Leitungsschutzeinrichtung für Gleichstromüberführung zwischen Stromrichterstationen Die vorliegende Erfindung betrifft eine Leitungs- schutzeinrichtung für Gleichstromüberführung zwi schen Stromrichterstationen, vorzugsweise bei Hoch spannung.
Zur Indikation eines Erdfehlers auf einer elektri schen Überführungsleitung liegt es gewöhnlich nahe, die Spannung auf der Leitung derart zu benutzen, dass eine Senkung dieser Spannung unter einen gewissen Punkt wie ein Erdfehler aufgefasst wird und veran- lasst, dass ein Leitungsschutz auf Grund des Erdfeh- lers notwendige Massnahmen auslöst. Bei einer Gleich stromüberführung mit Stromrichtern ist diese einfache Methode weniger geeignet, da sowohl Ventilfehler in einer Stromrichterstation als auch Leitungsfehler Span nungssenkungen derselben Grösse verursachen kön nen.
Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist vorgeschla gen worden, ein selektives Abtasten von Leitungsfeh lern durch einen sogenannten Derivatschutz zu errei chen. Bei einem Ventilfehler in einer Wechselrichter station sinkt nämlich die Leitungsspannung auf Grund der im Reaktor der Wechselrichterstation gelagerten Energie verhältnismässig langsam, während die Span nung in der Leitung - wenn es sich um einen nieder- ohmigen Leitungsfehler handelt - ziemlich schnell sinkt.
Eine solche Art von Derivatschutz kann z. B. bei einer Luftleitung verwendet werden, die über Gebiete mit geringem Erdwiderstand läuft. Wenn es sich dagegen um eine Luftleitung handelt, die über Gebiete mit grossem Erdwiderstand gespannt ist, oder um eine Überführung, die aus einer Kombination von Luftli nien und langen Unterwasserkabeln besteht, die auf Grund ihrer Kapazität eine grosse Ladung enthalten, kann das Spannungsderivat bei einem verhältnismäs- sig hochohmigen Erdfehler so klein werden, dass die Selektivität des Schutzes zwischen Erdfehler und Ven tilfehler schlecht oder einfach unbefindlich wird.
Die vorliegende Erfindung ist stattdessen auf der Beobachtung aufgebaut, dass bei Leitungsfehlern Schwingungen in der Leitungsspannung in kurzer Zeit gedämpft werden, wonach die Leitungsspannung einen einigermassen konstanten, niedrigen Wert be kommt, während ein beliebiger Ventilfehler eine stän dige Spannungsschwingung der Linie mit einer Fre quenz verursacht, die der Wechselspannung des an die Stromrichterstation, in der der Ventilfehler entsteht, angeschlossenen Wechselstromnetzes entspricht. Die Amplitude einer solchen Spannungsschwingung kann hierbei sehr hoch werden.
Die Leitungsschutzeinrichtung nach der Erfindung umfasst spannungsempfindliche Organe, die von der Leitungsspannung beeinflusst werden, und eine Zwei- schrittverzögerungsanordnung, die von einem der span nungsempfindlichen Organe beeinflusst ist und eine in zwei Intervalle geteilte Verzögerungszeit ergibt, von denen das erste Intervall der Dämpfungszeit der bei einem Leitungsfehler entstehenden Spannungsschwin gung entspricht, während das andere Intervall der Periodendauer eines an die Überführung angeschlos senen Wechselstromnetzes entspricht.
Ferner ist ein auslösendes Organ vorhanden, das teils von der Ver zögerungsanordnung und teils von einem anderen spannungsempfindlichen Organ beeinflusst ist, wobei das erstgenannte spannungsempfindliche Organ den Schutz bei einer vorbestimmten Veränderung der Lei tungsspannung aktiviert, wogegen das andere span nungsempfindliche Organ bei einer vorbestimmten nied rigeren Leitungsspannung während des späteren In- tervalls der Verzögerungszeit das auslösende Organ in Verbindung mit der Verzögerungsanordnung einge schaltet hält.
Die Einrichtung ist zweckmässig mit einem Organ zum Abtasten von Änderungen der Leitungsspannung versehen, welches Organ angeordnet ist, das auslö sende Organ über das Verzögerungsorgan zu aktivie ren, und mit einem anderen Organ zum Abtasten des Niveaus der Leitungsspannung während der Verzöge rungszeit. Das genannte zweite Organ kann mit Vorteil eine Art Haltekreis für das auslösende Organ während des späteren Teils der Verzögerungszeit bilden. Wie erwähnt, können sowohl Leitungsfehler als auch Ven tilfehler Spannungsschwingungen auf der Leitung verursachen.
