CH405176A - Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung und Entkeimung von Schwimmbeckenwasser - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung und Entkeimung von SchwimmbeckenwasserInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung und Entkeimung von Schwimmbeckenwasser Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung und Entkeimung von Schwimmbeckenwasser, auf das in grossen zeitlichen Abständen ein Fällungs- und Entkeimungsmittel auf gesprüht wird.
Es ist bekannt, Schwimmbeckenwasser dadurch von Verunreinigungen, insbesondere von Trübstoffen, zu befreien, dass in grösseren zeitlichen Abständen vorzugsweise im Abstand von mehreren Tagen abends ein Füllungsmittel auf die Wasseroberfläche aufgesprüht wird und die sich anschliessend absetzen den kolloidalen Ausfällungen am nächsten Tag vom Boden des Schwimmbeckens abgesaugt werden. Gleichzeitig wird das Wasser durch Aufsprühen eines Desinfektionsmittels, insbesondere einer Lösung von Natriumhypochlorid, keimfrei gemacht.
Dieses Ver fahren zeichnet sich zwar durch besondere Einfach heit aus, es hat jedoch den Nachteil, dass die Menge des im Wasser gelösten freien Chlors im Laufe eines Tages nachlässt und insbesondere bei starker Benut zung des Bades und bei warmen Wetter der vorge schriebene Chlorgehalt am Ende eines Tages nicht immer eingehalten werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu überwinden, ohne auf die Vorteile der stossweisen Reinigung und Entkeimung zu verzichten.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass in kürzeren Zeitabständen oder laufend ein kleiner Teil des Schwimmbeckenwassers abge zweigt, mit einem Entkeimungsmittel versehen und dann dem Schwimmbecken wieder zugeführt wird. Gemäss einer besonderen Ausbildung des Erfindungs gedankens wird dem abgezweigten Wasser gasförmi ges Chlor beigemischt. Die Zumischung kann in regelmässigen Zeitabständen erfolgen, oder es kann eine entsprechend kleinere Dosis laufend zugeführt werden. Es ist weiterhin möglich, die Zumischung automatisch - vorzugsweise in Abhängigkeit von der Chlorkonzentration des Badewassers - durchzufüh ren.
Der Vorteil der vorliegenden Erfindung gegen über normalen Umwälzverfahren ist darin zu sehen, dass nur ein sehr kleiner Teil des Schwimmbecken wassers entnommen und wieder zugeführt zu werden braucht, weshalb hierfür nur kleine und damit bil lige Aggregate notwendig werden. Durch die Zugabe von gasförmigem Chlor wird der Zusatz von Na triumhypochlorid wesentlich verringert bzw. es kann gegebenenfalls auf einen Zusatz dieser Substanz ganz verzichtet werden. Auch dadurch wird eine wesentliche Verbilligung des Betriebs erreicht.
Der Zusatz des gasförmigen Chlors zu der ab gezweigten Wassermenge kann mit Hilfe bekannter, handelsüblicher Dosiereinrichtungen zugesetzt wer den. Eine solche ist beispielsweise unter der Bezeich nung Chlorinette (eingetragene Marke) bekannt. Besonders zweckmässig ist es, den abzuzweigenden Teil des Beckenwassers durch wenig - vorzugsweise etwa 20 bis 50 cm - über der Beckensohle liegende Öffnungen abzuziehen, damit evtl. ausgefallene Trüb- stoffe nicht mit dem Wasser abgezogen bzw. auf gewühlt werden.
Das mit Chlor versehene Wasser wird an einer anderen Stelle des Schwimmbeckens wenig - vorzugsweise 10 bis 50 cm - unterhalb des Wasserspiegels wieder zugeführt. Dies hat den be sonderen Vorteil, dass kein Chlorverlust und damit Chlorgeruch auftritt, der bei der Zuführung oberhalb des Wasserspiegels unvermeidlich ist. Bei der Anlage der Zu- und Abflussöffnungen ist darauf zu achten, dass im Becken möglichst keine Toträume entstehen können, in denen keine Strömung auftritt, damit eine gleichmässige Chlorkonzentration im ganzen Beckenwasser gewährleistet ist.
Die Einzelheiten der Erfindung sollen an Hand des in der Zeichnung schematisch dargestellten Aus führungsbeispiels näher erläutert werden.
In Fig. 1 ist mit 1 ein Schwimmbecken bezeich net, das einen Inhalt von etwa 1000 m3 hat. Mit 2 sind die etwa 40 cm oberhalb der Beckensohle liegenden Abflussöffnungen bezeichnet, an die die Leitung 3 angeschlossen ist.
Durch diese gelangt das Wasser über ein Absperrventil 4 und ein Haarfilter 5, in dem gegebenenfalls mitgerissene Schwebstoffe aus geschieden werden, zu einer von einem Elektromotor 7 angetriebenen Umwälzpumpe 6, mit der es auf einen Druck von etwa 0,2 atü gefördert wird, und von dieser weiter durch die Leitung 8 zum Injektor 9 und von diesem über ein Absperrventil 10 weiter durch die Leitung 8 und die Zuflussöffnungen 11, die etwa 40 cm unterhalb des Wasserspiegels liegen, wieder zum Schwimmbecken 1 zurück.
