Antriebsvorrichtung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Antriebs vorrichtung, insbesondere für Seilbahnen.
Bei den zwischen zwei Kopfstationen verkehren den, durch ein Seil angetriebenen Bahnen, wie z. B. Schwebebahnen, muss die Kabine bei Beginn der Fahrt langsam auf die normale Fahrgeschwindigkeit beschleunigt und vor Beendigung der Fahrt langsam auf Stillstand verzögert werden. Um die Kabine bzw. das Zugseil mit der hierfür notwendigen variablen Geschwindigkeit antreiben zu können, besitzen üb liche Seilbahn-Antriebsvorrichtungen Antriebsmoto ren, deren Drehzahl betriebsmässig regelbar ist; es werden hierzu vielfach Ward-Leonard Gruppen ver wendet, um die elektrische Energie dem zur Verfü gung stehenden Netz entnehmen zu können. Solche stufenlose Antriebe sind recht teuer, was hauptsäch lich dort ins Gewicht fällt, wo sich die Bahn nur pe riodisch in Betrieb befindet, d. h. die Frequenz der Fahrten gering ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun die Schaffung einer Antriebsvorrichtung, die den er wähnten Nachteil vermeidet und trotzdem leistungs fähig ist. Die erfindungsgemässe Antriebsvorrichtung mit einer Kraftmaschine, die über eine Kupplung mit einer Antriebswelle in Verbindung steht, zeichnet sich dadurch aus, dass parallel zur Kupplung ein hy drostatisches Getriebe vorgesehen ist, dessen Ölpum- pe ein veränderliches Fördervolumen aufweist und mit der Kraftmaschine in Antriebsverbindung steht und dessen mit der Antriebswelle verbundener öl motor parallel zu einem im Kreislauf des Arbeitsme diums eingeschalteten Leerlaufventil angeordnet ist,
wobei Schaltmittel mit der Kupplung und mit dem Leerlaufventil verbunden sind, um die Kraftübertra gung alternativ über die Kupplung oder das hydrosta tische Getriebe zu bewerkstelligen. In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausfüh rungsform der erfindungsgemässen Antriebsvorrich tung für eine Seilbahn dargestellt.
Mit 1 ist ein Antriebsmotor, z. B. ein Dieselmotor oder ein. Asynchronmotor bezeichnet, dessen Wellen ende 2 eine Kupplungsscheibe 4a einer elektroma- gnetisch betätigbaren Kupplung 4 und dessen Wellen ende 3 über eine starre Kupplung 5 eine Pumpe 6 antreibt. Die Kupplung 4 besitzt eine mit einer An triebswelle 7 drehstarr verbundene Kupplungsscheibe 4b, wobei die Antriebswelle mit einer nicht dargestell ten Antriebsseilrolle verbunden ist und eine Keilrie menscheibe 8 trägt.
Die Pumpe 6 ist bezüglich ihres Fördervolumens und der Förderrichtung verstellbar; es handelt sich z. B. um :eine hydrostatische Axialkolbenpumpe, die durch Verschwenkung der Birne 6a verstellt werden kann. Die beiden Druckseiten der Pumpe sind einer seits über Leitungen 9 und 10 mit einem hydrostati schen Ölmotor 11 und anderseits über Leitungen 12 und 13 mit einem Leerlaufventil 14 verbunden. Die Welle 15 des Ölmotors 11 trägt eine Riemenscheibe 16, die über Keilriemen 17 mit der Riemenscheibe 8 in Antriebsverbindung steht.
Ein Schaltkasten 18 steht über einen Leiter 19 mit dem Solenoid 20 des Leerlaufventils und über einen Leiter 21 mit dem Kupplungsmagneten 22 in Verbindung. Den beiden Kupplungsscheiben 4a und 4b ist ein elektrisches Geberelement 23 zugeordnet, das die Drehzahlen der beiden Scheiben vergleicht und ein elektrisches Signal auslöst, wenn beide Schei ben die gleiche Drehzahl haben. Die Schaltung im Kasten kann nun so gewählt sein, dass das vom Ge berelement 23 erzeugte Signal, das dem Schaltkasten über einen Leiter 24 zugeführt wird, einerseits den Kupplungsmagneten 22 unter Strom setzt und ander- seits das Solenoid 20 stromlos macht, so dass das Leerlaufventil 14 geöffnet und die Kupplung 4 einge rückt wird.
Bei Ausfall des Signals, z. B. durch öff nen eines nicht dargestellten Schalters im Leiter 24 wird die Kupplung 4 ausgerückt, und das Solenoid 20 schliesst das Ventil 14.
