Verfahren zur pneumatischen Schussfadeneintragung und Webstuhl zur Ausführung desselben Bislang wurde bei Webstühlen der Schussfaden zum Eintragen in das Webfach aus einem ruhenden Zustand heraus erst im Augenblick des Eintragens beschleunigt, um seine Fluggeschwindigkeit zu er halten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur pneumatischen Schussfadeneintragung und ein Webstuhl zur Ausführung desselben.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren wird der jeweils in ein Webfach einzutragende Schussfaden vorbeschleunigt an diejenige Randseite des zu bilden den Gewebes herangebracht, von der aus die Eintra gung des Schussfadens in das Webfach bewirkt wird.
Der zur Ausübung des Verfahrens dienende Webstuhl zeichnet .sich erfindungsgemäss dadurch aus, dass er eine zwischen der Eintrittstelle der Schussfaden am jeweils gebildeten Fach und einer Fadenbremse an geordnete, den Schussfaden vor der Eintragung in das Fach speichernde, und anschliessend beschleu nigende Vorrichtung besitzt, die ein von Blasluft durchströmtes, ringförmiges Rohr aufweist, an wel chem, nach dem von letzterem umschlossenen Raum hin, ein Längsschlitz vorgesehen ist, derart, dass dem Schussfaden bereits im Flug der Impuls zur Eintra gung in das Webfach gegeben werden kann.
Der Erfindungsgegenstand ist auf bieliegenden Zeichnungen in verschiedenen Ausführungsbeispielen dargestellt, und es zeigen: Fig. 1 eine Schussfadenbeschleunigungsvorrich- tung, schematisch, Fig. 2 eine Darstellung, aus der der zeitliche Ab- lauf des Abziehens und Eintragens mittels der Vor richtung nach Fig. 1 hervorgeht, Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie 111-11I in Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 1, Fig. 5 eine weitere Vorrichtung nach der Erfin dung, Fig. 6 die Wälzkörper der Vorrichtung nach Fig. 5 in dem das Zurückziehen des Schussfadens bewirkenden Augenblickszustand, Fig. 7 einen Wälzkörperausschnitt, aus welchem die nachgiebige Ausbildung des Wälzkörpermantels ersichtlich ist, Fig. 8 eine Darstellung,
aus welcher die Arbeits weise einer abgewandelten Vorrichtung nach der Er findung bei zweifacher Anwendung zur Erzeugung fester Webkanten ersichtlich ist, Fig. 9 eine Darstellung, aus welcher die Schuss- fadenlage bei paarigem Eintragen des Schussfadens von den Randseiten ersichtlich ist, Fig. 10 eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung, wobei die Lade ihre rückwärtige Endstel- lung einnimmt, Fig. 11 eine Darstellung,
welche die Ausführungs form nach Fig. 10 bei vorbewegter Lade veranschau licht.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 4 wird die Beschleunigungsvorrichtung im wesentlichen von einem ringförmig gebogenen Rohr 1 und einer Fadenbremse 2 gebildet. Das Rohr 1 ist an die Blas- Luftleitung 3 angeschlossen, in welche die Luft kon tinuierlich in Richtung des Pfeiles A strömt. Zwischen der Blasluftzuleitung 3 und dem ringförmig gebogen Rohr 1 ist eine Ventil 4 eingebaut. Das freie Rohrende 1' kreuzt bei B den Rdhranfang 1" (Vgl. Fig. 4).
Der Schussfaden F durchläuft, von der Vorrats spule 5 kommend, die Fadenbremse 2 und tritt bei 6 in das ringförmig gebogene Rohr 1 ein. Der zunächst nur in das Rohr 1 einragende Schussfadenanfang wird von dar kontinuierlich strömenden Luft erfasst und innerhalb des ringförmigen Rohres bis zu dessen Austrittsstelle C ausgelegt.
Das Rohr 1 ist auf die Länge seiner Windung nach dem von ihm umschlossenen Raum D hin. ge- schlitzt. Der Schlitz ist mit 7 bezeichnet. Der Raum D ist durch die Scheiben 8 und 9 abgedeckt. Diese Scheiben schliessen unmittelbar am Rand 10 bzw. 11 an. Somit entsteht der Raum 12.
Wird die Bremse 2 geschlossen, sobald die Schuss- fadenspitze die Stelle C erreicht hat, dann fliegt der Schussfaden in Richtung des Pfeiles E weiter, wobei die Schlaufe, die er innerhalb des Ringrohres 1 ge bildet hat, aufgezogen wird, indem er durch den Schlitz 7 und den Raum 12 hindurchtritt. Wenn die Schlaufe aufgezogen worden ist, dann verläuft der Schussfaden F unmittelbar vom Rohranfang 1" zum Rohrende 1'.
