Verfahren zur Herstellung von atmungsaktiven durch Druckanwendung klebenden
Klebebändern
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von atmungsaktiven durch Druckanwendung klebenden Klebebändern. Erfindungsgemäss werden neuartige Klebebänder für medizinische Zwecke vorgeschlagen, die für diesen Zweck eine einmalige Kombination von Eigenschaften besitzen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von atmungs aktiven, durch Druckanwendung klebenden Klebebändern mit einer porösen Unterlage und einem darauf angeordneten ununterbrochen erscheinenden, jedoch porösen Klebemittelüberzug ist dadurch gekennzeichnet, dass auf die poröse Unterlage ein ununterbrochener viskoser Überzug einer teilweise getrockneten Lösung eines wasserunlöslichen, viskoelastischen druckempfindlichen Klebemittels, das einen flüchtigen Träger enthält, aufgetragen und dann dieser Klebemittelüberzug zwecks Erzeugung von Poren und vollständigem Trocknen getrocknet wird, wobei der Mengenanteil des flüchtigen Trägers derart bemessen wird, dass während des Trocknens der aufgebrachte Klebemittelüberzug die poröse Unterlage nicht durchdringt und von selbst ein kleinporiges Gefüge erzeugt wird, das.
für die Durchlässigkeit bzw. Atmungsfähigkeit des Klebebandes angemessen ist.
Das nach diesem Verfahren hergestellte erfindungsgemässe atmungsaktive, durchscheinende, durch Druckanwendung klebende Klebeband, das für medizinische Zwecke geeignet ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer durchscheinenden, nicht-gewebten, undehubaren porösen Unterlage, die aus sich kreuzenden Stapelfasern durch Verfestigen mit einem wasserunlöslichen, kautschukartigen, faserverbindenden Schlichtemittel hergestellt worden ist, und aus einem darauf angeordneten, ineinandergreifenden, ununterbrochen erscheinenden Klebmittelüberzug mit einem kleinporigen Gefüge besteht, der beim Auftragen auf die menschliche Haut für Absonderungen durchlässig ist und der aus.
einem wasserunlöslichen, hydrophoben, visko-elastischen, druckempfindlichen Klebmittelpolymeris at besteht, das die menschliche Haut verhältnismässig wenig reizt und von anderen Bestandteilen frei ist.
Ein aussergewöhnliches, bevorzugtes Merkmal dieser neuartigen Klebebänder für medizinische Zwecke besteht darin, Idass durch sie die Haut der meisten Personen nicht gereizt wird und dass sie selbst bei einer langandauernden klebenden Berührung keine Mazeration der Haut bewirken, Mazeration ist ein Zustand der Haut, der durch eine langandauernde Berührung der Haut mit einem Klebstreifen hervorgerufen wird, wodurch Idie Haut weich, faltig und d weiss wird, was auf das Unvermögen der Haut zur Atmung, auf die verhinderte Transpiration und auch auf den Luft und Lichtabschluss zurückzuführen ist.
Das erfindungsgemäss hergestellte Klebeband besitzt eine poröse Unterlage (vorzugsweise aus einem zu einem Ganzen verbundenen, nicht-streckbaren und nicht-gewebten faserartigen Gewebe), die einen ununterbrochenen, jedoch kleinporigen Überzug eines durch Druckanwendung klebenden Klebmittels trägt. Dieses vorzugsweise kautschukartige Klebemittel ist zweckmässig wasserunlöslich und visko-elastisch, wobei der Überzug in seinem normalen trokkenen Zustand stark klebt.
Dieser Klebmittelüberzug dringt im allgemeinen in die nicht-gewebte, poröse, faserartige Unterlage ein und wird dort unter Bildung eines einheitlichen, zusammengehörenden Gebildes fest t verankert, das nicht entschichtet oder gespalten wird, wenn das Klebeband abgerollt oder entfernt wird.
Bei dem neuartigen Verfahren zur Herstellung des ununterbrochenen Klebmittelüberzuges werden während des Trocknens des Überzugs unzählige, porenartige Öffnungen spontan erzeugt, wobei durch diese Poren eine viskoelastische poröse Klebmittelschicht entsteht, die die poröse Unterlage bedeckt.
