Aus Quer- und Längsstäben gebildete Bewehrungsmatte Die Erfindung bezieht sich auf eine aus Quer- und Längsstäben gebildete Bewehrungsmatte zur Beweh rung von Beton. Bewehrungsmatten zur Bewehrung von Beton sind seit langen Jahren bekannt. Es handelt sich hierbei um räumliche Gitterwerke, die aus an ihren Kreuzungsstellen zusammengeschweissten Längs- und Querstäben gebildet sind.
Neuerdings verwendet man solchen Bewehrungs- matten statt der früheren Rundstahlbewehrung z. B. für flächenartige Stahlbetonbauteile. Die Bewehrungs- matten haben gegenüber der Rundstahlbewehrung den Vorteil, dass man mit ihnen erheblich an Arbeitszeit einspart.
Nachteilig ist bei den Bewehrungsmatten die Starrheit ihrer Länge und Breite und die Starrheit ihres Stahlquerschnittes. Die Bewehrungsmatten wer den nämlich fabrikmässig vorgefertigt und haben daher für die Baustelle den Charakter eines Fertig produkts. Rundstahl dagegen hat den Charakter eines Halbfabrikates für die Baustelle.
Bewehrungsmatten werden vorwiegend als soge- nannte Lagermatten in den Abmessungen 5,00x2,15 rri vertrieben. Dies bedeutet einerseits, dass man sie in grossen Stückzahlen wirtschaftlich fertigen und im Eisenhandel ohne grosses Risiko am Lager führen kann, andererseits aber, dass diese Lagermatten an der Baustelle erst auf ihr eigentliches Verwendungs- mass zugeschnitten werden müssen; es entsteht also ein erheblicher Arbeitsaufwand und je nach den Bau abmessungen mehr oder weniger Verschnitt bzw. Ab fall.
Andererseits werden Bewehrungsmatten auch als sogenannte Fixmassmatten, in Stahlquerschnitt, in Länge und Breite dem jeweiligen Bauwerk angepasst, geliefert. Diese Fixmassmatten sind naturgemäss in der Herstellung teuerer und wenn man mit ihnen auch an der Baustelle Arbeitsaufwand und Verschnitt in engstem Rahmen halten kann, so treten doch grosse Schwierigkeiten bei der kleinsten Baumassänderung ein.
Um verschiedene Vorteile des Rundstahles wie derzugewinnen und verschiedene Nachteile der Be- wehrungsmatten auszuschalten, hat man schon ver sucht, den Bewehrungsmatten ihre Starrheit zu neh men. Es wurde schon vorgeschlagen, vergleichsweise schmale Mattenstreifen in grosser Länge oder als Rollen herzustellen.
Wenn auch damit da:s Problem des starren Stahlquerschnittes bis zu einem gewissen Grade gelöst ist, so bleibt doch noch der Arbeitsauf wand des Abschneidens von langen Matten oder Rol len, bzw. der Manipulation dieser langen Matten, also ihr Fertigen, Aufladen, Transportieren, Abladen und Lagern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Beweh- rungsmatten anzugeben, welche mit an sich festem Herstellungsmass an die Baustelle geliefert, dort jedoch je nach Bedarf vergrössert werden können.
Erfindungsgemäss bestehen die Bewehrungsmatten aus mindestens zwei untrennbar miteinander vereinig ten, jedoch gegeneinander versclüebbaren Gittern.
Solche Gitter lassen sich auf die vielfältigste Weise erstellen und in vielfältigster Weise verwenden. Bevorzugt sind bei einer Abzählung der Quer- und Längsstäbe von je einer Seite der Matte aus die ungradzahligen Querstäbe nur mit den ungradzahligen Längsstäben und die geradzahligen Querstäbe nur mit den geradzahligen Längsstäben verbunden oder die ungeradzahligen Querstäbe nur mit den geradzahligen Längsstäben und die geradzahligen Querstäbe
nur mit den ungeradzahligen Längsstäben. Jedenfalls entstehen dabei gewissermassen ineinander geschachtelte Gitter, die gegeneinander verschiebbar sind, ohne dass man dabei die Verbindungsstellen, also beispielsweise die Schweisspunkte lösen muss.
Der nutzbringende Effekt bei entsprechender Aus- bildung der Matte .ist noch der, dass man einerseits beide Gitter bewehrungstechnisch als eines behandeln kann, anderseits aber ihre Längsabmessungen praktisch um einen Querstababstand verlängern bzw. verkürzen und/oder ihre Querabmessungen praktisch um einen Längsstababstand vergrössern bzw. verkleinern kann.
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der nach folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Hinweis auf die Figuren.
