CH416567A - Vorrichtung zum Einführen von pulverförmigen oder körnigen Feststoffen in ein Druckgefäss - Google Patents
Vorrichtung zum Einführen von pulverförmigen oder körnigen Feststoffen in ein DruckgefässInfo
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Description
Vorrichtung zum Einführen von pulverförmigen oder körnigen Feststoffen in ein Druckgefäss In der chemischen Verfahrenstechnik tritt gelegentlich das Problem auf, trockene, pulverförmige bzw, körnige Reaktionspartner in unter Dampfdruck stehende Autoklaven einzutragen oder aus solchen zu entfernen. Dies kann z. B. mit Hilfe von Strangpres- sen geschehen. Letztere werden besonders dann eingesetzt, wenn schwer fliessende Substanzen vorliegen, deren Fliessfähigkeit schon bei Aufnahme sehr geringer Dampfmengen aus dem Autoklaven weiter verschlechtert wird, die sich aber gut zu druckfesten, dichten Pfropfen) verpressen lassen (Brikettierbarkeit ohne Bindemittel), z. B. Terephthalsäure. Die Arbeitsweise einer für die Eintragung von Substanzen eingesetzten Strangpresse geht aus dem oberen Teil, der Zeichnung hervor. Die einzutragende Substanz fällt durch einen trichterförmigen Einlauf 1 vor den zurückgezogenen Pressstempel 2. Dieser wird im vorliegenden Falle ölhydraulisch betätigt. Während des Presshubes wird die Substanz in die eigentliche Pressform 3 gedrückt. Diese stellt einen beidseitig offenen Zylinder dar, welcher mit der Stempelachse fluchtet. Am Ende ist die Zylinderform durch einen Kegel 4 mit 60 Kegel- win, kel verschliessbar. Erreicht der Pressdruck am Stempelkopf etwa 250 bis 30Okg/cm2, so bildet die einzutragende Substanz einen Pfropfen, der eine genügende Festigkeit und Haftung an der Pressformwand besitzt, um einem Dampfdruck von etwa 5 kg/crn mit ausreichender Sicherheit standzuhalten. Die genannten Zahlen gelten für Terephthalsäure und einen Pfropfen von 40 mm Durchmesser und 3 50 mm Länge. Der die Pressform 3 verschliessende Kegel 4 kann nun so weit zurückgezogen werden, dass er einen ringförmigen Teil der Zylinderöffnung freigibt. Beim Rückhub ides Stempels 2 wird die Presse erneut geladen. Der nächste Pressvorgang findet gegen den bereits vorhamdenen Pfropfen statb, welcher mit nach vorn geschoben wird, beim Austritt aus der Form an der Kegelspitze zerbröckelt und durch die Öffnung 5 in den nicht dargestellten Autoklaven fällt. Das beim zweiten Hub nachgepresste Material bildet nun den neuen Pfropfen. Der Pressvorgang kann beliebig oft wiederholt werden, wobei der Druckraum durch den fest gepressten Materialpfropfen dicht verschlossen bleibt. Der Kegel 4 übernimmt beim Pressvorgang einen Teil der Gegenkraft zur vom Stempel ausgeübten Presskraft. Ein weiterer Teil entspricht dem Innendruck des Autoklaven. Der Rest der Gegenkraft wird durch Reibung des Pfrop fens in die Formwandüng eingeleitet. Die Presskraft und damit Pfropfenfestigkeit können mithin. durch Längsverschiebung des Kegels 1 reguliert werden, wobei. der ringförmige Austritts-Querschnitt verändert wird. Dies geschah bisher von Hand mittels einer Gewindespin, del. Zur Kontrolle der Presskraft diente die manometrische Anzeige des Oldruckes im Presszylinder 6. Wesentliche Nachteile dieser bekannten, den oberen Teil der Zeichnung ausmachenden Vorrichtung bestehen, darin, dass besonders in der ersten Zeit nach einem Stillstand der Presse oder dem tYbergang auf eine Press-Substanz mit anderen mechanischen Eigenschaften (andere Kristallform und -Gr¯sse, Rei bungsverhalten usw.) keine Position des Kegels 4 ge funden werden kann, die eine über viele Hübe konstante Presskraft bewirkt, und dass auch nach längerer Laufzeit von Zeit zu Zeit Nachstellungen des Kegels vorgenommen werden müssen, um ein Festfahren des Stempels bzw. das Pressen zu. lockerer Pfropfen zu vermeiden, und dass. die in einem Pro duktionsbetrieb unerwünschte, manuelle Bedienung und ständige Kontrolle unumgänglich ist. