Scharnier, insbesondere für auf- oder einwärtsschlabende Türen Bei Türen, z. B. an Möbelstücken, Schränken, Schreibtischen usw., die dicht nebeneinander oder seit lich neben einer Zimmerwand aufgestellt sind, besteht häufig die Schwierigkeit, dass die Tür beim Auf schlagen zu weit auslädt und sich daher nicht öffnen lässt, was dazu zwingt, das Möbelstück von den Nachbarmöbeln oder der Wand entsprechend weit abzurücken. Hierdurch entstehen unerwünschte Tot räume, die auch schwer sauber zu halten sind.
In erhöhtem Masse gelten diese Schwierigkeiten bei Re formküchen, bei denen die einzelnen tischartigen Schränke eng aneinander gestellt sind. Hier soll kei nerlei Zwischenraum zwischen den benachbarten Möbelwänden auftreten. Auch sollen sich benachbarte Türen nicht gegenseitig sperren. Es besteht daher die Aufgabe, die Türen für derartige Zwecke so auszu bilden, dass sie während des Schwenkens nicht über die seitliche Begrenzungsebene des Möbels hinaus ragen.
Daneben besteht auch noch die Forderung, die Gelenkteile der Tür von aussen unsichtbar zu halten. Es sind schon eine Reihe von Konstruktionsvor schlägen gemacht worden, die im wesentlichen darin bestehen, das Gelenk bzw. Scharnier der Tür im Innern derselben möglichst nahe an die äusserste Ecke des Türquerschnitts zu verlegen.
Diese Konstruktionen kranken aber an dem grundsätzlichen Mangel, dass der erstrebte Zweck nur angenähert erreicht werden kann, dass besondere Ab rundungen an den Türkanten vorgenommen werden müssen, damit sie nicht während des Schwenkens gegen den Möbelkörper drücken und dass die Wand teile der Tür, je mehr die Gelenkachse der Aussen wandung genähert wird, umso dünner ausfallen müs- sen, wodurch weitere konstruktive Schwierigkeiten entstehen.
Die vorliegende Erfindung hat sich demgegen über die Aufgabe gestellt, ein Gelenk zu schaffen, das sich mit allen seinen Teilen genügend weit im Innern des Türkörpers befindet und das dennoch ein öffnen ohne überschreitung der Seitenebene des Möbel stückes ermöglicht. Erreicht wird dies dadurch, dass ein durch Gelenkarme gebildetes, mindestens vier Gelenkpunkte enthaltendes Gelenksystem vorgesehen ist, von dem zwei benachbarte Gelenkpunkte mit dem einen Bauteil, z. B. dem Möbelkörper, die beiden anderen mit dem anderen Bauteil, z.
B. der Tür, fest verbunden sind.
Weitere Einzelheiten werden anhand der Figu ren, die einige Ausführungsbeispiele darstellen, noch näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine Draufsicht auf die neue Scharnieran- ordnung mit Zwischengehäuse und mit den benach barten Möbel- und Türteilen, teilweise im Schnitt in einer ersten Ausführungsform in vergrössertem Mass stab, Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Beschlag mit Hilfsplatte für die Anordnung nach Fig. 1,
Fig. 2a einen Querschnitt durch den Beschlag mit Hilfsplatte gemäss Fig. 2, Fig. 3 eine Draufsicht auf das Zwischengehäuse in gewöhnlichem Massstab, Fig. 3a einen Querschnitt durch das Zwischenge häuse, Fig. 4- den Querschnitt durch ein erfindnugs- gemässes Scharnier mit abgeändertem Tragkörper in der Offenstellung in vergrössertem Massstab,
Fig. 5 in gewöhnlichem Massstab eine Seitenan sicht des Tragkörpers gemäss Fig.4, links aufge schnitten.
Fig. 6 eine Draufsicht auf den Tragkörper nach Fig. 5, Fig. 7 und 8 Flachansichten der beiden Gelenk arme, Fig. 9 einen Schnitt durch eine erfindungsgemässe Scharnieranordnung bei einem Möbelstück mit Zwi schenwand, Fig. 10 einen Schnitt in der Längsrichtung des in Fig. 9 verwendeten Zwischenkörpers, Fig. 11 einen Schnitt entlang der Linie XI-XI der Fig. 10, Fig. 12 eine Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 10,
Fig. 13 einen Schnitt durch die zugehörige Ver- stellplatte, Fig. 14 eine Draufsicht auf die Verstellplatte, Fig. 15 die Unteransicht derselben, Fig. 16 die Seiten- bzw.