Im letztgenannten Fall, wenn die Leitung fehlerfrei ist, werden diese Schwingungen, wie erwähnt, eine ständige Schwingung der Leitung ergeben, die von der Wechselstromseite der Stromrichterstation, wo der Fehler vorliegt, gespeist wird, wobei der Amplituden wert der Leitungsspannung den genannten eingestell ten Wert überschreitet, wodurch die genannte Halte wirkung wegfällt und das auslösende Organ inaktiv wird. Gibt es dagegen Fehler, auf der Leitung selbst, beispielsweise Erdfehler, so wird die genannte Schwin gung bald verschwinden, und das auslösende Organ wird in der Operationslage festgehalten, bis das Aus- lösesiCnal abgegeben wird.
Das Auslösesignal für eine Leitung soll zweckmäs- sigerweise den Massnahmen angepasst sein, die bei entstehenden Fehlern zu ergreifen sind, und kann im vorliegenden Fall in bekannter Weise ein Befehl zur Blockierung der Gleichrichterstation auf die Spannung Null oder noch besser Umsteuerung auf Wechselrich tung sein, wodurch die in der Überführung gelagerte Energie von der Gleichrichterstation aufgenommen wird.
Die Spannungsänderung, die den Schutz betätigt, kann entweder aus einer gewissen negativen Ableitung der Linienspannung bestehen oder darin, dass die Leitungsspannung unter ein gewisses Niveau sinkt. Im letztgenannten Fall muss das eingestellte Funktions niveau kleiner sein als das der stationären Lei tungsspannung entsprechende Spannungsniveau, das bei Wegschalten einer Gleichrichtergruppe entsteht, da im entgegengesetzten Fall ein solches Weg schalten den Schutz auslösen würde.
An sich wäre es in einem solchen Fall denkbar, die Empfindlichkeit des Schutzes zu ändern, aber angesichts dessen, dass ein solches Wegschalten kurzfristig sein kann, kann es zweckmässig sein, nicht aus einem solchen Grunde in den Schutz eingreifen zu müssen.
Die Erfindung wird nachstehend unter Hinweis auf die Zeichnung näher beschrieben. Fig. 1 zeigt eine beispielsweise Ausbildung einer erfindungsgemässen Einrichtung, während Fig. 2 einen an die Schutzein richtung angeschlossenen Betätigungsteil darstellt, der eine schnelle Wiedereinschaltung der Gleichrichtersta- tion ermöglicht.
In Fig. 1 sind zwei spannungsempfindliche Organe 1 und 5 gezeigt, die von einer der Leitungsspannung proportionalen Spannung betätigt sind, die an die Klemmen 20 angeschlossen ist. Das Organ 1 ist dazu vorgesehen, den Schutz bei einer gewissen Änderung der Leitungsspannung auszulösen, während das Organ 5 die Leitungsspannung während des späteren Teils der Verzögerungszeit abtasten soll.
Die Schutzeinrichtung ist mit einer Verzögerungs anordnung 8, 9 versehen. Wenn die Leitungsspannung während des obengenannten späteren Teils der Ver zögerungszeit ständig einen gewissen im Organ 5 eingestellten Wert unterschritten hat, wird der vom Organ 1 abgegebene Auslöseimpuls über zwei Thyri- storen 6 und 4 zu einem auslösenden Organ 3 über geführt.
Von den Klemmen 20 wird Spannung zum Organ 5 geleitet, das zwei Niveaukreise mit je einem Transi stor 52 bzw. 54 umfasst. Diese zwei Transistoren sind von einer positiven Spannungsquelle gespeist und enthalten in ihrem Steuerkreis je eine Zenerdiode 51, 53, die an einen entsprechenden Spannungsteiler 55, 56 bzw. 57, 58 angeschlossen sind. Solange die Span nung an den Klemmen 20 so hoch ist, dass der an eine Zenerdiode angeschlossene Punkt des entspre chenden Spannungsteilers die Zenerspannung über schreitet, wird der entsprechende Transistor 52 bzw. 54 leitend und die Ausgangsspannung des Organs 5 über die Dioden 59 bzw. 59' praktisch Null.
