Drehsegmenttor Die Erfindung bezieht sich auf ein Drehseg- menttor, das insbesondere für umlauflose Schleusen und Hochwassersperrwerke geeignet ist. Bei Tide schleusen wird für das Aussenhaupt meist ein dop pelter Abschluss vorgesehen. Wenn an dem äusseren Staukörper durch Sturmflut verursachte Leckschäden auftreten, dann kann der nach der Binnenseite zu lie gende Staukörper denStaudruck übernehmen. E'in dop pelter Anschluss ist jedoch sehr aufwendig und kost spielig, wenn getrennte Staukörper vorgesehen werden.
Die Erfindung bezweckt, diesen Nachteil zu ver meiden und einen wesentlich billigeren, doppelten Abschluss für das Aussenhaupt einer Tideschleuse zu schaffen. Sie verwendet für diesen Zweck eine schon vorgeschlagene Bauform eines Drehsegment tores für Schleusen, bei der das Tor an seinen seitlichen Enden an vertikalen Tragscheiben befestigt und in der Nähe seines unteren Endes mit einer Füllmuschel versehen ist. Die Erfindung besteht darin, dass zwischen den Tragscheiben, dem ersten Segmentverschluss gegenüberliegend, ein weiterer, als Sperrtor dienender Segmentverschluss befestigt ist, der an seinem unteren Ende ebenfalls eine Füll muschel besitzt.
Die Herstellung des erfindungsgemässen Doppel segmenttores ist relativ billig und erfordert weniger Aufwand, als wenn zwei getrennte Abschlüsse für das Schleusenaussenhaupt vorgesehen werden müssten. Bei Sturmflut dichtet der äussere Staukörper gegen die Armierung ab. Sollten an diesem Staukörper Leckschäden eintreten, so kann der nach der Binnen seite zu angeordnete Staukörper den Staudruck über nehmen. Derselbe kann mit einer doppelt wirkenden Dichtung ausgerüstet sein, und zwar zum Halten des Wassers in der Schleusenkammer sowie zum Dichten des Verschlusses bei Sturmflut-Hochwasser. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt.
Es zeigen: Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch das Dop peldrehsegmenttor in Schliessstellung, Fig. 2 einen Schnitt wie Fig. 1, das Tor in Entleerungsstellung, Fig. 3 einen Schnitt wie Fig. 1, das Tor in Füllstellung, Fig. 4 einen Schnitt wie Fig. 1, das Tor in Durchlassstellung für Schiffe und in Reparaturstel lung,
Fig. 5 bis 8 in grösserem Massstab Querschnitte durch die Dichtungen eines Staukörpers und Fig. 9 die Draufsicht auf das Doppeldrehsegment- tor.
Bei Schiffsschleusen im Tidegebiet ist mit stark wechselnden Wasserständen zu rechnen. Es muss daher die Möglichkeit vorgesehen werden, die Schleu senkammer nicht nur wie bei Binnenschleusen vom Oberwasser her, sondern auch von der Aussen- bzw. Hochwasserseite zu füllen. Zu diesem Zweck ist das dargestellte Doppeldrehsegmenttor als doppel kehrendes, d. h. als doppeltdichtendes Tor ausge führt. Nach den Fig. 1 bis 4 sind zwei Segmentstau- körper 1 und 2 einander gegenüberliegend an verti kalen Endscheiben, die als Tragscheiben 3 ausgebildet sind, befestigt.
In der Mitte der Tragscheiben 3 sind senkrecht zu ihnen stehende Zapfen 4 (Fig. 9) ange bracht, die in Lagern 5 von Schleusenkammerwänden 6 bzw. in Nischen derselben drehbar gelagert sind. Um die Lager 5 vom grossen Staudruck zu entlasten, werden die seitlichen Tragscheiben 3 bei Hochwasser oder Sturmflut auf besondere Lager mit Keilen oder ähnliches abgesetzt, so dass der Staudruck sofort in das Mauerwerk eingeleitet wird. Die Gesamtkonstruktion, d. h. die Staukörper 1 und 2 mit den Tragscheiben 3, ist torsionssteif aus geführt, so dass ein einseitiger Antrieb vorgesehen werden kann.