Diese Poren sind im allgemeinen derart klein, dass sie bei gelegentlicher Betrachtung des Klebebandes vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, so dass der Klebmittelüberzug ununterbrochen erscheint. Sie haben jedoch eine im allgemeinen ausreichende Grösse und liegen eng beieinander, so dass eine ausreichende Transpiration der Hautfeuchtigkeit und der Wunddämpfe und ein Eindringen von flüssigem Material in die poröse Streifenunterlage durch diese Poren hindurch möglich ist.
Diese Wirkung ist im allgemeinen auf der gesamten damit in Berührung stehenden Körperoberfläche praktisch gleichmässig vorhanden, das Verhalten dieser Klebebänder unterscheidet sich daher von dem der bekannten Klebebänder, die verhältnismässig grosse Löcher oder Öffnungen aufweisen oder die zwecks Erzeugung eines sogenannten atmungsaktiven Klebebandes unterbrochene, auseinanderliegende Streifen oder Abschnitte aus einem gebräuchlichen undurchlässigen Klebmittel auf einer porösen Unterlage aufweisen.
Das ununterbrochene gleichmässige Gefüge der er findungsgemässen Klebebänder stellt einen entscheidenden Vorteil dar.
Nachfolgend werden weitere Vorteile und Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung erörtert.
Ein bevorzugtes Merkmal des vorgeschlagenen Herstellungsverfahrens besteht darin, dass kautschukartige, druckempfindliche Klebmittelüberzugsmassen verwendet werden können, die von zugesetzten oder unerwünschten nicht-flüchtigen Bestandteilen oder Mitteln frei sind, so dass in dem getrockneten Klebmittelüberzug die Gegenwart von Substanzen vermieden wird, die eine Hautreizung verursachen oder fördern könnten. Auf Grund der Kleinporigkeit des Klebmittelüberzugs ist die Einverleibung eines feuchtigkeitsabsorbierenden Materials in die Klel > mittelmasse im allgemeinen nicht erforderlich.
Daher können auch durchsichtige Klebmittel überzüge verwendet werden. Wenn zusammen mit einem solchen Überzug eine durchscheinende Unterlage verwendet wird (vorzugsweise eine nicht-gewebte faserartige Unterlage), kann ein durchscheinendes Klebeband erzeugt werden, dessen Durchsichtigkeit das Lesen von gedruckten Zeichen erlaubt, auf die das Klebeband geklebt worden ist. Diese Durchsichtigkeit ist auch bei Klebebändern für medizinische Zwecke vorteilhaft, weil dadurch die darunter liegende Körperoberfläche beobachtet werden kann, ohne dass das Klebeband entfernt werden muss. Ferner ist das Klebeband porös und erlaubt den gleichmässigen Zutritt von Licht und Luft zu der darunterliegenden Körperfläche. Selbstverständlich ist es zweckmässig, wenn die Haut möglichst weitgehend in ihrem normalen freiliegenden Zustand gehalten wird.
Es können daher auch Klebebänder hergestellt werden, die für Röntgenstrahlen durchsichtig sind.
Zwecks Erzielung klarer Röntgenbilder und -aufnahmen müssen daher die erfindungsgemäss vorgeschlagenen Klebebänder im Gegensatz zu den üblichen Klebebändern für medizinische Zwecke nicht entfernt werden, die undurchsichtige, ein Zinkoxydpigment enthaltende Klebmittel aufweisen.
Die äussere (freiliegende) Oberfläche des porösen Klebemittelüberzugs ist ferner im allgemeinen sehr glatt und kann sogar glänzende Flächen aufweisen, wenn sie in einem Winkel beleuchtet und beobachtet wird, obwohl, diese Oberfläche matt ist Durch die Verwen- dung einer dünnen und biegsamen, nicht-gewebten Unterlage, die einen dünnen, glatten Klebemittelüberzug trägt, wird ein sehr gutes Klebeband erhalten, das von dem Patienten angenehmer empfunden wird und weniger stark aufträgt. Vorzugsweise wird ein Klebmittel, wie das oben bereits genannte Acrylatpolymerisatklebmittel, verwendet, das stark klebt, aber kautschukartiger und fester als die üblichen Klebmittel für Klebebänder für medizinische Zwecke ist (in die Weichmacher und Pigmente einverleibt worden sind).