Wenn dagegen die Leitungsspannung und damit die Span nung an den Klemmen 20 unter einen gewissen Wert sinkt, werden die eine - und bei einem gewissen niedrigeren Wert auch die andere - Zenerdiode und damit die Transistoren gesperrt; das Organ 5 erhält positive Ausgangsspannung, wodurch es dem Organ 5 möglich wird, einem oder beiden der Thyristoren 4 und 6 Haltestrom zu geben.
Das Organ 1 enthält einen sogenannten Uni-junc- tion-Transistor 11, dessen Spannungskreis in Reihe mit Widerständen 12, 12' bei der gezeigten Lage eines Kontaktsystems 15 zwischen den Klemmen 20 geschal tet ist, und dessen Stromkreis über einen Widerstand 13 an eine positive Spannungsquelle angeschlossen ist. Weiter ist der Stromkreis mit einem Kondensator 14 parallelgeschaltet, der von der genannten positiven Spannungsquelle geladen wird.
Wenn die Spannung an den Klemmen 20 auf einen vorbestimmten Wert sinkt, wird die Sperrspannung des Uni-junction-Tran- sistors 11 niedriger als die Ladespannung des Kon- densators 14, so dass der Kondensator sich über den Uni-junction-Transistor entlädt. Auf diese Weise wird ein Spannungsimpuls über die Diode 17 dem Organ 8 zugeführt.
Um sicherzustellen, dass es immer eine gewisse Steuerspannung über dem Transistor 11 gibt, ist das obere Ende seines Spannungskreises über eine Diode 18 an eine Grenzspannungsquelle über die Klemme 19 , angeschlossen.
Nachdem der Kondensator 14 entladen geworden ist, wird der Transistor<B>11</B> wieder gesperrt, wonach der Kondensator 14 wieder geladen wird. Wenn die Leitungsspannung nach dieser Ladung immer noch niedrig ist, wird der Kondensator von neuem über den Transistor entladen, und ein neuer Spannungsimpuls wird über die Diode 17 abgegeben, welches Spiel sich wiederholt, solange die Leitungsspannung einen vor bestimmten Wert unterschreitet.
Anstatt das Organ 1 und damit die Auslösung des Schutzes vom Niveau der Leitungsspannung beein- flusst werden zu lassen, kann man die Ableitung der Leitungsspannung als Fehleranzeige verwenden.
Für diesen Zweck ist ein ableitendes Organ 7 an geordnet, das einen Transformator umfasst, dessen Primärwicklung 71 in Reihe mit einem Kondensator 73 an die Klemmen 20 angeschlossen ist. Die Wicklung 71 ist weiter mit einem Widerstand 74 parallelge schaltet.
Die Sekundärwicklung 72 ist über eine Diode 75, einen Widerstand 76 und einen Kontakt im Kontakt system 15 an den Stromkreis des Transistors 11 an geschlossen. Das Kontaktsystem 15 soll deshalb in diesem Fall in seine rechte Lage verlegt werden, wobei der linke Kontakt geschlossen und der Spannungs kreis des Transistors 11 über die rechte Lage des Wechselkontakts an eine feste positive Spannung an geschlossen wird, die so gewählt ist, dass die Sperr spannung des Transistors die Ladespannung des Kon- densators 14 übersteigt.
Wenn die Leitungsspannung und damit die Span nung an den Klemmen 20 mit einer Ableitung um eine vorbestimmte Grösse sinkt, wird der Kondensator 73 über die Primärwicklung 71 entladen, und in der Sekundärwicklung 72 wird ein Spannungsimpuls in duziert, der die Sperrspannung des Transistors 11 übersteigt. Hierbei wird der Kondensator 14 über den Stromkreis des Transistors entladen, und wie im vorigen Fall wird ein Spannungsimpuls über die Diode 17 dem Organ 8 zugeführt.
