Anlage zum Bügeln von Leder mit Bügelpresse Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Anlage zum Bügeln von Leder mit einer Bügelpresse.
Bei bisher bekannten Anlagen dieser Art erfolgt die Beschickung ebenso wie das Entfernen des Leders aus der Presse von Hand. Diese Arbeit ist nicht nur umständlich und zeitraubend, sondern setzt auch eine gewisse Sorgfalt voraus, da das zu bügelnde Leder absolut plan und faltenlos genau unter der Bügelplatte auf die Auflageplatte der Presse aufgelegt werden muss. Da dieses Auflegen aber auch das Nachschieben und Richten sowie das Abnehmen des Leders von der Presse, und das Reinigen der Press- fläche relativ viel Zeit beanspruchen, in der Praxis z. B. bis zu 90 eines ganzen Arbeitsvorganges, ist die Bügelpresse sehr schlecht ausgenützt.
Die vorlie gende Erfindung bezweckt nun die Schaffung einer Anlage der genannten Art, bei welcher das Zu- und Wegführen des Leders zur bzw. von der Presse mechanisch erfolgt; zu diesem Zweck ist die erfin dungsgemässe Anlage dadurch gekennzeichnet, dass ein endloses, motorisch angetriebenes Transportband von einer am Beginn einer Einlaufstrecke angeordne ten Spannrolle zu einer am Ende einer Auslauf strecke angeordneten Antriebsrolle führt, wobei so wohl das obere, die Lederauflage bildende Bandtrum als auch das untere,
rücklaufende Bandtrum zwischen der Auflageplatte und der Bügelplatte der Presse hin- durchlaufen. Die Länge der Einlaufstrecke ist zweck- mässig grösser als die Länge der Bügelpresse, wäh rend die Auslaufstrecke gleich lang oder ebenfalls länger als die Länge der Presse sein kann. Durch das der Bügelpresse erfindungsgemäss zugeordnete Transportband ist es möglich,
einen zu bügelnden Lederabschnitt während des Pressens eines anderen Lederabschnittes bei stillstehendem Band auf die Einlaufstrecke des Transportbandes aufzulegen, was eine gegenüber dem Betrieb mit direkter Handbe schickung der Pressec erheblich raschere Arbeitsfolge der Pressvorgänge mit entsprechend besserer Aus- nützung der Presse ermöglicht.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Anlage ist schematisch in der beiliegenden Zeichnung dargestellt; es zeigt: Fig. 1 eine Seitenansicht der Anlage, Fig.2 in grösserem Massstab und im Vertikal schnitt die Antriebsvorrichtung des Transportbandes, und Fig. 3 in grösserem Massstab und in Seitenansicht die Ablaufstelle des Transportbandes von der Presse.
Die gezeichnete Anlage besitzt eine Bügelpresse 1 von an sich bekannter Bauart, die eine auf einem vertikal beweglichen Stempel montierte Auflageplatte 2 und eine ortsfeste, heizbare Bügelplatte 3 aufweist. Dieser Bügelpresse 1 ist eine Transporteinrichtung zugeordnet, die auf beiden Seiten der Presse ein Ge stell 4 bzw. 5 mit je einem Paar von im Abstand übereinanderliegenden Leitblechen 6a, 7a bzw. 6b, 7b aufweist.
Am äusseren Ende des einlaufseitigen Gestelles 4 ist beidseits ein Lagerblock 8 vorgesehen, in welchem je eine Tragachse 9 einer Umlenkrolle 10 längsver schiebbar gelagert ist; auf den Tragachsen 9 sitzende Federn 10a drücken die Tragachse und damit die Umlenkrolle 10 nach aussen. über die Umlenkrolle 10 läuft ein endloses Transportband 11 dessen oberes Trum über das Leitblech 7a und eine am inneren, d. h.
der Presse 1 benachbarten Ende des Gestelles 4 gelagerte Leitrolle 12 im Abstand von der Auflage platte 2 der Presse 1 durch die letztere hindurch und über das obere Leitblech 7b des Gestelles 5 zu einer Antriebsrolle 13 einer am äusseren Ende des Gestel les 5 angeordneten Bandantriebsvorrichtung führt, während das untere Bandtrum von der Antriebsrolle 13 längs des unteren Leitbleches 6b des Gestells 5 und über je eine Leitrolle 14 an den beiden Längssei ten der Auflageplatte 2 ,der Presse 1 im Abstand un ter dem oberen Bandtrum durch die Presse hindurch und anschliessend längs des unteren Leitbleches 6a des Gestells 4 zur Umlenkrolle 10 zurückführt.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die Leitbleche<I>6a,</I> 7a des einlaufseitigen Gestells zur Presse hin leicht ansteigend angeordnet, wobei die Länge der durch diese Bleche gegebenen Einlaufstrecke gut das 1,5 fache der Länge der Presse 1 (in Laufrichtung a des Bandes 11 gemessen) beträgt.