Stirnansicht der Verstell platte, Fig. 17 einen Schnitt durch die Verstellplatte auf der anderen Seite der Mittelwand der Fig. 9, Fig. 18 die Draufsicht auf die Platte nach Fig. 17, Fig. 19 die Unteransicht der Platte nach Fig. 17, Fig. 20 die Stirnansicht der Platte nach Fig. 17, Fig. 21 einen Schnitt durch eine schwächere Zwi schenplatte, Fig. 22 die Stirnansicht der Platte nach Fig. 21,
Fig. 23 eine Draufsicht auf die Platte nach Fig. 21, Fig. 24 einen Schnitt durch eine aus einem Stück bestehende Verstell- und Zwischenplatte, Fig. 25 die Draufsicht auf die Platte nach Fig. 24, Fig. 26 die Unteransicht der Platte nach Fig. 24, Fig. 27 die Seitenansicht der Platte nach Fig. 24, Fig. 28 die Stirnansicht der Platte nach Fig:
24, Fig. 29 einen Schnitt durch ein Scharniergehäuse für Vollkunststofftüren mit den benachbarten Teilen der Vollkunststofftür entlang der Schnittlinie XXIX-XXIX der Fig. 30, Fig. 30 eine Draufsicht auf die Anordnung nach Fig. 29, Fig. 31 einen Schnitt durch das Scharniergehäuse entlang der Linie XXXI-XXXI der Fig. 35,
Fig. 32 einen Schnitt entlang der Linie XXXII-XXXII der Fig. 35, Fig. 33 einen Schnitt entlang der Linie XXXIII-XXXIII der Fig. 35, Fig. 34 einen Schnitt entlang der Linie XXXIV-XXXIV der Fig. 32, Fig. 35 eine Draufsicht auf das Gehäuse der Fig. 29-34, Fig. 36 einen Längsschnitt durch ein Scharnier mit Gelenkparallelogramm, zugehörigen benachbarten Möbelteilen und Zwischengehäuse,
Fig. 37 eine Draufsicht (zur Hälfte) auf das Zwischengehäuse der Fig. 36 in einer Ebene senkrecht zur Fig. 36, Fig. 38 eine Draufsicht (zur Hälfte) auf das Scharniergehäuse der Fig. 36, Fig. 39 einen Schnitt (zur Hälfte) durch das Zwischengehäuse entlang der Linie XXXIX-XXXIX der Fig. 37, Fig. 40 einen Schnitt (zur Hälfte)
durch das Scharniergehäuse entlang der Linie XXXX-XXXX der Fig. 38, Fig. 41 einen Schnitt durch das zusammengesetzte Zwischen- und Scharniergehäuse entlang der Linie XXXXI-XXXXI der Fig. 37 und 38.
In Fig. 1 ist 1 die Seitenwand eines Möbels, z. B. eines Küchenschrankes, das bzw. der durch eine Tür 2 verschlossen ist. Die Fig. 1 zeigt die Schliessstellung. An der Innenseite der Möbelwand 1. ist ein Beschlag teil 3 mit Hilfe von Schrauben 4 und 5 befestigt, dessen frei herausragendes Ende 6 den mit dem Möbel 1 fest verbundenen Gelenkarm bildet. Der Teil 3, 6 ist als abgeschrägtes U-Profil ausgeführt, wie aus Fig. 2 näher ersichtlich. Die Schenkel 7 und 8 des U besitzen Gelenkstellen 9 und 10 mit entsprechenden Bolzen, an denen die Zwischengelenkarme 11 und 12 angelenkt sind.
Der Arm 11 ist dabei gewölbt ausge bildet, damit er einerseits den Möbelkörper 1 nicht berührt, während er anderseits in der voll geöffneten Lage der Tür einen entsprechenden Anschlag an dem Arm 6 findet.
