CH420237A - Verfahren zur Herstellung von Stahl - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von StahlInfo
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- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
- B22D18/00—Pressure casting; Vacuum casting
- B22D18/06—Vacuum casting, i.e. making use of vacuum to fill the mould
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21C—PROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
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Description
Verfahren zur Herstellung von Stahl Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel lung von Stahl in Verbindung mit .einer Vakuumbe handlung und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Durch die bekannten Verfahren der Vakuumbe handlung beim Schmelzen und Giessen wird als unmit telbare Folge einer Entgasung ein Stahl gewonnen, der eine erhöhte Reinheit aufweist.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Herstellungsverfahrens für Stahl, bei welchem die Keimwirksamkeit und damit auch der Stahlcharakter, vor allem hinsichtlich Feinkörnigkeit, Zähigkeit und anderer Eigenschaften, weitgehend beeinflusst werden kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass die Stahlschmelze im Schmelzofen und/oder beim Giessen einer entkeimend wirkenden Vakuumbehandlung unterworfen wird und danach zur Erhöhung der Keimwirksamkeit der Stahl vom Giessen bis zum Erstarren und/oder im warmver formten Zustand bei erhöhter Temperatur einem ho hen Druck ausgesetzt wird.
Beim vorliegenden Verfahren kann also die Druckbehandlung sowohl im schmelzflüssigen als auch im bereits festen, jedoch noch warmverformba- ren Zustand erfolgen. Bereits im Zustand der festen Lösung, das heisst beim Entstehen des y-Mischkri- stalles, kann am entstehenden bzw. am entstandenen Stahlkörper sowie zu jedem Zeitpunkt des Ablaufes der Kristallisation des y-Mischkristalles die Druck einwirkung vorgenommen werden und so die entspre chend feine, für die Güte des Produktes massgebliche Grösse des Austenitkornes erzeugt werden. Die Tem peratur, bei welcher die Hochdruckbehandlung er folgt, sollte zweckmässig oberhalb des Ara liegen.
Vorzugsweise werden dabei Drücke von minde- stens <B>100</B> kp/cm2 angewendet, z. B. Drücke bis zu 700 kp/cm2 oder auch mehr.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfin dungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeich- net, dass sie aus einer Vakuumkammer und einer mittels eines Sperrorgans druckmässig mit dieser ver- bindbaren Druckkammer besteht, und dass jede dieser Kammern mit einer absperrbaren Absaugleitung und einer absperrbaren Druckleitung versehen ist.
In der bevorzugten Ausführungsform ist diese Vorrichtung so ausgebildet, dass die Vakuumkammer und die Druckkammer eine geschlossene Baueinheit bilden, in der die Vakuumkammer oberhalb der Druckkammer und von dieser durch eine Zwischen wand getrennt angeordnet ist, die mit einer abdeck- baren Mittelöffnung und einem Schieber versehen ist, und dass die Vakuumkammer mit einem verschliessba ren Deckel versehen ist.
In einem solchen Zweikammergefäss können die Vakuumbehandlung und die anschliessende Hoch druck-Wärmebehandlung nach dem Giessen bzw. beim Erstarren erfolgen. Es kann dabei zunächst in der oberen Kammer die Vakuumbehandlung des Stahles vorgenommen werden, worauf dann die obere und die untere Stahlkammer gleichzeitig unter Druck gesetzt werden und der flüssige Stahl in der unteren Kammer unter hohem Druck zum Erstarren gebracht wird. Die Druckeinwirkung kann hierbei bereits beim Einlaufen des Giessstrahles des in der oberen Kam mer z. B. in einer Abstichpfanne befindlichen Stahles in die untere Stahlkammer erfolgen.
Als Druckmittel kann dabei ein für den flüssigen Stahl unschädliches in Form von Gas und/oder Luft verwendet werden.
