CH410405A - Selbststerilisierender Thermoplast - Google Patents

Selbststerilisierender Thermoplast

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CH410405A
CH410405A CH140163A CH140163A CH410405A CH 410405 A CH410405 A CH 410405A CH 140163 A CH140163 A CH 140163A CH 140163 A CH140163 A CH 140163A CH 410405 A CH410405 A CH 410405A
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CH
Switzerland
Prior art keywords
plastic
thermoplastic
hexylresorcinol
thymol
octylresorcinol
Prior art date
Application number
CH140163A
Other languages
English (en)
Inventor
Jarnhall Bertil
Lennart Wikander Erik
Original Assignee
Astra Apotekarnes Kem Fab
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Publication date
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/04Oxygen-containing compounds
    • C08K5/13Phenols; Phenolates

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Materials For Medical Uses (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description


  
 



  Selbststerilisierender Thermoplast
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen selbststerilisierenden Thermoplast zur Herstellung von Erzeugnissen für medizinischen und allgemeinhygienischen Gebrauch.



   Der Zweck der Erfindung ist die Herstellung von Produkten mit   selb & tsterilisierendem    Effekt, um beispielsweise bei deren medizinischer Verwendung das Aufkommen von Infektionen, beispielsweise beim Einlegen von Kathetern oder beim Anlegen von Drainagen, zu verhindern.



   Innerhalb der Krankenpflege verwendet man zur Zeit steril verpackte Katheter, die nach dem Öffnen der Verpackung meistens vor dem Einführen in natürliche oder künstliche Körperöffnungen bakteriell kontaminiert werden. Ausserdem kommen die Katheter beim Einführen in den Körper in Berührung mit der an der Haut und/oder den Schleimhäuten normalerweise vorkommenden Bakterienflora. Diese Bakterienarten verursachen keine Infektionen an Ort und Stelle, führen aber meistens zu Infektionen, oftmals von ernster Natur, wenn sie beim Einführen des Katheters nach anderen bakterienfreien und/oder infektionsfreien Gebieten transportiert werden. Diese Gefahr ist immer beispielsweise beim Einlegen von Kathetern im Lumen des Urogenitalorgans vorhanden.



   Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass beispielsweise ein erfindungsgemäss hergestellter Katheter nicht nur steril ist, sondern auch diese Sterilität beim Einführen in den Körper beibehält und Bakterien abzutöten vermag, mit welchen er direkt oder durch die Körperflüssigkeit in Berührung kommt und hierdurch eine Verbreitung von Bakterien und das Entstehen einer Infektion in dem Lumen, in welches der Katheter eingeführt wurde, verhindert.



   Der erfindungsgemäss hergestellte selbststerilisierende Thermoplast kann zur Herstellung von Gegenständen verwendet werden, die Gefahren für Krankheitsübertragung, besonders durch Kontaktinfektion, verhüten sollen. Innerhalb der Krankenpflege kann die vorliegende Erfindung beispielsweise für chirurgische Instrumente und Zubehör, Vorrichtungen zur Blutübertragung, Klistiervorrichtungen, Handschuhe, gestrichene Gewebe zur Bekleidung von Operationstischen usw. verwendet werden. Innerhalb des allgemeinhygienischen Verwendungsbereiches können beispielsweise folgende Verwendungszwecke genannt werden: Zubehörteile für Kühlschränke sowie Folien zum Anbringen an Toilettstühlen.



   Darüberhinaus können gemäss vorliegender Erfindung auch Erzeugnisse für tierärztlichen Gebrauch hergestellt werden.



   Das neue Merkmal der Erfindung besteht darin, dass der Thermoplast als antimikropischen Bestandteil wenigstens eine der Verbindungen Thymol, 4-n-Hexylresorcin und 4-n-Octylresorcin in gleichmässiger Verteilung in dem Material in einem Gehalt von nicht mehr als 8   Gewichts-o/o    enthält. Der Gehalt des antimikrobischen Mittels soll im Thermoplast wenigstens 0,1   O/o    ausmachen und vorzugsweise zwischen   0,1-0,3      O/o    liegen.



   Das antimikrobische Mittel soll zwecks Erzielung einer vorteilhaften Wirkung gründlich mit dem Thermoplast gemischt werden. Die vorteilhafteste Homogenisierung erhält man, wenn der Thermoplast und das antimikrobische Mittel zusammengeschmolzen und hierbei mechanisch bearbeitet werden. Eine solche Verarbeitung des Kunststoffes in geschmolzenem Zustand liegt innerhalb der gewöhnlichen Verarbeitungstechnik. Die Bearbeitungstemperatur muss bei der vorliegenden Erfindung so gewählt  werden, dass das antimikrobische Mittel nicht oder nur im geringen Ausmass verdunstet oder zerlegt wird.

