CH414114A - Spannbeton-Konstruktion - Google Patents
Spannbeton-KonstruktionInfo
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Description
Spannbeton-Konstruktion Gegenstand der Erfindung ist eine Spannbeton konstruktion, die zur Überdeckung grosser Flächen geeignet ist, etwa für Lagerhallen, Industriebauten, Ausstellungshallen und ähnliche Gebäude.
Die erfindungsgemässe Spannbetonkonstruktion zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen einem äus- seren, durch Stützen getragenen Druckring und einem inneren, tiefer liegenden, nicht abgestützten Zugring eine vorgespannte Hängeschale angeordnet ist, wel che radiale, im Druckring und Zugring verankerte Spannglieder aufweist, und bei welcher der Mem- branspannungszustand annähernd erreicht ist.
Eine derartige Konstruktion ermöglicht einerseits die Überdeckung grosser Flächen ohne Zwischen säulen, da nur der äussere Druckring auf Stützen abgestützt ist ; anderseits ist das erfindungsgemässe Konstruktionsprinzip sehr wirtschaftlich, was bei der Grösse der in Rede stehenden Objekte zu grossen Kosteneinsparungen führt.
Die neuartige Konstruktion wird nach dem er- findungsgemässen Verfahren so hergestellt, dass zu nächst Stützen für den äusseren Druckring und ein zentrales Gerüst erstellt werden, dass dann der Druckring auf den Stützen und der Zugring auf dem Gerüst hergestellt und die radialen Spannglieder für die Hängeschale verlegt und am Druck- und Zug ring festgelegt werden, darauf der Zugring durch Spannanker nach unten gegen eine Verankerung ge zogen und dadurch die Spannglieder vorgespannt werden, darauf die Hängeschale betoniert wird und zum Schluss die Spannanker gelöst werden, die Schale vorgespannt und das zentrale Gerüst demon tiert wird.
Der Druckring der Hängeschale kann im Grund- riss eine beliebige Kurvenform mit zwei senkrecht aufeinander stehenden Symmetrieachsen haben. Er kann z. B. kreisrund oder ellipsenförmig sein.
An Hand der Zeichnung werden im folgenden Beispiele der erfindungsgemässen Spannbetonkon- struktion und des Verfahrens zu deren Herstellung ausführlich beschrieben.
Fig. 1 bis 5 zeigen wichtige Stufen des Her stellungsverfahrens, mit den fertigen Konstruktionen in Fig. 5.
Fig.6 und 7 geben als Draufsicht in schemati scher Art und Weise Aufschluss über das abschnitt weise Betonieren von Druckring und Zugring.
Fig. 8 und 9 zeigen in gleicher Weise das ab schnittsweise Betonieren der Schale und das Schlies- sen von Fugen im Zugring.
Fig.10 bis 13 sind schematische Beispiele der Anwendung der Konstruktion bei verschiedenartigen Bauformen.
Fig. 14 stellt die Möglichkeiten der Ausbildung des eigentlichen Hallengrundrisses bei kreisrunder Form des Druckringes dar.
Fig. 15 die nämlichen Möglichkeiten bei Aus bildung des Druckringes mit elliptischem Grundriss. Fig. 16 und 17 zeigen verschiedene Querschnitts formen des Druckringes und die Anwendung ver schiedener Schalungen für das Betonieren der Hänge schale, und Fig. 18 und 19 stellen zwei verschiedene Aus führungsformen des Zugringes dar.
Bei der Herstellung der erfindungsgemässen Kon struktion wird zuerst ein Kranz von Eisenbeton stützen 1 auf Fundamenten 2 erstellt. Im Zentrum der künftigen Konstruktion wird dann ein Spann körper 3 erstellt und darüber das zentrale Gerüst 4 angeordnet. Der Spannkörper 3 kann als massiver Eisenbetonklotz ausgebildet sein ; er kann aber auch als eine evtl. im Bauwerk erforderliche Unter- geschoss-Konstruktion ausgebildet sein. In dem Spannkörper 3 sind Anschlüsse 5 für Spannanker einbetoniert.
Das Gerüst 4 besteht aus Stahl- oder Eisenbeton pfeilern und einer oberen Arbeitsbühne 6, auf wel cher der Zugring 10 hergestellt wird. Das Gerüst 4 trägt diesen Zugring und einen Teil des Eigen gewichtes der Schale, ohne dass dabei nennenswerte Verformungen auftreten können.
Die Absenkvorrichtung 7 wird direkt in die Bühne 6 eingebaut. Danach wird die Schalung und die aus Stahlteilen bestehende Armierung für den Zugring montiert und der Druckring der Schale wird auf den Stützen 1 abschnittweise eingerüstet und eingeschalt, wobei sich die Grösse der zu wählenden Abschnitte 9 nach der Anzahl der ge wählten Stützen 1 (Pendelstützen) richtet. Nun wer den provisorisch und abschnittweise die radialen Spannglieder 11 der herzustellenden Hängeschale in der Schalung des Druckringes 8 und an den Stahl teilen des Zugringes 10 befestigt (Fig. 2). Diese Spannglieder 11 bestehen aus den im Spannbeton bau allgemein üblichen hochwertigen Spannstählen (Drähte von 5 bis 8 mm und Stäbe von über 8 mm Durchmesser).