Die freien Enden 13, 14 der Gelenkarme 11, 12 sind die Zapfen 15, 16 gelagert, die von dem Zwischen gehäuse 17 gehalten sind. Die Form des Zwischen gehäuses 17 ist aus Fig.3 näher ersichtlich. Der Querschnitt des Gehäuses ist zylindrisch, und zwar so, dass es bequem in eine entsprechende Bohrung des Türkörpers 2 von innen her eingeschoben werden kann. Es kann daher auch in der Bohrung jede beliebige Drehstellung einnehmen und wird in dieser Stellung dadurch festgehalten, dass in geschlitzte Spreizbohrugen 19, 20, die leicht keilförmig gehalten sind, entsprechend zylindrische Bolzen 21, 22 ein getrieben, das heisst geschlagen oder geschraubt, wer den.
Bei Kunststoff bildet sich beim Einschrauben eines Gewindebolzens das entsprechende Gegenge winde im Kunststoff von selbst. Der Bolzen kann daher auch beliebig oft ein- und ausgeschraubt wer den. Praktische Versuche haben gezeigt, dass die Spreizbefestigung so hochwertig ist, dass ein unge wolltes Lösen gänzlich ausgeschlossen ist.
Der Zwischenkörper 17 besitzt im Innern eine Aussparung 23 für die Gelenkarme 11 und 12, die vorzugsweise aus starkem Blech hochkant gebogen sind.
Der Abstand in Fig. 1 der hinteren Stirnseite 2' der Tür 2 von der Seitenebene 1' im geschlossenen Zustand der Tür beträgt etwa 7,5 Einheiten (3 mm) und ist ohne weiteres tragbar bzw. sogar erwünscht, um geringfügige bauliche Unterschiede von Tür und Möbelwand möglichst wenig erkennbar zu machen.
Besitzen die Gelenkarme bzw. die Gelenkpunkt entfernungen die Verhältniswerte<I>a =</I> 19,<I>b = 46,</I> <I>c = 45, d</I> = 42 Einheiten wie in der Zeichnung zugiundegelegt (eine Einheit z. B. = 0,4 mm), so beschreiben die Punkte e und f, auf die es im vor liegenden Zusammenhang besonders ankommt, Wege entsprechend den Kurven g und h. Wie aus deren Verlauf erkennbar ist, hebt sich die Tür sehr schnell von der Vorderfläche des Möbels 1 ab und auch der Punkt e bleibt immer in genügendem Abstand von der Seitenebene 1' des Möbels, um ein völlig ungehin dertes Öffnen der Tür bis in die 90-93 -Stellung zu ermöglichen.
Für die Ausrichtung der Tür gegenüber dem Möbelkörper 1 nach dem Einbau ist an dem Be schlag eine lose von den Schrauben 4 und 5 gehaltene Hilfsplatte 24 vorgesehen, die ebenfalls wie der Be schlag selbst U-Profil aufweist, und zwar so, dass die beiden U-Schenkel 25, 26 der Platte 24 und die Schenkel 7, 8 des Beschlages 6 übereinandergreifen und das Innere von aussen unsichtbar ist.
Bei 27 ist an die Platte eine Gewindehülse ange- formt, in welche eine Stellschraube 28 geschraubt ist, deren Kopf 29 in eine Pfanne 30 des Beschlages 6 eingreift, wobei ein Durchbruch 31 vorgesehen ist, um mittels eines Schraubenziehers in den Schlitz 32 ein greifen und die Schraube 28 verstellen zu können. Diese Verstellung erfolgt zweckmässig bei geringer Lockerung der Schrauben 4 und 5, kann also nach dem Einbau erfolgen und ermöglicht die sehr genaue Ausrichtung der Tür gegenüber dem Möbel 1. Die Hilfsplatte 24 kann bei jedem Beschlag vorgesehen sein, gegebenenfalls genügt aber auch eine Platte am oberen oder unteren Beschlag 3.