   Die erfindungsgemäss vorgeschlagene Einmischung eines antimikrobischen Mittels in einen Thermoplast führt zu einer Herabsetzung des   Schmelz-    punktes, weshalb die Verarbeitung, beispielsweise beim Extrudieren, bei einer Temperatur durchgeführt werden kann, die um   10 -20     C niedriger ist, als die Verarbeitungstemperatur für den reinen Kunststoff. Dagegen ist es zweckmässig, die Mundstücktemperatur beim Blasen von Folien zwecks Erzielung einer mehr homogenen Folie auf   5"-10"    C über den Normalwert zu erhöhen.



   Als geeignete Thermoplaste können vorteilhaft Polyäthylen vom Typ LD und HD, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polystyren und Polyvinylidenchlorid für sich oder Mischungen davon verwendet werden.



   Beispiel I
50 kg Polyäthylengranulat vom LD-Typ wurden mit 55 g (entsprechend gute   0,1 0/o)    pulverisiertem Hexylresorcin innig vermischt, die erhaltene Mischung in eine Strangpresse gegeben und das Material bei ca.   1500    C extrudiert, wonach der erhaltene Strang unmittelbar zu einem somit selbststerilen Granulat zerkleinert wurde. Von diesem Granulat wurden dann Katheter in bekannter Weise durch Strangpressen hergestellt. Auf dieselbe Weise wurden Katheter aus dem gleichen Kunststoff mit einem Zusatz von gut 0,3   O/o    Hexylresorcin hergestellt. Kontrollkatheter ohne Hexylresorcinzusatz wurden auch aus dem gleichen Kunststoff hergestellt.



   Katheter aus den gemäss oben hergestellten drei verschiedenen Serien, d. h.



   A) Katheter mit 0,1   O/o      Hexylresorcinzusatz   
B) Katheter mit 0,3   o/o    Hexylresorcinzusatz
C) Kontrollkatheter wurden für die nachstehenden Untersuchungen verwendet.



   1.   lnfektionsversuch   
Je 10 B- und K-Katheter wurden mit einem kaninchenpathogenen Stamm von Staphylococcus aureus massiv inokuliert. Diese Katheter wurden danach operativ in die Subcutis des Rückens von Kaninchen eingeführt, und zwar ein B-Katheter an einer Seite und ein K-Katheter an der anderen Seite, abwechselnd links und rechts.



   Bei der Sezierung der Kaninchen nach verschiedenen Zeitintervallen, 1, 2, 3 und 4 Tagen, erwies sich, dass sämtliche Kontrollkatheter (K) zu massiven Infektionen mit reichlich eitrigem   Exudat    in der Subcutis geführt hatten wie auch in verschiedenen Fällen zu Adhäsionen.



   Bei den B-Kathetern konnte in vier Fällen eine sehr schwache Entzündung festgestellt werden, in den übrigen sechs Fällen lagen keine Zeichen irgendwelcher Entzündungsprozesse vor.



   Die bei der Sezierung gemachten Beobachtungen wurden durch eine bakteriologische Züchtung der herausgenommenen Katheter bestätigt, wobei sämtliche K-Katheter ein reichliches Wachstum des betreffenden Staphylococcus aureus-Stammes ergaben, während die B-Katheter in keinem Fall Wachstum ergaben.



   2. Gewebereizung
A-, B- und K-Katheter wurden in subcutanem Gewebe im Rücken von Kaninchen operativ einge führt. Nach 2-7 Tagen wurden die Kaninchen seziert und das Operationsgebiet studiert. Hierbei erwies sich, dass sämtliche Kontrollkatheter eine Irritation, deren Intensität von mässig bis stark variierte, herbeigeführt hatten. Die Irritation war weniger ausgeprägt bei den A-Kathetern. Die B-Katheter zeigten eine noch schwächere Irritation und in einigen Fällen überhaupt keine Irritation.



   Beispiel II
Von dem gemäss Beispiel I hergestellten selbststerilisierenden Granulat wurde auch ein Folienmaterial durch Blasen hergestellt. Diese Folie wurde hinsichtlich ihrer Wirkung gegen Mikroorganismen untersucht, wobei festgestellt wurde, dass die Folie eine schnell einsetzende bakterizide bzw. fungizide Wirkung hat. Somit wurde festgestellt, dass man nach einer Inokulierung der Folie durch beispielweise ein Aufspritzen von Suspensionen verschiedener Mikroorganismen, wie Staphylococcus albus, Staphylococcus aureus, E. coli, Candida albicans, Aspergillus niger oder Pen. chrysogenum schon nach einer Einwirkungszeit von ungefähr 2 Stunden eine vollständige Abtötung sämtlicher obengenannten Mikroorganismen feststellen konnte. Die Folien zeigten nach der Züchtung volle Sterilität.