Ein solches Klebeband kann nach einer langandau enden Berührung leicht und angenehm von der Haut entfernt werden, dennoch aber leicht aufgebracht werden und haftet unmittelbar auf der Haut mit einer angemessenen Haftfestigkeit. Die Verwendung einer nicht-gewebten, nicht- streckbaren, elastischen faserartigen Unterlage, die beim normalen Abziehen von Hand nicht wesentlich gestreckt wird, hat den Vorteil, dass durch das Klebeband die Haut in ihrer anfänglichen Lage gehalten wird und dass die Klebebänder nicht erschlaffen; bei den üblichen medizinischen Klebebändern mit Tuchunterlage ist das nicht der Fall.
Die vorzugsweise verwendete Unterlage besteht aus einem nicht-gewebten, dichten Gewebe, das aus sich kreuzenden Kunstseidegewebefasern (oder gleichwertigen Fasern, mit einer Länge von etwa 2,5-5 cm) hergestellt und durch Imprägnieren mit einem wasserunlöslichen, kautschukartigen faserbindenden Schlichtemittel (wie einem kautschukartigen Acrylatpolymeriszatlatex) zu einem Ganzen verbunden worden ist, das die einzelnen Fasern überzieht (ohne dass die Zwischenräume ausgefüllt werden) und diese an ihren Kreuzungspunkten verbindet;
dabei wird ein dünnes, biegsames, nicht-streckbares, federndes, wasserfestes, durchscheinendes, poröses und tuchartiges Gewebe erhalten, das für die Verwendung für medizinische Klebebänder fest und zäh genug ist und dennoch von Hand zerrissen werden kann, so dass der Streifen von einer Rolle - ohne zerschnitten werden zu müssen - aufgetragen werden kann. Die zu einem Ganzen vereinte, nicht-gewebte, vernetzte, faserartige Unterlage besitzt zwischen den Fasern eine sehr grosse Zahl von sehr kleinen Durchgängen je Flächeneinheit und ist daher sehr porös.
Durch dieses netzartige Gefüge der Unterlage wird der aufgetra gene Klebmittelüberzug bei der Herstellung des Klebebandes nach dem erfindungsgemässen Verfahren aus einem nicht-porösen in einen porösen Zustand umgewandelt, wobei die vorzugsweise verwendete nicht-gewebte Art der Unterlage für diesen Zweck besonders gut geeignet ist.
In jedem Fall wird das visko-elastische druckempfindliche Klebmittel auf das poröse Unterlagegewebe stets derart. aufgebracht, dass darauf ein ununterbrochener, weicher, klebender und viskoser Überzug erzeugt wird, der einen flüchtigen Träger enthält, der in einem derart geringen Mengenanteil vorliegt, dass ein Einsaugen oder Eindringen des Klebmittels durch die poröse Unterlage vermieden wird, wenn der Überzug sofort nach dem Auftragen getrocknet wird. Der flüchtige Träger ist jedoch in einem solchen Mengenanteil zugegen, dass der viskose, etwas klebrige Klebmittelüberzug in die Unterlage eindringen und sich mit dieser verbinden und durch Kapillarkräfte in die Poren gezogen werden kann. Beim weiteren Trocknen dieses halbtrockenen Klebmittelüberzugs wird der restliche flüchtige Träger fortschreitend abgegeben und eine Schrumpfung des Überzugs bewirkt.
Durch diese Kapillar- und Schrumpfungskräfte wird in jedem sehr kleinen Anteil des viskoelastischen Klebmittelfilms, der einen Durchgang der Unterlage überbrückt, eine Spannung erzeugt, so dass eine oder mehrere sehr kleine Öffnungen (Poren) in diesem von selbst erzeugt werden.
Auf diese Weise. bildet sich in dem gesamten Überzug während des Trocknens von selbst eine unübersehbare Zahl von eng beieinanderliegenden Poren, wobei in dem Klebmittelfilm, der ununterbrochen erscheint, ein kleinporiges Gefüge erzeugt wird.
Die Haftfestigkeit des Klebebandes wird durch die Gegenwart dieser Poren nicht wesentlich verringert. Durch die visko-elastischen Eigenschaften des Klebmittels wird verhindert, dass die Poren selbst bei einem langandauernden Zusammenpressen des Klebmittels in einer Rolle des Klebebandes und selbst dann geschlossen werden, wenn das Klebeband zu einem Druckverband verwendet wird.
