Schrank für Zeichnungen und Schriftstücke mit flachen Fächern Die bisher auf dem Markt befindlichen Schränke zum Aufbewahren von Zeichnungen oder dergl. fla chen Gegenständen besitzen den Nachteil, dass sie zuviel Grundfläche benötigen; letztere liegt bei han delsüblichen Schränken in der Grössenordnung von etwa 0,7 bis 1,3 qm. Bei einigen Schranktypen muss man sich tief bücken, um das aufzubewahrende Ma terial in das unterste Fach hineinlegen zu können oder um es aus ihm herauszunehmen; bei anderen Schranktypen müssen die Zeichnungen aufgehängt werden. Dazu ist eine umständliche Vorbereitungsar beit notwendig, z.
B. das Einkleben der aufzubewah renden Blätter in entsprechende Halterungen; ausser- dem sind die Schränke nur für grosse Formate geeig net.
Bekannt sind Zeichnungsschränke, bei denen in einem schrankartigen, vorn offenen Gehäuse ein das Schrankgehäuse ausfüllender, oben offener und nach hinten abgeschrägter Kasten mit einer Mehrzahl von senkrechten Fächern zum Einhängen der Zeich nungen angeordnet und dieser Kasten nach vorn kippbar so im Schrankgehäuse geführt und gelagert ist, dass sein Schwerpunkt in der Kipplage innerhalb des Schrankgehäuses bleibt. Diese bekannten Zeich nungsschränke haben den Nachteil, dass der Kasten nur soweit schwenkbar ist, dass sein Schwerpunkt innerhalb des Schrankgehäuses bleibt; ausserdem sind die einzelnen Fächer nur von der Schmalseite aus zugänglich.
Zum Heraussuchen von Zeichnungen muss man daher den gesamten Inhalt eines Faches herausnehmen, um ihn anschliessend ausserhalb des Schrankes, beispielsweise auf einer Tischplatte durchzusehen. - Ferner ist ein Aufbewahrungsgerät für Buchungsbelege bekannt, welches eine Reihe von Rahmen besitzt; diese tragen die Belege und sind ein zeln herausklappbar. Der Nachteil dieses Gerätes besteht darin, dass für das Beschicken und Entneh men des aufzubewahrenden Gutes vor dem Schrank ein Podest von einer solchen Grösse vorhanden sein muss, dass die Rahmen daraufgelegt werden können. Das bekannte Gerät beansprucht infolgedessen sehr viel Platz und ist sehr sperrig.
Weiterhin sind Archivschränke mit einer Anzahl in einen Rahmen senkrecht angebrachter Fächer vor geschlagen worden; hierbei drehen sich die Fächer um an der unteren Kante angebrachte Drehstifte, die in solcher Weise angeordnet sind, dass jedes folgende Fach in Hinsicht auf das vorhergehende stets erhöht hinter letzteres zu stehen kommt. Diese Archiv schränke besitzen den Nachteil, dass ein um einen Stift drehbarer Arm erforderlich ist, um die flachen Fächer nach dem Herunterklappen in der Horizon talen zu halten. Ebenso sind Haken erforderlich, wel che die flachen Fächer in senkrechter Lage festhal ten.
Ferner können die Fächer nicht aus dem Schrankgehäuse herausgezogen werden. Schliesslich ist ein Möbel mit schwenkbaren Tafeln oder Leisten zum Einordnen von Zeichnungen, Gemälden, Aqua rellen, Handarbeiten, Stickereien, Wandteppichen, Tapeten, Photographien und ganz allgemein solcher Gegenstände bekannt, die flach an einer vertikalen Fläche befestigt werden können. Seine schwenkbaren Tafeln oder Leisten sind in einem Rahmen angeord net, dessen oberer und unterer Schenkel mit Löchern versehen sind, um Zapfen oder Lagerzapfen aufzu nehmen; dabei kann dieser Rahmen selbst vor das Möbel ausschwenken, um die mit Zeichnungen, Ge mälden oder anderen klassierten oder gesammelten Gegenständen belegten Tafeln ganz um 180 zu ent falten.
Dieses Möbel besitzt den Nachteil, dass an jeder schwenkbaren Tafel oder an jeder schwenkba ren Leiste nur ein Gegenstand, beispielsweise nur eine Zeichnung oder eine Tapete oder ein Wandtep pich angehängt werden kann. Dieses bekannte Möbel ist auch nicht für die Aufbewahrung von zahlreichen Zeichnungen oder dergleichen gedacht, sondern soll als Ausstellungsmöbel dienent, wo einzelne Stücke gezeigt werden.