Der Spannungsimpuls von der Diode 17 wird der Steuerelektrode eines Transistors 81 in einem soge nannten selbstsperrenden Oszillator im Organ 8 zuge führt. Hierbei wird dieser Transistor leitend, und ein Strom von einer positiven Spannungsquelle beginnt durch eine Wicklung 82 auf einem Transformator zu fliessen, der mit einer Vormagnetisierungswicklung 85 versehen ist, die an eine Spannungsquelle 87 angeschlos sen ist. Die Flüsse der Wicklungen 82 und 85 sind entge- gengerichtet. In dieser Weise wird eine Spannung in einer Wicklung 83 auf dem Transformator induziert, welche Spannung über eine Diode und einen Wider stand den Steuerkreis des Transistors 81 durchfliesst.
Der Transistor 81 ist deshalb weiter leitend, bis der Transformatorkern gesättigt ist. Gleichzeitig wird eine Spannung in der Wicklung 84 induziert, welche Span nung über die Diode 85' und einen mit dieser reihen geschalteten Kondensator 62, parallelgeschaltet mit einem Widerstand 63, dem Thyristor 6 einen Auslöse impuls gibt. Nachdem der Thyristor 6 leitend gewor den ist, fliesst der Strom von der Wicklung 84 durch den Hauptkreis des Thyristors 6 über die Diode 61.
Der Oszillator 8 ist so bemessen, dass der Span nungsimpuls von der Wicklung 84 so lang wird, dass die Spannungsschwingungen der Leitung während die ser Impulsperiode gedämpft werden, wenn es sich um Leitungsfehler handelt. Dieser Impuls stellt somit den ersten Teil der Verzögerungszeit des Schutzes dar. Wenn die Leitungsspannung am Ende dieser Periode einen im Organ 5 eingestellten Wert unterschreitet, erhält der Thyristor 6 Haltestrom vom Organ 5 über die Diode 59. Wenn der Transformator gesättigt ist, verschwindet die in der Wicklung 83 induzierte Span nung, und der Transistor 81 wird von einer negativen Spannung 88 gesperrt, wonach der Transformator von der Wicklung 85 ummagnetisiert wird.
Dies verursacht eine entgegengesetzte Spannung in der Wicklung 84, und ein Spannungsimpuls wird über die Diode 86 dem Organ 9 zugeführt. Die Grösse dieser Spannung wird mittels einer Spannung 89', die über eine Diode 89 eingeschaltet ist, auf einen gewissen Wert begrenzt. Der Spannungsimpuls von 86 lädt einen Kondensator 92, der in den Stromkreis eines Uni-junction-Transi- stors 91 eingeschaltet ist, dessen Spannungsseite über Widerstände 94, 94' an eine positive Spannungsquelle angeschlossen ist.
Wenn die Spannung über dem Kon densator 92 die im Uni-junction-Transistor 91 einge stellte Sperrspannung überschreitet, entlädt sich der Kondensator durch diesen Transistor, und ein Span nungsimpuls wird über die Diode 93 und eine Wick lung 65 dem Hauptkreis des Thyristors 6 zugeführt. Der Kondensator 92 ist so bemessen, dass seine Lade zeit wenigstens der Periodendauer der an die Strom richterstationen angeschlossenen Wechselstromnetze entspricht, und diese Ladezeit macht deshalb den zweiten Teil der Verzögerungszeit des Schutzes aus.
Wenn die Leitungsspannung während der Ladezeit des Kondensators 92 die ganze Zeit so niedrig war, dass der Transistor 54 gesperrt war, hatte der Thyri- stor 6 also die ganze Zeit Haltestrom über die Diode 59, und der genannte Impuls von der Diode 93 kann durch den Thyristor 6 gehen und dadurch in der Wicklung 66 einen Spannungsimpuls induzieren, der über eine Diode 64 den Thyristor 4 zündet.
Wenn da gegen - was bei Ventilfehlern der Fall ist - die Leitungsspannung zu irgendeinem Zeitpunkt während der genannten Ladezeit den der Zenerspannung für die Zenerdiode 53 entsprechenden Wert überstieg, wurde der Haltestrom zum Thyristor 6 unterbrochen und dieser gesperrt, so dass der Impuls vom Organ 9 ihn nicht passieren kann.
Um die Wiederladung des Kondensators 92, nach dem das Organ 9 seinen Impuls abgegeben hat, zu vermeiden, ist der Kondensator 92 mit einem Thyri- stor 95, der vom Ausgangsimpuls des Organs 9 ge steuert wird, parallelgeschaltet. Die Restenergie von der Wicklung 84 entlädt sich deshalb über den Thy- ristor 95. Wenn dies nicht der Fall wäre, würde der Kondensator eine neue und unkontrollierte Ladung erhalten, die als Anfangsladung liegenbleiben kann, wenn der Schutz das nächste Mal in Funktion tritt. Dadurch wird die Ladezeit des Kondensators 92 und damit der zweite Teil der Wirkungszeit des Schutzes in unkontrollierbarer Weise verkürzt.
