrebe, 70 der Lagerbock, der die feststehenden Achsen 71 und 72 trägt. Am Lenker 68 ist ein zusätzlicher Arm 73 vorgesehen, über den der bewegliche Kontakt 74 unmittelbar bewegt wird (s.    Fig.4),   75 ist der düsenartige feststehende Kontakt des Schalters.

   Mit 76 sind zwei der sechs Finger des Gleitkontaktes angedeutet, über die der    Strom   I dem beweglichen Kontakt 74 zugeführt wird. Zum besseren Verständnis ist das Ankersystem (Gelenkviereck) 64, 68, 66 in    Fig.   4b nochmals getrennt dargestellt. Die Aussparungen im Anker 64 sind notwendig,    damit   in der gezeichneten Einschaltstellung    (Fig.   4) die durch die beiden Anker gebildete Schleife praktisch gleich Null wird. Wie insbesondere aus    Fig.   4b hervorgeht, entspricht die Schaltung des Ankersystems mit Zusatzwicklung der an Hand von    Fig.   1 bereits erläuterten Anordnung.

   Bei fallendem    Primärstrom   1 geht das Ankersystem aus der    in      Fig.   4 gezeichneten geschlossenen Stellung in die in    Fig.   4b dargestellte offene Stellung über. Hierbei dreht sich der Hebelarm 73 im Gegenzeigersinn, wodurch der bewegliche Kontakt 74 nach unten bewegt wird. Durch passende Bemessung kann erreicht werden, dass die Kontakttrennung erst kurz vor dem    Stromnulldurchgang   einsetzt und im Stromnulldurchgang selbst die erforderliche Löschdistanz erreicht ist. Sollte jedoch die Löschung aus irgendwelchen Gründen nicht zustande kommen, so dreht sich, wie an Hand von    Fig.   1 bereits erläutert wurde, die Richtung der    Luftspaltinduktion   B um.

   Dies bewirkt, dass die Kräfte auf die beiden Anker nun nach innen wirken und der Schalter sofort wieder 

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 in die in    Fig.   4 gezeichnete geschlossene Stellung übergeht. Fängt der Strom 1 wieder an zu fallen, so wiederholt sich der Ausschaltvorgang. Tritt hingegen beispielsweise bei einer Handausschaltung eine Umschlagstörung auf, so steigt der    Strom   1 steil an. Infolge der sehr    kleinen      Zeitkonstante   des Sekundärkreises entsteht sofort auch ein Sekundärstrom i in solcher Richtung, dass der Schalter wieder geschlossen wird.

   Es muss selbstverständlich durch konstruktive Massnahmen dafür gesorgt werden, dass durch die Handausschaltung die elektrodynamische Wiedereinschaltung nicht    behindert   wird, was beispielsweise durch eine elastische Kupplung oder auch eine magnetisch gesteuerte    Klinke   bewirkt werden kann. 



  Wie aus den    Fig.   2 bis 4 hervorgeht,    ist   der Aufbau der elektromagnetischen Antriebe nach der Erfindung sehr einfach und insbesondere bei Anbringen von Versteifungslenkern auch ausserordentlich steif, so dass Deformationen selbst bei    Kräften   von 100 kp und mehr praktisch nicht auftreten. Versuche haben    gezeigt,   dass es    mit      derartigen   Systemen möglich ist,    Hochleistungsschalter      mit   einem Nennstrom von 1250 A in einigen Millisekunden zu öffnen und zu schliessen, wobei die Energie dem zu unterbrechenden    Stromkreis   entnommen wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Elektromechanisches Antriebssystem mit einem festen Magnetsystem, in dessen Luftspalt sich ein Anker unter dem Einfluss der Luftspaltinduktion bewegt, dadurch gekennzeichnet, dass der stabförmige Anker ein translatorisch beweglicher Teil eines Parallel-Gelenkvierecks ist, das zwei in festen Drehpunkten gelagerte Lenker und mindestens eine parallel zu den Lenkern bewegliche Versteifungsstrebe aufweist. UNTERANSPRÜCHE 1. Antriebssystem nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zwei parallele Seiten des Gelenkvierecks als translatorisch bewegliche Anker ausgebildet sind und die Drehpunkte der gelagerten Lenker zwischen den Ankern liegen. 2.
    Antriebssystem nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker ein stromdurchflossener starrer Leiter ist und elektrodynamisch beeinflusst wird. 3. Antriebssystem nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker aus ferro- magnetischem Material besteht und als Magnetanker wirkt. 4. Antriebssystem nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenker und Streben aus Isoliermaterial bestehen. 5. Antriebssystem nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenker und Streben aus unmagnetischem und elektrisch schlecht leitendem Metall bestehen. 6.
    Antriebssystem nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Anker an dem einen Ende elektrisch miteinander verbunden sind und dass der Flächeninhalt des Gelenkvierecks in der einen Endlage praktisch null ist. 7. Antriebssystem nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Anker flach ausgebildet ist, der andere Anker aus zwei zueinander parallelen Teilen besteht und dass der flache Anker in der einen Endlage zwischen den Teilen des anderen Ankers liegt. B. Antriebssystem nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Anker flach, der andere U-förmig ausgebildet ist und der flache Anker in der einen Endlage zwischen den Schenkeln des U-förmigen Ankers liegt.
    PATENTANSPRUCH II Verwendung des Antriebssystems nach Patentanspruch I in einem elektrischen Schaltgerät, dadurch gekennzeichnet, dass ein Lenker zur Betätigung eines Schaltkontaktes dient.
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