Das Trocknen der aufgetragenen Klebmittelüberzugsschicht erfolgt mit einer angemessenen Geschwindigkeit, so dass ein Einsaugen, oder Durchschlagen des Klebmittels durch die poröse Unterlage vermieden wird. Das verdunstende Lösungsmittel kann dabei durch das poröse Unterlageband entweichen. Da das Trocknen des Klebmittelüberzugs. stets in Berührung mit der undurchlässigen, glatten und glänzenden Oberfläche des Abdeckbandes erfolgt, wird ein getrockneter Klebmittelüberzug mit einer glatten, dichten, äusseren Oberfläche erhalten. Während der Trockenstufe, bei der die Poren-erzeugt werden, wird die Berührung des Klebmittels mit dem Abdeckband an den Stellen unterbrochen, an denen sich die Poren bilden.
Dies wird durch die nicht-klebende Oberfläche ermöglicht, die ein Ablösen des Klebmittels an den Stellen erlaubt, an denen sich die Poren bilden, während die umgebenden Oberflächenanteile des Klebmittels mit der Abdeckbandoberfläche weiter in Berührung stehen.
Nach einer r anderen Ausführungsform des Ver- fahrens, bei der (eben beschriebenen) Herstellung des Klebebandes ein Abdeckband nicht verwendet wird, kann die Klebmittellösung auf ein sich bewegendes endloses Giessband oder eine Trommel mit einer polierten, nicht-klebenden Oberfläche aufgetragen werden, die gewöhnlich zum Giessen von Filmen verwendet werden. Nach dem teilweisen Vortrocknen des Klebemittelüberzuges wird das Unterlageband auf die Klebmittelschicht aufgebracht, worauf beim weiteren Trocknen das poröse Klebebandprodukt erhalten wird. Das getrocknete Produkt wird dann von dem Band oder der Trommel abgezogen und dann entweder direkt zerschnitten oder zu Klebebandrollen aufgewunden, oder es wird mit einem glatten Deckband mit nicht-klebender Oberfläche zusammengebracht und dann in der oben angegebenen Weise weiter gehandhabt.
Auch nach diesen Verfahren wird ein Klebeband mit einer glatten Klebmitteloberfläche erhalten.
Nach einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird das poröse Unterlageband um eine er hitzte, sich drehende Trommel geleitet, die als Träger und als Erhitzungsvorrichtung dient. Die Klebmittellösung wird auf das Band aufgetragen, wenn dieses auf der Trommel ruht, wobei eine ausreichend hohe Trommeltemperatur zwecks schneller Trocknung des Überzugs verwendet wird, so dass letzterer keine Gelegenheit zum Hindurchsaugen durch das Band hat.
Der Klebmittelüberzug nimmt den gewüschten porösen Zustand an, während sich das Band noch auf der Trommel befindet. Das getrocknete Produkt wird dann in der oben angegebenen Weise weiter verarbeitet. Bei der zuletzt angegebenen Ausführungsform wird der Klebmittelüberzug mit seiner äusseren Oberfläche nach aussen getrocknet, so dass seine Oberfläche nicht die Glätte aufweist, die beim Trock nen n des Klebmittels in Berührung mit einer undurch- lässigen, glänzenden und glatten Trägeroberfläche nach den oben beschriebenen Verfahren erzielt werden kann.
Dem Klebeband kann jedoch eine grössere Glätte verliehen werden, indem ein glattes und nichtklebendes Deckband auf die Klebmittelseite des Bandes aufgebracht und das Gebilde zu einer Rolle aufgewickelt wird, die dann vor dem Aufrollen und Zerschneiden gelagert wird.
Nicht-streckbare Klebebänder mit grösserer Zugfestigkeit in Längsrichtung, die besonders als hochfeste Verbandsstreifen geeignet sind, können durch Einverleiben von in Längsrichtung angeordneten ununterbrochenen (endlosen) Kunstseidefäden oder dgl. in die oben beschriebene nicht-gewebte Unterlage hergestellt werden, wobei eine Verstärkung in Längsrichtung ohne Verlust der gewünschten Biegsamkeit oder Porosität erzielt wird. Zwei faserartige Lagen können so auf dazwischen angeordneten Fasern zwecks Umhüllung angeordnet werden, worauf das zusammengesetzte Gebilde zusammenge presst und mit einem faserbindenden Schlichtematerial zwecks Erzeugung eines zu einem Ganzen vereinten, porösen Unterlagegewebes imprägniert wird.