Das Organ 3 ist ein Spitzenimpulserzeuger des selben Typs wie 1, der einen Uni-junction-Transistor 31 umfasst, dessen Spannungskreis über den Thyristor 4 und die Widerstände 32, 32' an die Klemmen 20 angeschlossen ist. Der Stromkreis des Transistors 31 ist über einen Widerstand an eine positive Spannungs quelle angeschlossen und mit einem Kondensator 35 parallelgeschaltet. Der Kondensator 35 wird von der genannten positiven Spannungsquelle geladen, und wenn die Spannung an den Klemmen 20 so tief sinkt, dass die Spannung über dem Kondensator 35 die Sperrspannung im Transistor 31 überschreitet, entlädt sich der Kondensator 35 über den Transistor 31, den Widerstand 32 und den Thyristor 4.
Nachdem der Kondensator 35 sich entladen hat, wird der Transistor 31 gesperrt, bis der Kondensator Zeit gehabt hat, sich wieder zu laden. Dadurch tritt ein Spannungsimpuls über dem Widerstand 32 auf, und dieser Spannungsim puls wird zu den Ausgangsklemmen 30 des Schutzes geleitet, die an Organe für Hinabsteuerung der Gleich richterstation angeschlossen werden. Die Vorausset zung für eine Auslösung ist somit, dass die Span nung der Leitung während des späteren Teils der Verzögerungszeit, d. h. während der Ladung des Kon- densators 92, so niedrig ist, dass das Organ 5 den Thyristor 6 leitend halten kann, wobei es möglich wird, dass das Organ 9 den Thyristor 4 zündet.
Um einen bestimmten Maximalwert der Ladespan nung des Kondensators 35 zu erhalten, ist diese mit Hilfe einer Spannungsquelle 34, die über eine Diode 33 angeschlossen ist, begrenzt. In derselben Weise ist die Spannung über dem Transistor 31 mittels einer Spannungsquelle 39, die an den Widerstand 32' über eine Diode 38 angeschlossen ist, begrenzt. Um zu ver meiden, dass diese Grenzspannung über den Klemmen 20 auftritt, ist die Diode 201 eingesetzt.
Bei sehr grossen Leitungsfehlern, die Spannungs senkungen mit sehr grossen Ableitungen verursachen, beispielsweise bei Leitungsfehlern in der Nähe der Gleichrichterstationen, kann es zweckmässig sein, eine Auslösung direkt ohne Verzögerung zu erhalten. Zu diesem Zweck ist ein Organ 10 zwischen den Organen 7 und 3 eingeschaltet. Dieses Organ ist un gefähr in derselben Weise wie die Organe 1 und 3 aufgebaut und umfasst einen Uni-junction-Transistor <B>101,</B> dessen Spannungskreis über Widerstände an eine positive Spannungsquelle 105 angeschlossen ist, wäh rend sein Stromkreis an einen Kondensator 102 ange schlossen ist, der von einer positiven Spannungsquelle 104 auf eine gewisse Spannung geladen worden ist.
Weiter ist die Stromseite des Transistors<B>101</B> über einen Widerstand und die Diode 75 an die Wicklung 72 im Organ 7 angeschlossen. Bei einem Senken der Leitungsspannung mit einer gewissen hohen Ableitung wird deshalb das Organ 7 den Transistor 101 zünden, wonach der Kondensator 102 über die Diode 106 sich über den Transistor entlädt. Dadurch zündet das Organ 10 über die Diode<B>103</B> den Thyristor 4, wobei, wie früher beschrieben, das Organ 3 einen Impuls an die Klemmen 30 abgibt.
Bei Gleichstromüberführungen besteht die Auslö sung vom Schutz - wie erwähnt - zweckmässig aus einem Befehl an den Regler der Gleichrichterstation zum Blockieren oder Umsteuern auf Wechselrichter- betrieb, um so schnell wie möglich den überfüh- rungsstrom auf Null zu senken und dadurch die Feh lerstelle zu entionisieren. Da es durch eine solche Mass- nahme oft möglich ist, den Fehler zu beseitigen, ist es wünschenswert, danach so schnell wie möglich die Überführung wieder in Gang zu bringen, weshalb es zweckmässig ist,
das Ausgangssignal des Schutzes einem solchen Manöver anzupassen.