Es ist auch möglich, die Seitenfläche 1' des Möbelstückes in die Ebene der hinteren Stirnseite 2' der Tür 2 zu verlegen und dennoch ein übergreifen von Türteilen über die Ebene 1' hinaus während der Schwenkbewegung zu verhindern. Dies wird ermöglicht, wenn der Punkt 10 bis zur Stelle 10' verlagert wird, das heisst, wenn der Gelenkarm c entsprechend bis z. B. auf 27 Einheiten verkürzt wird. Die Punkte e, f vollführen dann Bewegungen entlang den Kurven g' und h', die, wie erkennbar, stets links von der Ebene 1' verlaufen. Natürlich muss in solchem Falle aber das linke nicht dargestellte Ende der Tür 2 entsprechende Ausweichmöglichkeit besitzen.
Ferner ist es grund sätzlich möglich, nicht nur aufschlagende, sondern auch einschlagende Türen mit derartigen vierarmigen Scharniergelenken auszubilden, ebenso wie durch Veränderung der einzelnen Gelenkarmlängen und Verlagerung der Gelenkstellen alle möglichen wei teren Schwenkbewegungen erzielt werden können, die sich durch Versuch oder Überlegungen ermitteln lassen.
Bei der abgeänderten Ausführungsform gemäss den Fig. 4-8 sind Gelenkarme 11, 12 ähnlich denen der Fig. 1 ausgebildet. Als Tragkörper dient ein zylindrisches Gehäuse 33, das einen nach der Möbel seite hin offenen Raum 34 von abgestuft T-förmiger Gestalt (Fig.6) besitzt. Im ersten Teil 34a dieses Raumes sind die beiden Gelenkösen 13 und 14 der Gelenkarme 11 und 12 auf den Zapfen 15 und 16 schwenkbar gelagert. Diese Zapfen werden ihrerseits in Bohrungen 15' und 16' des Tragkörpers 33 gehal ten.
Da die Bohrung 16' weiter nach dem Inneren des Tragkörpers 33 hin liegt und ausserdem die Be anspruchung des Zapfens 16 nach dieser Richtung hin erfolgt, ist diese Zapfenlagerung von Natur grösseren Beanspruchungen gewachsen, während die Bohrung 15' kürzer ist und weiter nach aussen liegt und beim weiten Öffnen der Tür auch in Richtung nach aussen hin in gefährdender Weise beansprucht werden würde, falls dies nicht dadurch vermieden würde, dass der hintere Gelenkarm 12, der in seinem Hauptteil 12a (Fig. 7) breiter gehalten ist als der Ösenteil 14,
mit seinen überstehenden Seitenteilen einen Anschlag an den Schultern 37, 38 des Gehäuses 33 findet. Die Schultern können entweder achsparallel zum Körper 33 oder wie dargestellt, etwas schräg verlaufen. Sie sind aber jedenfalls so zu wählen, dass bei dem ge wünschten Öffnungswinkel der Tür 2 ein satter An schlag erfolgt. In dem schmalen Raum 34a sind die Ösen 13 und 14 untergebracht.
Der Teil 34b in der Mitte des Raumes 34 ist so gehalten, dass sich die breiteren Teile lla und 12a der beiden Gelenkarme 11, 12 frei bewegen können, während der Teil 34c eine noch grössere Breite besitzt, um in der geschlos senen Stellung der Tür 2 auch noch den Beschlagteil 3 mit der Gelenkachse 10 bequem aufnehmen zu können. _ Wie die Fig.7 und 8 zeigen, sind die beiden Gelenkarme 11 und 12 untereinander im wesentlichen gleichartig ausgebildet, nur mit dem Unterschied, dass der Teil 11, vergleiche Fig. 4 und 8, entsprechend gewölbt ausgebildet ist, um die Ecke umgreifen zu können.
Das Gehäuse 33 besitzt nach der Rückseite hin zweckmässige Hohlräume 35 an allen denjenigen Stel len, an denen eine Materialersparnis vorgenommen werden kann, so dass überall etwa gleiche Wandstärke verbleibt. Die beiden Spreizbohrungen 39 und 40 sind zweckmässig unter einem Winkel zur Achsrichtung des Tragkörpers 33: angeordnet.
