CH406732A - Schädlingsbekämpfungsmittel in Form eines Haftstäubemittels - Google Patents

Schädlingsbekämpfungsmittel in Form eines Haftstäubemittels

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CH406732A
CH406732A CH493561A CH493561A CH406732A CH 406732 A CH406732 A CH 406732A CH 493561 A CH493561 A CH 493561A CH 493561 A CH493561 A CH 493561A CH 406732 A CH406732 A CH 406732A
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hydrophobized
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CH493561A
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Ralf Dr Gerneck
Schueler Helmut
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Borchers Ag Gebr
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N25/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, characterised by their forms, or by their non-active ingredients or by their methods of application, e.g. seed treatment or sequential application; Substances for reducing the noxious effect of the active ingredients to organisms other than pests
    • A01N25/12Powders or granules
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Description


      Schädlingsbekämpfungsmittel    in Form eines     Haftstäubemittels       Die gebräuchlichsten     Applikationsmethoden    im  Pflanzenschutz sind das Spritzen (unter Einschluss des  Sprühens) und das Stäuben. Beim Spritzen (Sprühen)  dient Wasser, beim Stäuben Talkum oder Schiefer  mehl oder andere nicht hygroskopische Trocken  puder als Verdünnungsmittel bzw.

   Trägerstoffe. über  all dort, wo es darauf ankommt, eine längere Wir  kungsdauer zu erzielen, wie zum Beispiel gegen Pilz  erkrankungen der     Kulturpflanzen,    wird dem     Spritz-          bzw.    Sprühverfahren der Vorzug gegeben, weil der       Spritz-(Sprüh)-Belag    infolge der     Anschwemmung     widerstandsfähiger gegen die     Atmosphärilien    ist;

   so  beschränkte sich das Stäuben im allgemeinen auf die  Bekämpfung von Insektenmassenvermehrungen, wie  zum Beispiel forstschädlicher Raupen, Maikäfer, Kar  toffelkäfer usw., obwohl oftmals versucht wurde, je  doch stets mit unbefriedigendem     Erfolg,    die Stäube  mittel auch dort einzusetzen, wo lange Wirkungs  dauer erwünscht ist. Dies ist verständlich, wenn man  berücksichtigt, dass zum Beispiel im Weinbau zur  Behandlung eines 1 ha grossen Weingartens i. M.  2500 1     Spritzbrühe    aufzuwenden sind, während auf  der gleichen Fläche beim Stäuben nur     30-40    kg       Stäubemittel    genügen würden. Zeit und     Arbeitskräfte     zu sparen, ist immer dringender werdende Forde  rung des Praktikers.  



  Der Erfindungsgedanke liegt also     darin,    Stäube  mittel zu Pflanzenschutzmassnahmen herzustellen,  welche gleich einem Spritzbelag auf den zu schützen  den Kulturpflanzen und Pflanzenteilen ohne Zusatz  von Wasser als     Verdünnungsmittel    nach dem Aus  stäuben angeschwemmt werden, so dass mindestens  gleich gute Widerstandsfähigkeit gegen die     Atmo-          sphärilien    (Regen, Wind     etc.)    gegeben ist, wie beim  Spritzen und somit auch diejenigen     Schädiger    der  Kulturpflanzen damit erfolgreich bekämpft werden    können,

   bei     denen    eine lange     Wirkungsdauer    des       Wirkstoffbelages    erforderlich ist.  



  Dieses Ziel wurde in geradezu idealer Weise er  reicht, indem die vorliegende Erfindung     ein.    Schäd  lingsbekämpfungsmittel in Form eines Haftstäube  mittels mit besonderer Trocken- und Nasshaftung be  trifft, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass es  einen     hydrophobierten        inerten        Trägerstoff,    einen  Stoff, der in der Lage ist, aus der Atmosphäre Feuch  tigkeit anzuziehen und aufzunehmen, um dabei selbst  zu     zerfliessen    und einen oder mehrere in Wasser  lösliche bzw.     quellbare        Klebstoffe        tierischer,    pflanz  licher oder synthetischer Herkunft, enthält.  



  Damit wird     erreicht,    dass     grosse    Anteile des       Stäubemittels    auf den zu     schützenden    Kulturpflanzen   hängen  bleiben und diese grossen     Anteile    sich   infolge ihrer hohen     Hygroskopizität    - mit dem aus  der Atmosphäre angezogenen Wasser abriebfest und  bis zu einem gewissen Grade regenbeständig an  schwemmen und erhärten.  