Die Hochdruck-Wärmebehandlung kann auch in einer einzelnen Stahlkammer im Anschluss an eine Warmverformung oder an eine nochmalige Erhitzung des warmverformten Stahlkörpers erfolgen, insbeson dere in Verbindung mit einer geringen Formände rung, beispielsweise in einem dem Stahlkörper ange passten konischen Druckgefäss durch schichtenweises Anstauchen des Stahlkörpers bei partiell behinderter und schrittweise die natürliche Schrumpfung ausglei chender Formänderung.
Wenn beim Erstarren .einer Schmelze die Druck anwendung schon mit dem Eintritt des Giessstrahles des vakuumbehandelten, flüssigen Stahles in die Druckkammer beginnt, so steht der z. B. in einer Kokille entstehende Stahlkörper ebenfalls bereits in seinem Giess- bzw. Gussaufbau von Anfang an zu wachstumsschichtig-unter hohem Raumdruck.
Das vorliegende Verfahren kann allgemein in Verbindung mit einer einfachen Pfannenentgasung oder mit einer Giessstrahlentgasung angewendet wer den.
Im folgenden wird das Verfahren der Erfindung anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert, in welcher ein als geschlossene Baueinheit ausgebildetes Zweikammergefäss zur Durchführung des Verfahrens dargestellt ist.
Das Zweikammergefäss kann sowohl für die Va kuumbehandlung als auch für die Druckbehandlung verwendet werden; vorteilhaft ist dabei, dass es gege benenfalls auch ausschliesslich für die Druckbehand lung benutzt werden kann. Das Zweikammergefäss wird zweckmässig als Vakuum-Druckkammer be zeichnet.
Gemäss Abbildung besteht die ortsfeste oder trans portable Vakuum-Druckkammer aus einer vakuum- und druckdichten oberen Vakuumkammer a und unteren Druckkammer <I>b.</I> Die Vakuumkammer<I>a</I> ist durch einen vakuum- und druckdichten Deckel c ab geschlossen. Der Deckel c kann auch die für eine Giessstrahlentgasung benötigte, an sich bekannte übliche Eintrittsöffnung d enthalten, die jedoch nach Beendigung des Entgasungsvorganges ebenfalls druck fest, z.
B. durch eine darüber gesetzte Haube, ver- schliessbar sein muss.
Die nötige vakuum- und/oder drucksichere Ab dichtung nach aussen erfolgt durch vorzugsweise mo torischen, z. B. hydraulischen, Anzug der Verschluss- elemente, und zwar hinsichtlich drucksicherer Ab dichtung der Vakuum-Druckkammer vor allem zwi- schenstuflich durch einen nochmaligen Anzug zwi schen Vakuum- und Druckanwendung.
In die Vakuumkammer a der Vakuum-Druck- kammer wird die Pfanne e z. B. zur an sich bekannten einfachen Pfannen- oder Giessstrahlentgasung einge bracht und mit ihrem zunächst mit Stopfen verschlos senen Abguss über einer entsprechenden Öffnung f im Boden der Kammer a abgestellt.
Diese Bodenöffnung f bzw. die Abgussöffnung der Pfanne e und der Boden der Vakuumkammer a selbst brauchen nur dann auf übliche Weise vakuumdicht ausgeführt sein, wenn z.
B. entweder die Kammer a für sich allein (Absaugleitung hl) -oder auch die Vakuumkammer a und die - Druckkammer b (Ab- saugleitung h2) gemeinsam als Zweikammergefäss für eine Einfach- bzw. Doppelentgasung, und zwar vorzugsweise für eine solche mit unterschiedlichem Vakuum, fallweise verwendet werden.
Unter der Öffnung f im Boden der eigentlichen Vakuumkammer muss jedoch insbesondere bei ver fahrensgemässer Anwendung vorher ein Gefäss zur Aufnahme des flüssigen Giessstrahles bzw. Stahles aus. der Pfanne e, z. B. eine Kokille g, eingesetzt wor den sein. Der Boden der Vakuumkammer a muss daher vorher ganz oder teilweise entfernt werden können.
