CH414504A - Verfahren zur elastischen und/oder plastischen Verfestigung, Abdichtung und Ausfüllung von aufgelockerten Kohle-, Mineral- oder Gesteinsformationen - Google Patents

Verfahren zur elastischen und/oder plastischen Verfestigung, Abdichtung und Ausfüllung von aufgelockerten Kohle-, Mineral- oder Gesteinsformationen

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CH414504A
CH414504A CH499063A CH499063A CH414504A CH 414504 A CH414504 A CH 414504A CH 499063 A CH499063 A CH 499063A CH 499063 A CH499063 A CH 499063A CH 414504 A CH414504 A CH 414504A
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Siegfried Dr Brandt
Georg Dr Koelling
Rudolf Dr Novotny
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Bergwerksverband Gmbh
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Description


  Verfahren     zur        elastischen    und/oder     plastischen        Verfestigung,    Abdichtung und Ausfüllung  von aufgelockerten Kohle-,     Mineral-    oder     Gesteinsformationen       Im Bergbau, Tunnelbau und     Stollenbau    treten  durch das Auffahren von Strecken und den Abbau  der Kohle     und    Mineralien erhebliche Veränderungen  der Druckverhältnisse im Grubengebäude auf, die     zu     entsprechenden Gebirgsbewegungen führen.  



  Bei wachsenden     Gebirgsdrucken    werden die ste  hengebliebenen     Gebirgs-    und     Flözteile    allmählich in  ihrem Gefüge aufgelockert, so dass sie die ihnen zu  gedachte natürliche tragende Funktion nicht mehr  ausüben können. Der eingebrachte Ausbau wird des  halb immer stärker belastet, bis neben der Verfor  mung des Ausbaues unter Umständen sogar ein Zu  bruchgehen dieses Teils des Grubengebäudes eintritt.  



  Es wurde nunmehr erkannt, dass es bei     Verfesti-          gungsverfahren    durch Injizieren von     härtbaren     Kunststoffen in besonders druckhaften Verhältnissen  von Vorteil ist, wenn das einzupressende Kunstharz  neben guten Haft- und     Verfestigungseigenschaften     eine hohe     Elastizität    und/oder Plastizität     besitzt.     



  Das erfindungsgemässe Verfahren ermöglicht es,  die untertage eine tragende Funktion ausübenden  Formationen in ihrem Gefüge unter gleichzeitiger  Erzielung einer hohen Elastizität und/oder     Plastizität     soweit ausreichend zu verfestigen und ihr Riss- und       Makroporenvolumen    soweit auszufüllen, dass auch  bei wachsendem     Gebirgsdruck    keine Zerstörung des  Gefüges der tragenden     Gebirgs-    und     Flözteile        eintritt.     



  Erfindungsgemäss wird diese elastische und/oder  plastische Verfestigung dadurch erreicht,     dass    man in  die anstehenden Gesteins-,     Mineral-    oder     Kohlefor-          mationen    ein Gemisch aus     härtbaren    Kunstharzen ,  einem Härter und     plastifizierenden    und/oder     elastifi-          zierenden    Komponenten einpresst.  



  Es ist ein besonderer Vorteil des     erfindungsge-          mässen    Verfahrens, dass durch den zugesetzten     pla-          stifizierenden    und/oder     elastifizierenden    Stoff die    Haftfähigkeit des Kunstharzes erhöht wird.     Ausser-          dem    kann man je nach der Natur des beigemischten  Stoffes, z. B. eines bituminösen Stoffes, eines Weich  machers oder eines Öles einen mehr     plastifizierenden     oder mehr     elastifizierenden    Effekt .durch die Beimi  schung erzielen. Dies rührt vom Grad der     Reaktivität     beispielsweise des bituminösen Stoffes her.

   Bekannt  lich enthalten bituminöse Stoffe Verbindungen mit  mehr oder weniger     reaktionsfähigen    Gruppen, wie  u. a. alkoholische und     phenolische        Hydroxyl-,        Carbo-          nyl-    oder     Carboxylgruppen.    Je nach dem Masse, wie  die bituminösen Stoffe als     reiner    Füllstoff in das  Kunstharz eingebaut werden, kann ein mehr oder  weniger grosser     plastifizierender    Effekt erzielt wer  den.  



