CH412830A - Verfahren zur Herstellung von trimerem Rutheniumtetracarbonyl - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von trimerem RutheniumtetracarbonylInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von trimerem Rutheniumtetracarbonyl Ziel der Erfindung ist die Herstellung von trime- rem Rutheniumtetracarbonyl aus organischen Ruthe- niumsalzen.
Es werden in der Literatur drei Vertreter von Carbonylverbindungen des Rutheniums beschrieben: eine unbeständige farblöse Flüssigkeit, der die For mel Ru(CO), zukommt; ein Festkörper, der in oran gegelben Kristallen aus Benzol kristallisiert und des sen Zusammensetzung anfangs von M. Manchot und W.
J. Manchot (Z.anorg.allg.Chemie 226 (1936) S.385) als Ru.(CO)9 angegeben wurde und eine grün kristallisierende Verbindung, der von W. Man- chot (l. c.) die Formel [Ru(CO)413 zugeschrieben wurde. Neuerdings wurde die stabile Form der von W. Manchot als Ru2(CO)9 angegebenen Verbindung von E. Corey und L. Dahl (J.Am.Chem.Soe. 83 (1961) S. 2203) als [Ru(CO)413 bestimmt. Die Struk tur der grün kristallisierenden Verbindung ist heute noch nicht bestätigt.
Die bisher bekannten Wege zur Herstellung von trimerem Rutheniumtetracarbonyl gehen entweder von Rutheniummetall, in Form eines Metallschwam mes, oder von anorganischen Rutheniummetallsal- zen, wie z. B. RuS, oder Ruhalogenid, aus, auf wel chen man unter den Bedingungen der Hochdrucksyn these Kohlenmonoxyd einwirken lässt.
Dabei wird in allen Fällen zunächst Rutheniumpentacarbonyl gebil det, welches durch Erwärmen auf 40-50 C unter Sonnenlichteinwirkung in das trimere Rutheniumte- tracarbonyl übergeführt werden kann.
Der Nachteil dieser Methoden besteht darin, dass zunächst Ruthe- niurnpentacarbonyl, eine flüchtige und wenig stabile Flüssigkeit, gebildet wird, die dann isoliert werden muss, womit eine unbequeme Handhabung und bei der weiteren Synthese eine geringe Ausbeute an tri- merem Rutheniumtetracarbonyl verbunden sind.
In keinem Fall konnte die Bildung von trimerem Ruthe- niumtetracarbonyl bei der Einwirkung von CO auf anorganischen Rutheniums,alzen in einem Einstufen- verfahren beobachtet werden. Eine Bildung von tri- meren Tetracarbonylen anderer Metalle der VIII. Gruppe des periodischen Systems konnte bei der Einwirkung von CO und Hz auf organische Salze dieser Metalle, z.
B. auf Eisenacetylacetonat, nicht beobachtet werden.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von trimerem Rutheniumtetracarbonyl gefunden, bei wel chem die Nachteile, die durch die Bildung von Rut- heniumpentacarbonyl als Zwischenprodukt auftreten, vermieden werden können.
Die Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung von trimerem Rutheniumtetracarbonyl aus organischen Rutheniumsalzen und ist dadurch gekennzeichnet, dass man die organischen Rutheni- umsalze mit Kohlenmonoxyd und Wasserstoff in Ge genwart eines organischen Lösungsmittels bei einer Temperatur von<B>100</B> bis 250 C und einem Druck von 50-350 at umsetzt. Vorzugsweise werden Tem peraturen von 140-160 C und Drucke von 150-200 at angewendet.
Für das erfindungsgemässe Verfahren werden vorteilhafterweise organische Rutheniumsalze auf Basis der Essigsäure bzw. der Essigsäurederivate, wie z. B. basisches Rutheniumacetat, vorzugsweise aber Rutheniumacetylacetonat, verwendet.
Der Reaktionsdruck wird dabei zweckmässig durch Einpressen eines Gemisches von Kohlenmon oxyd und Wasserstoff im molaren Verhältnis von<B>5:</B> 1 bis 1 : 1, vorzugsweise von 2,5: 1 bis 3: 1, einge stellt.
Als organische Lösungsmittel finden insbeson dere solche Verwendung, in welchen Rutheniumsalze, Kohlenmonoxyd und Wasserstoff bei Reaktionsbe dingungen löslich sind. Vorzugsweise werden organi sche Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Benzol oder nied rige aliphatische Alkohole, wie z. B. Methanol, Ver wendung finden.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren werden nicht nur hohe Ausbeuten erreicht, sondern es bietet auch den weiteren Vorteil, dass die Isolierung des trimeren Rutheniumtetracarbonyls sehr einfach durchgeführt werden kann, da keine wesentlichen in organischen Lösungsmitteln unlösliche Nebenpro dukte entstehen.