Zur Durchführung des Verfahrens wird zunächst die Kammer a bei aufgesetztem Deckel c mit der ein gesetzten Pfanne e bis auf den jeweils erforderlichen Druck evakuiert, und zwar über die für sich absperr bare Absaugleitung h.
Nach Beendigung des Entgasungsvorganges wird der Raum der Kammer<I>a</I> und<I>b</I> mit einem für den flüssigen Stahl unschädlichen Druckmittel in Form von Gas gefüllt, vorzugsweise mit Stickstoff, und zwar z. B. mit vorgewärmtem Gas, um Temperatur verluste für den flüssigen Stahl möglichst auszuschal ten.
Hierauf werden die beiden Kammern <I>a</I> und<I>b</I> (Vakuum- und Druckkammer) durch zusätzliches Gas, das für flüssigen Stahl möglichst unschädlich ist, unter Druck gesetzt, und zwar über ebenfalls für sich absperrbare Druckgaszuleitung oder -zuleitungen, die dann möglichst getrennt an den Stellen k1 und k2 in die Vakuum- bzw. Druckkammer münden.
Auf den benötigten Druck wird dieses Gas z. B. entweder in vorgeschalteten besonderen Druckkammern durch explosionsartig verlaufende bekannte chemische oder physikalische Vorgänge oder mit Hilfe von Ventilen, die erst bei einem bestimmten hohen Druck geöffnet werden oder sich öffnen, oder durch eine Kombina tion beider Vorgänge gebracht. Der hohe Druck in beiden Kammern<I>a</I> und<I>b</I> wird über den Giessvorgang hinaus so lange aufrechterhalten, dass der vergossene Stahl bis zur vollständigen Erstarrung und Auskristal- lisation abgekühlt werden kann.
In Verbindung mit der im vorangehenden be schriebenen Ausführungsform des Verfahrens oder auch getrennt kann in der Vakuumkammer a oder in einer einfachen Druckkammer sowohl eine an sich bekannte einfache Pfannen- als auch Giessstrahl entgasung ausgeführt werden. In ersterem Fall müs sen die in der Regel miteinander in Verbindung ste hende Vakuum- und Druckkammer z.
B. durch Schie ber oder entsprechende Organe voneinander vakuum dicht getrennt werden können. Hierdurch und in einer vom vorstehenden Verfahren getrennten Anwendung desselben Gefässes, und zwar einschliesslich der vor handenen Druckkammer b,
als Zweikammergefäss für eine zum Beispiel an sich ebenfalls bekannte Doppel- bzw. Zweistufen-Entgasung mit gleichem oder unter schiedlichem Vakuum und mit zweifacher Giess strahlentgasung oder mit Pfannen- und Giessstrahlent- gasung ist eine vielseitige, über das eigentliche obige Verfahren hinausgehende und wirtschaftlich günstige Verwendbarkeit der Druck- oder Vakuum-Druck- kammer sichergestellt.
Gemäss einer Abwandlung der oben beschriebe nen Ausführungsform des Verfahrens in einer Va kuum-Druckkammer kann sich die Evakuierung auch von vornherein auf die Druckkammer b erstrecken. Auch dabei kann eine einfache Pfannen- oder Giess strahlentgasung zur Anwendung kommen.
Die Anwendung hohen spezifischen Druckes zur Erhöhung der Keimwirksamkeit bzw. der Anzahl wirksam werdender Keime führt daher zu einer Ergänzung und Erweiterung der bisherigen Anwen dung der Vakuumbehandlung von Stahl. Es ist daher kaum zu übersehen, dass mit diesem neuen Verfahren ein grosser Fortschritt verbunden ist. An sich geht es letztlich darum, dass der durch z.