An der einen Tragscheibe 3 ist aussen ein Zahnkranz 7 (Fig. 9) befestigt, in den ein An triebsritzel 8 (Fig. 1) eines geeigneten Antriebes ein greift.
Das Doppeldrehsegmenttor mit horizontaler Drehachse 9 ist über einer Energievernichtungsgrube 10 mit unteren, quer zur Schleusenlängsachse liegen den Mauerbalken 11 angeordnet. Eine Sohlendich tung 12 (Fig. 5) jedes Staukörpers 1 bzw. 2 liegt normal an einem Drempel 13 an. Zwischen je einem Drempel 13 und einem Mauerbalken 11 liegt ein Füll- bzw. Entleerungskanal 14. Eine Kopfdichtung 15 (Fig. 6) jedes Staukörpers 1 bzw. 2 dichtet gegen einen parallel zu den unteren Mauerbalken 11 liegen den oberen Mauerbalken 16 ab.
Eine Seitendichtung 17 des äusseren Staukörpers 1 ist nach Fig. 7 aus geführt. Eine Seitendichtung 18 des schleusensei- tigen Staukörpers 2 ist nach Fig. 8 eine nach zwei entgegengesetzten Richtungen wirkende Dichtung, die einmal zum Halten des Wassers in der Schleusen kammer 19 dient und zum anderen den Staukörper nach aussen zu bzw. nach der Seeseite 20 zu bei Sturmfluthochwasser abdichtet.
Jeder Staukörper 1 bzw. 2 besitzt in der Nähe seines unteren Endes eine Füllmuschel 21, die zur Füllung bzw. Entleerung der Schleusenkammer 19 dient. Wird die Schleusenkammer 19 entleert, so wird nach Fig. 2 der nach der Schleusenkammerseite zu angeordnete Staukörper 2 nach unten bewegt und gibt durch die Füllmuschel 21 einen Spalt frei, so dass das Wasser in die Energievernichtungsgrube 10 einfliesst. Der andere Staukörper 1 wird gleich zeitig nach oben gedreht, und es wird ein Spalt zwischen Sohlendichtung 12 und Rückwand des Staukörpers frei. Dadurch kann das in die Energie vernichtungsgrube 10 eingeführte Wasser in den Vor hafen bzw. nach der Seeseite 20 abströmen.
Wird die Schleusenkammer 19 von der Hochwasserseite aus gefüllt, so ist der vorbeschriebene Vorgang um gekehrt, d. h. der Staukörper 1 auf der Aussenseite wird gemäss Fig. 3 in Füllstellung gebracht. Für den Durchlass eines Schiffes wird das Doppelsegmenttor in die Stellung nach Fig. 4 gedreht. In dieser können auch Reparaturen an den Staukörpern 1 bzw. 2 vorgenommen werden. Ein Laufsteg bzw. eine Brücke über die Schleuse ist neben dem Drehsegmenttor angeordnet (nicht dargestellt).
Das beschriebene Drehsegmenttor, bei dem der eine Staukörper das Gegengewicht des anderen Stau körpers ist, kann bei vollem Wasserdruck bewegt wer den und eignet sich für Geschiebe-, Geschwemm- sel- und Eisabfuhr, da hierfür die volle Schleusen breite zur Verfügung steht. Sollen Hochwasser, Eis und Geschwemmsel abgeführt werden, dann kann das Drehsegmenttor so weit nach unten gedreht werden, dass die Stauwandoberkante etwa 0,30 bis 0,50 m überströmt wird; ausserdem kann das Ge- schiebe an der Sohle gleichzeitig abgeführt werden.
Das Eis und Geschwemmsel kann sich nicht stecken, es kann also ungehindert abfliessen.