Zur besseren Verständlichkeit wird die Erfindung anhand nachstehender Beispiele erläutert. Das Ver fahren soll aber nicht auf diese Ausführungsform be schränkt sein; so z. B. ist das Verfahren in jedem be liebigen Druckgefäss, das geschüttelt, gerührt oder vibriert werden kann, durchführbar. <I>Beispiele</I> 1. In einen Schüttelautoklav aus rostfreiem Stahl mit einer Kapazität von 125 cm3 werden 3,20 g Rut- heniumacetylacetonat und nach Verdrängen der Luft 30 cm3 Methanol eingebracht.
Danach wird eine Mischung aus Kohlenmonoxyd und Wasserstoff im Molverhältnis von 3: 1 bis zu einem Druck von <B>155</B> at in den Autoklav eingepresst und unter Schüt teln auf 150 C erhitzt. Bei leichtem Rückgang des Druckes wird der Autoklav ca. 4 Stunden bei 150 C belassen. Nach dem Abkühlen wird der Autoklav entspannt, wobei das abgelassene Gas durch eine Kühlfalle mit flüssiger Luft geführt wird, um even tuell gebildetes flüchtiges Ru(CO), zu kristallisieren. Es konnte kein Ru(CO), festgestellt werden.
Nach dem Öffnen des Autoklaven konnten 1,17 g [Ru(CO)4]3, was einer Ausbeute, bezogen auf das eingesetzte Rutheniumacetylacetonat, von 76,3 % entspricht.
2. In einen Schüttelautoklav aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsvermögen von 125 cm3 werden 1,06 g Rutheniumacetylacetonat und nach Verdrän gen der Luft 75 cm3 Benzol eingebracht. Der Druck wurde durch Einpressen von CO und H2 im Molver- hältnis von 3 : 1 auf 150 at eingestellt und die Tem peratur unter Schütteln auf 150 C gebracht. Der Druck ging etwas zurück.
Nach 4 Stunden wurde die Reaktion beendet und der Autoklav nach dem Ab kühlen entspannt, wobei das abgelassene Gas wieder durch eine mit flüssiger Luft gekühlte Falle geführt wurde. Es konnte dabei kein Ru(CO), festgestellt werden.
Das vollständig in Benzol gelöste trimere Ruthe- niumtetracarbonyl wird durch Abdestillieren des Lösungsmittels im Vakuum erhalten. Es resultierten 0,35 g [Ru(CO)4]3, was einer Ausbeute, bezogen auf Rutheniumacetylacetonat, von 51,
5 % entspricht. Eine Analyse des Rutheniumgehaltes ergab einen Wert von 47,09 % Ruthenium, gegenüber dem theo- retischen Wert von 47,65 %.
3. In einen Schüttelautoklav aus rostfreiem Stahl mit einem Fassungsvermögen von 125 cm3 werden 1,21 g basischen Rutheniumacetats mit 30,1 % Ru und nach Verdrängen der Luft 7 cm3 Methanol ein gebracht.
Der Druck wurde durch Einpressen von CO und Hz im Molverhältnis 3 : 1 auf 165 at einge stellt und die Temperatur unter Schütteln auf 150 gebracht. Der Druck ging etwas zurück. Nach 3 Stun den wurde die Reaktion abgebrochen und der Auto klav entspannt. Das abgelassene Gas passierte eine mit flüssiger Luft gekühlte Falle. Es konnte in der Kühlfalle kein Ru(CO),, festgestellt werden. Nach dem Öffnen konnte am Boden des Autoklaven 0,05 g trimeres Rutheniumtetracarbonyl als orangerote Plättchen isoliert werden.
Die methanolische Mutter lauge ergab nach Abdestillieren des Methanols und Umkristallisieren des Rückstandes aus Aceton 0,130g [Ru(CO)4]3. Die Ausbeute, bezogen auf das basische Rutheniumacetat, betrug 23,4 0/0.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von trimerem Ruthe- niumtetracarbonyl aus organischen Rutheniumsalzen, dadurch gekennzeichnet, dass man die organischen Rutheniumsalze mit Kohlenmonoxyd und Wasser stoff in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels bei einer Temperatur von 100 bis 250 C und einem Druck von 50 bis 350 at umsetzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als organisches Rutheniumsalz Rutheniumacetylacetonat verwendet wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als organisches Rutheniumsalz basisches Rutheniumacetat verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Reaktionsdruck durch Ein pressen von Kohlenmonoxyd und Wasserstoff in den Reaktor eingestellt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Molver- hältnis von Kohlenmonoxyd und Wasserstoff auf 5: 1 bis 1 : 1, vorzugsweise 2,5: 1 bis 3: 1, einge stellt wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als organische Lösungsmittel sol che verwendet werden, in welchen organische Ruthe- niumsalze, Kohlenmonoxyd und Wasserstoff bei Reaktionsbedingungen löslich sind. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als organi sche Lösungsmittel Benzol oder Methylalkohol ver wendet werden.
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