Dies hat zur Folge, dass beim Einführen (Einschrauben oder Einschlagen) der in Fig. 5 gestrichelt angedeuteten Spreizschraub- stifte oder Bolzen 41 und 42 diese nicht nur den Umfang des Tragkörpers 33 dehnen, sondern sich zu sätzlich auch noch selbst mit ihrem umfangsmässig überstehenden Teil in den Türkörper 2 eindrücken und dadurch eine doppelte Festhaltewirkung, einmal am ganzen Umfang des Tragkörpers und zum andern durch ihr eigenes Eindrücken in den Türkörper, be wirken.
Ein solcher Tragkörper ist daher selbst mit gröss ten Kräften ohne Entfernung der Stifte aus dem Türkörper nicht zu lösen und sichert die Gelenk- stiftenlastung.
Der durch den Anschlag begrenzte öffnungs- winkel kann ohne weiteres auch mehr als 90 betra gen, was insbesondere in den Fällen, in denen ein gegebener Abstand von der Wand 43 voll ausgenutzt werden soll, vorteilhaft ist.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass in einzelnen Verarbeitungsbetrieben, in denen die Scharniere ge mäss der Erfindung verwendet werden, die Tür- und Wandstärken der damit auszurüstenden Möbel sehr voneinander abweichen können und dass diese bedeu tenden Unterschiede dem Einsatz des Scharniers in seiner bisher beschriebenen Grundform gewisse Gren zen setzen. Es hat sich auch herausgestellt, dass die für das Kunststoffscharniergehäuse zu bohrenden Löcher in den Möbelstücken mitunter an den Rändern aus splittern, besonders dann, wenn z.
B. bei Küchen schränken harte Kunststoffolien als Oberflächenbelag zum Einsatz kommen. Um diese Nachteile zu ver meiden, werden bei den Beispielen der Fig. 9-28 die Bauteile über weitere Zwischenkörper mit den Möbel teilen verbunden.
In Fig. 9 ist 33 wiederum ein Schamiergehäuse von zylindrischen Aussenabmessungen, das unter Zwischenschaltung eines Zwischenringes 44 mit Ab deckrand 44' in eine entsprechend zylindrische Boh rung einer Tür 2 eingesetzt ist. Die Befestigung erfolgt mittels nicht dargestellter Spreizschrauben, wie sie bei den früheren Ausführungsformen näher beschrieben wurden.
In dem Gehäuse 33 sind wiederum die beiden Scharnierarme 11 und 12 bei 15 und 16 gelagert und mit ihren anderen Enden bei 9 und 10 an einen Beschlagkörper 45 angelenkt, der in noch zu erläu ternder Weise mit einer Mittelwand 46 starr ver bunden ist. Die Verbindung erfolgt über eine Ver- stellplatte 47, die ihrerseits über eine Zwischenplatte 48 mit Hilfe von Befestigungsschrauben 49 von der Mittelwand 46 getragen wird.
Der Teil 45 ist schuh artig ausgebildet und umfasst die Verstellplatte 47 möglichst spiellos. Ähnliches gilt zwischen der letz teren und der mit entsprechender Vertiefung 48' ver- sehenen Zwischenplatte 48, so dass die Teile 45, 47, 48 drehfest miteinander verbunden sind. Die Befesti gungsschrauben 49 greifen durch die Mittelwand 46 und eine spiegelbildlich angeordnete zweite Zwischen platte 50 hindurch in eine auf dieser befindliche zweite Verstellplatte 51 für eine zweite Tür 52 auf der anderen Seite der Mittelwand 46.
Die bauliche Ausbildung der Zwischenplatte 48 ist aus den Fig. 10 bis 12, die der Verstellplatte 47 aus den Fig. 13-16 und die der zweiten Verstellplatte 51 aus den Fig. 17 bis 20 ersichtlich.
Die gegenseitige Befestigung erfolgt über eine Schraube 53, die in die Verstellplatte 47 (Fig. 9) ein greift unter Mitwirkung einer Abstützschraube 54, die ebenfalls in die Platte 47 eingeschraubt ist und über einen Durchbruch 54' von aussen her verstellt werden kann. Mit Hilfe der Schrauben 53, 54 ist eine sehr genaue und schnelle Ausrichtung der Tür 2 möglich.