Die Erfindung betrifft einen Schrank für Zeich nungen und Schriftstücke mit flachen Fächern, von denen die einen beim Aufbewahren eine vertikale und die anderen eine fast vertikale Lage einnehmen sowie zum Einlegen und Herausnehmen je um eine horizontal in den Seitenwänden des Schrankes gela gerte Achse in eine horizontale Lage schwenkbar sind, und mit einer um eine weitere horizontale Achse schwenkbaren Schranktür. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, diesen Schrank so zu verbes sern, dass er die vorstehend genannten Nachteile nicht aufweist.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung darin, dass die Schranktür als Fach ausgebildet ist, wobei ihre horizontale Achse im unteren Teil etwa in 1/4 ihrer Höhe angeordnet ist; ausserdem ist für den ins Schrankinnere schwenken de Teil der Schranktür ein Anschlag im Schrank vor gesehen, der die Schranktür nach dem Aufklappen in der horizontalen Lage hält.
Vorzugsweise ist ein die Drehachsen der inneren Fächer tragendes Hebelpaar auf der horizontalen Achse des ersten Faches schwenkbar gelagert und aus einer schräg nach innen durch einen Anschlag bestimmten Lage in eine schräg nach aussen gerich tete Lage schwenkbar.
Um ein müheloses Verschieben der Fächer in horizontaler Lage zu gewährleisten, sind zweckmässi- gerweise an den Aussenseiten der Böden der Fächer nahe an ihrer vorderen bzw. oberen Kante Rollen angebracht.
Zur Stossdämpfung an den Auflagestellen können beispielsweise die Anschläge für die Schranktür und für das erste Fach aus elastischem Werkstoff beste hen.
Zweckmässigerweise ist die Innenseite der Schrankrückwand mit einer elastischen Auflage für das bei hochgeklappter Lage an ihr anliegende Fach versehen.
Der Gegenstand der Erfindung besitzt gegenüber bekannten Ausführungen den Vorteil; dass der Inhalt der Fächer gut zugänglich ist und, dass Podeste vor dem Schrank zur Aufnahme von ganzen Fächern nicht erforderlich sind. Ferner ist auch die Schrank tür als Fach ausgebildet. Da ein Teil der Schranktür in das Schrankinnere ragt und sich dort mit ihrem unteren Teil bei horizontaler Lage gegen einen Anschlag legt, fallen Konstruktionsteile, welche bei bekannten Ausführungen die flachen Fächer in der Horizontalen halten wie z. B. um Stifte drehbare Arme fort. Ferner ist die Neigung der Fächer nach dem Hochklappen so wählbar, dass sie nicht von al lein nach vorn kippen können.
Auch für das Halten in der Ablegestellung sind infolgedessen Haltevor richtungen nicht erforderlich. Da die Fächer nach oben geklappt werden, so liegt die grössere Ausdeh nung des Schrankes in der Höhe, welche normaler weise in den Aufstellungsräumen zur Verfügung steht; der Grundflächenbedarf ist daher gering. Die Fächer gestatten die Aufbewahrung einer grossen Zahl von Zeichnungen oder Schriftstücken im Ge gensatz zu bekannten Möbeln, welche das Aufhängen von nur einzelnen Zeichnungen, Gemälden, Photogra phien oder dergleichen zu Ausstellungszwecken zu lassen.
Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schrankes für Zeichnungen und Schriftstücke mit flachen Fächern schematisch dar, und zwar zeigen: Fig. 1 eine Vorderansicht mit Fächern in hori zontaler Lage, Fig.2 eine Seitenansicht bei fortgenommener rechter Seitenverkleidung mit Fächern in horizon taler Lage.
Fig.3 eine seitliche Teilansicht in grösserem Massstab bei fortgenommener rechter Seitenverklei dung, Fig. 4 eine Draufsicht zu Fig. 3, wobei die drei oberen Fächer fortgenommen sind, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie 5-5 gemäss Fig. 3, wobei die vier oberen Fächer mitsamt ihrem Verstellmechanismus fortgenommen sind, Fig. 6 ein Aufstellungsbeispiel.
