CH410645A - Flugzeug - Google Patents
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Description
Flugzeug Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Flugzeug mit einem dünnen, scharf gepfeilten Haupt tragflügel und einer sekundären Tragfläche, die vor der Haupttragfläche angeordnet ist.
Bei Flugzeugen dieser Bauart mit dünnen, scharf gepfeilten Tragflächen wird die Auftriebskraft in weitem Masse durch Wirbel hervorgerufen, die sich an der oberen Fläche des Tragflügels bilden, selbst bei einem kleinen Anstellwinkel zwischen der Luft strömung und der unteren Fläche der Tragflügel. Diese Wirbel sind das Ergebnis einer Ablösung der Luftströmung an den dünnen und gepfeilten Vor derkanten der Tragflügel. Die Stabilität und die Flugeigenschaften des Flugzeuges ändern sich stark mit den Eigenschaften der Wirbel und mit den Stö rungen, welchen dieselben während ihres Laufes längs des Flugzeuges ausgesetzt sind.
Verwendet man den sekundären Flügel als Trimmungsvorrichtung, dann kann man die Trimmkraft erhalten, indem man den sekundären Flügel so dreht, dass dessen Anstellwinkel grösser wird und/oder durch Erhöhung der Auftriebskraft des sekundären Flügels mittels Wölbungsklappen an der Hinterkante, mit oder ohne Grenzschichtenregelung.
Bei den bekannten Flugzeugen, wo der Längs abstand zwischen dem sekundären und dem Haupt flügel verhältnismässig gross ist und wo sich der sekundäre Flügel in einer Ebene mit dem Haupt flügel oder darüber befindet, wird die gewünschte Zunahme des Anstellwinkels auf Werte in der Grössenordnung von 15 oder darüber schwierig oder gar unmöglich infolge des Umstandes, dass die Wir bel des sekundären Flügels bei diesen grossen An stellwinkeln von der oberen Fläche des Flügels nach oben abgelenkt werden. Das ergibt bei dem se kundären Flügel eine Verminderung des Auftriebes und gleichzeitig bleiben die Wirbel des Hauptflügels infolge des Abflusses hinter dem sekundären Flügel nach unten an der oberen Fläche des Hauptflügels haften, dessen Auftriebsvermögen dadurch ungestört bleib.
Das Resultat ist ein kopflastiges Moment auf das Flugzeug.
Wenn die Wirbel des sekundären Flügels durch stromabwärts gelegene Teile des Flugzeuges bzw. durch die Luftströmung um diese Teile gestört wer den, kann es vorkommen, dass die Wirbelströmung infolge der Druckzunahme in dem dichten Wirbel kern zusammenfällt, was zu grossen und plötzlichen Änderungen der Auftriebskraft und der auf das Flug zeug wirkenden Momente führt. Bei einem Seiten rutsch des Flugzeuges ruft derjenige Wirbel des sekundären Flügels, welcher einwärts gegen die ver tikale Seitenflosse bläst, einen grossen örtlichen Sei tenabfluss hervor, was zu sehr ernsten Problemen der Richtungsstabilität und der Steuerung führt.
Wird der dichte Wirbelkern durch die Flosse ge stört, dann kann es zu einem Zusammenfallen des Wirbels und zu einer merklichen Herabsetzung des Staudrucks kommen, woraus sich eine schädliche Einwirkung auf die Richtungsstabilität und die Tä tigkeit des Seitenruders ergibt.
Bei Flugzeugen der obigen Bauart, deren se kundärer Flügel tiefer angeordnet ist als der Haupt flügel, bewegen sich bei kleinen Anstellwinkeln die Wirbel des sekundären Flügels dicht unter dem Hauptflügel und verursachen durch ihre Saugwir kung an der Unterseite des Hauptflügels einen er heblichen Verlust an Auftriebskraft sowie ein auf das Flugzeug wirkendes, nach oben gerichtetes Kipp- moment. Wird der Anstellwinkel vergrössert,
dann werden die Wirbel des sekundären Flügels innerhalb eines begrenzten Anstellwinkelbereiches stark durch die Vorderkanten des Hauptflügels gestört und fallen zusammen, woraus sich ein nach unten gerichtetes Kippmoment in Verbindung mit einem gewissen Verlust an Auftriebskraft ergeben. Bei einer wei teren Vergrösserung des Anstellwinkels streichen die Wirbel des sekundären Flügels bei einem bestimm ten Anstellwinkel plötzlich über die Vorderkante des Hauptflügels und wirken mit voller Kraft auf die Luftströmung an der Saugseite des Hauptflügels ein.