Zur Steuerung der Bremse 2 ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel eine Lichtschranke 13 am Rohr 1 angebracht. Diese Lichtschranke wird von jedem auszulegenden Schussfadenstück passiert. Die Steue rung erfolgt nun so, dass die Lichtschranke in dem Augenblick, in welchem der Schussfaden ankommt, den Befehl zum Schliessen der Bremse 2 gibt.
Inner halb derjenigen Zeitspanne, die vom Steuerbefehl bis zum Schliessen der Bremse vergeht, legt der Schuss- faden den Weg von der Lichtschranke 13 bis zur Aus trittsstelle C zurück.
Die Lichtschranke 13 kann in Richtung und Gegenrichtung des Pfeiles P verstellt werden, wodurch es möglich wird, die Länge des Schussfadenstückes, das jeweils irr das Gewebe eingetragen werden soll, genau festzulegen. Demzufolge kann die Beschleuni- gungsvorrichtung zugleich als Messvorrichtung ver wendet werden.
Nachdem ein Schussfaden in ein Webfach einge tragen worden ist, wird das eingetragene Fadenstück mittels der Schere 14 vom übrigen Schussfaden ab getrennt. Darauf wird das im Rohrende 1' befindliche Schussfadenstück in das Rohr 1 gezogen, was mittels eines Fadenrückholers erfolgt. Letzterer ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel als bei 15 schwenk- beweglich gelagerter Hebel 16 ausgebildet.
Sein freies Ende 17 ergreift beim Verstellen aus der in Fig. 1 ausgezogen dargestellten Lage in die gestrichelte Lage das Schussfadenstück und zieht es in das Rohr 1.
An der Beschleunigung- bzw. Messvorrichtung können noch weitere Luftzuleitungsrohre angeschlos sen werden, über welche vornehmlich im Augenblick des Eintragens ein Luftimpuls gegeben wird. Solche zusätzlichen Luftzuleitungen sind mit 18, 19 und 20 bezeichnet. Sie können an die gleiche Blasluftquelle angeschlossen .sein, an welche die Leitung 3 ange schlossen ist.
Dann wird im Augenblick des Eintra- gens der Druck innerhalb der Beschleunigungsvor richtung das Verschliessen des Ventils bewirken, so dass der gesamte zur Verfügung stehende Luftdruck dann allein zum Eintragen des Schussfadens in das Webfach genutzt wird.
In Fig. 2 bezeichnet 21 die Kurbelwelle, von der aus über den Zapfen 22 die Lade verstellt wird. Es sei angenommen, dass die Kurbelwelle in Richtung des Pfeiles G umläuft. Sobald der Kurbelzapfen an die Stelle a gelangt, wird die Bremse 2 geöffnet. In folgedessen wird der Schussfaden F von der Vorrats spule 5 abgezogen und innerhalb des Rohres 1 aus gelegt. Wenn der Zapfen nach b gelangt, wird die Bremse 2 geschlossen; der Schussfaden F hat in zwischen die Austrittsstelle C erreicht und wird in das dort schon vorhandene Webfach eingetragen, während der Zapfen nach c gelangt.
Während der Zapfen 22 von c nach d sich bewegt, wird der einge tragene Schussfaden angeschlagen und abgeschnitten. Sobald der Zapfen 22 in d ankommt, beginnt der Fadenrückhohler 16 den Restfaden aus dem Rohr ende 1' zurückzuziehen. Der Rückholvorgang ist beendet, sobald der Zapfen 22 nach a gelangt.
Die Abdeckscheiben 8, 9 können gegebenenfalls in Fortfall kommen. Dann könnte selbstverständlich zusätzliche Luft nur noch über die Leitung 19 zuge führt werden.
Das Rohr 1 muss nicht unbedingt ringförmig ge bogen sein, es könnte viehnehr jede beliebige Bie- gungsform aufweisen. Wesentlich ist nur, dass die Biegung nach Art einer Schlaufe verläuft.
Der Rückholer könnte ebenfalls in Abweichung vom gezeigten Ausführungsbeispiel eine andere Aus bildung erhalten, beispielsweise könnte er rotierend vorgesehen werden. Ebenso könnte das Rückholen des Fadenendes aus dem Rohrende 1' auch pneuma tisch durch Umlenken des Luftstromes aus dem Rohr 1" erfolgen.