Beim Anfahren der Seilbahn ist die Kupplung 4 ausgerückt, der Kupplungsmagnet 22 ist stromlos. Hingegen steht das Solenoid 20 unter Strom und hält das Ventil 14 geschlossen. Die bei der allmählichen Ausschwenkung der Birne 6a entstehende Förderung von Drucköl erzeugt eine Drehung der Welle 15 des Ölmotors 11. Die Riemenscheibe 16 treibt somit über die Keilriemen 17 und die Riemenscheibe 8 die An triebswelle 7 an, womit die Seilbahn in Bewegung gesetzt wird. Mit grösser werdender Ausschwenkung der Birne nimmt die Förderung und damit die Dreh zahl der Welle 15 zu. Sobald nun die Drehzahl der beiden Kupplungsscheiben 4a und 4b den gleichen Wert erreicht hat, was durch das Geberelement 23 festgestellt wird, erzeugt dieses ein Signal im Schalt kasten 18.
Dadurch wird die Kupplung 4 eingerückt, so dass die Kraftübertragung vom Motor 1 nunmehr über diese an die Welle 7 erfolgt. Das hydrostatische Getriebe wird hingegen unwirksam bzw. entlastet, da das Leerlaufventil 14 geöffnet wird; die Pumpe 6 wird damit kurz geschlossen und der Ölmotor 11 wird durch das Keilriemengetriebe 8, 16, 17 leer mit genommen.
Hat sich die Kabine der Seilbahn der entgegenge setzten Endstation auf eine vorbestimmte Distanz genähert, so kann durch Ausrücken der Kupplung 4 und Schliessen des Ventiles 14 wiederum das hydro statische Getriebe wirksam gemacht werden, um die notwendige Verzögerung herbeizuführen. Dies ge schieht dadurch, dass die Birne 2 allmählich aus der vollausgeschwenkten Endlage, in welcher das maxi male Schluckvermögen vorhanden ist, gegen die Null-Lage mit minimalem Schluckvermögen ver- schwenkt wird.
Die mit der Drehzahl des Motors 1 angetriebene Pumpe hilft somit, den Ölmotor 11 ab zubremsen und die Kabinengeschwindigkeit herabzu setzen, bzw. die Kabine langsam zum Stillstand zu bringen.
Die beschriebene Antriebsvorrichtung hat den Vorteil, dass das hydrostatische Getriebe, von Aus nahmefällen abgesehen, nur während des Anfahrens und des Verzögerns der Kabine in Betrieb sein muss. Es ergibt sich somit eine relativ kurzzeitige Bela stung, womit die Lebensdauer des hydrostatischen Getriebes relativ vergrössert werden kann. Das hy drostatische Getriebe kann infolge der kurzen Ein schaltdauer auch verhältnismässig kleiner ausgelegt werden, als wenn sich dieses ständig in Betrieb befin den würde. Trotzdem ist das hydrostatische Getriebe ausreichend, um die meist mit reduzierter Geschwin digkeit erfolgenden Revisionsfahrten durchführen zu können.
Es ist zu beachten, dass die beschriebene An- triebsvorrichtung auch für Sesselbahnen und Schlepp- lifte anwendbar ist, wobei in einem solchen Falle zweckmässigerweise eine Möglichkeit geschaffen wird, sowohl die Pumpe 6 wie auch den Ölmotor 11 stillzusetzen, da dann ein Dauerbetrieb in kon stanter Geschwindigkeit die Regel ist und lediglich in Ausnahmefällen, so z. B. bei besonders hoher Bela stung beim Anfahren, eine Veränderung der Seilge schwindigkeit notwendig werden kann. Der Einfachheit halber sind in der Beschreibung des dargestellten Ausführungsbeispieles die norma lerweise bei Seilbahnenantrieb vorhandenen Siche rungseinrichtungen, wie z. B. eine automatisch wir kende Seilbremse usw., vernachlässigt worden.
Steht kein elektrisches Kraftnetz zur Verfügung und erfolgt der Antrieb von einer Verbrennungskraftmaschine aus, so wird zweckmässigerweise die Steuerung bzw. Schaltung hydraulisch statt elektrisch vorgenommen. In einem solchen Fall kann die für das Lösen der Si cherheitseinrichtungen, z. B. der Sicherheitsbremse, notwendige Kraft hydraulisch erzeugt werden, und zwar von der Pumpe 6 aus. In diesem Falle muss le diglich dafür gesorgt werden, dass, solange sich der Antriebsmotor in Betrieb befindet, die Pumpe stets einen minimalen Druck erzeugt, um die Sicherheits einrichtungen unwirksam zu machen.
Die beschriebene Antriebsvorrichtung kommt nicht allein für Seilbahnen, sondern grundsätzlich für alle Antriebe in Frage, bei denen zwischen einer kur zen Beschleunigungs- und einer Verzögerungsphase eine längere Betriebsphase konstanter Fahrt vorliegt, also z. B. bei Schacht-Förderanlagen oder auch als Antrieb im Fahrzeug einer Zahnradbahn.