Elektrische Steuerung für Aufzugsanlagen Zur Steuerung von Aufzugsanlagen sind verschie dene Arten von Kopierwerken bekannt, die die Hal testellen, Geschwindigkeitsumschaltpunkte usw. nach bilden. Es gibt Nachbildungen als Schrittschaltwerke, die unabhängig vom Stockwerkabstand durch einen Geber im Schacht weitergeschaltet werden. Ferner sind kontinuierlich arbeitende, mechanische Kopier werke bekannt, die vom Fahrkorb über Seile oder Metallbänder angetrieben werden.
Hierbei ist es nachteilig. dass diese Wähler durch ihre mechanische Ausführung einem Verschleiss unterliegen und dem- gemäss nicht wartungsfrei sind. Ausserdem sind Hal- tepunktwähler bekannt, die aus kontaktlosen und damit verschleissfreien Elementen und die für jeden Steuerpunkt ein elektronisches Speicherelement be nötigen.
Gegenstand der Erfindung ist eine elektrische Steuerung für Aufzugsanlagen, bei der die Anzahl Speicherglieder geringer ist als die Zahl der Steuer punkte, welche Steuerung dadurch gekennzeichnet ist, dass zur Steuerpunktauswahl zwei Schaltketten vor gesehen sind, welche eine verschiedene Anzahl von Speicherelementen besitzen, deren Stufenzahlen keinen gemeinsamen Teiler haben und die parallel weiterge schaltet werden.
Vorzugsweise können die Stufenzahlen der beiden Schaltketten möglichst nahe bei der Quadratwurzel der Steuerpunktanzahl liegen.
Als Beispiel sei eine Schaltkette von drei Stufen und eine von fünf Stufen angenommen. Jede dieser Stufen ist durch einen elektronischen Speicher dar gestellt. Die beiden Schaltketten haben insgesamt z. B. drei plus fünf gleich acht Speicher, mit denen fünfzehn Steuerpunkte wiedergegeben werden kön- nen. Bei bekannten Einrichtungen müssen demgegen über fünfzehn Speicher benutzt werden, was einem Mehraufwand von 87,25 % für diesen Fall gleich kommt. Mit steigender Anzahl von Steuerpunkten verschiebt sich das Verhältnis immer weiter zugun sten der erfindungsgemässen Ausführung.
Beispielsweise sind hundert Steuerpunkte durch zwei Schaltketten von je zehn und elf Stufen mit zu sammen einundzwanzig elektronischen Speichern zu verwirklichen, gegenüber hundert in der bisher be kannten Technik.
Die Auswahl des jeweiligen Signals aus den beiden Schaltketten erfolgt z. B. durch Und-Tore.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele eines Kopierwerkes nach der Erfindung schematisch dargestellt.
Fig.l zeigt als erstes Ausführungsbeispiel ein Kopierwerk in vereinfachter Form. Es sei angenom men, dass es sich bei dem vorliegenden Beispiel um einen eintourigen Aufzug mit sechs Haltestellen a bis f handelt. Als Steuerpunkte treten hier nur die Halte punkte auf.
Geber 3 und 4, die am Fahrkorb angeordnet sind, wirken mit Gegenstücken 5, die an den Steuerpunkten im Schacht angebracht sind, zusammen. Und-Tore 6 und 7, die von den Gebern 3 und 4 beeinflusst wer den, sperren über die gekreuzten Leitungen zu den mit einem o versehenen Eingängen der Und-Tore 6 und 7 diese Tore. Die Ausgänge dieser Tore gehen auf die Eingänge eines Speichers 8 und bringen den selben, abhängig von der Bewegungsrichtung der Geber gegenüber den Gegenstücken 5, in den einen oder den anderen der beiden Schaltzustände.
Der Schaltzustand des Speichers 8 gibt die Bewe gungsrichtung des Fahrkorbes . wieder und schaltet die beiden Schaltketten in die entsprechende Schalt richtung. In der Fig. 1 ist der Einfachheit wegen nur eine Weiterschaltrichtung angedeutet.