  Zur Demonstration der     Zusammensetzung    eines       Spritzpulvers        herkömmlicher    Art sei     nachfolgendes     Beispiel angeführt:  
EMI0001.0042     
  
    20 <SEP> % <SEP> Zin@eb-Wirkstoff <SEP> l <SEP> as <SEP> Wirkstoff
<tb>  15 <SEP> % <SEP> kolloider <SEP> Schwefel <SEP> l
<tb>  8 <SEP> 0/0 <SEP> Sulfitablauge-Pulver <SEP> als <SEP> Dispergiermittel
<tb>  0,5 <SEP> % <SEP> Alkoholsulfonat <SEP> als <SEP> Netzmittel
<tb>  56,5 <SEP> % <SEP> Kaolin <SEP> als <SEP> inertes <SEP> Füllmittel       Dieser     Formulierung    wird jetzt zwecks Umände  rung     in    ein hygroskopisches     Haft-Stäubemittel    irgend  eine indifferente hygroskopische Substanz zugesetzt,

    deren es eine Unzahl gibt, so dass hierfür keine     bei-          spielsweisen    Beschränkungen möglich     sind.     



  Anstelle des im Beispiel genannten normalen      Kaolins werden jetzt     hydrophobierte,        inerte    Träger  stoffe, wie zum Beispiel     hydrophobiertes        Kaolin,          hydrophobierte    Kreide oder ähnliche     hydrophoibierte     Stoffe in feinster Verteilung eingesetzt.

   Darüber hin  aus werden zur Erlangung einer gewissen Regen  beständigkeit, welche so bemessen sein muss, dass  nach der Anschwemmung des     Stäubemittels    infolge  seiner nunmehr gegebenen     Hygroskopizität    keine Er  stickungen der Pflanzenteile (zum Beispiel Blätter)  infolge zu starker     Verkleistung    eintreten kann,     als     Haft- bzw. Klebemittel in Wasser lösliche bzw.     quell-          bare    Leime oder Klebstoffe, sowohl tierischer,     pflanz-          licher    oder synthetischer     Herkunft    allein oder in  Mischung verwendet.

   Auch hier kann infolge der       Vielzahl    der     Möglichkeiten    eine Beschränkung auf  Beispiele nicht gegeben werden.  



  Ebenso kann sowohl bei den Wirkstoffen, den  hygroskopischen Substanzen, den     hydrophobierten     Trägerstoffen und den Klebstoffen eine Konzentra  tionsangabe wegen der Vielzahl der Kombinations  möglichkeiten und Praxisbedürfnisse nicht gemacht  werden.  



  Derartige erfindungsgemässe     Haftstäubemittel    kön  nen aus allen im Pflanzenschutz gebräuchlichen Wirk  stoffen mit     insektiziden,    Fungiziden, bakteriziden,     ger-          miziden,        herbiziden,        akariziden        etc.    Eigenschaften  allein oder in Kombination untereinander hergestellt  werden.  



  Die Tragweite der Erfindung sei an einem Bei  spiel erläutert:  In einer deutschen     Weinbaugemeinde    wurden als  Versuchsfläche 72 ha mit Hilfe eines Hubschraubers  in der     Vorblüte    zweimal mit einem erfindungsgemäs  sen     Zineb-Schwefel-Haftstaub    und in der Nachblüte       dreimal    mit einem     Kupfer-Schwefel-Haftstaub        ge-          mäss    der beanspruchten Erfindung eingestäubt.

   Zum  Vergleich wurden in der gleichen Weise 62 ha Bleich  basis und in der Nachblüte dreimal mit einem     Kupfer-          Schwefel-Stäubemittel    auf herkömmlicher Talkum  basis und in der Nachblüte     dreirnat    mit einem     Kupfer-          Schwefel-Stäubemittel,    gleichfalls auf     Talkumbasis,     behandelt. Im Mittel     wurden    jeweils 30     kg/ha    mit ge  ringen Abweichungen ausgebracht.

   Während auf der  Fläche, die mit dem erfindungsgemässen Haftstäube  mittel behandelt wurde, keinerlei     Peronospora        vitisola     und kein     Oidium        tuckeri    aufgetreten ist, wurden die  mit dem üblichen     Talkumstäubemittel    behandelten  Flächen fast restlos durch     Peronospora        vitisola    an  den Trauben vernichtet. Gleich gute Erfolge wurden  erzielt. wenn die neuen     Haftstäubemittel    mit Boden  geräten, zum Beispiel mit rückentragbaren Motor  verstäubern, ausgebracht wurden.

   Hierbei wurde fest  gestellt, dass gegenüber dem altherkömmlichen     Spritz-          verfahren    nur noch     1/8    der Arbeitszeit und 1/8 der       Arbeitskräfte    benötigt wurden. Hieraus geht der tech  nische und     wirtschaftliche    Fortschritt besonders ein  deutig hervor.  



  Eine     Nachprüfung    der aussergewöhnlichen     Trok-          ken-    und Nasshaftung der     erfindungsgemässen    Haft  stäubemittel kann in einem Handtest, der jederzeit    leicht ausführbar ist, folgendermassen vorgenommen  werden:

    Auf einer durchsichtigen, besser aber dunkel ge  färbten Glasplatte wird an einem Rande eine kleine  Menge des     Haftstäubemittels    aufgetragen, auf einer       zweiten        gleichartigen    Glasplatte wird am Rande ein       Stäubemittel    der herkömmlichen Art auf     Talkumbasis     in etwa gleicher Menge aufgeschichtet. Über beide  Glasplatten lässt man nunmehr durch Schräghalten  und     Klopfen    auf die Platten die     Stäubemittel    ab  rutschen. Hierbei zeigt sich der Unterschied in der  Trockenhaftung augenscheinlich.