Der Injektor 9 ist in Fig. 2 vergrössert dargestellt. Durch diesen wird eine regelbare Menge mit Chlor versehenen Wassers, das durch die Leitung 13 zuströmt, in das durch die Leitung 8 strömende Wasser mit etwa dem 4- bis 5fachen des dort herrschenden Druckes vorzugsweise mit etwa 1 atü - zugeführt.
Dieses chlorierte Wasser wird in dem kleinen Dosier-Chlorierungsgerät Chlorinette (eingetragene Marke) 14 aus dem der Stahlflasche 15 durch die Leitung 16 entnommenen Chlor und dem bei 17 zugeführten Frischwasser gebildet. 18 ist ein elek trisch schliessendes, automatisches Ventil, 19 ein Reduzierventil, 20 ein Manometer zur Messung des Chlordruckes und 21 ein Chlorfilter. 22 ist eine Abblaseleitung, 23 eine Entlüftungsleitung.
Das elek trisch betätigte Ventil 18 ist bei Ausfall der Netz spannung automatisch geschlossen; damit kann dem Dosiergerät kein Wasser zugführt werden und, da dieses nur dann die Leitung zum Chlor öffnet, auch kein Chlor.
Die Anlage wird durch Betätigung eines elek trischen Schalters dann in Tätigkeit gesetzt, wenn der Chlorgehalt unter den vorgeschriebenen Wert von beispielsweise 0,2 mg pro Liter abgesunken ist, was durch eine automatische Anzeigevorrichtung oder mittels bekannter Indikator-Lösungen festge stellt wird. Durch die Pumpe 6 werden dann etwa 100 bis 200 m3/Std. Wasser so lange umgewälzt, bis der geforderte Chlorgehalt wieder eingestellt ist. Dies ist in relativ kurzer Zeit - meist schon nach einer Stunde - der Fall. Sodann wird die Anlage wieder abgeschaltet. Dieses Ein- und Ausschalten kann - wie schon erwähnt - automatisch geschehen.
Die Anlage kann jedoch auch so ausgelegt werden, dass die Menge des zugeführten Chlors abhängig von dem Benutzungsgrad und der Wassertemperatur so eingeregelt wird, dass während der Benutzungs zeit des Schwimmbeckens dauernd eine kleine Menge chlorierten Wassers zugeführt wird.
Wenn nach einer gewissen Zeit am Ende eines Betriebstages das Fällungsmittel für die Trübstoffe aufgesprüht wird, kann gleichzeitig auch noch eine gewisse Menge Desinfektionsmittel - vorzugsweise Natriumhypochlorid - aufgegeben werden, wodurch die Ausfällung unterstützt wird. Die ausgefällten Trübstoffe werden in bekannter Weise durch Ab saugleitungen, die an die unter der Wasseroberfläche liegenden und normalerweise verschlossenen öffnun- gen 12 angeschlossen werden, vom Boden abgesaugt.
Die öffnungen 12 stehen über die Leitungen 24 und die Siphons 25 mit der Abwasserleitung<B>26</B> in Verbindung.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Reinigung und Entkeimung von Schwimmbeckenwasser, auf das in grossen zeitlichen Abständen ein Fällungs- und Entkeimungsmittel auf gesprüht wird, dadurch gekennzeichnet, dass in kür zeren Zeitabständen oder laufend ein kleiner Teil des Schwimmbeckenwassers abgezweigt, mit einem Entkeimungsmittel versehen und dann dem Schwimm becken wieder zugeführt wird.II. Vorrichtung zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schwimmbecken mit Abflussöffnungen, die 20 bis 50 cm oberhalb des Bodens liegen, und mit Zuflussöffnungen, die 10 bis 50 cm unterhalb der Wasseroberfläche liegen, versehen ist, welche durch mindestens eine Leitung verbunden sind, in die ein Haarfilter, eine Umwälzpumpe und ein Chlorinjektor eingeschaltet sind. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass dem abgezweigten Wasser gas förmiges Chlor beigemischt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Zumischung in regelmässigen Zeitabständen erfolgt. 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zumischung automatisch er folgt. 4. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zumischung in Abhängig keit von der Chlorkonzentration erfolgt. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwimmbecken mindestens eine weitere unter der Wasseroberfläche liegende Öffnung aufweist, die über einen Siphon mit einer Abwasserleitung verbunden ist und an die eine Ein richtung zum Absaugen von Bodenschlamm an schliessbar ist. 6.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Injektor mit einem einstell baren Chlordosiergerät verbunden ist, das einerseits an eine Chlorgasflasche, anderseits an eine Wasser zuführungsleitung angeschlossen ist. 7. Vorrichtung nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in die Wasserzuführungsleitung ein elektrisches Schaltventil eingeschaltet ist, das in stromlosem Zustand schliesst. B.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Un teransprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Chlorinjektor aus einem in die Wasserzuführungs- leitung ragenden Röhrchen besteht. 9. Vorrichtung nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Röhrchen in spitzem Winkel in die Wasserzuführungsleitung ragt.
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