Kombinationen aus sich kreuzenden Fasern verschiedener Arten, z. B. ein Gemisch, zu dem thermoplastische Polyesterbindemittelfasern gehören, können ebenfalls verwendet werden, wobei beim Heiss, pressen oder Kalandern des faserigen Bandes die zuletztangegebenen Fasern erweicht werden und das faserartige, poröse Gebilde binden bzw. zu einem Ganzen vereinen.
Geeignete faserartige Gewebe können auch nach Nassabscheidungsverfahren (Verfahren zur Papierherstellung) aus Stapelkunstseide oder anderen Gewebefasern hergestellt werden.
Auch poröse Filmunterlagen können verwendet werden, wobei das dünne und biegsame Klebeband zwecks Erzielung einer angemessenen Festigkeit und Abmessungsbeständigkeit vorzugsweise mit Fasern verstärkt ist. Bei Verwendung eines kleinporigen Films können die Öffnungen zu klein sein, um ein Eindringen des aufgetragenen und teilweise getrockneten Klebmittelüberzugs zu ermöglichen; nichtsdestoweniger bilden sich beim weiteren Verdunsten des Lösungsmittels dennoch in dem Klebmittelüberzug von selbst sehr kleine Poren, die für die Durchlässigkeit bzw. Atmungsfähigkeit des Klebmittelüberzugs angemessen sind. Dieses Ergebnis ist offenbar auf die Zugkräfte zurückzuführen, die in den einzelnen sehr kleinen Anteilen des Klebmittels entstehen, die auf den Poren der Unterlage liegen.
Beispiel
In diesem Beispiel wird eine vorzugsweise verwendete Ausführungsform des erfindungs gemässen Verfahrens zur Herstellung des Klebebandes erläutert.
Aus Kunstseidegewebefasern mit einer Länge von etwa 2,5-5 cm wird mittels einer Krempelvorrichtung oder einer Mattenherstellungsvorrichtung (die von der Curlator Corp., Rochester, N.Y. unter der Handelsbezeichnung Rando-Webber vertrieben wird) oder einer ähnlichen Vorrichtung eine ununterbrochene lockere Matte hergestellt. Eine typische Matte besteht aus Fasern mit 1,5 Denier und einer Länge von 3,2 cm, so dass das fertige Gewebe ein Fasergewicht von etwa 40-55 kg je 100 m2 aufweist.
Die nicht-gebündelten Stapelfasern werden dabei in einer losen und lockeren Schicht willkürlich angeordnet, in der sich die Fasern untereinander überkreuzen und daher durch mechanische und Reibungskräfte zusammengehalten werden.
Diese lockere Fasermatte wird dann durch ein Paar waagrecht angeordneter Quetschwalzen geschickt, von denen die untere Walze in ein wässriges Bad eines faserbindenden, kautschukartigen Schlichtemittellatex taucht, Danach wird die lockere Matte zu einem gewebeartigen Gebilde zusammengepresst und benetzt und irnprägniert, ohne dass die Schlichtemittellösung im Uberschuss vorliegt. Das sich bewegende feuchte Band wird dann durch Inberührungbringen mit einer Reihe von sich dreh enden, erhitzten Trokkentrommeln, die unter einer Belüftungshaube angebracht sind, getrocknet, wodurch das Gewebe durch Verbinden der willkürlich angeordneten Fasern an ihren Kreuzungspunkten durch das getrocknete Schlichtemittel, das auch unmerklich die einzelnen Fasern überzieht, zu einem Ganzen vereinigt wird,
ohne dass die Zwischenräume gefüllt oder die Porosität des Produkts merklich beeinträchtigt werden.
Durch das Schlichten wird auch ein Zerfasern vermieden. Es entsteht so die poröse Unterlage, auf der dann anschliessend das Klebmittel aufgetragen wird.
Die vorzugsweise verwendeten Schlichtemittel sind in Wasser dispergierbare, kautschukartige Acrylatpolymerisatlatices, die auf den Fasern in nicht-klebender Form trocknen. Diese Mittel werden auch bei der Herstellung von Geweben in der Textilindustrie verwendet. Ein geeignetes Beispiel hierfür ist eine wässrige Dispersion, die 46 Gew.-9/o Acrylatpolymerisatfestbestandteile enthält und unter der Handelsbezeichnung Rhoplex B- 15 von der Rohm and Haas Company vertrieben wird und die zwecks Erzeugung eines Schlichtemittelbades mit Wasser verdünnt wird, das die Polymerisatfestbestandteile in einer Konzentration von etwa 28 /o enthält.