Die Ausgänge der beiden Geber 3 und 4 gehen auf ein Und-Tor 9, das bei Vorhandensein beider Eingangssignale am Ausgang ein Gleichspannungssignal abgibt, welches in einem Impulsgeber 10 in einen Weiterschaltimpuls für die Schaltketten umgewandelt wird. 11, 12, 13 sind die Speicherglieder der dreistufigen Schaltkette, 14 und 15 die der zweistufigen.
Die Umschalteinrichtung für Vor- und Rückwärtsschaltung ist in dem Beispiel nicht gezeichnet. In den Schaltketten befindet sich jeweils ein Speicherglied im Ein -, die restlichen im Aus -Zustand. Im Schacht können an geeigneten Punkten Kontrollgegenstücke angebracht werden, die den Schaltzustand der Schaltketten überprüfen bzw. korrigieren. Dies ist in diesem vereinfachten Bild nicht eingezeichnet.
Die Ausgänge der Speicherglieder 11, 12, 13 der dreistufigen Schaltkette und 14 und 15 der zweistufi gen Schaltkette gehen zu Und-Toren 16 bis 21, wo der jeweilige Steuerpunkt entschlüsselt wird. Die dem jeweiligen Schaltzustand entsprechende Steuerstelle bzw. das Steuersignal ist der in Fig. 2 gezeigten Ta belle zu entnehmen, in deren horizontalen Reihen die dreistufige und in deren senkrechten die zweistufige Schaltkette wiedergegeben ist.
Die Gewinnung der Weiterschaltrichtung über den Richtungsdiscrimina- tor, der aus den Elementen 3 bis 9 gebildet wird, bietet gegenüber Auf - oder Ab -Signalen aus der Steuerung den Vorteil, dass sich der Zustand des Kopierwerkes stets in der richtigen Stellung befindet, auch wenn der Aufzug von Hand bewegt wird, sofern das Kopierwerk eingeschaltet ist.
Die Fig. 3 zeigt als zweites Ausführungsbeispiel ein detailliertes Blockschaltbild des Kopierwerkes mit bis zu fünfzehn verschiedenen Ausgangssignalen. In Fig.4 sind die Stellungen der Steuerpunkte in den beiden Schaltketten dargestellt.
Die Verwendung die ser Ausgangssignale geschieht, indem einer Aufzugs anlage nach Fig. 5 mit fünf Haltestellen a bis e, wobei zwei Fahrgeschwindigkeiten angenommen werden. In Kolonne A sind die Haltepunkte angedeutet, in Ko lonne B die Punkte der Einleitung der Verzögerung in der Auf -Richtung, in Kolonne C die Punkte der Einleitung der Verzögerung in der Ab -Richtung und in Kolonne D die Punkte der Anordnung der Schaltfahnen im Schacht.
Kolonne E gibt die ent sprechenden Schaltstellungen an, Kolonne F die Stel lungen in der Dreier- und Kolonne G diejenigen in der Fünfer-Schaltkette. Fünf dieser fünfzehn mögli chen Signale werden für die Haltepunkte und je vier für die Einleitung der Verzögerung in jeder Richtung verwendet, d. h. es werden dreizehn Steuerpunkte von fünfzehn möglichen benutzt. Die Ausgangssignale der Geber 52 und 53 gehen zu den Und-Toren 54 und 55 (Fig. 3).
Die gekreuz ten Leitungen zu den mit einem kleinen Kreis ver- sehenen Eingängen der Und-Tore 54 und 55 sind Blockierun.gseingänge. Je nachdem, in welcher Rich tung die Gegenstücke 56 zu den Gebern bewegt wer den, lässt das entsprechende Und-Tor ein Signal durch, während das andere blockiert wird. Entspre chend diesen Signalen wird ein Speicher 57 in den Ein - oder Aus -Zustand gebracht und zeigt nun unabhängig vom Zustand der Steuerung die Richtung des Fahrkorbes an.
Der Vorteil dieser Einrichtung liegt darin, dass selbst bei dem manuellen Bewegen des Fahrkorbes, d. h. z. B. durch Oeffnen der Bremse bei nicht eingeschaltetem Motor, aber eingeschaltetem Kopierwerk, dasselbe immer den richtigen Stand an zeigt. Wenn das Gegenstück 56 die beiden Geber 52 und 53 betätigt, gibt ein Und-Tor 58 ein Signal auf ein Und-Tor 60 und ein Nic'ht -Glied 59. Der Aus gang dieses Nicht-Gliedes wird über ein RC-Ghed 61 verzögert und als blockierendes Signal dem Und-Tor 60 zugeführt. Dadurch entsteht an Stelle des Gleich spannungsausgangssignals am Tor 58 ein einmaliger Ausgangsimpuls, der die Schaltketten weiterschaltet.