Beim gezeigten Ausführungsbeispiel wird die Be schleunigungsvorrichtung an einem Webstuhl verwen det, der quer zum Lauf der Kettenfäden sich erstrek- kende Elemente besitzt, über welche Luft zur Flug bahn zugeführt wird, wobei die Luftzuführungsele- mente ausserhalb der Kettenfäden an der Stelle, an der die Webfachbildung erfolgt, vorgesehen sind und als quer über die Kettenfäden führende Rohre mit daran angebrachten, zur Flugbahn gerichteten Luft austrittsgliedern ausgebildet sind.
Die Luftaustritts glieder können dabei sägezahnartig am Rohr vorsprin gen. Ein solches Zahnrohr ist aus Fig. 1 ersichtlich, wo es mit 23 bezeichnet ist.
Wenn auch in der Beschreibung des Ausführungs beispiels dessen Funktion als Beschleunigungsvorrich tung in den Vordergrund gestellt wurde, so ist die erfindungsgemässe Vorrichtung doch vor allem zur Verwendung als Messvorrichtung bestimmt. Um eine gewünschte Schussfadenlänge wählen und festlegen zu können, ist zumindest ein Begrenzer 24 vorgesehen, durch welchen die Länge des Messschlitzes 7 ver ändert werden kann. Der Begrenzer 24 ist beispiels weise verschieblich angeordnet und, überdeckt an der Stelle, auf die er veschoben worden ist, den Schlitz 7.
Somit kann die Gesamtlänge des freien Schlitzes sogar während des Betriebes verändert und fein ein reguliert werden. Durch die Verstellbarkeit der Licht schranke 13 soll lediglich gewährleistet werden, deren Entfernung von C so einstellen zu können, dass inner halb der Zeitspanne, die vom Impuls durch die Licht schranke 13 bis zum Einfallen der Bremse 2 vergeht, der Schussfadenanfang gerade in C ankommt.
Bei der Ausführung nach Fig. 5 bis 7 wird der Schussfaden S mittels der Wälzkörper 31, 32 von der Vorratsspule 33 abgezogen. Er tritt über das Einfüh rungsrohr 34 in das Speicherrohr 35 ein, hinter dessen Austrittsstelle 36 die Schere 37 angeordnet ist.
Die beiden Wälzkörper 31, 32 nach Fig. 5 sind scheibenförmig ausgebildet und berühren einander auf einem Bogen, der der Länge des abzumessenden Schussfadens entspricht. Der Schussfaden selbst wird, wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, zwischen den Wälzkörpern hindurchgeführt, so dass bei deren Um laufen während ihrer Berührung eine Mitnahme des Schussfadens erfolgt. Die Umlaufrichtung der Wälz- körper wird durch die Pfeile A und B angedeutet. Bei der gezeigten Ausführungsform erfolgt zwischen den Scheiben 31, 32 Kontaktberührung auf einem Bogen C, der von der Stelle D bis E auf der Scheibe 32 sich erstreckt.
Auf der Scheibe 31 erstreckt sich die Kontaktberührung von Dl aus bis El. Den Wälz- körpern 31, 32 ist die Fadenbremse 38 vorgeschaltet. Sie wird von der Kurvenscheibe 39 aus gesteuert, die synchron mit der Scheibe 32 umläuft, indem sie bei spielsweise fest mit ihr verbunden ist. Mit der Steuer kurve wirkt der Doppelhebel 40 zusammen, der an seinem freien Ende eine an der Steuerkurve zur An lage kommende Rolle 41 trägt und bei 42 ortsfest gelagert ist und mit seinem anderen Ende über die Stange 43 zum unmittelbaren Betätigen der Bremse 38 dient.
Der Wälzkörper 32 weist über das Bogenstück F einen geringeren Durchmesser auf als über das Bogen stück C. Infolgedessen wird der Schussfaden dann, wenn die Scheibe 32 mit ihrem Mantel entlang des Bogens F gegenüber der Scheibe 31 abläuft, nicht transportiert. Sobald der Nocken 44 an der Scheibe 31 sich in die Ausnehmung 45 einsetzt, wird der Schussfaden zurückgezogen, wie aus Fig. 6 ersicht lich ist.
Beim Umlaufen der Wälzkörper 31, 32 in Rich tung der Pfeile A und B wird, sobald die Punkte D, Dl einander berühren, die Bremse 38 von der Steuer kurve 39 aus geöffnet. Infolgedessen wird der Schuss- faden S von der Vorratsspule 33 abgezogen und im Speicherrohr 35 ausgelegt.