Anderseits ist die Anordnung so getroffen, dass bei offener Presse der zwischen der Leitrolle 12 und der Antriebsrolle 13 frei ausgespannte Teil des oberen Bandtrums in sol chem Abstand über dem unteren, ebenfalls durch die Presse hindurchlaufendem, Bandtrum verläuft, dass die beiden Bandteile bei bewegtem Band nicht auf- ein.anderschleifen. Die Leitbleche 6a,<I>7a</I> und<I>6b, 7b</I> sowie die Auflageplatte 2 der Presse können mit einem die Bandreibung vermindernden Belag, z. B. einer geeigneten Kunststoff-Folie belegt sein.
Um auch das untere durch die Presse hindurchlaufende Bandtrum von der Auflageplatte 2 der Presse abzu nehmen, sind die Leitrollen 14 in seitlichen Konsolen 15 der Auflageplatte 2 mittels Einstellschrauben 16 höheneinstellbar gelagert (Fig. 3). Auch die Leitrolle 12 ist vorteilhaft in gleicher Weise höheneinstellbar gelagert. Diese Art der Rollenlagerung ermöglicht es, auch die Rollen derart einzustellen, dass ein Verlau fen des Bandes 11 mit Sicherheit vermieden wird.
Die Antriebsvorrichtung für das Transportband 11 besitzt eine über eine nicht gezeichnete Steuervor richtung antreibbare Druckluft-Kolbenvorrichtung, deren Zylinder 17 am Gestell 5 angelenkt ist und deren Kolbenstange 18 am freien Ende einen An triebsbolzen 19 (Fig. 2) trägt. Dieser Antriebsbolzen 19 wirkt mit einem Nockenrad 20 zusammen, das über Zahnräder 21, 22, 23, 24 eines Untersetzungs- getriebes mit der Antriebsrolle 13 des Transportban des 11 gekuppelt ist.
Dieses Getriebe ist auf einer am äusseren Ende des Gestells 5 angebrachten Konsole 25 gelagert. Das Nockenrad 20 besitzt vier Treibnok- ken, wobei die Anordnung so getroffen ist, dass jeder Arbeitshub der Kolbenstange 19 eine Viertelsdre- hung des Nockenrades 20 bewirkt, was über das Ge triebe einen Bandvorschub von der Länge der Arbeitsfläche der Presse 1 bewirkt. Um am Hubende der Kolbenstange 18 ein unerwünschtes Weiterdre hen der Antriebsrolle mit Sicherheit zu vermeiden, kann die letztere mit einer am Kolbenhubende wirk sam werdenden Bremse versehen sein.
Die Antriebsrolle 13 ist mit einem bombierten Gummimantel 13a überzogen, so dass ein Schlupf des Bandes 11 auch bei grosser Beschleunigung bzw. Verzögerung unmöglich ist. Das Transportband 11 selbst ist doppelschichtig; es besitzt eine harte, zugfe ste Textilunterlage, welche einerseits die Bandreibung auf den Leitrollen, den Leitblechen und der Auflage- platte der Presse klein hält, und die anderseits ein Verziehen des Bandes verhindert. Auf dieser Textil unterlage des Bandes ist eine mehrere mm dicke Gummischicht aufgebracht; diese Gummischicht ge währleistet eine gute Adhäsion und damit einen prä zisen Transport des Leders und ausserdem ist sie so nachgiebig, dass sie in der Presse Dickendifferenzen des Leders auszugleichen vermag.
Es hat sich ferner gezeigt, dass ein derart aufgebautes Transportband druck-, hitze- und formbeständig ist, so dass das zu sammen mit dem Leder gepresste und erwärmte Band diese starke Belastung ohne weiteres erträgt. Ein Kleben des nicht vom Leder abgedeckten Gum mis an der beheizten Bügelplatte ist nicht zu befürch ten. Ausserdem kann die Gummioberfläche des Ban des ohne weiteres so glatt gemacht werden, dass beim Pressen kein Abzeichnen auf dem Leder eintritt.
