Verfahren und Maschine zum Herstellen von geschweissten Gittern nach der Doppelpunktschweissmethode Bei den gebräuchlichen, nach der Doppelpunkt Schweissmethode arbeitenden Gitterschweissmaschi- nen werden die Längsdrähte von Haspeln abgezogen und zueinander parallel der Schweissmaschine zuge führt, während die Querdrähte senkrecht zu den Längsdrähten einzeln vorgeschoben und sodann an den Kreuzungspunkten mit den Längsdrähten ver- schweisst werden.
Die Doppelpunktschweisstrecken liegen dabei in Richtung der Querdrähte, so dass jede Doppelpunktschweisstrecke über zwei Kreuzungs punkte eines Querdrahtes mit zwei benachbarten Längsdrähten verläuft.
Maschinen dieser Art haben vor allem den Nach teil, dass bei ungerader Anzahl von Längsdrähten ein Kreuzungspunkt zwischen dem Querdraht und einem Längsdraht übrigbleibt, d. h. nicht in eine Doppel- punktschweisstrecke einbezogen werden kann, wes halb besondere Massnahmen, wie die Serienschweis- sung eines energieverzehrenden, einen Schweisspunkt nachbildenden Widerstandes in den betreffenden Schweisstromkreis angewendet werden müssen,
um für diesen Einzelpunkt die gleiche Schweisstromstär- ke und damit die gleiche Schweissgüte wie für die übrigen gedoppelten Schweisspunkte sicherzustellen.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von geschweissten Gittern, das ebenfalls nach der Doppelpunktschweissmethode arbeitet, aber die geschilderten Nachteile vermeidet und überdies den Vorteil bietet, dass bei gleichem Platzbedarf und gleicher Arbeitsgeschwindigkeit der Schweissmaschi- ne die Produktion verdoppelt werden kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die zueinander parallelen Längsdrähte des Gitters jeweils gleichzeitig mit zwei Querdrähten an den Kreuzungspunkten dieser Drähte in solcher Weise verschweisst werden, dass jede Dop- pelpunktschweisstrecke über einen Kreuzungspunkt des einen Querdrahtes mit einem Längsdraht und den Kreuzungspunkt des anderen Querdrahtes mit dem gleichen Längsdraht verläuft. Bei diesem Schweiss- verfahren liegen also die Doppelpunktschweisstrek- ken in Richtung der Längsdrähte.
Infolge des gleich zeitigen Anschweissens zweier Querdrähte wird auch bei ungerader Anzahl der Längsdrähte stets eine ge rade Anzahl von Schweisspunkten erhalten, so dass kein Einzelpunkt übrigbleibt, für den durch künstli che Massnahmen die gleiche Schweisstromstärke wie in den Doppelpunktschweisstrecken hergestellt wer den müsste. Da bei diesem Schweissverfahren wäh rend eines vollen Arbeitszyklus, der die Querdraht zufuhr, die Vorbereitung des Schweisstromkreises durch Anlegen der bei Doppelpunktschweissung üb lichen Strombrücken jenseits der beiden Elektroden jeder Doppelpunktschweisstrecke, die Ein- und Aus schaltung des Schweisstromes, das Anheben der Strombrücken und schliesslich den Längsdrahtvor schub um zwei Querdrahtteilungen umfasst,
zwei Querdrähte angeschweisst werden, ergibt sieh bei zeitlich übereinstimmender Folge der einzelnen Ar beitstakte gegenüber den bisher bekannten Schweiss maschinen die doppelte Produktion, ohne dass die Abmessungen der Schweissmaschine vergrössert werden müssten.
Zweckmässig werden beim erfindungsgemässen Verfahren jeweils zwei Querdrähte gleichzeitig zuge führt, wobei der intermittierende Längsdrahtvor schub jeweils um die doppelte Querdrahtteilung des herzustellenden Gitters zu erfolgen hat. Es ist aber auch möglich, die Querdrähte mittels einer einzigen Querdrahtzuführuugseinrichtung zeitlich nacheinan- der zuzuführen und zu diesem Zweck den intermittie renden Längsdrahtvorschub zweimal um jeweils nur eine Querdrahtteilung vorzunehmen, wobei dann na türlich erst nach jedem zweiten Vorschubschritt der Längsdrähte eine Schweissung erfolgt.