  Tritt aber aufgrund der reaktionsfähigen Gruppen  eine gewisse Orientierung der bituminösen     Stoffe    im  Molekülverband des Kunstharzes ein, so kann ein  mehr oder weniger grosser     elastifizierender        Effekt        in     der     eingepressten        Harzmasse    nach dem Aushärten       erreicht    werden. Beide     Effekte    können selbstver  ständlich auch gleichzeitig auftreten, wobei der eine  oder der andere überwiegen kann. Gleiches gilt auch  für die verwendbaren Weichmacher und Öle.  



  Als     plastifizierende    und/oder     elastifizierende    Zu  satzstoffe sind beispielsweise geeignet: Steinkohlen  teer,     Steinkohlenteerpech,    Erdölbitumen, Schweröle,       Stearinpech,        Sulfatpech,    Säureschlamm,     Thallöl    oder  Weichmacher. Diese Aufzählung     nennt    nur eine Aus  wahl brauchbarer Stoffe. Sie ist     keineswegs    vollstän  dig.  



  Als Kunstharze können vorzugsweise bei Raum  temperatur und tiefer härtende, niedrig viskose Harze  mit hoher Klebkraft, wie z. B.     Phenolharze,        Amino-          plaste,        Polyurethane,        Epoxy-    oder Polyesterharze       verwendet    werden. Als Härter     sind    je nach Harz-           komponente    z. B. Säuren, Polyalkohole, Polyamide  oder     Radikalbildner    geeignet.  



  Durch das Einpressen des mit     plastifizierenden     und/oder     elastifizierenden    Stoffen und einem     Härter          vermischten    Kunstharzes     kann        mit    einem geringen  Aufwand an Kunstharz und Zusatzstoffen die Festig  keit des anstehenden     Gesteins        und/oder    der Kohle  rasch auf     ,die    Festigkeit eines völlig intakten Gefüges  erhöht werden,

   Im allgemeinen genügt hierfür ein       Aufwand        an        Harzgemisch        von        z.        B.        etwa        0,5-3        %,          dem        auf        das        Harz        bezogen        etwa        3-90        %,

          vorzugs-          weise        etwa        l0-75        %        plastifizierende        und/oder        elasti-          fizierende        Stoffe    zugesetzt werden können. Bei einem  höheren Harzaufwand lässt sich die Festigkeit sogar  noch über die     Eigenfestigkeit    des Gesteins oder der  Kohle steigern.     Im        allgemeinen    wird man sich jedoch  mit dem     Erreichen    der Eigenfestigkeit des intakten  Gefüges begnügen.

   In manchen Fällen ist es empfeh  lenswert, auch den     Härter    z. B. mit einem bituminö  sen     Stoff    oder einem<B>Öl</B> zu     vermischen,    da er sich  dann leichter     mit    der Harzkomponente mischt.  



  Neben der Verfestigung der Gesteinsformationen  und der Kohle durch Einpressen des Harzes     wird     Hand in Hand ein Ausfüllen und damit     ein    Abdich  tungseffekt hoher Wirksamkeit der Porenräume ein  hergehen. Hierdurch werden z. B. schleichende Wet  terströme unterbunden und die Gefahr der Selbstent  zündung der Kohle herabgesetzt. Durch die sich bil  dende elastische bzw. plastische Masse werden die  Poren auch bei     Gebirgsbewegungen    immer vollstän  dig gefüllt bleiben, während sich bei einem unelasti  schen, spröden Harz bei Gebirgsbewegungen neue  Hohlräume bilden können.  