Ein solches kurzzeitiges Hinabsteuern und Schnell wiedereinschalten wird zweckmässig mit der in Fig. 2 gezeigten Anordnung ausgeführt, die zwischen den Klemmen 30 in Fig. 1 und dem Regler der Gleichrich- terstation eingeschaltet wird.
Fig. 2 zeigt einen selbstsperrenden Oszillator 11 der selben Art wie im Organ B. Der Oszillator umfasst einen Transformator mit einer Vormagnetisierungs- wicklung <B>113</B> und einer Primärwicklung<B>111</B> in Reihe mit einem Transistor 116. Dieser wird durch den Im puls an den Klemmen 30 leitend gemacht, welcher Impuls über einen Isoliertransformator 14 übertragen wird. Wenn der Transistor 116 leitend geworden ist, wächst ein Strom in der Wicklung 111, wobei ein Fluss erzeugt wird, der dem von der Vormagnetisie- rungswicklung 113 erzeugten entgegengesetzt ist.
Hier bei wird in der Wicklung 110 eine Spannung induziert, die eine fortgesetzte Steuerung des Transistors 116 be wirkt, bis der Transformatorkern gesättigt ist. Danach wird der Transistor 116 gesperrt und der Transforma- torkern von der Vormagnetisierung ummagnetisiert.
Während der Magnetisierung des Transformators wird in der Wicklung 115 ein Spannungsimpuls indu ziert, der in erster Linie über die Diode 117, den Widerstand 125, den Kondensator 121' einen Thyri- stor 12 zündet und danach einen Strom in dessen Hauptkreis erzeugt. Während der Ummagnetisierung des Transformators wird in der Wicklung 115 eine ent- gegengerichtete Spannung erzeugt, die über die Diode 118, einen variablen Widerstand 124, eine Zenerdiode 123 und den Kondensator 121 eine Zündspannung und danach Haltestrom für den Thyristor 12 gibt.
Während der ganzen Periodendauer der in der Wicklung<B>115</B> induzierten Spannung wird deshalb der Thyristor 12 leitend sein. Um eine rechteckige Form der zweiten Halbperiode der genannten Spannung zu erhalten, ist die Zenerdiode 123 eingesetzt. Weiter kann die Länge dieser Halbperiode mit Hilfe des Widerstandes 124 variiert werden. Die Kondensatoren 121 und 121' sind mit einem Entladungswiderstand 122 bzw. 122' ver sehen.
Die Ausgangsklemme 15 der Anordnung ist an den Regler der Gleichrichterstation angeschlossen, und während der Zeit, in der der Thyristor 12 leitend ist, ist eine positive Spannung von einer Spannungsquelle 120 an die Klemme 15 über einen Widerstand 150 angeschlo-ssen. Während dieser Zeit wird die Gleich- richterstation gesperrt oder auf Wechselrichterbetrieb umgesteuert, und die Leitung wird dadurch blockiert.
Der Oszillator 11 ist so bemessen, dass die ge nannte Sperrzeit die Entionisierung in einer eventuel len Überschlagstelle sichert. Nach Ablauf dieser Zeit wird der Thyristor 12 gesperrt, weil der Widerstand 150 so gross ist, dass die Spannungsquelle 120 nicht imstande ist, einen Haltestrom für den Thyristor durch ihn zu treiben. Die positive Ausgangsspannung der Klemme 15 wird deshalb verschwinden, die Gleichrich- terstation wird auf Normalbetrieb zurückgesteuert, so dass Wiedereinschaltung erfolgt.
Als Blockierungsintervall der Überführung könnte man eventuell nur die erste Halbperiode der in der Wicklung 115 erzeugten Spannung verwenden, aber durch Gleichrichten und Anwenden der ganzen Pe riode erhält man für eine gegebene Blockierungszeit kleinere Dimensionen auf dem Oszillatortransfor- mator.