Eine zur Ausübung des geschilderten Verfahrens geeignete Doppelpunktschweissmaschine gemäss der Erfindung, bei der die Längs- und Querdrahtzufüh rung in zwei zueinander senkrechten Richtungen er folgt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden zu jeder Doppelpunktschweisstrecke gehörenden Elek troden in Zuführungsrichtung der Längsdrähte hin tereinander angeordnet sind und dass die zugehörigen Strombrücken in Zuführungsrichtung der Längsdräh te liegen.
Eine Maschine dieser Art, kann wie nach folgend noch genauer erläutert wird, für die Herstel lung von Gittern mit verschiedenen Maschenweiten ausgebildet werden, indem der in Längsdrahtrichtung gemessene Abstand zwischen den beiden Elektroden eines jeden eine Doppelpunktschweisstrecke bilden den Elektrodenpaares und/oder die gegenseitigen Abstände dieser Elektrodenpaare sowie der zugehö rigen Strombrücken veränderbar gemacht werden.
Die Erfindung soll nun unter Bezugnahme auf die Beispiele darstellenden Zeichnungen genauer erläu tert werden. Die Fig. 1 und 2 zeigen in Gegenüber stellung das Prinzip des bekannten Verfahrens zur Doppelpunktschweissung von Gittern bzw. das Prin zip der Erfindung. Fig. 3 zeigt schematisch eine Dop- pelpunktschweisstrecke einer erfindungsgemäss aus gebildeten Maschine, gesehen in Richtung der Quer drähte. Fig. 4 ist eine in Richtung der Längsdrähte gesehene Teilansicht der Maschine nach Fig. 3. Die Fig. 5 und 6 zeigen in ähnlicher Weise eine Doppel- punktschweisstrecke, bei welcher der gegenseitige Abstand der beiden Schweisspunkte veränderbar ist.
Die Fig. 7 und 8 zeigen zwei Ausführungsvarianten der Schweissmaschine, bei welchen die Elektroden der Doppelpunktschweisstrecke sowohl auf verschie dene Querdrahtabstände als auch auf verschiedene Längsdrahtabstände eingestellt werden können, und Fig. 9 zeigt schliesslich schematisch eine erfindungs- gemäss ausgebildete Schweissmaschine in Draufsicht.
In der zur Erläuterung der Arbeitsweise der be kannten Gitterschweissmaschinen mit Doppelpunkt- schweissung dienenden Fig. 1 sind parallele Längs drähte 1 erkennbar, die in Richtung des Pfeiles P in termittierend um eine Querdrahtteilung tQ vorge schoben werden.
Die Querdrähte 2 werden einzeln auf die Längsdrähte 1 aufgelegt und an ihren Kreu zungspunkten k1, k2 usw. nach der Doppelpunkt- schweissmethode mit den Längsdrähten 1 ver- schweisst, wobei die Doppelpunktschweisstrecken k1-k2, k3-k4 usw. in Richtung des jeweils anzu- schweissenden Querdrahtes 2 liegen. Bei ungerader Anzahl der Längsdrähte bleibt dabei ein Kreuzungs punkt (in Fig. 1 der Kreuzungspunkt k5) übrig, weil für ihn kein paariger Kreuzungspunkt k, besteht, der in eine Doppelpunktschweisstrecke einbezogen wer den könnte.
Es muss deshalb zur Sicherstellung des- sen, dass im Kreuzungspunkt k, die gleiche Strom stärke wie in dem, übrigen Kreuzungspunkten auftritt, der fehlende Kreuzungspunkt k6 durch zusätzliche Massnahmen künstlich nachgebildet werden, was einen besonderen Arbeitsaufwand bei der Einstellung der Maschine erfordert und im Betrieb einen Ener gieverlust mit sich bringt.