   In gleicher Weise inokulierte Kontrollfolien ohne Zusatz ergaben volles Wachstum auch bei einer Züchtung nach sehr langer Zeit, in verschiedenen Fällen nach mehreren Wochen.



   Wenn man als thermoplastisches Material gemäss vorliegender Erfindung weichgemachtes Polyvinylchlorid oder Polyvinylidenchlorid verwendet, hat es sich als zweckmässig erwiesen, die antimikrobielle Substanz in das Weichmittel einzuarbeiten, wie aus dem folgenden Beispiel hervorgeht.



      Beispiel III   
7,95 kg Butylphthalylbutylglykolat wurden mit 680 g Hexylresorcin versetzt. Der Zusatz macht 8,55    /o    des Weichmachers aus und ist so berechnet, dass man ein Endprodukt mit 2   O/o    Hexylresorcin erhält. Der Weichmacher wurde unter Umrühren auf   +700    C erwärmt, wobei sich das Hexylresorcin auflöst. Danach wurde die Mischung schnell auf +300 C abgekühlt. Der Weichmacher wurde dann mit dem Polyvinylchlorid in Form eines Suspensionsharzes gemischt, und als weiterer Hilfweichmacher und Hilfsstabilisator wurde epoxydiertes Sojabohnenöl zugegeben. Als Stabilisator wurde eine Kalzium Zinkverbindung verwendet. Das Gesamtgewicht der Mischung betrug 34 kg.

   Die obigen Bestandteile wur  den in einem Behälter mit rotierenden Messern gemisch, wonach die homogene Mischung auf ein Walzwerk mit erhitzten Zylindern aufgetragen wurde.



  Nachdem die Mischung hier noch weiter homogenisiert und geschmolzen wurde, wurde das Material durch Kalandrieren zu einer fertigen Folie verarbeitet. Diese Folie wurde später in vitro untersucht, und man konnte feststellen, dass das erhaltene Material selbststerilisierend war und einen guten antimikrobischen Effekt aufwies.   

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Selbststerilisierende Kunststoffmasse, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen der Stoffe Thymol, 4-n-Hexylresorcin oder 4-n-Octylresorcin enthält.
    II. Verfahren zur Herstellung einer selbststerilisierenden Kunststoffmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man thermoplastischen Kunststoff mit Thymol, 4-n-Hexylresorcin oder 4-n-Octylresorcin innig vermischt, zum Schmelzen erwärmt und die Schmelze mechanisch homogenisiert.
    III. Verwendung einer Kunststoffmasse nach Patentanspruch I für die Herstellung von medizinischen oder hygienischen Erzeugnissen.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Kunststoffmasse nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff ein Thermoplast ist.
    2. Kunststoffmasse nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie bis 8 Ges. 0/0 Thymol, 4-n-Hexylresorcin oder 4-n-Octylresorcin in gleichmässiger Verteilung enthält.
    3. Kunststoffmasse nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Thermoplast mindestens teilweise aus Polyäthylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid, Polystyrol oder Polyvinylidenchlorid besteht.
    4. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung aus thermoplastischem Kunststoff und Thymol, 4-n-Hexylresorcin oder 4-n-Octylresorcin auf eine Temperatur erhitzt wird, die 10-20 C unter der normalenVerarbeitungstemperatur des verwendeten Kunststoffes liegt.
    5. Verfahren nach Patentanspruch II zur Herstellung von Blasfolien, dadurch gekennzeichnet, dass eme Mischung aus thermoplastischem Kunststoff und Thymol, 4-n-Hexylresorcin oder 4-n-Octyfresorcin mit einer Mundstücktemperatur verarbeitet wird, die um 5-100 C über der für den Kunststoff üblichen Verarbeitungstemperatur liegt.
    6. Verfahren nach Patentanspruch II zur Herstellung von selbststerilisierendem weichgemachtem Polyvinylchlorid oder Polyvinylidenchlorid, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen der baktericiden Stoffe Thymol, 4-n-Hexyiresorcin oder 4-n-Octylresorcin und Weichmacher mindestens bis zum Schmelzpunkt des baktericiden Stoffes erwärmt, die erwärmte Masse mischt, abkühlt und mit Polyvinylchlorid oder Polyvinylidenchlorid mischt.
CH140163A 1962-02-07 1963-02-05 Selbststerilisierender Thermoplast CH410405A (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0065884A1 (de) * 1981-05-27 1982-12-01 Unitika Ltd. Zur Verhinderung einer Harnleiterinfektion geeigneter Urethralkatheter und Verfahren zur Herstellung desselben

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