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung, die diese Nachteile nicht aufweist. Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Einführen von. pulverf¯rmigen oder körnigen Feststoffen in ein Druckgefäss, bestehend aus einer hydraulisch betrie- benen Strangpresse, welche die Feststoffe in eine Pressformdrückt,undeinemfederndbewegten Gegendruckorgan, welches durch den nicht als Wandreibung verbrauchten Press. kraftanteil-des vorge- pressten Pfropfens so weit zurückgeschoben wird, dass der durch die Strangpresse weitergeschobene Feststoffpfropfen an. ihm zerdrückt wird und die Feststoffe in Brockenform ins Druckgefäss gelangen, ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Raum eines Presszylinders der Strangpresse und dem Raum eines Steuerzylinders des Gegendruckorgans eine einstellbare Druckübermittlungseinrichtung vorgesehen ist, welche durch rechtzeitiges Entlasten des Fest- stoffpfropfens. die Wandreibung desselben so begrenzt, dass diese die Gesamtpresskraft nicht übersteigt. Im besonderen Fall besteht diese Druckübermitt lungseinrichtung aus einem hydraulischen Verbindungssystem, welches ein Druckbegrenzungsventil undeinEntlastungstentil enthält. Die Arbeitsweise der erfindungsgsmässen Vorrichtung geht, aus der Zeichnung hervor. Das Gegen druckorgan, d. h. in der Zeichnung der Kegel 4, wird vom Akkumulator 7 her hydraulisch. durch den Kolben 8 mit etwa 1000-2000 kg gegen die Öffnung der Pressform 3 gedrückt. Der auf den. Kegel 4 wirkende Teil der Presskraft drückt diesen nun so weit zurück, dass. bei gleichbleibender Presskraft, das Material des beim vorhergehenden Arbeitshub gepressten Pfropfens durch die entstehende Ringöffnung aus der Pressform austritt. Der Akkumulator 7 dient hierbei als Federelement. Der Íldruck im Zyl. inderraum 9 des Steuerzylinders 10 wird dabei gesenkt und die am Druckbegrenzungsventil 11 eingestellte Druckdifferenz überschritten, so dass Hydrauliköl aus dem Drucksystem in den Zylinderraum 9 nachströmen kann. Überschreitet die Presskraft ihren zulässigen Höchstwert, so wird durch den ansteigenden Öldruck im Presszylinder 6 das Druckbegrenzungsventil 11 ebenfalls geöffnet, wodurch mittels Drucköl das Zu rückschieben des Kegels 4 durch den Steuerkolben 8 unterstützt wird, bzw. der Öldruck im Presszylinder 6 durch Abzweigen einer gewissen Ílmenge zum Steuerzylinder 10 begrenzt wird. Die Presskraft fällt hierbei sofort wieder auf ihren Sollwert, während das Ventil 11 wieder schliesst. In der Praxis zeigte sich, dass ein Verstellen des Kegels 4 um 3 bis 5 mm in der Regel ausreicht, um den Pres. sdrack in den ge wünschten Grenzen zu halten. Die im Dauerbetrieb zulässige Oldruckabweichung im Presszylinder 6 beträgt etwa 10 atü. Während des Zurückziehens des Stempels 2 wird der Raum 9 des Steuerzylinders 10 entlastet, so. dass der ursprüngliche Anpressdruck des Kegels 4 wieder erreicht wird bzw. erhalten bleibt. Dieses geschieht durch Öffnen des Ventils 12. Das gesamte Spiel des Kegel-Andrückens, des Zu rückfedems und eventuell. der Unterstützung des Zurückfederns mit hochgespanntem Hydrauliköl aus dem Arbeitsdrucksystem, wiederholt sich bei jedem Doppelhub des Pressstempels, wobei der