  Diese Nebenwirkung des     erfindungsgemässen     Verfahrens kann durch Zusatz von feuerhemmenden  Komponenten, wie z. B. Chlorparaffine und       Phosphorsäureester,    noch wesentlich gesteigert wer  den. Durch einen solchen Zusatz wird nicht nur die  Harzmischung schwer     entflammbar    gemacht, sondern  auch das     Kohlematerial    selbst gegen Entzündung  weitgehend     inhibiert.    Ein weiterer     Vorteil    ist die Ver  minderung der     Entzündungsgefahr,

      die beim Ein  pressen     unverschnittener    Harze in     grössere    Hohl  räume als Folge der Wärmestauung durch die     Här-          tungsreaktionen    besteht. Den gleichen Effekt kann  man auch erreichen, indem man ein nicht- oder  schwerentflammbares,     härtbares    Harz, z. B. vom Typ  der Polyester, benutzt, bei dessen Aufbau hochchlo  rierte     Carbonsäuren,    wie z. B.     Tetrachlorphthalsäure,     verwendet wurden.  



  Ist der zu verfestigende Teil des Gebirges oder  Flözes stark aufgelockert, ist es weiterhin vorteilhaft,  der Harzmischung zusätzlich anorganische Füllstoffe,  wie z. B. Sand,     Kies,    Quarzmehl, Kaolin, beizumi  schen, weil hierdurch die Standfestigkeit erhöht wird.  



  Das erfindungsgemässe     Verfahren    ermöglicht es,  tragenden     Gebirgs-    und/oder Mineralformationen,  speziell Kohle, in Abbau- und     Flözstrecken    und  streben eine hohe Festigkeit zu verleihen, die wegen  der elastischen und/oder plastischen Eigenschaften    des die     Hohlräume    ausfüllenden Materials auch bei  steigenden     Gebirgs-    oder Abbaudrucken standhält.  Damit ist das Grubengebäude in die Lage versetzt,  mit hoher Sicherheit tragende Funktionen zu über  nehmen und den Ausbau weitgehend zu entlasten.  Gleichzeitig kann die Gefahr einer Selbstentzündung  der anstehenden Kohle praktisch ausgeschaltet wer  den.  



  <I>Beispiel 1</I>  In das     hangende    Gestein einer     Vortriebsstrecke     im Tunnelbau werden 2,50 m lange Bohrlöcher ge  bohrt. In die Bohrlöcher werden     Stosstränkrohre    ein  gebracht und gegen den     Bohrlochmund    hin abgedich  tet.

   Aus zwei getrennten     Behältern    werden die Kom  ponente A (30 Gewichtsteile     Epoxyharz,    10     Gewichts-          teile        Anthracenöl    und 20 Gewichtsteile Weichpech)  und B (25     Gewichtsteile        Polyamidhärter    und 10     Ge-          wichtsteile    Teeröl)

   über getrennte Zuleitungen von  einem aus zwei Pumpen bestehenden     pressluftbetrie-          benen        Pumpaggregat    angesaugt und druckseitig über  zwei getrennte Zuleitungen einer     pressluftbetriebenen     Mischkammer zugeführt, in der die beiden Kompo  nenten vollständig vermischt werden. Durch einen  Hochdruckschlauch und das     Stosstränkrohr    wird     das     nun katalysierte Gemisch, das auf eine     Gelzeit    von 4  Stunden bei 25  C eingestellt ist, unter Druck in das  Gebirge injiziert.

   Nach einem anfänglichen Druckan  stieg beim     Injizieren    bis auf maximal 250 atü (der     im     wesentlichen von der Schichten- und Porenstruktur  des Gebirges     abhängig    ist) wird bei einem konstanten       Druck    von etwa 15-50 atü solange weiter gepresst,  bis durch erneuten Druckanstieg oder durch Austritt  der Harzmischung aus benachbarten     Bohrlöchern    die  vollständige Ausfüllung des Poren- und Schlechten  volumens durch die injizierte     Kunstharzmischung     angezeigt wird.  



  Nach 36 Stunden     Wartezeit    werden aus dem ver  festigten Gestein     stückige    Proben entnommen und  ihre Druckfestigkeit     bestimmt.    Ein würfelförmiges  Stück nahm dann ohne zu brechen bei einer     elasti-          schen        Verformung        von        1,3        %        einen        Druck        von     245     kg/cm2    auf. Die vorher bestimmte Druckfestig  keit des     unverfestigten    Gesteins betrug 65     kg/em2.     