Zur Entlastung des Bolzens 15 sind an dem Scharnier gehäusekörper 10 noch seitliche Anschlagflächen 37, 38 vorgesehen, gegen welche sich bei völlig geöffneter Tür die seitlichen Flanken des Scharnierarms 12 satt anlegen und dadurch in der schon weiter oben be- schriebenen Weise zugleich den Öffnungswinkel der Tür begrenzen. Die Teile der Scharnieranordnung für die zweite Tür 52 sind im wesentlichen spiegelgleich zu denen der Anordnung für die Tür 2, lediglich mit dem Unterschied, dass die Verstellplatte 51 mit Ge winde für die Schrauben 49 versehen ist.
Die Fig. 21-23 zeigen eine Zwischenplatte 56 von entsprechend kleineren Abmessungen, während in den Fig. 24-28 eine aus einem Stück bestehende kombi nierte Verstell- und Zwischenplatte 57 dargestellt ist, deren Einzelbeschreibung sich erübrigt.
Die Fig. 29-35 zeigen ein Beispiel für Vollkunst stofftüren. In diesen Figuren ist 58 der Körper einer Vollkunststofftür, die bei 59 eine Verstärkung auf weist, in die eine Aussparung 60 eingearbeitet ist, welche zur Aufnahme eines Scharniergehäuses 61 dient. Das Gehäuse 61 lässt sich zweckmässig satt und möglichst ohne Spiel in die Aussparung 60 einbringen. Es besitzt einen Flansch 62, der sich auf den durch die Aussparung verbleibenden Rand 63 der Verstär kung 59 auflegt und wird mit diesen durch Schrauben 64 fest verbunden.
Wie besonders aus Fig. 30 er sichtlich, ragt derjenige Teil 65 des Gehäuses 61, der zur Aufnahme der beiden Gelenkpunkte 66 und 67 für die nicht dargestellten Gelenkarme dient, bis in den verstärkten Rand 68 der Tür 58 hinein, um die Gelenkpunkte möglichst nahe der Türseitenkante zu verlegen. Die Ausbildung der Gelenkarme und die sonstigen Einzelheiten des Gehäuses mit Ausspa rungen für die entsprechenden Teile der Gelenkarme sind bei den früheren Beispielen näher beschrieben und werden daher hier nicht weiter erläutert.
Der Flansch 62 enthält zweckmässig noch zwei Ausspa rungen 69, 70 (siehe Fig. 31, 30 und Fig. 35), welche dazu dienen, zwei nicht dargestellte Stäbe aufzu nehmen, die über die ganze Türbreite sich erstrecken und dadurch der Hausfrau die Möglichkeit geben, an der Innentür noch irgendwelche Haushaltgeräte auf zuhängen. Gewinde für die Befestigungsschrauben braucht in den Türkörper 58 nicht eingeformt zu wer den, es genügen zylindrische bzw. leicht konische Bohrungen, in welche sich das Gewinde beim Ein schrauben der Schrauben von selbst einschneidet.
In den Fig. 36-41 ist 1 der feste Bauteil eines Möbelstückes, 2 der bewegliche Teil, z. B. eine Tür. An den festen Bauteil 1 ist mit Hilfe einer oder mehrerer Holz- oder Metallschrauben 71 ein trog artiger Gelenkträger 72 angeschraubt, welcher Ge lenkbolzen 73 und 74 aufweist, an denen Gelenkarme 75 und 76 angeordnet sind, die mit Hilfe von Gelenk bolzen 77 und 78 an einem zweiten umgekehrt trog artigen Element 79 in der Weise und mit solchen Abmessungen angelenkt sind, dass die Bolzen 73, 74, 77, 78 ein Gelenkparallelogramm bilden.
In der in Fig. 36 ausgezogen dargestellten Lage befinden sich die Gelenkarme 75, 76 in der einen Grenzstellung, in der die beiden Teile 72 und 79 an der Trennlinie 80 sich gegeneinander abstützen.
Der Teil 79 ist in Fig. 36 über den Gelenkzapfen 78 hinaus nach unten um einen Teil 79' verlängert und dann in Richtung auf die Seite rechtwinklig ge kröpft und weist an dem gekröpften Ende einen Ge lenkbolzen 81 auf, der zugleich in einem mit der Tür 2 fest verbundenen Scharniergehäuse 82 gelagert ist.