Hierbei werden die an den Vorderkanten des Haupt flügels gebildeten und die äusseren Teile desselben bedeckenden Wirbel angehoben, und das Flugzeug erleidet dabei einerseits einen beträchtlichen Ver lust an Auftriebskraft und ist anderseits einem grossen aufwärts gerichteten Kippmoment unter worfen.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Flugzeuges der obigen Bauart, bei welchem die oben beschriebenen Störungen der Sta bilität und der Trimmlage innerhalb des Bereiches der Anstellwinkel, wie sie den normalen Flugver hältnissen entsprechen, beseitigt sind.
Das wird der vorliegenden Erfindung zufolge in der Weise er reicht, dass man den sekundären Flügel so dicht vor und über dem Hauptflügel anordnet, dass das an der Vorderkante des sekundären Flügels durch die Luftströmung gegen die Unterseite desselben indu zierte Wirbelsystem, das längs der Oberseite des sekundären Flügels wandert, abwärts gegen die Ober seite des Hauptflügels gedrückt wird und an das Wirbelsystem gebunden ist, welches in der gleichen Weise an dem Hauptflügel durch die gegen dessen Unterseite gerichtete Luftströmung gebildet wird und an dessen Oberseite entlang streicht.
Die Erfindung soll nunmehr unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen ausführlicher be schrieben werden.
Fig. 1 der letzteren zeigt ein erfindungsgemässes Flugzeug.
Fig. 2 ist eine Seitenansicht des Flugzeuges; sie zeigt ein Klappenblassystem, - welches einen Teil der Vorrichtung bildet.
Fig. 3 ist eine Draufsicht des Flugzeuges; sie zeigt wahlweise Flügelformen.
Das in den Zeichnungen dargestellte Flugzeug hat einen dünnen, scharf nach hinten gepfeilten Haupt flügel 1 mit den Leitwerksflächen 2. Der Haupt flügel kann eine Vorderkante 3 haben, die unter einem stumpfen Winkel gebrochen ist, wie es die Fig. 1 zeigt, oder auch eine gerade Vorderkante 4, wie sie als Alternative in der Fig. 3 dargestellt ist. Vor dem Hauptflügel befindet sich ein scharf nach hinten gepfeilter sekundärer Flügel 5 mit einer geraden Vorderkante 6 oder - wahlweise - einer Vorderkante 7, die unter einem stumpfen Winkel gebrochen ist.
Der sekundäre Flügel ist an der Hin terkante mit den Wölbungsklappen 8 versehen, wel che so angeordnet sind, dass sie durch Druckluft angeblasen werden, wie es die Pfeile in den Fig. 2 und 3 zeigen, und zwar durch eine Vorrichtung 10 hindurch, die an den Kompressorteil eines Vor triebsmotors 9 des Flugzeuges angeschlossen ist. Durch die Anordnung des sekundären Flügels 5 dicht vor und über dem Hauptflügel 1 nehmen die Wirbel des sekundären Flügels an Grösse und Umfang zu, unter dem sehr günstigen Einfluss der Luftströmung auf den Hauptflügel, wenn der An stellwinkel, selbst auf hohe Werte, vergrössert wird.
Durch den Abfluss und die Beschleunigung der Luftströmung an der Innenseite der Wirbel des Hauptflügels werden die Wirbel des sekundären Flü gels an die Oberseite des Hauptflügels gedrückt. Durch die Beeinflussung von vorn wird eine Ab lenkung der Wirbel von der Oberseite des sekun dären Flügels aufwärts verhindert, und die Strö mung in den dichten Kernen des Wirbelsystems des sekundären Flügels wird auf diese Weise stabili siert. Bereits bei kleinen Anstellwinkeln werden die Wirbel des sekundären Flügels an das Wirbel system des Hauptflügels gebunden, und sie werden bei zunehmendem Anstellwinkel parallel zu dem Wirbelsystem des Hauptflügels entwickelt.
Man er hält dadurch eine gut ausgeglichene Entwicklung der Strömung um das Flugzeug als Ganzes, und man kann grosse Trimmungsanstellwinkel erreichen, unter Aufrechterhaltung guter Stabilität und Steuerungs fähigkeit.