Nach dem Richten der radialen Spannglieder 11 folgt die abschnittweise Betonierung des Druckringes 8, bis er geschlossen ist (Fig. 6). Der Zugring 10 wird gleichfalls abschnittweise so betoniert, dass noch Fugen 12 offen gelassen wer den (Fig.7).
Nun kann unter Verwendung der Absenkvorrich- tung 7 der Zugring 10 abgesenkt werden, so dass er frei in den Spanngliedern 11 hängt. Jetzt können die Spannanker 13 (wie in Fig.3 dargestellt) mon tiert werden. Gleichmässig wird dann durch eine Vielzahl von Ankern 13 der Zugring 10 nach unten gezogen, und die radialen Spannglieder 11 bis zu einer gewünschten Vorspannung gespannt.
In dieser Lage werden sie durch unverschiebliche Verankerung des Zugringes 10 mittels Abstützvorrichtung 14 ge halten (Fig.4). An den radialen Spanngliedern 11 werden Schalungsbretter befestigt und die Hänge schale 15 wird abschnittweise betoniert (wie aus Fig.8 ersichtlich) und nachdem die Hängeschale 15 soweit fertiggestellt und genügend erhärtet ist, wer den auch die Fugen 12 des Zugringes 10 geschlossen (Fig. 9).
Die Spannanker 13 werden nun gelöst und die Abstützvorrichtung 14 wird ausgebaut, so dass der Druckring 8 und die radialen Spannglieder<B>11</B> der Hängeschale entlastet, bzw. der Beton der Schale 15 und des Zugringes 10 vorgespannt ist. Durch die Anordnung der radialen Spannglieder 11 werden keine Biegemomente aus Vorspannung in die Schale eingebracht.
Die Spannung durch die Anker 13 kann natürlich so gewählt werden, dass die gesamte Konstruktion für den Eigengewichtszustand voll vorgespannt ist, oder so, dass für den Lastfall Eigengewicht plus verteilte Nutzlast eine volle Vorspannung oder eine beschränkte Vorspannung von Schale und Zugring erreicht wird. Die Fig.5 zeigt die fertige tragend Konstruktion nach dem Entfernen des zentralen Ge rüstes 4.
Die beschriebene Spannbetonkonstruktion kann in vielfältigen Verbindungen Anwendung fin den, so etwa bei Hallen mit tribünenartigem Ein bau (Fig. 10), als Halle mit Mittelseil und äusserm Ring, wobei in Hallenmitte sich der Drehpunkt 16 eines Rundlaufkranes befindet, (Fig.1l), oder als Industriehalle mit am Zugring 10 der Schale an gehängtem Arbeitspodest 17, (Fig. 12).
Denkbar sind auch Hallen mit Anbauten oder mit fest eingebauten Deckenkonstruktionen, die mittels Hänges'ü-tzen am Zugring 10 der Hängeschale aufgehängt werden können. In Fig. 13 ist noch eine Bauweise gezeigt, bei welcher mehrere Decken übereinander als Hänge schale angeordnet sind. Diese Form könnte z. B. für ein Autosilo Verwendung finden.
Die gewählte Grundrissform des Druckringes und die Wahl der Stützenanordnung legt die Form des Hallengrundrisses noch nicht fest. Diese kann in gewissen Grenzen beliebig gewählt werden, wie in den Fig. 14 und 15 dargestellt ist. Fig. 14 zeigt, wie bei kreisrunder Grundrissform von Druckring 8 und Zugring 10 ein quadratischer Hallengrundriss 18, ein sechseckiger Hallengrundriss 19 oder ein viel eckiger Hallengrundriss 20 möglich ist, und Fig. 15 zeigt bei elliptischer Grundrissform von Druckring 8 und Zugring 10 ein rechteckiger Hallengrundriss 21, ein seehseckiger Hallengrundriss 22 und ein Grundriss 23.
Bei einer einmal festgelegten Form des Druckringes kann hierbei die Form des Zugringes so bestimmt werden, dass in beiden Ringen keine oder nur unwesentliche Biegebeanspruchungen entstehen.
In den letzten Fig. l6-19 sind in grösserem Mass- stab Querschnitte durch den Druckring (Fig. 16, 19) und Zugring (Fig. 18, 19) und eines anschliessenden Teiles der Schalung gezeigt. Sie ist an den Spann gliedern 11 aufgehängt und so schlank gehalten, dass ihre Eigensteifigkeit bei der Montage nicht ins Gewicht fällt.