Der Arm 76 ist ebenfalls, und zwar über den Zapfen 78 hinaus mit einem Teil 76' verlängert und ragt durch eine Aussparung 83 des Teiles 79 nach aussen und trägt an seinem Ende einen Gelenkbolzen 84, an dem ein Zwischengelenkarm 85 angelenkt ist, der an seinem anderen Ende mit dem Zapfen 86 ebenfalls im Scharniergehäuse 82 gelagert ist.
Bei einer Schwenkung der Arme 75, 76 in Fig. 36 im Uhrzeigersinne hebt sich der Teil 79 zunächst ab, um bei weiterer Drehung der Gelenkarme sich dem Teil 72 wieder bis zur gegenseitigen Abstützung zu nähern, vergleiche die gestrichelte Darstellung im unteren Teil der Fig.36, wobei die Tür 2 eine Schwenkung von 90 ausführt und in die ebenfalls gestrichelt dargestellte Lage übergeht.
Das Scharniergehäuse 82 hat die Form einer Halbmanschette mit Flanschkragen 87, in welchem sich etwas langgestreckte Befestigungslöcher 88 be finden, die sich in Fig. 38 in waagrechter Richtung erstrecken. Sie dienen zur Befestigung des Teiles 82 an einem Zwischengehäuse 89, das ähnlich wie das Gehäuse 82 Halbmanschettenform (mit Boden 89') besitzt, und zwar derart, dass es von der scharnier- seitigen Stirn der Tür 2 in eine durch einen Zylinder fräser erzeugte Aussparung 90 satt eingeschoben werden kann.
Wie aus der Fig. 36 erkennbar, geht die Ausfrä- sung nicht ganz durch die Tür, sondern lässt einen Teil 2" stehen, damit die Türaussenfläche nicht unter brochen wird. Ein zungenartiger Fortsatz 91 wird beim Einbringen so in das Material der Tür 2, die vorzugsweise aus Holz besteht, eingetrieben, dass das Zwischengehäuse 89 mindestens an dieser Seite fest verankert ist.
Die eigentliche Befestigung in der Tür erfolgt aber mit Hilfe der etwas schräg gehaltenen Bohrungen 92 und durch darin eingeführte Spreiz- bolzen 93 ohne oder mit Gewinde, das sich dann in das Material der Tür einbohrt. Bei 94 sind Gewinde bohrungen für die Befestigung der nicht dargestellten Schrauben vorgesehen, welche durch die Befestigungs- löcher 88 hindurchgreifen und zum Halten des Gelenkgehäuses 82 dienen.
Der Körper 89 besitzt in seinem Scheitel eine Aussparung 95 und eine in deren Boden eingeformte keilartige Rille 96, der eine Öffnung 97 im Flansch 87 des Gelenkgehäuses 82 zugeordnet ist. Wie aus Fig.41 durch gestrichelte Darstellung ersichtlich, kann durch die öffung ein Schraubenzieher 98 in die Rille 96 eingeführt werden, der es gestattet, durch Links- oder Rechtsschwenken des Schraubenziehers das Gelenkgehäuse 82 gegenüber dem starr befestigten Zwischengehäuse 89 in waag rechter Richtung z. B. in der Grössenordnung von 4 mm zu verschieben.
Mit diesen Mitteln ist es mög lich, das obere und untere Scharnier einer Tür inner halb der auftretenden Fertigungstoleranzen in einfacher Weise genau waagrecht bzw. senkrecht auszurichten. Dies erfolgt zweckmässig erst am Aufstellungsort, so dass während des Transportes die Scharniere abge nommen sein können, so dass vorstehende Teile und dadurch zu berfürchtende Beschädigungen oder Krat zer der Möbelteile vermieden werden. Nur das nicht vorstehende Zwischengehäuse 89 bleibt zweckmässig eingebaut.
Wie in Fig.36 gestrichelt angedeutet, können Metall- oder Kunststoffdübel 99 in den Möbelteil 1 eingetrieben sein, um die Befestigungsschrauben 71 beliebig oft lösen und wieder anziehen zu können.
Wie ersichtlich, zeichnet sich dieses Scharnier durch besonders einfache und kostensparende Her stellung sowie bequeme und zuverlässige Handhabung aus.