Bei dem im Prinzip in Fig. 2 dargestellten erfin- dungsgemässen Verfahren werden jeweils zwei Quer drähte 2a und 2b gleichzeitig mit den Längsdrähten 1 verschweisst, wobei die Doppelpunktschweisstrecken k1-k2 bzw. k3-k4 in Richtung der Längsdrähte ver laufen und Kreuzungspunkte beider Querdrähte in jede Doppelpunktschweisstrecke einbezogen sind, so dass sich für jeden Schweissvorgang automatisch eine paarige Anzahl von Kreuzungspunkten ergibt, dass also unabhängig von einer geraden oder ungeraden Anzahl von Längsdrähten kein vereinzelter Kreu zungspunkt übrigbleibt.
Durch jeden Schweissvor- gang werden gleichzeitig zwei Querdrähte mit den Längsdrähten verbunden, so dass bei gleicher zeitli cher Folge der Arbeitstakte die Produktion verdop pelt wird.
In Fig. 3 ist eine einzelne Doppelpunktschweiss- strecke einer erfindungsgemäss ausgebildeten Schweissmaschine dargestellt, u. zw. gesehen in Rich tung der Querdrähte 2, die im dargestellten Beispiel unterhalb der Längsdrähte 1 liegen, damit die Elek troden 5a, 5b und die Schweisstransformatoren 3 un terhalb der beiden Drahtscharen angeordnet werden können und oberhalb der Drahtscharen nur die übli chen Strombrücken 6 zu liegen kommen. Bei dieser Bauweise können die Schweisstellen besser überblickt werden.
Die Sekundärwicklung 4 des Transformators 3 ist gemäss Fig. 3 mit zwei Stromschienen 7a und 7b verbunden, die sich in Querrichtung der Maschine erstrecken und auf denen die Schweisselektroden<I>5a</I> bzw. 5b querverschiebbar und fixierbar angeordnet sind, so dass der gegenseitige Abstand der Elektro denpaare der verschiedenen Doppelpunktschweiss- strecken der Längsdrahtteilung tL angepasst werden kann (vgl. die Ansicht nach Fig. 4).
In Fig. 4 ist angenommen, dass die Schweissma- schine zur Herstellung eines Baustahlgitters Anwen dung findet, dessen Längsdrähte aus den im Handel unter der Markenbezeichnung bi-Stahl erhältlichen leiterartigen Bewehrungselementen bestehen, die in Fig.
4 mit 1a bezeichnet und seitlich davon in An sieht angedeutet sind. Bei entsprechend breiter Aus bildung der Elektroden 5a, 5b und der Strombrücken 6 können beide Längsdrähte des Bewehrungselemen- tes la zwischen einer Elektrode und einer Strom brücke erfasst werden, so dass sich zwei parallele Schweisstromwege an der einen Elektrode 5a erge ben, die gemäss der Doppelpunktschweissmethode mit zwei weiteren parallelen Schweisstromwegen an der anderen Elektrode<I>5b</I> in Serie geschaltet sind.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig.5 sind die Elektroden 5a, 5b auf Stromschienen 8a bzw. 8b ver schiebbar und fixierbar, die mit den Klemmen der Sekundärwicklung 4 des Schweisstransformators 3 verbunden sind und in Richtung der Längsdrähte verlaufen. Dadurch ist es möglich, den gegenseitigen Abstand der Elektroden jedes Elektrodenpaares ent sprechend der Querdrahtteilung tQ einzustellen, wobei nur die Strombrücke 6 gegen eine entspre chend lange ausgetauscht werden muss. Fig. 5 zeigt eine Einstellung auf relativ grosse Querdrahtteilung, Fig. 6 eine Einstellung auf relativ kleine Querdraht teilung, wobei die Elektroden 5a, 5b einander genä hert sind und eine entsprechend kurze Strombrücke 6' verwendet ist.