B. immer aufwendi gere Schmiedepressen bzw. -einrichtungen, Elektro- denabschmelzverfahren usw. entstehende Aufwand der bisherigen Entwicklung beendet und zu ur sprungsgemässer Einwirkung hohen Druckes unmittel bar bei der Stahlerstarrung zurückgeführt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCHI Verfahren zur Herstellung von Stahl, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlschmelze im Schmelz ofen und/oder beim Giessen einer entkeimend wirken den Vakuumbehandlung unterworfen wird und da nach zur Erhöhung der Keimwirksamkeit der Stahl vom Giessen bis zum Erstarren und/oder im warm verformten Zustand bei erhöhter Temperatur einem hohen Druck ausgesetzt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck 100 kp/cml- bis 700 kp/cm-' beträgt. 2.Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Druckmittel ein Gas verwen det wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Druckbehandlung des bereits erstarrten bzw. warmverformten Stahls ein mechani scher, eine Formänderung bewirkender Druck ange wendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein schlagartig einsetzender Druck angewendet wird.5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Vakuumbehandlung der Raum, in dem die Vakuumbehandlung erfolgt ist, und der Raum, in dem die Druckbehandlung er folgt, mit einem für die Stahlschmelze unschädlichen Gas, vorzugsweise Stickstoff, gefüllt werden.PATENTANSPRUCH II Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Vakuumkammer (a) und einer mittels eines Sperrorgans druckmässig mit dieser verbindba- ren Druckkammer (b) besteht, und dass jede dieser Kammern mit einer absperrbaren Absaugleitung (hl, h2) und einer absperrbaren Druckleitung (k1, k2) versehen ist. UNTERANSPRÜCHE 6.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Vakuumkammer und die Druckkammer eine geschlossene Baueinheit bilden, in der die Vakuumkammer oberhalb der Druck kammer und von dieser durch eine Zwischenwand getrennt angeordnet ist, die mit einer abdeckbaren Mittelöffnung (f) und einem Schieber versehen ist, und dass die Vakuumkammer mit einem verschliess baren Deckel (c) versehen ist. 7.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung eines dichten Verschlusses der Vakuumkammer und/oder der Druckkammer motorisch betätigbare Verschlussele- mente vorgesehen sind. B.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass sie hinsichtlich Bodenöffnung (f) bzw. Abgussöffnung der auf dem Boden der Vakuum kammer (a) abgesetzten Pfanne (e) und des einsetz baren Bodens der Vakuumkammer (a) vakuumdicht ausgeführt ist, so dass sowohl die Vakuumkammer für sich allein als auch die Vakuumkammer und die vorhandene Druckkammer (b) gemeinsam als Zwei kammergefäss die Vornahme von Einfach- und Dop pelentgasung gestatten. 9.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkammer (b) als koni sches Druckgefäss zur unmittelbaren Aufnahme des Stahls in erstarrter Form ausgebildet ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1961ST018437 DE1236543B (de) | 1961-10-13 | 1961-10-13 | Verfahren zur Hochdruck-Waermebehandlung im Vakuum hergestellten Stahles |
| DEST018874 | 1962-02-17 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH420237A true CH420237A (de) | 1966-09-15 |
Family
ID=25994060
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH1151962A CH420237A (de) | 1961-10-13 | 1962-10-01 | Verfahren zur Herstellung von Stahl |
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| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT256156B (de) |
| CH (1) | CH420237A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0322763A3 (en) * | 1987-12-25 | 1990-02-07 | Nkk Corporation | Method for cleaning molten metal and apparatus therefor |
| CN117483712A (zh) * | 2023-10-10 | 2024-02-02 | 无锡刚正精密吸铸有限公司 | 一种用于超高压气体锻压液态金属设备中的石墨盖 |
-
1962
- 1962-09-28 AT AT770662A patent/AT256156B/de active
- 1962-10-01 CH CH1151962A patent/CH420237A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0322763A3 (en) * | 1987-12-25 | 1990-02-07 | Nkk Corporation | Method for cleaning molten metal and apparatus therefor |
| CN117483712A (zh) * | 2023-10-10 | 2024-02-02 | 无锡刚正精密吸铸有限公司 | 一种用于超高压气体锻压液态金属设备中的石墨盖 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT256156B (de) | 1967-08-10 |
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