CH415971A - Verfahren zur Herstellung einer nach dem Abgiessen leicht zerfallenden, durch Wasserglas gebundenen und durch Kohlensäure aushärtbaren Form- oder Kernmasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer nach dem Abgiessen leicht zerfallenden, durch Wasserglas gebundenen und durch Kohlensäure aushärtbaren Form- oder KernmasseInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung einer nach dem Abgiessen leicht zerfallenden, durch Wasserglas gebundenen und durch Kohlensäure aushärtbaren Form- oder Kernmasse Es ist bekannt, Kern- und Formsand mit Wasser glas als Binder zu mischen und zur Erhärtung der Kerne bzw. der Formen Kohlensäure ih letztere ein- zuleiten. Bei diesem Verfahren besteht der Nachteil darin, dass die Kerne bzw.
Formen nach dem Guss beim Putzen schlecht zerfallen und oft bzw. zu meist eine betonähnliche Festigkeät besitzen. Man hat versucht, diesen Nachteil dadurch zu beheben, d'ass bei Anwendung des Kohlensäure-Verfahrens dem Kern- oder Formsand Stoffe zugesetzt werden, die den Kernzerfall begünstigen sollen, und hat dabei an Stoffe organischer Natur, wie Peche, Asphalte, Koh lenstaub, gedacht;
auch hat man mit anorganischen Stoffen, wie Eisenoxyd, Versuche durchgeführt. In keinem Fallee ist bis heute weder mit organischen noch mit anorganischen Stoffen ein befriedigender Kernzerfall erreicht worden, wie man ihn bisher bei den Ölbinder- bzw. Quellbinder-Verfahren erreicht hat.
Die organischen Stoffe haben ferner den Nachteil, stark zu gasen und dadurch oft porösen Guss zu er zeugen, da die Gase sich nicht schnell genug von dem metallischen Werkstoff trennen können.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, diese Schwierigkeiten bei Anwendung des Kohlensäure- verfahrens zu beheben und einen hervorragenden Kernzerfall zu erreichen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von nach dem Abgiessen leicht zerfallenden Formen und Kernen nach dem Wasserglas-Kohlensäureverfahren und besteht darin, dass dem Kern- bzw.
Formsand vor der Mischung mit Wasserglas Bentonit in Mengen von 0,1 bis 1 Ge wichtsprozent, bezogen auf die Sandmenge, zuge mischt wird.
Selbstverständlich umfasst die Erfindung nur die bewusste Beigabe von Bentonit im angegebenen Mengenverhältnis zur Erleichterung des Form- und Kernzerfalles nach dem Abgiessen, nicht dagegen die zufällige Verunreinigung von Massebestandteilen mit geringen Mengen von Bentonit.
Es hat sich hierbei herausgestellt, dass ein Formen- bzw. Kernzerfall beim Putzen eintritt, wie er bisher nur bei nach dem Öl- bzw. Quellbindersandverfahren hergestellten Kernen oder Formen bekannt ist und die betonähnliche Wirkung bei nach dem Kohlen- säureverfahren hergestellten Kernen oder Formen gänzlich aufgehoben wird.
Für die Erklärung der Verfahrenstechnik wird 'noch folgende Erläuterung gegeben: Dass Bentonit in Verbindung mit Wasserglas keine Bindeeigenschaften hat, geht daraus hervor, dass unter dieser Voraussetzung sich die bindenden Kräfte ad'd'ieren müssten.
überraschenderweise tritt aber keine Addition ein, sondern im Gegenteil sind den Sanden etwa in gleichem Prozentsatz mehr Wasserelas zuzusetzen, wie Bentonit verwendet wird. Aus Versuchen ergibt :sich folgendes: Setzt man einem Sand z. B. etwa 3,2 % Wasserglas ohne Bentonit zu, so erhöht sich der Wasserglasanteil z.
B. auf 3,6 %, wenn 0,4 % Bentonit zugesetzt wird. Dagegen zer- fäll't der nur mit 3,2 % Wasserglas verarbeitete Kern schlecht, während der mit 3,6 % Wasserglas plus 0,4 % Bentonit verarbeitete Kern sehr gut zerfällt.
Die klassische chemische Gleichung des Kohlen säureverfahrenslautet Na2Si03 - xH20+C02=Na2C03+Sn02 - xH20 Der Zerfall setzt darum ein, weil das Sie - xH20 (KieselsäurKgel) durch den Bentonitzusatz zerlegt bzw.
zerstört wird. Die Verbindung SiO2 - xH20 ist rein. chemisch die jenige, die eine leimartig bind'end'e Eigenschaft hat.
Wenn, also dieses Kieselsäuregel zerstört wird, so hört die chemische Bindung auf, es entstehen die beiden Zerr Nteile Si02 (Kieselsäure) und H20 (Wasser)
nach folgender Gleichung S102 # xH20=Si02+xH20 Die Spaltung des Kieselsäuregels erfolgt durch die hohe chemische Affinität des Bentonits zu Wasser.
Diese Affinität ist zwar allgemein bekannt, wenn man in Sand eingebrachten Bentonit in Verbindung mit flüssigem Wasser- bringt. Dieses Wasser lagert sich an Bentonit an. Nicht aber bekannt war es bis her, dass auch das Kristallwasser, also das Wasser im trockenen:
Zustand, durch Benenn sofort wieder fest als Kristallwasser gebunden wird.
Der Zerfall des Kieselsäurlegels selbst wird mit Bentonit durch die Giesstemperatur ausgelöst. Die chemischen Gleichungen zeigen eindeutig, d'ass die Wirkungsweise des Bentonites mit seinem klassi schen Einsatz zur Herstellung von synthetischen Sanden nicht das geringste zu tun hat.
Man kann ausserdem eine glaUere Gussoberfläche erreichen, wenn, wie angestellte Versuche ergaben, dem Kernsand nicht nur Wasserglas und Kohlen säure, sondern auch Zucker in Puderform und in Verbindung mit Staub, wie Quarzmehl, zur Auf hebung der Zuckerhygroskopie zugesetzt wird'.
Die hierdurch erreichten Vorteile sind darin, zu sehen, dass einmal die Abriebfestigkeit der Kerne bzw. Formen wesentlich verbessert wird und ferner das Gussstück ausserdem eine bedeutend glattere Ober fläche erhält.
Diese Massnahmen bringen in Verbindung mit dem oben genannten Bentonitzusatzverfahren eigenartige Kombinationswirkungen, die darin bestehen, dass ohne Bentonitzusatz zwar eine höhere Abriebfestig- keit und eine glattere Gussoberfläche erzielt wird,
mit Bentonitzusatz aber die Glätte der Gussoberfläche weiterhin wesentlich verbessert wird, so dass also Bentonit und Zucker zusammen eine besonders gute glättende Wirkung auf die Gussoberfläche aus üben, und ferner ein guter Zerfall der Kerne und Formen nach dem Guss erzielt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer nach dem Ab giessen leicht zerfallenden, durch Wasserglas gebun denen und durch Kohlensäure aushärtbarer Form- oder Kernmasse, dadurch gekennzeichnet, dass dem Form- oder Kernsand vor der Mischung mit Wasser glas Bentonit in Mengen von 0,1 bis 1 Gewichts prozent, bezogen auf die Sandmenge, zugemischt wird.UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass der Form- oder Kernmasse zusätz lich Zucker in, Mengen von 0,01 bis 5 Gewichts prozent, bezogen auf die Sandmenge, in Verbindung mit einem die Hygroskopie des Zuckers aufhebenden Staub zugesetzt wird.
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