Sobald die Scheiben 31, 32 sich soweit einander abgewälzt haben, dass sie an den Punkten E, El einander berühren, ist der Schuss- faden mit seinem Anfang 46 an die Austrittsstelle 35 gelangt. Im nächsten Augenblick wird die Kontakt berührung zwischen den Scheiben 31, 32 beendet, da die Scheibe 32 an der Stelle E auf einem geringeren Durchmesser zurückweicht. Zugleich erfolgt von der Steuerkurve 39 aus das Schliessen der Fadenbremse. Dies hat zur Folge, dass der im Speicherrohr 35 aus gelegte Schussfadenteil durch den Schlitz im Speicher rohr 35 austritt und mit seinem Anfang 46 die Aus trittsstelle 36 des Speicherrohres verlässt.
Er wird hierbei aus seiner gewundenen Lage innerhalb des Speicherrohres in die Strecklage gebracht. Die einzel nem Bewegungen der zugehörigen Webmaschine und der Messvorrichtung, sowie der Fadenbremse werden nun so zueinander abgestimmt, dass beim jeweiligen Schliessen der Fadenbremse 38 der Austrittsöffnung 38 ein neues Webfach gegenüber steht. Infolgedessen tritt der aus dem Speicherrohr austretende Schuss faden in dieses Webfach ein. Sobald dies geschehen ist, wird er durch die Schere 37 vom übrigen Schuss- faden abgetrennt.
Die Scheiben 31, 32 laufen nach dem Unterbrechen ihrer Berührung bei E, E1 in Richtung der Pfeile A, B weiter, wobei der Schussfaden nicht transportiert wird und wobei die Bremse 38 geschlossen ist. Schliesslich gelangt der Nocken 44 an die Ausneh- mung 45, taucht in diese ein und verlässt sie anschlies- send wieder. Hierbei wird der Schussfaden S bei ge schlossener Fadenbremse 38 in die Ausnehmung 45 geschoben, was bewirkt,
dass das im Speicherrohr 35 noch verbliebene Sc'hussfadenende von der Austritts stelle 36 auf die mit 46 gekennzeichneteHöhe zurück gezogen wird. Beim weiteren Umlaufen der Scheiben 31, 32 werden sich diese schliesslich an der Stelle D, Dl wieder berühren, wobei gleichzeitig die Bremse 38 von der Steuerkurve 39 aus geöffnet wird, so dass wiederum ein Schussfadenstück von der dem Bogen C entsprechenden Länge von der Vorratsspule 33 ab gezogen und im Speicherrohr 35 ausgelegt wird. Der Vorgang wiederholt sich dann.
Die Länge des Bogens, auf dem Kontaktberüh rung erfolgt, kann veränderbar sein, so dass sich die abzumessende Fadenlänge einstellen lässt.
Die Luftversorgung des Speicherrtihres 35 erfolgt zum einen über die Gebläseleitung 47 und zum an dern über die Pumpenleitung 48. Über die Leitung 47 strömt dauernd Gebläseluft von beispielsweise 0,06 atü zu. Damit der zu speichernde Schussfaden wäh rend des Speicherns nicht aus dem Schlitz tritt, den noch aber genügend Saugkraft auf ihn ausgeübt wird, wird er über zwei Venturi-Einsaugdüsen angesaugt, die mit 49, 50 bezeichnet sind.
Die Luft, die an die Venturi-Einsaugdüse 50 gelangt, wird über das Rohr 51 von der Leitung 47 aus zugeführt, während die Luft, die an die Venturi-Einsaugdüse 49 gelangt, von der Leitung 47 aus über das Rohr 52 zugeführt wird. Die Düsen 49, 50 können auswechselbar vorgesehen werden, um unterschiedliche Saugwirkungen auf den in das Speicherrohr 35 einzubringenden Schussfaden ausüben zu können.
In der Leitung 52 ist noch ein Drehventil 53 ein gebaut, dass von einem nichtgezeigten Nocken aus mechanisch über den Hebel 54 verstellt werden kann. Das Ventil 53 hat den Zweck, während des Speicherns des Schussfadens im Speicherrohr 35 dem vom Ge bläse kommenden Lufstrom die Menge beizumessen, die für den Speichervorgang im Speicherrohr 35 be nötigt wird.
Am Ventil 53 ist eine Feineinstellschraube 55 vorgesehen, die den Schliessweg des Ventils be- grenzt, und zwar derart, dass gerade soviel Luft das Ventil durchsetzen kann, wie benötigt wird, um das Speichern des Schussfadens zu bewirken.
Der Durch- lassquerschnitt des Ventils ist je nach Gewicht und Oberflächenbeschaffenheit des zur Verwendung kom menden Schussmaterials zu verändern. Wenn der Speichervorgang beendet ist, wird über die Leitung 48 zusätzlich ein Luftimpuls, der von der nichtge zeigten Pumpe kommt und beispielsweise einen Druck von 2 atü aufweist,
zugeführt und zugleich wird das Ventil 53 weiter geöffnet. Dies hat zur Folge, dass der im Speicherrohr ausgelegte Schussfaden so be schleunigt wird, dass er über die Schlitze im Speicher rohr 35 austritt, wobei seine Schleife aufgezogen wird. In der Leitung 52 ist noch ein Kugelventil vorhanden, wodurch verhindert wird, dass der im Speicherrohr 35 sich stauende Druck etwa auf den geringeren Ge- bläsedruck über die Leitung 47 sich auswirken kann.