Während der Sperrzeit der Überführung ist auch das Organ 3 von dem Oszillator 11 durch eine positive, gleichgerichtete, in der Wicklung 112 induzierte Span nung gesperrt. Diese Spannung wird der Klemme 37 zugeführt und gibt dabei einem Transistor 36 im Organ 3 Steuerspannung, welcher Transistor den Kondensa tor 35 kurzschliesst und dadurch ein Aufladen des selben verhindert. Am Ende der Sperrzeit verschwin det die Spannung der Klemme 37, der Transistor 36 wird gesperrt und der Kondensator 35 geladen, wäh rend gleichzeitig die Leitungsspannung wächst.
Der Kondensator 35 ist hierbei so im Verhältnis zum Ladekreis gewählt, dass die Leitungsspannung, wenn die Leitung inzwischen fehlerfrei geworden ist, schnel ler wächst als die Kondensatorspannung. Zu einem gewissen Zeitpunkt, nämlich wenn die Leitungsspan nung so gross geworden ist, dass der Transistor 52 im Organ 5 leitend wird, wird in diesem Fall der Haltestrom über die Diode 59' zum Thyristor 4 ver schwinden. Der Kondensator 35 wird auf den von der Spannung 34 gegebenen Wert geladen; aber eine Ent ladung ist nicht möglich, weil der Entladungskreis über den Uni-junction-Transistor 31 und den Thyri- stor 4 vorher gesperrt worden ist.
Ein Sperrbefehl zum Stromrichter wird also nicht gegeben, aber das Organ 3 liegt mit geladenem Kondensator 35 bereit für den Fall, dass ein neuer Fehler auftritt. Wenn die Leitung während der Sperrzeit nicht fehlerfrei geworden ist, erreicht die Leitungsspannung nicht den Normal- w;,rt, und der Thyristor 4 erhält weiter Haltestrom, und wenn der Kondensator 35 geladen ist, wird ein neuer Sperrbefehl über die Klemmen 30 und den Oszillator 11 gegeben. Auf die neue Sperrung folgt, wie beschrieben, eine neue Wiedereinschaltung usw.
Wenn der Leitungsfehler nach einer gewissen An zahl, beispielsweise zwei oder drei Sperrungen und Wiedereinschaltungen, immer noch besteht, muss die Leitung definitiv gesperrt werden, was mit Hilfe eines Thyristors 13 geschieht. Zur Steuerung dieses Thyri- stors ist der Oszillator 11 mit einer Wicklung 114 versehen, in der eine Spannung induziert wird, die über einen Widerstand 135 und eine Diode 136 einen Kondensator 132 lädt.
Dieser ist angeordnet, sich über den Stromkreis in einem Uni-junction-Transistor 131 zu entladen, des sen Spannungskreis über Widerstände 133, 133' an eine positive Spannungsquelle angeschlossen ist. Der Kondensator 132 ist so gross, dass seine Spannung nach einer gewünschten Anzahl von Sperrungen und Wiedereinschaltungen der Gleichrichterstation die im Transistor 131 eingestellte Sperrspannung erreicht. Wenn die Kondensatorspannung die genannte Sperr spannung überschreitet, entlädt sich der Kondensator 132 über den Transistor 131, und dem Thyristor 13 wird über die Diode 139 ein Zündimpuls zugeführt.
Dies geschieht beispielsweise mitten während einer Sperrung der Überführung, wenn der Thyristor 12 leitend ist, und die Thyristoren 12 und 13 erhalten deshalb permanenten Haltestrom von der Klemme 120, wobei die Klemme 15 eine positive Spannung er hält und die Überführung permanent gesperrt wird. Der Kondensator bekommt somit den Charakter eines Zählwerks. Er ist mit einem Entladungswiderstand 134 versehen, der jedoch so gross ist, dass die Ent ladung während der kurzzeitigen Wiedereinschaltun gen vernachlässigt werden kann.
In Reihe mit dem Thyristor 13 wird zweckmässig ein Alarmgeber angeordnet, beispielsweise ein Relais 137. Im selben Kreis muss ferner ein Organ vorhanden sein, beispielsweise ein Schalter 138 zum Annulieren des Sperrbefehls zu der Klemme 15, nachdem der Leitungsfehler beseitigt worden ist.
Der Schutz nach der Erfindung ergibt also sowohl Selektivität zwischen Leitungsfehlern und Ventilfeh lern als auch die Möglichkeit von Wiedereinschaltung und wiederholter Sperrung bei bestehenden Leitungs fehlern.