CH413571A - Verfahren zur Fütterung von Nutztieren - Google Patents
Verfahren zur Fütterung von NutztierenInfo
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Description
Verfahren zur Fütterung von Nutztieren Die Verwendung von Harnstoff als Zusatzfutter mittel für Wiederkäuer ist bereits bekannt, und in der diesbezüglichen Literatur wurden bereits die Gründe auseinandergesetzt, warum Verbindungen, welche nicht an Eiweiss gebundenen Stickstoff ent halten, zum Ersetzen eines Teiles der in Nutztier futtermitteln nötigen Proteine verwendet werden können (J.
T. Reid: Journal Dairy Science, 36, 1954, page 955-996: Urea as a proteinic Substitute for ruminants).
Der für diese Zwecke gewöhnlich verwendete Harnstoff wird durch Reaktion zwischen Ammoniak und Kohlendioxyd erhalten, aus der vom Autoklaven kommenden wässrigen Lösung durch Abdampfen des Wassers abgetrennt und in Form von kleinen Kristal len, Kügelchen bzw. Körnern in den Handel gebracht.
So erhaltener Harnstoff enthält, auch wenn er sorgfältig getrocknet wurde, immer geringe Mengen an Wasser, und er behält auch unverändert sein natürliches Bestreben, Wasser aus der Umgebung anzuziehen; er ist hygroskopisch. Dies bewirkt, dass fester Harnstoff zusammenbackt, und das Bestreben, während des Lagerns in Behältern Agglomerate zu bilden, wodurch er somit nicht in der ursprünglichen körnigen, kugeligen bzw. kristallinen Form entnom men werden kann, ist eine Quelle von Unzukömm- lichkeiten.
Von den drei Formen von festem verwendbarem Harnstoff (Kristalle, Körner oder Kügelchen) zeigen die letzten beiden Formen eine geringere Tendenz zum Zusammenbacken bzw. zur Agglomeratbildung, aber sie sind auch weniger geeignet, für eine Ver wendung als Nutztierfutter, da dafür ein sehr feines und leicht dosierbares pulveriges Produkt benötigt wird.
Der Nachteil des Zusammenbackens von Harn stoff macht sich auch im Gebiet des Ackerbaus bemerkbar, und es wurden bereits zahlreiche, das Zusammenbacken verhindernde, Substanzen mit mehr oder weniger Erfolg versucht.
Eines der Produkte, welches im Ackerbau weit gehend Verwendung findet, ist Kieselgar.
Es ist klar, dass das Zusammenbacken verhin dernde Substanzen für Mittel, welche sowohl auf dem Gebiet des Ackerbaus als auch für technische Zwecke verwendet werden, nicht mehr verwendet werden können, wenn Harnstoff als wesentlicher Be standteil von Futtermischungen verwendet wird, da derartige Mittel von Haustieren meist nicht assimilier bar sind.
Es ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Ver bindungen ausfindig zu machen, welche einerseits leicht mit Harnstoff mischbar sind und denselben fast oder völlig vor Zusammenballungen schützen und welche gleichzeitig auch als Zusatz zu Futtermitteln. verwendet werden können. Die vorliegende Erfindung hatte somit zum Ziel, zur Fütterung von Nutztieren ein Verfahren ausfindig zu machen, bei welchem Harnstoff und eine dessen Zusammenballen verläss lich verhindernde Substanz, welch letztere gleichzeitig ein guter Nährstoff für Nutztiere im allgemeinen und für Wiederkäuer im besonderen ist, verfüttert werden können.
Es wurde nun gefunden, dass Dicalciumphosphat eine starke, das Zusammenballen verhindernde Wir kung auf Harnstoff hat und dass es mit diesem leicht gemischt werden kann, ohne dass für mechanische Einrichtungen benötigt werden und ohne dass dadurch Reaktionen verursacht werden oder Reaktionspro dukte entstehen.