In einem aus Winkelprofil, beispielsweise aus Winkeleisen, 1 im Unterteil und Blechtafeln 2 sowie Verstärkungsblech 3 aufgebauten Gehäuse ist inner halb der Seitenwände des Unterteils je ein Blech 4 angeordnet. In diesem ist die das unterste und längste Fach bildende Schranktür 5 beiderseits um je eine durch einen Sprengring 6 gesicherte horizontale Achse 7 schwenkbar gelagert. Die Schranktür 5 ragt zu ungefähr einem Viertel ihrer Länge in das Schrankgehäuse hinein, wenn sie sich in horizontaler Lage befindet, und trägt an ihrem ins Schrankinnere schwenkenden Teil 5a mindestens ein Gegengewicht B. Am vorderen Ende ist ein Schloss, beispielsweise ein Zylinderschloss, angeordnet.
Vier weitere Fä cher 10, 11, 12, 13 sind beiderseits an einem schwenkbaren Hebelpaar 14 um durch Sprengringe 6 gesicherte horizontale Achsen 13, 16, 17, 18 schwenkbar angeordnet, wobei die im Blech 4 gela gerten horizontalen Achsen 15 des Faches 10 gleich zeitig die Schwenkungsachse für das Hebelpaar 14 bilden. Die Fächer 10, 11, 12 und 13 besitzen an der unteren vorderen Kante Rollen 19, so dass sie mit ge ringer Mühe verschoben werden können. Die inneren Enden der Schranktür 5 und der Fächer 10, 11, 12, 13 sind mittels oberer Abschlussbleche 20 taschenar tig ausgebildet.
Anschläge 21 aus elastischem Werk stoff für die Schranktür 5 bzw. für deren Gegenge wicht 8 und Anschläge 22 für das Hebelpaar 14 sind im Schrank vorgesehen; ausserdem ist die Innenseite der Schrankrückwand mit einer elastischen Auflage 23 für das Fach 13 in hochgeklappter Lage versehen.
Die Anwendungs- und Wirkungsweise des erfin- dungsgemässen Schrankes für Zeichnungen und Schriftstücke mit flachen Fächern ist folgende: Der Schrank wird vorzugsweise an der Wand auf gehängt. Dadurch ist eine arbeitsgerechte Höhe er reicht, und der Grundflächenbedarf beträgt für alle DIN-Formate von A0 bis A6 nur ungefähr 0,4 qm. Die Zeichnungen liegen nach Grössen geordnet - im Falle des Beispiels - auf fünf Fächer verteilt und werden mittels Spannvorrichtungen, beispielsweise mit einem federnden, seitlich wegschwenkbaren Bügel (nicht dargestellt) gehalten. Zur Entnahme von Zeichnungen wird zunächst die als Fach ausgebildete Schranktür 5 nach vorn geschwenkt, so dass sie waa gerecht zu liegen kommt.
Dann werden die übrigen Fächer 10, 11, 12, 13, in denen die Kleinformate untergebracht sind, je nach Bedarf aus dem Schrank herausgeklappt und reichen dann bis zu den in Fig. 2 angedeuteten Pfeilspitzen; anschliessend können sie beispielsweise mittels eines Handgriffes 24 nach vorn gezogen werden (vgl. Fig. 2), so dass man die Inhalte der einzelnen Fächer mühelos erreichen kann. - Das Schliessen geht in umgekehrter Weise vor sich. Die Neigung der Fächer nach dem Hochklappen ist so, dass sie nicht von allein nach vorn kippen können.
Um den Platz unter dein Schrank ausnutzen zu können, kann man einen kleineren Schrank darunter stellen, der jedoch getrennt von dem oberen Schrank ist. - Sollen mehrere dieser Schränke aufgestellt werden, und sollten nicht genügend Wandflächen vorhanden sein, so kann man die erfindungsgemässen Schränke Rücken an Rücken verschrauben und auf die oben erwähnten kleineren Schränke stellen (vgl. Fig. 6). - Der technische Fortschritt des beschriebe nen Schrankes besteht u. a. in der Platzersparnis be züglich der Grundfläche; ferner liegt das unterste Fach in arbeitsgerechter Höhe von ungefähr 80 cm, so dass ein Bücken nicht erforderlich ist.
Weiterhin braucht das Aufbewahren von Zeichnungen oder dergleichen nicht vorbereitet zu werden, beispielswei se durch Ankleben von Verstärkungsstreifen. Aus- serdem wirkt ein Metallschrank feuerhemmend.