Steuerkol- ben stÏndig den Bewegungen des Presskolbens mit kleinen, nur etwa 3 bis 5mm betragenden Hüben folgt. So wird die günstigste Presskraft bei jedem Arbeitshub mit Sicherheit erreicht. und deren ¯berschreitung mit gleicher Sicherheit verhindert. D. as Einstellen der gewünschten Presskraft ge schieht : 1. durch Einstellen des Akkumulatordruckes 2. durch Einstellen der Öffnungs-Druckdifferenz des Druckbegrenzungsventiles 11. Zur Ausrüstung gehört noch ein System zum automatischen Nachladen des Akkumulators sowie eine Einrichtung, die bei Bedarf ein völliges Zurückziehen des Ke. gels 4 erlaubt. Der Gesamthub des Kegels 4 betrÏgt etwa 100 mm. Die oben genannten Zahlen beziehen sich lediglich auf den Anwendungsfall des Verpressens von Terephtbalsäure mit einer Strangpresse, die folgende Abmessungen besitzt : Pressform und Stempeldurchmesser 40 mm Pfropfenlänge 350 mm Kegelwinkel 60 Mit entsprechenden) anderen Zahlen gilt das Steuerprinzip für alle Anwendungsfälle von Strangpressen f r Feststoffeintragung im Druckgefäss oder Austragung aus Druckgefässen und Strangpressen beliebiger Abmessungen. Von B. edeutung für die Funktion der erfindungs- gemässen Vorrichtung ist es, dass die Positionierung des Gegendruckorgans (Kegel 4) nicht alleine bewirkt wird durch ein jeweiliges Gleichgewicht zwischender Federkraft, die vom Akkumulator 7 her auf den Kolben 8 w. irkt, und durch den Anteil der Presskraft, der nicht in die. Formwand eingeleitet wird, sondern dass vom Gesamtpressdmck durch das Druckbegren- zungsventil eine Vorsteuerung des Gegendruckorganes erreicht wird. Die Presskraft teilt sich auf in Wandreibungskraft und in auf das Gengendrückorgan 4 wirkende Kraft. Ein Festfahren des Pressstempels 2 tritt ein, wenn der Pfropfen so fest wird, dass die gesamte Presskraft von der Wandreibung.aufgenommenwird. Die Vorsteuerung des Gegendruckorganes 4 bewirkt, dass ein Abfall der Gesamtpresskraft so frühzeitig eintritt, dass kein Festfahren mehr vorkommen kann. Das Gleichgewicht der Presskraftanteile, die auf die Wandreibung und auf den Gegendruck von Organ 4 entfallen, bleibt erhalten, da durch die Vorsteuerung eine Vorentlastung des Pfropfens eintritt. Die Art der Kraftübertragung ist unwesentlich. Die Steuerung kann z. B., wie in der Zeichnung dargestellt, über ein hydraulisches System erfolgen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Vorrichtung zum Einfuhren von pulverförmigen oder körnigen Feststoffen in ein Dnuckgefäss, bestehend aus einer hydraulisch betriebenen Strangpresse, welche die Feststoffe in eine Pressform drückt, und einem federnd bewegten Gegendruckorgan, welches durch den nicht als Wandreibung verbrauchten Presskraftanteü des vorgepressten Pfropfens so weit zurückgeschoben wird, dass der durch die Strang- presse weitergeschobene Feststoffpfropfen an ihm zerdrückt wird und die Feststoffe in Brockenform ins Druckgefäss gelangen, dadurch gekennzeichnet,dass zwischen dem Raum eines Presszylinders der Strang presseunddem Raum eines Steuerzylinders des Ge gendruckorgans sine einstellbare Druckübermittlungseinrichtung vorgesehen ist, welche durch recht- zeitiges Entlasten des Feststoffpfropfens die Wandreibung desselben so begrenzt, dass. diese die Gesamtpresskraft nicht übersteigt.UNTERANSPRUCH Vorrichtung gemäss. Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckübermittlungseinrich- tung aus einem hydraulischen Verbindungssystem, welches ein Druckbegrenzungsventil und ein Entla- stungsventil enthält, besteht.
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