Wie Fig. 7 erkennen lässt, ist der Mantel der Wälz- körper 31, 32 zumindest über den Bereich auf wel chem Kontaktberührung zwischen den Scheiben er folgt, elastisch nachgebend ausgebildet. Dies kann bei spielsweise dadurch erreicht werden, dass auf den massiven Wälzkörperkernen3labzw.32aein den Aus- senmantel bildender Zylinder 57, 58 aus dünnem Stahlblech gelegt ist, wobei die Zylinder durch Fe dern 59 gegenüber den Kernen 31a und 32a abge stützt sind.
Durch die elastisch nachgebende Ausbil dung des Wälzkörpermantels lässt sich erreichen, dass die Scheiben 31, 32 sich nicht nur in einem Punkt, sondern in einer längeren Fläche berühren. Hierdurch wird sichergestellt, dass ein zwischen den Scheiben 31, 32 verlaufender Schussfaden mit Sicherheit ergriffen wird. Da die Angriffsfläche verhältnismässig gross ist, können auch empfindliche Fäden mittels der Wälzkörper 31, 32 abgezogen bzw. gemessen werden.
Um eine feste Webkante an dem zu erzeugenden Gewebe zu erreichen, wird an jeder Randseite des Gewebes eine Mess- und Beschleunigungsvorrichtung angeordnet, wobei diese beispielsweise die aus Fig. 8 ersichtliche Ausbildung erhalten kann. Hier ist der Wälzkörper 60, der die Länge des abzumessenden Schussfadens S bestimmt, als halbrunde Scheibe ge staltet, deren Durchmesser so gewählt ist,
dass die Mantellänge über den Bogen G mit der zweifachen Webbreite W übereinstimmt. Der Wälzkörper wird über die Welle 61 in Richtung des Pfeiles H ange trieben. Mit ihr wirkt die Rolle 62 zusammen, indem diese mit ihr in Kontaktberührung kommt, sobald die Kante I nach K gewandert ist. Von diesem Augen blick an wird der Schussfaden, durch die Bremse 63 laufend, nach dem Speicherrohr 64 transportiert, dessen Länge so bemessen ist, dass ein Fadenstück von der doppelten Webbreite W in ihm aufgenommen werden kann.
Das Speicherrohr 64 weist ein geschlitz- tes Teilstück 65 und ein ungeschütztes Teilstück 66 auf. Das geschützte Teilstück beginnt am Austrittsen de 67. Die Länge des Schützes stimmt mit der ein fachen Webbreite W überein.
An der Eintrittsseite des Speicherrohres 64 ist noch die Schere 68 vorgesehen. Die auf der linken Seite der Zeichnung dargestellte Vorrichtung stimmt mit der rechts belegenen, zuvor beschriebenen Vorrichtung völlig überein.
Sobald die Kante I an die Stelle K gelangt, und die Bremse 63 geöffnet ist, wird der Schussfaden S1 nach dem Speicherrohr 64 transportiert. Er wird hier durch die über die Rohre 69 und 70 zuströmende Blasluft innerhalb des Speicherrohres ausgelegt und gelangt, sobald die Kante L die Stelle K verlässt, mit seinem Anfang auf die Höhe M.
In diesem Augenblick wird die Bremse 63 geschlossen. Infolgedessen wird das im Schlitzrohrteil befindliche Schussfadenstück veranlasst, aus dem Schütz auszutreten und in ein neu gebildetes Fach einzutreten. Dieser Zustand ist in Fig. 8 festgehalten.. Der Schussfaden, der von der rechten Vorrichtung aus gerade eingetragen worden ist, wird dort mit S2 bezeichnet.
Nach dem Eintragen diesesSchussfadenswird er in bekannter Weise ange- schlagen worauf von der linken Seite aus in das nächste Webfach ein mit S3 bezeichneter Schussfaden einge tragen wird. Sobald dieser angeschlagen und ein neues Webfach gebildet worden ist, wird das im Speicher rohr noch befindliche Teilstück des Schussfadens mittels der Schere 68 abgeschnitten.