Beim Beispiel der Fig. 17 hat man hingegen eine Schalung 25 verwendet, die am Beton der Hänge schale fest haften bleibt. Diese Schalung 25 kann z. B. aus schallisolierenden Bauplatten bestehen. Fig. 18 zeigt einen Zugring 10 mit einer Armierung aus umhüllten Einzelspanngliedern 26 aus Stahl teilen, an denen die Spannglieder<B>11</B> befestigt sind, während nach Fig.19 der Zugring 10 mit einem Bündel 27 von Stahldrähten armiert ist, an denen ebenfalls die Spannglieder<B>11</B> für die Hängeschale 15 befestigt sind.
Statt dem abschnittweisen Herstellen und Beto nieren der Hängeschale kann diese auch in einem Guss betoniert werden oder sie kann aus Fertigteil elementen zusammengesetzt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Spannbetonkonstruktion zur Überdeckung gros- ser Flächen, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem äusseren, durch Stützen getragenen Druckring und einem inneren, tiefer liegenden, nicht abgestütz ten Zugring-(10) eine vorgespannte Hängeschale (15) angeordnet ist, welche radiale, im Druckring und Zugring verankerte Spannglieder aufweist, und bei welcher der itlembranspannungszustand annähernd erreicht ist.1I. Verfahren zur Herstellung einer Spannbeton konstruktion nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass vorerst Stützen für den äusseren Druckring und ein zentrales Gerüst erstellt werden, dass dann der Druckring auf den S.ützen und der Zugring auf dem Gerüst hergestellt und die radialen Spannglieder für die Hängeschale verlegt und am Druck- und Zugring festgelegt werden, darauf der Zugring durch Spannanker nach unten gegen eine Verankerung gezogen und dadurch die Spannglieder vorgespannt werden, darauf die Hängeschale beto niert wird und zum Schluss die Spannanker gelöst werden, dadurch die Schale vorgespannt wird und anschliessend das zentrale Gerüst demontiert wird.UNTERANSPRÜCHE 1. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckring und Zugring aus Beton bestehen und die radialen Spann glieder darin einbetoniert sind. 2. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugring mit umhüllten Einzelspanngliedern armiert ist. 3. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zugring mit einem Bündel von Stahldrähten armiert ist.4. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckring der Hängeschale im Grundriss eine Kurvenform mit zwei senkrecht aufeinanderstehenden Symmetrie achsen hat. 5. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckring der Hängeschale im Grundriss kreisförmige Form hat. 6. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I und Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckring der Hängeschale im Grundriss ellipsenförmig ist.7. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung eines mehrstöckigen Gebäudes mehrere Hängeschalen in Abständen übereinander errichtet sind. B. Spannbetonkonstruktion nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Hängeschale aus Fertigteilelementen zusammengesetzt ist. 9.Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckring und Zugring aus Beton hergestellt werden, indem vorerst auf den Stützen eine Schalung für den Druckring und auf dem zentralen Gerüst eine Schalung für den Zug ring verlegt wird, in welch' letzterer Schalung eine Armierung eingebracht wird, dass dann die radialen Spannglieder für die Hängeschale an der Schalung des Druckringes und der Armierung des Zugringes befestigt werden, worauf der Druckring und an- schliessend der Zugring betoniert werden und an- schliessend die Spannglieder gespannt,die Schalung für die Hängeschale an den radialen Spanngliedern aufgehängt und die Hängeschale betoniert wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unter anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hänge schale in einem Guss hergestellt wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unter anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ver legen der Schalung für den Druckring, das Betonie ren des Druckringes und Zugringes, das Spannen der Spannglieder, das Aufhängen der Schalung für die Hängeschale und das Betonieren der Hängeschale abschnittsweise erfolgt. 12.Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unter ansprüchen 9 und 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Zugring beim abschnittweisen Betonieren Fugen offen gelassen werden, welche nach dem abschnitt weisen Betonieren der Hängeschalen geschlossen werden. 13. Verfahren nach Patentanspruch II und Unter anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass für das Betonieren der Hängeschale mehrmals verwendbare Schalungsbretter verwendet werden, welche an den Spanngliedern der Hängeschale aufgehängt werden. 14. Verfahren nach Patentanspruch 1I und Unter anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Scha lung für die Hängeschale Platten verwendet werden, die am Beton fest haften bleiben.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1001263A CH414114A (de) | 1963-08-13 | 1963-08-13 | Spannbeton-Konstruktion |
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| CH1001263A CH414114A (de) | 1963-08-13 | 1963-08-13 | Spannbeton-Konstruktion |
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| CH414114A true CH414114A (de) | 1966-05-31 |
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|---|---|
| CH (1) | CH414114A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1286286B (de) * | 1967-02-16 | 1969-01-02 | Dyckerhoff & Widmann Ag | Verfahren zum Vorspannen einer nach einer Seillinie geformten Stahlbetonplatte |
-
1963
- 1963-08-13 CH CH1001263A patent/CH414114A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1286286B (de) * | 1967-02-16 | 1969-01-02 | Dyckerhoff & Widmann Ag | Verfahren zum Vorspannen einer nach einer Seillinie geformten Stahlbetonplatte |
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