Infolge der Wirkungen des Abflusses von dem sekundären Flügel kann jede der Vorderkanten des Hauptflügels unter einem stumpfen Winkel gebrochen werden, dessen Scheitel - wie aus Fig. 3 ersichtlich ist - an der Verlängerung oder nahe der Verlänge rung einer Linie liegt, die durch die entsprechende Flügelspitze des sekundären Flügels parallel zu der Symmetrieachse des Flugzeuges geht, ohne dass die Stabilitätseigenschaften des Flugzeuges wesentlich herabgesetzt werden. Damit nimmt das Seitenver hältnis des Hauptflügels zu und gleichzeitig befin det sich eine grössere Fläche des Hauptflügels ausser halb des Bereiches des Abflusses von dem sekun dären Flügel, woraus sich ein erhöhtes Auftriebs vermögen des Flugzeuges ergibt.
Um die Sicht des Flugzeugführers zu verbessern oder um eine Verkürzung des Flugzeuges zu er möglichen, kann jede der Vorderkanten des sekun dären Flügels unter einem stumpfen Flügel gebro chen werden, ohne dass die aerodynamischen Eigen schaften des Flugzeuges ernstlich beeinträchtigt wer den, d. h. die Strömung, welche für den scharf ge- pfeilten Flügel kennzeichnend ist, kann im wesent lichen aufrecht erhalten werden.
Je nach der Form der Teile des Flugzeuges und der Arbeitsweise der Trimmvorrichtungen kann die optimale Lage des Hauptflügels und des sekundären Flügels zueinander innerhalb gewisser Grenzen schwanken.
Bei einem berechneten Tragkraftoptimum für einen Anstellwinkel des Hauptflügels von 15-25 und für eine Auftriebsfläche des sekundären Flügels von 15-30 % der Auftriebsfläche des Hauptflügels beläuft sich der Abstand zwischen den Flügeln in der Längsrichtung längs der x-Achse des Flugzeuges auf weniger als die Hälfte der Flügelwurzeltiefe, und der Abstand zwischen den Flügeln in der Höhe längs der z-Achse des Flugzeuges ist weniger als ein Drittel der Flügelwurzeltiefe des sekundären Flügels.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Flugzeug mit einem dünnen, scharf nach hinten gepfeilten Haupttragflügel und einem sekundären, vor dem Hauptflügel befindlichen Tragflügel, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Flügel so dicht vor und über dem Hauptflügel angeordnet ist, dass das an der Vorderkante des sekundären Flügels durch den gegen dessen Unterseite gerichteten Luft strom induzierte Wirbelsystem, das längs der Ober seite des sekundären Flügels wandert, abwärts an die Oberseite des Hauptflügels gedrückt wird und an das Wirbelsystem gebunden ist, welches in der gleichen Weise durch den gegen die Unterseite des Hauptflügels gerichteten Luftstrom erzeugt wird und längs der Oberseite des Hauptflügels wandert. UNTERANSPRÜCHE 1.Flugzeug gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der sekundäre Flügel an seiner Hinterkante mit einer oder mehreren Wölbungs klappen versehen ist, die mit einer Vorrichtung zu sammenarbeiten, welche die Grenzschichtenströmung regelt, wobei die Klappen in ihrer abwärts abge bogenen Lage sich in Richtung der Höhe und der Länge im wesentlichen zwischen den Flügeln be finden. 2.Flugzeug gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass jede der Vorderkanten des Haupt flügels unter einem stumpfen Winkel gebrochen ist, dessen Scheitel - in der Horizontalebene der Flügel gesehen - an der Verlängerung oder nahe der Ver längerung einer Linie liegt, die sich durch die ent sprechende Flügelspitze des sekundären Flügels par allel zu der Symmetrieachse des Flugzeuges er streckt. 3. Flugzeug gemäss Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass auch jede der Vorderkanten des sekundären Flügels unter einem stumpfen Win kel gebrochen ist. 4.Flugzeug gemäss Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass für ein berechnetes Optimum der Tragkraft bei einem Anstellwinkel des Hauptflügels von<B>15-25'</B> und für eine Auftriebsfläche des se kundären Flügels von 15-30 % der Auftriebsfläche des Hauptflügels, sich der Abstand zwischen den Flügeln, in der Längsrichtung des Flugzeuges längs der x-Achse desselben gemessen, auf weniger als die Hälfte der Flügelwurzeltiefe beläuft und der Abstand zwischen den Flügeln, in Richtung der Höhe längs der z-Achse des Flugzeuges gemessen, weniger als ein Drittel der Flügelwurzeltiefe des sekundären Flügels ist.
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