Infolgedessen wird dieses Teilstück nunmehr durch die Blasluft aus den Rohren 69, 70 erfasst und in das neu gebildete Webfach eingetragen, so wie dies durch die gestri chelte Linie S4 angedeutet ist. Von links aus wird in analoger Weise vorgegangen. Wie unschwer aus der Zeichnung ersichtlich ist, legt sich das zweite Teilstück des jeweils gespeicherten Schussfadenstük- kes doppelter Webbreite an den Kanten bogenförmig um das Gewebe herum, .so dass hier eine feste Kante entsteht.
Die Wälzkörper 60, 60a sind in ihrer Winkel lage so zueinander versetzt, dass die Eintragung eines Schussfaden jeweils abwechselnd von rechts und links erfolgt. Die gegenseitige winklige Anordnung der Wälzkörper 60, 60a sowie die Steuerung der übrigen Teile kann jedoch auch so getroffen werden, dass jeweils zwei Schussfäden unmittelbar nacheinander von der einen Seite aus eingetragen werden, so wie dies aus Fig. 9 ersichtlich ist.
Der Vorteil, den die erläuterten Messvorichtungen bringen, besteht vor allem darin, dass der Messvor- gang bereits zu einem Zeitpunkt beginnt, in welchem das Webfach, in das der Schussfaden eingetragen werden soll, noch nicht gebildet ist. Es steht also ver- hältnismässig viel Zeit für das Abmessen zur Ver fügung, weil der Faden zunächst im Speicherrohr ge speichert wird.
Somit kann die Abzugsgeschwindib keit verhätnismässig niedrig gehalten werden, was ,ine Schonung des Materials ergibt und zugleich er- nöglicht, Abfallgarne oder andere Garne mit gerin- ;er Reissfestigkeit zu verarbeiten.
Bei der Ausführung lach Fig. 5 und 6 erfolgt das Abmessen während :iner Zeitspanne, die grösser ist als die Zeitspanne, Lie für 200 Grad einer Maschinenumdrehung benö- igt wird. Für den eigentlichen Eintragungsvorgang teht eine Zeitspanne zur Verfügung, die unterhalb ler für 90 Grad der Maschinenumdrehung benötigten Leitdauer liegt.
Durch das verhältnismässig langsame Umlaufen ier Wälzkörper ist ein Schlupf weit weniger zu be- >orgen als bei schnell umlaufenden Rollen. Die Ver- Nendung eines Stahlbandes zur Bildung des Mantels ]er Wälzkörper bringt wegen der glatten Oberfläche len Vorteil, dass ein Haften des Schussfadens beim Ablaufen von dem Mantel nicht eintritt.
Bei der Ausführung nach Fig. 8 ist ein Zurück dehen des Schussfadens nicht mehr erforderlich.
Bei der Ausführung nach Fig. 10 und 11 ist das Speicherrohr 71 fest mit der Lade 72 verbunden. Durch diese Ausbildung wird es möglich, dass vom eingetragenen Schussfaden abgetrennte Ende allein durch die Ladenbewegung auf die mit 46 in Fig. 5 bezeichnete Höhe zurückzuziehen.
Nachdem der Schussfaden S unter Mitwirkung der Wälzkörper 73, 74 in das Speicherrohr 71 einge tragen worden ist, und die Lade 72 ihr in Fig. 10 gezeigte rückwärtige Endstellung einnimmt, wobei ein neues Webfach gebildet worden ist, wird die Bremse 75 geschlossen, was im Zusammenhang mit dem Pumpimpuls bewirkt, dass der Schussfaden in der zuvor beschriebenen Weise in das Webfach einge tragen wird. Nachdem die Eintragung beendet ist, wird der Schussfaden abgeschnitten, und die Lade 72 bewegt sich aus ihrer in Fig. 10 gezeigten Stellung in die in Fig. 11 festgehaltene vordere Endstellung. Hierdurch wird der zuletzt eingetragene Schussfaden angeschlagen.
Bei der Ladenbewegung von rechts (Fig. 10) nach links (Fig. 11) hat sich das Speicher rohr 71 vom Fadenende um das Stück L entfernt, wodurch es auf die in Fig. 5 mit 46 bezeichnete Höhe zurückgezogen worden ist. Demzufolge kann der Schussfaden bei neuer Zuführung durch die Wälz- körper 73, 74 erneut im Speicherrohr 71 gespeichert werden.
Die in dem gekreuzten Ringrohr kontinuierlich fliessende Blasluft erfasst den Schussfaden an der Eintrittstelle und bläst ihn durch das Rohr hindurch, wobei er einerseits von der Vorratsspule abgezogen wird und anderseits zur Rohraustrittsstelle gelangt. Es wird nun dafür gesorgt, dass die Eintragung des Schussfadens in das Webfach in dem Augenblick be ginnen kann, in welchem das freie Sehussfadenende sich an der Austrittsstelle des ringförmigen Rohres befindet.