Bei den im folgenden beschriebenen Schaltketten sind den Elementen der Dreier-Schaltkette, die mit 100 beginnenden Ueberweisungen zugeordnet, wobei der Einerstelle das entsprechende Element in der je- weiligen Schaltstufe entspricht, die Elemente der Fünfer-Schaltkette sind mit den Ueberweisungen ab 200 in der entsprechenden Art bezeichnet.
Der Wei- terschaltimpuls (Ausgang des Und-Tores 60) geht auf die Vorwärtsweiterschalttore 111, 112, 113 und auf die Rückwärtsweiterschalt-Tore 151, 152, 153 der Dreier-Sdhaltkette und auf die Vorwärtsweiterschalt- tore 211, 212, 213, 214, 215 und die Rückwärtsweiter- schalttore 251, 252, 253, 254, 255 der Fünfer-Schalt- kette.
Abhängig von dem Stand des Speichers 57 werden die Vorwärts- oder die Rückwärtsschalttore vorberei tet. Von den Speicherelementen der Schaltketten darf jeweils nur eines pro Schaltkette im Ein -Zustand sein.
Zur weiteren Erläuterung der Fig. 3 sei angenom men, dass der Speicher 131 der Dreier-Schaltkette und der Speicher 231 der Fünfer-Schaltkette sich im Ein -Zustand befinden, die Kabine bewege sich im Schacht und dadurch würde ein Gegenstück 56 den Geber 52 betätigen.
Dadurch erzeugt der Geber 52 ein Ausgangssignal, welches durch das Tor 54 unge hindert durch kann, da das Sperrsignal vom Geber 53 nicht vorhanden ist, und den Speicher 57 in den Ein- zug -Zustand bringt, d. h. die linke Seite des Speichers erzeugt ein Ausgangssignal, welches mit der Auf- wärtsfahrtrichtung identisch ist. Gleichzeitig wird vom Geber 52 ein Sperrsignal an das Und-Tor 55 gelegt, welches verhindert, dass beim Betätigen des Gebers 53 der Speicher 57 wieder in den Aus -Zu- stand gebracht wird.
Wenn für den besprochenen Fall beide Geber betätigt sind, wird, da beide Empfän ger 52 und 53 ein Ausgangssignal erzeugen, das Und- Tor 58 geöffnet und erzeugt ein Ausgangssignal, welches dem Und-Tor 60 und dem Nicht-Glied 59 zugeleitet wird. Dieses Ausgangssignal wird über das RC-Glied 61. verzögert dem Sperreingang des Und- Tores 60 zugeleitet. Dadurch wird in diesem Tor der Weiterschaltimpuls für die Schaltketten erzeugt.
Es war die Annahme getroffen, dass sich die Speicher 131 und 231 der Schaltketten im Ein - Zustand befinden. Dadurch sind die Kondensatoren der RC Glieder 161, 171 und 261,<B>271</B> auf den ent sprechenden Zustand aufgeladen. Dies ergibt ein Vor bereitungssignal auf die Und-Tore 112, 153 der Dreier-Sehaltkette und 212, 255 der Fünfer-Schalt- kette. Das Ausgangssignal Auf des Speichers 57 ergibt nun ein Vorbereitungssignal für die Vorwärts schalttore. Durch dieses Signal werden nun die Tore 153 und 255 nicht vorbereitet, so dass nun nur noch die Tore 112 und 212 weiter in Funktion sind.
Das Weiterschaltsignal von dem Und-Tor 60 gelangt nun auf alle Weiterschalt-Tore, wird aber nur bei den Und-Toren 112 und 212 wirksam, da bei den anderen die Vorbereitungssignale fehlen und bringt nun den Speicher 132 der Dreier-Schaltkette in den Ein Zustand und über das Oder-Tor 141 den Speicher 131 in den Aus -Zustand. Das gleiche geschieht über die entsprechenden Tore in der Fünfer-Gruppe. Die Aus gangssignale der Speicher 131, 132, 133 der Dreier- Schaltkette und 231, 232, 233, 234,
235 der Fünfer- Schaltkette gelangen zu den Auswertungs-Und-Toren 301 bis 305, 402 bis 405 und 501 bis 504.