   Während nur ge  ringe Anteile des     Talkumstäubemittels    haften bleiben,  bedeckt der erfindungsgemässe Haftstaub in starker  Auflage die Platte.  



  Nunmehr wurden beide Platten angehaucht, um  erhöhte Luftfeuchtigkeit oder Tau nachzuahmen. Man  erkennt dabei, dass sich an dem althergebrachten       Stäubemittel    nichts     verändert,    während der neuartige  Haftstaub     zerfliesst.    Nach dem Trocknen der Platten,  welches bei Raumtemperatur nur wenige Minuten       erfordert,    kann man mit dem Finger über den Haft  staubbelag streichen, ohne dass dabei     nennenswerte     Mengen abgewischt werden können. Es ist sogar  schwierig, die Platte wieder trocken zu reinigen. Im  Gegensatz hierzu     genügt    leisestes Überstreichen mit  dem Finger auf den anderen Platten, um den Belag  zu entfernen.

   Die Reinigung dieser Platte kann durch  ein einmaliges Abwischen mit einem Tuch     erfolgen.     



  Aus     der    Vielzahl der     erfindungsgemässen    Zusam  mensetzungen zeigen die folgenden Beispiele einige  Möglichkeiten:    <I>Beispiel 1</I>       10        %        Zineb          10        %        Dextrin        (als        Klebstoff)          20        %        Sulfitablaugepulver        (hygroskopische        Substanz)

            60        %        Hydrophobierte        Kreide     <I>Beispiel 2</I>       10        %        Zineb          35        %        eines        kolloidalen        Schwefelpräparates        mit        stark     hygroskopischen Eigenschaften und 50 0/0  Schwefel elementar;

       Teilchengrösse    des kol  loidalen Schwefels 0,5     Mikron     5     Methyl-hydroxyäthyl-Cellulose    (Klebstoff)       50        %        Hydrophobiertes        Kaolin     <I>Beispiel 3</I>       20        %        Zineb     15      .'o        Kupfer-oxychlorid          20        %        Natrium-Salz        der        Ligiiinsulfonsäure          (hydroskopische    Substanz)

    1     %        Fischleimpulver        als        Klebstoff     44     01'o        Hydrophobierte    Kreide  <I>Beispiel 4</I>  40     ''0    eines kolloidalen Schwefelpräparates mit stark  hygroskopischen Eigenschaften und 50 0l0  Schwefel elementar;

   Teilchengrösse des ele  mentaren Schwefels 0,5     Mikron              17,5        %        Kupfer-oxychlorid          7,0%        Stärkeleim          0,5%        eines        Fettalkoholsulfonates        als        Netzmittel          17        %        Hydrophobiertes        Kaolin     18 0/e     Hydrophobierte        Kreide     <I>Beispiel 5</I>  15 0,

  -o     Zineb          20        %        eines        kolloidalen        Schwefelpräparates        mit        stark          hygroskopischen    Eigenschaften und 50 0/0  Schwefel elementar;

   Teilchengrösse des ele  mentaren Schwefels 0,5     Mikron     1     oio        Methyl-Parathion     15 0l0     Kupfer-oxychlorid     5 0l0     Sulfitablauge    als hygroskopische     Substanz          0,5%        eines        Kondensationsproduktes        aus        Fettsäure     und     Methyltaurin    als Netzmittel       5,0%        Polyvinylalkohol        als        Klebstoff          38,

  5%        Hydrophobierte        Kreide  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Schädlingsbekämpfungsmittel in Form eines Haft- stäubemittels mit besonderer Trocken- und Nass haftung, dadurch gekennzeichnet, dass es einen hydro- phobierten inerten Trägerstoff, einen Stoff, der in der Lage ist, aus, der Atmosphäre Feuchtigkeit anzuziehen und aufzunehmen, um dabei selbst zu zerfliessen und einen oder. mehrere in Wasser lösliche bzw.
    quellbare Klebstoffe tierischer, pflanzlicher oder synthetischer Herkunft, enthält. UNTERANSPRÜCHE 1. Schädlingsbekämpfungsmittel nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass es noch ein Netzmittel enthält. 2. Schädlingsbekämpfungsmittel nach Patentan- spruch, dadurch gekennzeichnet, dass es noch einen Emulgatoren enthält.
CH493561A 1960-09-17 1961-04-27 Schädlingsbekämpfungsmittel in Form eines Haftstäubemittels CH406732A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2231317A1 (de) * 1973-05-30 1974-12-27 Hoechst Ag

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FR2231317A1 (de) * 1973-05-30 1974-12-27 Hoechst Ag

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