Ausserdem wird über eine Steuereinrichtung dafür gesorgt, dass die Fadenbremse geschlossen wird, sobald ,sich das freieSchussfadenendeanderAustritts- stelle des ringförmigen Rohres befindet. Die im Ring rohr noch immer strömende Blasluft bewirkt nun, dass der im Flug befindliche Schussfaden die Rohr austrittsstelle durchfliegt, wobei die Schlaufe, die der Schussfaden innerhalb des gekreuzten Ringrohres bil det, aufgezogen wird. Das Aufziehen der Schlaufe wird dadurch möglich, dass das Rohr auf seiner ge samten Länge geschlitzt ist.
Sobald bei dieser Ausführungsform der Schuss- faden in das Webfach eingetragen worden ist, wird eine Schere betätigt, die das eingetragene Schuss- fadenstück randseitig von dem übrigen Schussfaden abtrennt. Das im Austrittsrohrstück befindliche Schussfadenstück wird über einen eigens hierzu inner halb des durch die Abdeckscheiben gebildeten Ka nals vorgesehenen Fadenrückholer nach dem eintritts- seitigen Rohrstück gebracht.
Wenn hierauf die Bremse wieder geöffnet wird, wird erneut ein Schussfaden- stück festgelegter Länge von der Vorratsspule abge zogen und innerhalb des Ringrohres ausgelegt.
Das Zurückholen des Schussfadens nach erfolg tem Abscheren und das Abmessen des Schussfadens kann auch mittels eines Aggregates erfolgen, das zwei umlaufende, sich mantelseitig berührende Wälzkörper umfasst, zwischen deren Mantel der Schussfaden von der Vorratsspule nach dem Schlitzrohr verläuft, wobei zumindest einer der Wälzkörper die Länge des abzu ziehenden Schussfadens bestimmt und eine in Abhän gigkeit vom Umlaufweg dieses Wälzkörpers gesteuerte Fadenbremse vorhanden ist,
die zu Beginn der Schuss- fadenspeicherung geöffnet und am Ende der Schuss- fadenspeicherung geschlossen wird.
Unter Heranziehung einer derartigen Vorrichtung kann zunächst nahezu die gesamte Zeitspanne, die zwischen zwei Schussfadeneintragungen liegt,zumAb- ziehen und Messen einer Schussfadenlänge herange zogen werden. Beim Abziehvorgang des Schussfadens wird dieser innerhalb des Schlitzrohres ausgelegt, was dadurch erreicht wird, dass in das Schlitzrohr dauernd Blasluft einströmt.
Nachdem die gewünschte Schuss- fadenlänge abgemessen und im Schlitzrohr gespeichert worden ist, wird die Fadenbremse geschlossen. Dabei ist der Maschinenlauf so abgestimmt, dass beim Schliessen der Fadenbremse ein neues Webfach ge bildet worden ist. Infolgedessen kann der unmittelbar nach dem Schliessen der Fadenbremse aus dem Schlitzrohr vorbeschleunigt austretende Schussfaden- anfang in das Webfach eintreten.
Sobald er dies durchsetzt hat, wird das eingetragene Schussfaden- stück durch entsprechendes Betätigen der Schere von dem übrigen Schussfaden abgetrennt.
Zur Steuerung der Fadenbremse kann eine Licht schranke verwendet werden. Besonders günstig ist es aber, eine synchron mit dem die Länge des Schuss- fadens bestimmenden Wälzkörper umlaufende Steuer kurve und ein mit dieser zusammenwirkendes Folge glied heranzuziehen., das auf die Fadenbremse ein wirkt. Zwischen dem Folgeglied und der Fadenbremse kann noch ein Hebelgetriebe vorgesehen sein, das die Fadenbremse unmittelbar betätigt.
Um zu erreichen, dass ein Schussfadenstück von bestimmter Länge abgezogen und damit auch abge- messen wird, empfiehlt es sich, zumindest einen der Wälzkörper mantelseitig an derjenigen Stelle, an wel cher der Fadenabzug enden soll, von dem anderen Wälzkörper um wenigstens ein die Fadenmitnahme ausschliessendes Stück zurückweichen zu lassen und diese Zurückweichung sich bis zu derjenigen Stelle erstrecken zu lassen, an welcher der Fadenabzug be ginnen soll.
Es ist also das Bogenstück, über das Kon taktberührung zwischen den Wälzkörpern erfolgt, so lang bemessen, wie die Länge des abzuziehenden Fa denstückes sein soll.