Gemäss der für das Beispiel nach Fig. 3 getrof fenen Anordnung ergeben die Ausgangssignale der Und-Tore 301 bis 305 die Haltesignale in den ent sprechenden Haltestellen a bis e, 402 bis 405 die Ver zögerungseinleitung in der Auf -Riehtung und 501 bis 504 die Verzögerungseinleitung in der Ab -Rich- tung. Zu Fig. 3 sei noch erwähnt, dass 121 bis 123, 142, 143 und 221 bis 225, 241 bis 245 Oder-Tore sind.
Fig. 6 zeigt im Prinzip eine Möglichkeit der Fehlererkennung. Es wurde bereits erwähnt, dass in den Schaltketten jeweils nur ein Speicherelement im Ein -Zustand sein darf. In Fig.6 ist die Möglich keit angedeutet, dies zu überprüfen.
Die weiteren Er läuterungen beziehen sich auf die Fehlererkennungs- einrichtung der Dreier-Schaltkette. Die in der Zeichnung linksliegenden Seiten der Widerstände<B>601</B> bis 603 (Fig. 5) seien mit den ent sprechenden Ausgängen der Speicher der Dreier Schaltkette verbunden. Die Widerstände 601 bis 603 und 600 seien so dimensioniert, dass bei einem nega- tiven Signal auf der links in der Zeichnung liegenden Seite der Widerstände 601 bis 603 der Transistor Tr 605 noch nicht eingeschaltet wird.
Liegt an zwei oder mehr Eingängen ein negatives Signal, so wird der cut-off-Punkt überschritten, der Transistor Tr 605 wird leitend und gibt ein Fehlersignal über das Oder- Tor 640 zur weiteren Berücksichtigung. Die Fehler erkennung der Fünfer-Schaltkette arbeitet analog.
Diese beschriebenen Fehlererkennungskreise sprechen aber nur darauf an, wenn pro Schaltkette zwei oder mehr Speicher sich im Ein -Zustand befinden. Sollte durch einen Fehler in einer Schaltkette keiner der Speicher im Ein -Zustand sein, so muss eine andere Fehlererkennung mit in Betracht gezogen werden.
Falls sieh in einer oder den beiden Zählketten kein Speicher im Ein -Zustand befindet, so erhält man an den Und-Toren 301 bis 305, 402 bis 405 und 501 bis 504 (Fig. 3) kein Ausgangssignal. Diese Mög lichkeit (kein Ausgangssignal) kann durch Oder-Tore mit der entsprechenden Anzahl von Eingängen er kannt werden. Die entsprechenden Ausgangssignale werden dann zur weiteren Berücksichtigung ebenfalls dem Oder-Tor 640 zugeführt. 606 ist ein Oder-Tor und 607 ein Nicht-Glied.
Es ist besonders daran gedacht, bei einem erkann ten Fehler den Aufzug nicht sofort stillzusetzen, son dern in Schleichfahrt die nächste Haltestelle bzw. Haltestellen anlaufen zu lassen, und zwar so lange, bis der Fahrkorb die nächste Korrekturfahne passiert, die das Kopierwerk wieder auf den richtigen Stand bringt. Wird nach der Korrektur immer noch ein Fehler erkannt, so wird der Aufzug bei der nächsten Haltestelle endgültig stillgesetzt. Ist kein Fehler nach der Korrektur vorhanden, so fährt der Aufzug normal weiter.
Das beschriebene Vorgehen hat den Vorteil, dass bei sporadischen Fehlern, die bekanntlich schwierig zu orten sind, der Aufzug nur vorübergehend nicht voll in Betrieb ist (Schleichfahrt) und nach der Kor rektur gegebenenfalls weiterfährt. Weiter besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Fehlererkennungs- kreise mit Zählwerken zu versehen, die es erlauben, bei der Wartung zu erkennen, ob und wo sporadische Fehler aufgetreten sind und diese zu beheben.