Die Konzentration wird derart eingestellt, dass das fertige getrocknete Gewebe das Schlichtemittelpolymerisat in einer Gewichtsmenge von 30-70 /o des Gesamtfasergewichts und vorzugsweise in einer dem Fasergewicht entsprechenden Gewichtsmenge enthält.
Diese durchscheinende, zu einem Ganzen vereinte, nicht-gewebte Bahn besitzt eine für medizinische Klebebänder angemessene Zugfestigkeit, Zähigkeit, Elastizität und Undehnbarkeit, obwohl es dünner und biegsamer als die Tuchunterlagen für gebräuchliche medizinische Klebebänder ist. Dennoch kann das Klebeband mit den Fingern zerrissen werden und können Klebebandrollen hergestellt werden, die in den üblichen Abgabevorrichtungen für druckempfindliche Klebebänder, die mit einem sägeartigen Trennmesser versehen sind, verwendet werden.
Diese Unterlage ist für Luft mehrere hundert Mal so porös wie ein absorbierendes Papierhandtuch und beeinträchtigt daher nicht den Austausch von Luft und Feuchtigkeit durch das Klebebandprodukt hindurch, das wesentlich poröser als der Klebmittelüberzug ist. Die geschlichteten Fasern des Produkts absorbieren kein Wasser und sind vielmehr wasserabstossend, w.as sich beim Aufbringen eines Wassertropfens auf das Gewebe zu erkennen gibt, der sich nicht ausbreitet oder das Gewebe durchfeuchtet.
Wundflüssigkeiten und Absonderungen, die durch den porösen Klebmittelüberzug hindurchgelassen werden, werden jedoch leicht in dem porösen Kapil largefüge des Gewebes absorbiert, wodurch auch der Durchgang durch das Klebmittel gefördert wird.
Durch die ausgezeichnete Nassfestigkeit des Gewebes wird eine wesentliche Schwächung durch die absor bierten Flüssigkeiten oder beim Waschen des Patienten verhindert.
Das vorzugsweise verwendete druckempfindliche Klebmittel besteht aus einem m reinen kautschukartigen Mischpolymerisat aus Isooctylacrylat und Acrylsäure in einem Verhältnis von 94 : 6 ; diese Polymerisatart ist in der USA-Patentschrift 2 884 126 beschrieben.
Die ursprünglich erhaltene Lösungsmitteldispersion dieses Polymerisats wird auf eine erhitzte Trommel aufgetragen, von der das getrocknete Polymerisat entfernt und erneut in einem Lösungsmittelgemisch aus Heptan und Isopropylalkohol (70 : 30) unter Bildung einer 220/o-igen Lösung mit auftragbarer Viskosität dispergiert wird. Durch dieses Verfahren werden die in der ursprünglichen Polymerisatiösung enthalte neu flüchtigen Bestandteile entfernt.
Diese Klebmittellösung wird d dann auf einem sich bewegenden Abdeckband d mit einer unlöslichen, wär- mefesten, glatten und nicht-klebenden Oberfläche (z. B. auf einem Papierabdeckband das einen Silikonharz-Ablöseüberzug trägt) mit einem solchen tSber- zugsgewicht in feuchtem Zustand aufgetragen, dass ein Klebmitteltrockengewicht von etwa 25 kg je
1000 m2 erhalten wird. Das mit dem feuchten Klebmittel überzogene Band wird dann sofort durch einen derart angeordneten Heissluftofen gezogen, dass nach dem Vortrocknen des Klebmittels bis zu einem halbtrockenen Zustand das oben beschriebene Unterlageband auf dem Klebemittel aufgebracht und fest da mit verbunden werden kann. Dabei wird d vorzugs- weise eine Lufttemperatur von 40-65 C verwendet.