Die Figuren 1 bis 5 zeigen eine erfindungsgemässe Bewehrungsmatte aus zwei Gittern in verschiedenen Stellungen.
Die Figuren 6 und 7 zeigen eine andere erfindungs- gemässe Bewehrungsmatte in verschiedenen Stellun- gen. Die Figuren 8 und 9 zeigen eine dritte erfindungs- gemässe Bewehrungsmatte in verschiedenen Stellun gen.
Die Bewehrungsmatte nach Figur 1 ist aus Längs stäben a und c und Querstäben b und d zusammen gesetzt. Zählt man die Querstäbe von oben nach unten und die Längsstäbe von links nach rechts, so sind nur die ungradzahligen Längsstäbe a mit den ungradzahli- gen Querstäben b verschweisst und die gradzahligen Längsstäbe c mit den gradzahligen Qurestäben d. Das eine Gitter besteht dann aus den Längsstäben a und den Querstäben b u. das andere Gitter aus den Längs stäben c und den Querstäben d.
Die Gitter sind in Längsrichtung und Querrichtung der Matte gegenein ander verschiebbar.
Figur 2 zeigt die Matte nach Figur 1 in Längs richtung auseinandergezogen.
Figur 3 zeigt die Matte nach Figur 1 in Längs richtung zusammengeschoben.
Figur 4 zeigt die Matte nach Figur 1 in Querrich tung zusammengeschoben.
Figur 5 zeigt die Matte nach Figur 1 in Querrich tung auseinandergezogen.
Bei der Ausführungsform nach Figur 1 stehen bei Zentrierung der Gitter a, b bzw. c, d gegeneinander die Enden der Stäbe über die aussen die Matte be grenzenden Stäbe etwa gleich weit vor. Bei der Aus führungsform nach Figur 6 stehen bei einem vorge gebenen Dezentierungsmass, das etwa als Verhältnis der Längen x und y vorgegeben werden kann, die Enden der Stäbe über die aussen die Matte begren zenden Stäbe etwa gleich weit vor. Die Dezentrierung ist bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 6 in Längsrichtung der Matte.
Eine solche Matte in auseinandergezogenem Zu stand zeigt Fig. 7.
Eine solche Matte ist den praktischen Erforder nissen der Stahlbetonkonstruktion besonders ange- passt. In auseinandergezogenem Zustand können die Querdrähte auf Auflager gelegt werden und man er hält im Mittelbereich eine grössere Dichte der Quer drähte, also in dem Bereich, in dem Zugspannungen in der Regel besonders gross sind.
Bei der Ausführungsform nach Figur 8 sind die Gitter nur im Bereich eines Teils ihrer Maschen mit- einander vereinigt. Das Gitter 8 ist in Figur 8 unten um eine Maschenlänge gegenüber dem Gitter 9 ver- grössert. Bei Anwendung einer solchen Matte kann man beträchtlich Material einsparen, wenn eine un symmetrische Feldbewehrung gewünscht ist.
Figur 9 zeigt die Matte nach Figur 8 in auseinan- dergezogenem Zustand. Die kräftigste Bewehrung in Querrichtung liegt im oberen Mittelteil der Matte.
Im Folgenden sei ein Bemessungsbeispiel gegeben: Betragen die Querstababstände bei den Matten nach Figur 6 oder 85 cm -I- 45 cm, so kann eine Be- wehrungsmatte, deren Herstellungsmass 4,50 m beträgt, im Bedarfsfalle bis 5 m vergrössert werden.
Entstehen bei der Verwendung der erfindungsge mässen Bewehrungsmatten in einer Mattenlage pro Zugzone schon beträchtliche Vorteile, so lassen sich diese noch vervielfältigen, wenn man zwei oder mehr Mattenlagen pro Zugzone verwendet. Man kann dann leicht durch entsprechende Verteilung der Querstäbe praktisch jedes gewünschte Zugspannungsprofil her stellen.
Stellt man ein Verkaufsprogramm von verschiede nen Gebrauchs-Stahlquerschnitten zusammen und kombiniert man diese mit einem gebrauchsfähigen Längensystem aus verschiedenen Gebrauchslängen, so ergeben sich bemerkenswerte Vorteile hinsichtlich wirt schaftlicher Herstellung in grossen Stückzahlen, klei nerer Lade- und Lagerraumbedarf usw.
Wird darüber hinaus noch ein solches Längen system mit einem Querschnittsystem verbunden, wie etwa in der deutschen Patentschrift Nr. 50 900 V/37 b beschrieben, so kann man mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl von Fixlängen viele, praktisch alle, häufig vorkommenden flächenartigen Stahlbetonbau teile wirtschaftlich bewehren.