Nachdem ein Schussfaden in ein Webfach einge tragen und am Schlitzrohraustrittsende abgeschnitten worden ist, muss dafür gesorgt werden, dass die Schussfadentrennstelle vom Schlitzrohraustrittsende zurück zum Schlitzrohreintrittsende gelangt, damit bei erneutem Abmessen eines Schussfadenstückes des- sen Speicherung im Schlitzrohr erreicht werden kann. Hierzu wird auf demjenigen Wälzkörperbogenstück,
das zwischen dem Berührungs-Bogenstüsk liegt, am einen Wälzkörper mantelseitig ein nach aussen vor stehender Nocken und am anderen Wälzkörper eine zu dem Nocken genau passende Ausnehmung vorge sehen. Hierdurch wird nach dem Eintragen eines Schussfadens und nach seinem @ Abschneiden am Schlitzrohr bei geschlossener Fadenbremse der im Schlitzrohr verbliebene Teil des Schussfadens etwas zurückgezogen.
Die Ausbildung des Nockens wird so getroffen, dass beim Zurückziehen des Schussfadens dessen Trennstelle vom Austrittsende des Schlitz rohres an das Eintrittsende gelangt.
Bei geringer Abwandlung der Mess- und Beschleu nigungsvorrichtung kann diese durch Anwendung an jeder Randseite des zu bildenden Gewebes auch dazu herangezogen werden, eine feste Webkante an den Randseiten zu bilden. Hierzu empfiehlt es sich zu nächst, die Speicherrohre so lang zu bemessen, dass in ihnen ein Schussfaden von der doppelten Web- breite aufgenommen werden kann.
Sodann ist es ratsam, den eigentlichen Messkörper so auszubilden, dass er jeweils Fadenstücke von der zweifachen Web- breite von der Vorratsspule abzieht. Hierzu ist es günstig, wenn der die Länge des abzuziehenden Schussfadens bestimmende Wälzkörper als halbrunde Scheibe ausgebildet ist, der gegenüber eine Andruck rolle vorgesehen ist, wobei die Länge des halben Bogens mit der Länge des abzuziehenden Fadenstük- kes übereinstimmt.
Die Schlitze in den Speicherrohren sind hierbei nur so lang bemessen, dass ihre Längen mit der einfachen Webbreite übereinstimmen, wobei sie nach dem ungeschlitzten Rohrteil beginnen und sich bis zum Austrittsende des Schussfadens er strecken.
Mit einer solchen Vorrichtung werden während des Messvorganges in einem Speicherrohr immer Schussfadenstücke von der doppelten Webbreite aus gelegt. Wenn daraufhin die zu dem Speicherrohr ge hörende Fadenbremse geschlossen wird, dann wird das im Schlitzrohrteil gespeicherte Fadenstück ge streckt und in das Webfach eingetragen.
Nach dem Anschlagen des eingetragenen Schussfadens und Bil dung eines weiteren Webfaches wird von der anderen Randseite des Gewebes aus in der gleichen Weise ein Schussfaden in ein neu gebildetes Webfach eingetra gen. Dieser wird ebenfalls angeschlagen, worauf dann der im Speicherrohr an der anfänglichen Schussseite verbliebene Schussfaden von der Länge der einfachen Webbreite abgeschnitten wird, so dass die in das Speicherrohr gelangende Blasluft das abgeschnittene Schussfadenstück in ein weiteres, neu gebildetes Web- fach einträgt.
Von der andern Seite aus wird hierauf in gleicher Weise vorgegangen. Das nach dem Ein tragen des ersten Teiles des in einem Speicherrohr gespeicherten Schussfadens zweifacher Webbreite zu nächst im Speicherrohr verbliebende Schussfadenstück einfacher Webbreite wird bei seinem Eintragen in das Gewebe randseitig um 180 Grad herumgelegt, so dass sich an den Randseiten eine feste Webkante ergibt. Die Eintragungsfolge von den Randseiten aus kann hierbei selbstverständlich auch geändert werden, beispielsweise so, dass jeweils zwei Eintragungen hin tereinander von der einen Randseite aus des Gewebes erfolgen.
Duch den beschriebenen Erfindungsgegenstand wird ermöglicht, dass der Schussfaden bereits in An fangsmoment der Eintragung in das Webfach seine volle Fluggeschwindigkeit oder doch zumindest einen beachtlichen Teil derselben besitzt. Der Schussfaden befindet sich bereits im Flug, wenn der Impuls zur Eintragung in das Webfach gegeben wird. Infolge dessen braucht er in diesem Zeitpunkt nicht erst aus dem Zustand der Ruhe heraus beschleunigt zu wer den. Dies wiederum erbringt den Vorteil, dass der Eintragungsvorgang wesentlich rascher abläuft als bisher.