Bei einer zu hohen Temperatur wird ein schwammartiger Klebmittelüberzug erhalten oder die Regelung erschwert. Bei dieser Stufe des Verfahrens ist es wesentlich, dass das Klebmittel bis zu einem solchen Ausmass getrocknet wird, dass ein Durchschlagen durch das darauf angeordnete poröse Unterlagegewebe vermieden, dennoch aber eine ausreichende Menge des Lösungsmittels in dem Klebemittelüberzug zurückbehalten wird, damit sich das gewünschte kleinporige Gefüge nach dem Aufbringen der zweiten Schicht bilden kann. Das dabei entstehende Ausmass an Porosität verhält sich etwa umgekehrt proportional zu der Erhitzungsdauer in dieser Stufe. Eine Erhitzungsdauer vor dem Beschichten von etwa 0,5 Minuten bei einer Temperatur von etwa 400 C hat sich unter den verwendeten Bedingungen zufriedenstellend erwiesen.
Die für irgendeine verwendete Vorrichtung optimale Zeitdauer sollte jedoch durch Vorversuche bestimmt werden, da sie von der Ofenanordnung und den Arbeitsbedingungen bestimmt wird. Die Einstellung kann durch eine Veränderung der Beförderungsgeschwindigkeit des Bandes erfolgen. Beim weiteren Durchgang durch den Trockenofen wird das in Form eines Bandes vorliegende Schichtgebilde zwecks Erzeugung des kleinporigen Klebmittelgefüges und zwecks vollständiger Entfernung des restlichen Lösungsmittels und voll ständiger Trocknung weiter erhitzt.
Zufriedenstellende Ergebnisse sind dabei nach einem Verfahren erhalten worden, bei dem das Schichtgebilde durch aufeinanderfolgende Ofenabschnitte geleitet und in diesen 2,5 Minuten auf 40 C, 2,5 Minuten auf 65" C und schliesslich 1,5 Minuten auf 950 C erhitzt wor- den ist.
Das erhaltene Klebmittelblatt hat eine Dicke von 100-150 Mikron. Die Dicke des dünnen Klebmittel überzugs (der sich in die faserartige Unterlage erstreckt) macht nur etwa 15 Mikron der Gesamtdicke aus.
Die freiliegende Faseroberfläche des Unterlagegewebes wird vorzugsweise mit einem unterbrochenen Schlichteüberzug geringer Haftfestigkeit überzogen, wodurch die freiliegende Faseroberfläche ohne wesentliche Verringerung der Porosität überzogen wird. Dieser Schlichteüberzug auf den Fasern ist derart dünn, dass er nicht wahrnehmbar ist. Durch diesen wenig haftenden Schlichtemittelüberzug auf der Rückseite wird d eine faserartige Rückseitenober- fläche mit einem verringerten Haftvermögen für das klebende druckempfindliche Klebmittel erhalten, so dass ohne Abdeckstreifen Klebebandrollen hergestellt werden können, die sich mit geringere Anstrengung alsdann abspulen lassen, wenn dieser Schlichtemittelüberzug weggelassen worden wäre.
Die Haftfestigkeit reicht jedoch für ein angemessenes Haftvermögen zwischen den sich überlappenden Windungen des Klebebandes aus, wenn dieser als Verbandsstreifen verwendet wird. Ein vorzugsweise verwendetes Schlichtemittel mit geringem Haftvermögen besteht aus einem Urethanmischpolymerisat (Carbamatmischpolymerisat) von Polyvinylalkohol und Octadecylisocyanat. Durch dieses Polymerisat wird auf den Fasern ein wasserunlöslicher und hydrophober Schlichtemittelüberzug erzeugt.
Nach dem Trocknen Ides Schlichtemittelüberzugs auf der Rückseite wird das. auf dem Abdeckband aufgebrachte und mit Klebmittel überzogene Band zu grossen Rollen aufgewickelt und steht dann für die Umwandlung in Klebebandrollen mit der gewünschten Breite und Länge zur Verfügung.
Die Unterlage ist derart beschaffen, dass das Klebeband mit geraden, nicht-auffasernden Kanten zerschnitten werden kann. Das Klebeband trägt einen durchsichtigen Klebmittelüberzug und ist stark durchscheinend, so dass nach dem Aufbringen auf eine bedruckte Oberfläche die Schrift durch diesen hindurch gelesen werden kann. Dieses Klebeband kann gegebenenfalls durch Strahlen, mit Hilfe von Wasserdampf oder Äthylenoxydgas bei einer Temperatur zwischen Raumtemperatur und 80" C sterilisiert werden. Die Sterilisierung ist bei der Herstellung von Klebebändern (wie von Wundabdeckstreifen,) zweckmässig, die auf einem Abdeckband aufgebracht sind und in einer sterilen Verpackung vertrieben werden wollen.