  <I>Beispiel 2</I>  Ein 1,60 m mächtiges Kohlenflöz wurde im Be  reich des Schachtpfeilers mit der in Beispiel 1 aus  führlich beschriebenen     Injiziermethode    erschöpfend  mit einem     Phenolharzgemisch        verpresst.    Hierbei  wurde aus dem Behälter A ein Gemisch aus 35 Ge  wichtsteilen flüssiges     Phenol-Resolharz,    15 Gewichts  teilen     Stearinpech    und aus dem Behälter B ein Ge  misch von 3 Gewichtsteilen Säureharz und 10 Ge  wichtsteilen     Anthracenöl    über Mischkammer und       Tränkrohr    in das Flöz eingepresst.  



  Nach einer     Härtungszeit    von 24 Stunden wurden  aus dem Flöz Proben entnommen, an denen die  Druckaufnahme bestimmt wurde. Diese betrug beim  Bruch 62 kg/cm' bei einer     Stauchung    von 3 0/0. Bei  der     unverfestigten    Kohle lag die     Druckfestigkeit    bei      17,3     kg/cm2.    Eine     Stauchung    konnte nicht festgestellt  werden.  



  <I>Beispiel 3</I>  In einer Förderstrecke betrug der Wasserzulauf  auf einer Streckenlänge von 6 m auf dem gesamten  Umfang der Strecke     2501/min.     



  Aus einer     Doppelförderpumpe    wurde eine spe  zielle, schnell härtende     Epoxyharzkombination    wie in  Beispiel 1 beschrieben über insgesamt 23 Bohrlöcher  in rund 2,80 m Länge 496 kg Harzgemisch     verpresst.     



  Die mittlere     Verpressmenge    an Harz betrug  21,6     kg/Bohrloch    oder rund 11,8     kg/m3        verpresstes     Gestein.  



  Die Messung der zulaufenden     Wassermenge    in  diesem Abschnitt betrug 24 Tage nach Abschluss der       Verpressarbeiten    etwa     4,21/min.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur elastischen und/oder plastischen Verfestigung, Abdichtung und Ausfüllung von in Strecken, Streben, Stollen und Tunnelbauten anste henden aufgelockerten Gesteins-, Mineral- oder Koh- leformationen, dadurch gekennzeichnet, dass man in die anstehenden Gesteins-, Mineral- oder Kohlefor- mationen ein Gemisch aus härtbaren Kunstharzen, einem Härter und plastifizierenden und/oder elastifi- zierenden Komponenten einpresst. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass man in die anstehenden Gesteins-, Mineral- oder Kohleformationen ein Gemisch aus Kunstharzen, einem Härter und bituminösen Stoffen, Weichmachern oder Ölen einpresst. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als plastifizierende und/oder elastifizierende Stoffe Steinkohlenteer, Steinkohlen teerpech, Erdölbitumen, Schweröle, Stearinpech, Sul- fatpech, Säureschlamm, Thallöl oder Gemische dieser Stoffe verwendet.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man als härtbare Harze Phenol harze, Aminoplaste, Polyurethane, Epoxy- oder Polyesterharze verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man dem Gemisch aus Kunsthar zen, Härter und plastifizierenden und/oder elastifi- zierenden Stoffen die Entflammbarkeit herabsetzende und die Selbstentzündung der Kohle hemmende Stoffe, wie z. B. Chlorparaffine oder Phosphorsäure ester, beimischt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man dem Gemisch aus Kunsthar zen, Härter und bituminösen Stoffen anorganische Füllstoffe, wie z. B. Sand, Kies, Quarzmehl, Kaolin, zusetzt.
CH499063A 1963-04-19 1963-04-19 Verfahren zur elastischen und/oder plastischen Verfestigung, Abdichtung und Ausfüllung von aufgelockerten Kohle-, Mineral- oder Gesteinsformationen CH414504A (de)

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