Um zu vermeiden, dass die Presse auch dann arbeitet, wenn ein Lederabschnitt aus irgend einem Grund an der Bügelplatte kleben bleibt, oder sonst am normalen Wegtransport aus der Presse gehemmt und deshalb ganz oder teilweise zwischen den Press- platten hängen geblieben ist oder nicht absolut eben auf dem Transportband liegt, sind in den Steuerkreis des Pressenantriebs zwei an der Presse einander dia gonal gegenüberliegende und die ganze Pressfläche kontrollierende Photozellen 26 geschaltet, welche ein Heben des Press-Stempels verhindern, wenn der Zwischenraum zwischen den Pressplatten nicht frei ist.
Analoge Photozellen sind an der vorderen Längs seite der Presse vorgesehen, welche zum Schutz des Bedienungspersonals den Pressenantrieb hemmen.
Die beschriebene Anlage arbeitet wie folgt: Während einer kurzen Stillstandzeit des Transport bandes 11 legt die Bedienungsperson an der Einlauf strecke ein, z. B. zum Glätten vor dem Schleifen oder zwecks Farbverschmelzung nach dem Färben, zu bügelndes Leder auf das Transportband. Dann wird die Druckluft-Antriebsvorrichtung des Transportban des 11 eingeschaltet, wobei die Kolbenstange 18 das Nockenrad 20 um eine Viertelsdrehung dreht, wodurch das Transportband 11 das Leder in Pfeil richtung a (Fig. 1) zwischen die Pressplatten 2, 3 transportiert.
Liegt das Leder absolut eben und stel len die Photozellen 26 kein anderes Hindernis im Pressraum fest, so wird die Auflageplatte 2 gegen die auf z. B. 60-70 C beheizte Bügelplatte 3 nach oben gedrückt. Der Pressdruck beträgt zweckmässig ca. 20-50 kg/cm-' oder mehr. Während dieses relativ kurzen Pressvorganges kann die Bedienungsperson an der Einlaufstrecke ein neues Leder auf das Trans portband 11 auflegen. Nach dem anschliessenden Absenken der Auflageplatte 2 setzt der Bandantrieb wieder ein, wodurch das gepresste Leder auf die Auf laufstrecke und das neu aufgelegte Leder in die Presse gelangt.
Beim nachfolgenden Stillstand des Bandes 11 wird wiederum ein Leder auf die Einlauf- strecke gelegt und gleichzeitig erfolgt wieder ein Pressvorgang. Beim nächstfolgenden Bandtransport wird das vorgängig auf der Auslaufstrecke liegende Leder einer nicht gezeichneten Ablegevorrichtung zugeführt, welche die aus der Anlage kommenden Leder auf einem Ablegetisch stapelt. Vorangehend wurde angenommen, dass bei jedem Presshub ein neues Leder gebügelt werde. In der Praxis sind die Leder aber meist länger als die Arbeitsfläche der Presse, so dass sie abschnittweise weitergeschoben und gepresst werden.
Es versteht sich, dass alle Arbeitsvorgänge (Bandtransport und Pressen) automatisch gesteuert werden. Der Impuls für die Lösung des Pressvorgan ges erfolgt dabei zweckmässig von einem mit der Kolbenstange 19 zusammenwirkenden Endschalter aus. Sprechen zufolge einer Störung im Pressraum die Photozellen 26 an, so muss zuerst die Störung behoben werden, wonach die Automatik von Hand wieder eingeschaltet werden kann. Transport- und Pressvorgang sind aber gegenseitig so verriegelt, dass sie auch von Hand nicht gleichzeitig eingeschaltet werden können. Zum Bügeln von kleinen Probele derstücken kann der Pressvorgang allein, ohne Band transport, von Hand ausgelöst werden. Dabei muss die Bedienungsperson mit jeder Hand gleichzeitig einen Druckknopf betätigen.
Ein besonderer Vorteil der beschriebenen Anlage besteht in ihrer relativ grossen Arbeitsgeschwindigkeit. Dies ist weitgehend eine Folge der Verwendung einer Druckluft-Kolben- vorrichtung zum Antrieb des Transportbandes, da diese über das Untersetzungsgetriebe einen äusserst schnellen Bandtransport und ein genaues Anhalten des Bandes erreichen lässt. Da die Transportzeit gleichzeitig zum Reinigen und Richten des Leders und eventuell zum Ablegen des aus der Anlage kom menden Leders ausgenützt werden kann, stellt diese Transportzeit praktisch keine Verlustzeit dar.
Der Aufbau der Anlage ist äusserst einfach. Sie ist leicht zu bedienen und besitzt praktisch keine komplizierten, störanfälligen Teile. Es ist ohne weite res ersichtlich, dass die Transporteinrichtung für das Leder und die den Arbeitsablauf kontrollierende Steuerautomatik auch nachträglich an eine beste hende Bügelpresse bisheriger Bauart angebaut wer den können.