Die Poren in dem Klebmittelüberzug haben eine willkürliche Grösse und weisen Durchmesser zwischen 1 und 100 Mikron auf, wobei manche Poren gelegentlich diese Werte überschreiten. Poren mit einem Durchmesser unterhalb von 20 Mikron stellen etwa 50 O/o des gesamten Porenvolumens dar. Durch Durchlässigkeit und Porosität (Transpiration) des Klebebandes ist derart gross, dass eine Feuchtigkeitsdampfdurchlassgeschwindigkeit erzielt wird, die die Feuchtigkeits absonderungsgeschwindigkeit der menschlichen Haut unter gewöhnlichen Bedingungen weit überschreitet. Der poröse Klebmittelüberzug ist hydrophob, kann jedoch (wie auch andere Klebmittel) durch langanhaltende Berührung mit flüssigen Absonderungen erweicht und aufgequollen werden.
Wegen der Durchlässigkeit der Poren für Absonderungen neigt jedoch das Klebmittel weitaus weniger zu einem Erweichen und zu einem Verlust der Kleb rigkeit bei einer langanhaltenden Berührung g mit der absondernden Haut als ein übliches, nicht-poröses Klebmittel. Die Absonderung von der darunterliegenden Haut kann durch den Klebmittelüberzug entweder in Form von Dampf oder als Flüssigkeit hindurchgehen, die durch das poröse Kapillargefüge der Unterlage absorbiert und dann verdunstet wird, so dass die Haut unter gewöhnlichen Bedingungen stets in einem trockenen Zustand gehalten wird. Dadurch bleiben d
Das erfindungsgemäss verwendete reine Acrylatpolymerisatklebemittel ist von sich aus stark klebend und druckempfindlich, so dass die Einverleibung klebender Harze und Weichmacher nicht erforderlich ist.
Dieses Klebemittel wird nicht oxydiert, so dass die Einverleibung eines Oxydationsschutzmittels nicht erforderlich ist. Das Polymerisatschlichtemittel und die Fasern des Unterlagegewebes enthalten keinen Weichmacher, der - wenn er zugegen wäre - in das Klebemittel wandern und dadurch eine Hautreizung bewirken würde. Bei der ausgedehnten Verwendung des erfindungsgemässen Klebebandes wie auch durch Aufbringen von Flecken auf die Haut ist gefunden worden, dass dieses klebende Polymerisat im Vergleich zu den gewöhnlich verwendeten weichgemachten Kautschukharzmassen, die Zinkoxyd enthalten, die Haut relativ nicht reizt. Ferner ist gefunden worden, dass Personen, die gegen die gebräuchlichen Klebebänder sehr empfindlich sind, die erfindungsgemässen Klebebänder gut vertragen.
Ein weiteres Beispiel für ein Acrylatpolymerisatklebmittel ist ein Mischpolymerisat aus 2-j2ithylhe- xylacrylat und Acrylsäure im Verhältnis von 92,5:7,5, das in einem Lösungsmittelgemisch aus gleichen Teilen Äthylacetat und Heptan zwecks Erzielung einer zum Auftragen geeigneten Viskosität dispergiert wird. Weitere Beispiele für Acrylatpolymerisatklebmittel sind: ein Methylisoamylacrylathomopolymerisat; und ein Mischpolymerisat aus 2-Ät- hylbutylacrylat und Äthyllacrylat im Verhältnis von 75:25, das vorzugsweise mit einem geringen Mengenanteil von Diamyläthylendimaleat vernetzt worden ist. Geeignete homogene Gemenge aus kautschukartigen Polymerisaten und klebrig machenden Harzen (die von flüssigen Weichmachern frei sind) können jedoch verwendet werden.
Wässrige Klebmitteldispersionen können auch verwendet werden, weil bei dem vorgeschlagenen Verfahren das Klebmittel nicht in einem organischen Träger dispergiert oder gelöst sein muss. Die Verwendbarkeit der erfindungsgemässen Klebebänder ist nicht auf medizinische Zwecke, bei denen die Klebebänder mit der menschlichen Haut in Berührung kommen, beschränkt, wobei für diese anderen Zwecke die einschneidenden Forderungen nicht erfüllt werden müssen, die bei medizinischen Klebebändern zweckmässig sind.