Die Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zur Fütterung von Nutztieren, insbesondere Wieder käuern, unter Verwendung von Harnstoff als nicht an Eiweiss gebundenen Stickstoff enthaltende Sub- stanz, zusammen mit einem das Zusammenbacken des Harnstoffs verhindernden Mittel, dadurch ge kennzeichnet, dass man den Nutztieren ein Futter vorsetzt, welches kristallinen Harnstoff und als das dessen Zusammenbacken verhinderndes Mittel Di- calciumphosphat enthält.
Die kombinierte Verfütterung von Harnstoff und Dicalciumphosphat ermöglicht es, eine Mischung der beiden Verbindungen, welche völlig frei fliesst, vor zubereiten und zu lagern, wobei beide Vür'uinclungen einen hohen Nährwert besitzen.
Durch Verwendung von Dicalciumphosphat als das Zusammenballen verhinderndes Mittel für Harn stoff kann dieser infolge der dadurch erhaltenen Eigenschaft des freien Fliessens nicht nur leicht aus Lagerbehältern entnommen werden, sondern er kann auch bei seiner Verwendung als Futtermittel für Nutztiere leicht dosiert werden. Es wurde weiterhin festgestellt, dass die das Zusammenballen verhin dernde Wirkung von Dicalciumphosphat bereits auf tritt, wenn nur geringe Mengen (z.
B. 5 % Bi- phosphat, bezogen auf Harnstoff) verwendet werden, und dass die Wirkung zunimmt, wenn die Menge des verwendeten Biphosphats steigt.
Die besten Resultate sowohl bezüglich des höch sten das Zusammenballen verhindernden Effektes als auch bezüglich der höchsten Ausbeute an Futtermittel für Nutztiere erhält man, wenn wenigstens 10 % Di- caleiumphosphat und 90 % Harnstoff gemeinsam ver füttert werden.
Es soll darauf hingewiesen werden, dass zahl reiche Mischungen, welche aus mehr als einer Ver bindung oder einem Futtermittel bestehen, in der diesbezüglichen Literatur beschrieben werden. Ins- besondere werden handelsübliche Mischungen von Futtermitteln beschrieben, welche aus Calciumoxyd- Carbonaten oder Eisensulfid-Natriumchlorid oder Kobaltsulfat oder -acetat-Kupfersulfat-Mangansulfat (83 %), Restmenge gelatinöses Knochenmehl oder aus einer Mischung von Dicalciumphosphat und Calcium- carbonat bestehen.
Die Verwendung von Dicalciumphosphat an sich in Mischungen für Nutztierfütterung ist daher nicht neu. Neu und überraschend ist jedoch sein das Zu sammenbacken verhindernder Effekt auf Harnstoff. Dieses Verhalten von Dicalciumphosphat gegenüber Harnstoff ist um so mehr überraschend, wenn man bedenkt, dass, obwohl die Verwendung von Harnstoff als Futtermittel bereits bekannt ist und obwohl eine grosse Anzahl von Versuchen bereits durchgeführt wurde, um dessen Zusammenbacken zu verhindern bzw.
ihn mit anderen Substanzen zu mischen, bisher keine Mischungen auf Basis von Harnstoff und Di- calciumphosphat vorgeschlagen worden waren. Selbst verständlich können im erfindungsgemässen Ver fahren neben Harnstoffen und Dicalciumphosphat auch andere Substanzen mitverfüttert werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Fütterung von Nutztieren, insbe sondere Wiederkäuern, unter Verwendung von Harn stoff als nicht an Eiweiss gebundenen Stickstoff ent haltende Substanz zusammen mit einem das Zu sammenbacken des Harnstoffs verhindernden Mittel, dadurch gekennzeichnet, dass man den Nutztieren ein Futter vorsetzt, welches kristallinen Harnstoff und als das dessen Zusammenbacken verhinderndes Mittel Dicalciumphosphat enthält.
Applications Claiming Priority (1)
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Also Published As
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