Die beiden Stromschienen 8a, 8b stossen fast zusammen und sind nur durch eine dünne isolierende Einlage 9 voneinander getrennt, so dass eine Einstellung auf sehr kleine Querdrahtteilung möglich ist.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 sind die durch die Ausführung nach den Fig. 4 und 5 gegebe nen Einstellmöglichkeiten kombiniert, d. h. die Elek troden 5a, 5b sind in Richtung der Längsdrähte 1 auf Stromschienen 8a bzw. 8b verschiebbar, und diese Stromschienen sind ihrerseits in Richtung der Quer drähte auf Stromschienen<I>7a, 7b</I> verschiebbar und fixierbar, so dass jede Elektrode durch diese einem Kreuzsupport ähnliche Anordnung in Längs- und Querrichtung entsprechend einer gewünschten Längsdraht- und Querdrahtteilung einstellbar ist.
Die gleichen Einstellmöglichkeiten bietet das Ausführungsbeispiel nach Fig. 8, bei dem allerdings nur zwei quer zu den Längsdrähten verlaufende Stromschienen 7a, 7b vorgesehen sind, die über flexi ble Leitungen 10 mit der Sekundärwicklung 4 des Transformators 3 in Verbindung stehen. Durch Än derung des gegenseitigen Abstandes dieser Strom schienen<I>7a, 7b</I> können die Elektroden der verschie denen Doppelpunktschweisstrecken auf eine ge wünschte Querdrahtteilung eingestellt werden. Auf den Stromschienen<I>7a, 7b</I> sind in Richtung der Quer drähte wieder die Elektroden 5a, 5 entsprechend der gewünschten Längsdrahtteilung einstellbar und fi xierbar. Derartige an Stromschienen verstellbare und fixierbare Schweisselektroden sind in verschiedenen Ausführungen bekannt.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 können die flexiblen Leitungen 10 auch entfallen, wenn zwischen den Stromschienen<I>7a, 7b</I> und den Enden der Sekun därwicklung 3 entsprechend grosse Gleitkontaktflä- chen vorgesehen und die Stromschienen sodann im gewünschten Abstand auf diesen Kontaktflächen fi xiert werden.
Fig. 9 zeigt schliesslich schematisch eine Drauf sicht auf eine gemäss der Erfindung ausgebildete Schweissmaschine. Die von Haspeln 11 ablaufenden Längsdrähte 1 werden mit bekannten Mitteln inter mittierend um den doppelten Betrag der Querdraht teilung tQ in Richtung des Pfeiles P vorgeschoben, wobei in der Längsdrahtzuführung zweckmässig (nur schematisch angedeutete) Richtvorrichtungen 12 eingeschaltet sind. Für die Zuführung der Querdrähte sind zwei Haspeln 13 und zwei Umlenkrollen 15 vor- gesehen.
Die Querdrähte<I>2a, 2b</I> werden paarweise gleichzeitig nach jedem Vorschubschritt der Längs drähte 1 eingeschoben und gelangen beim nächsten Vorschubschritt der Längsdrähte in die Schweissta- tion 17, von der in Fig. 9 nur die in Vorschubrich tung der Drähte liegenden Strombrücken 6 erkennbar sind. Hinter den Schweisstrecken fällt das fertigge- schweisste Gitter an. Während des Schweissvorgan- ges werden bereits die nächsten beiden Querdrähte <I>2a, 2b</I> in die Maschine eingeschoben.
Die beschriebenen Ausführungsbeispiele lassen im Rahmen der Erfindung natürlich noch verschiede ne Abwandlungen zu. So können z. B. die Anordnun gen der Längs- und Querdrähte und der Schweiss transformatoren bzw. der Strombrücken untereinan der vertauscht werden, so dass die Transformatoren oberhalb der Drahtscharen zu liegen kommen, falls dies aus irgendwelchen Gründen erwünscht sein sollte.