Verfahren zurr Herstellen von Dachabdeckungen aus Metallblechstücken Bekannte Dachabdeckungen bestehen aus Blech stücken, die an ihren senkrecht zum Dachfirst ver laufenden Längskanten durch stehende Falzränder und an ihren Querkanten durch liegende Falzrän- der verbunden sind. Dabei wird der abgewinkelte breitere Falzrand des einen Blechstückes um den abgewinkelten schmäleren Falzrand des benach barten Blechstückes gefaltet bzw. gebördelt.
Im Falle eines zweifachen Faltens der Falzränder tritt eine abermalige Erhöhung der Blechstärke an der Faltstelle auf. Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass bei einem derartigen Verbindungsverfahren die er forderliche Blechmenge sehr gross ist.
Für Dachabdeckungen aus Metallblechen wird normalerweise Eisen- oder Kupferblech verwendet. Die Eisenbleche erfordern eine Nachbehaltung, wie beispielsweise einen Farbanstrich oder eine andere Oberflächenbehandlung, sind aber in der Herstellung verhältnismässig billig, wogegen Kupferbleche nicht nachbehandelt werden müssen, jedoch verhältnismäs- sig teuer sind.
Beim Verfahren nach der vorliegenden Erfin- dung werden zum Dachdecken Bleche aus einer kor rosionsbeständigen Eisenlegierung. verwendet. Der artige Bleche wurden wegen ihres hohen Preises und der Schwierigkeiten bei der Bearbeitung für die Dach deckung bisher nicht in Betracht gezogen. über raschenderweise hat sich nun aber gezeigt, .dass unter gewissen Bedingungen die Verwendung rost freier Bleche für die Dachdeckung mit erheblichem Vorteil möglich ist.
Die Dicke der üblicherweise für Dachabdeckungen verwendeten Kupferbleche be trägt etwa 0,6 mm, wogegen sich gezeigt bat, dass rostfreie Eisenbleche infolge ihrer grossen Starrheit und hohen Festigkeit in, wesentlich geringerer Stär ke eine befriedigende Dachabdeckung ergeben. Die Dicke der rostfreien Eisenbleche kann 0,3 mm oder noch weniger betragen. Daraus folgt, dass die Ma terialkosten bei einer Abdeckung aus rostfreien Ei senblechen wesentlich geringer sind, als bei einer Ab deckung mit Kupferblechen.
An sich ist die Verwendung von rostfreien Ei senblechen als Dachdeckmaterial schon vorgeschla gen worden, doch sind die bisher vorgeschlagenen Verfahren zum Verbinden der Bleche in der Praxis nicht befriedigend.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Verbinden von aus einer rostfreien Eisenlegierung bestehenden Blechen zu schaffen, das für die Herstellung einer dauerhaft ab gedichteten Dachabdeckung geeignet ist, direkt an der Verlegungsstelle angewendet werden kann, und die zur Herstellung einer fertigen Abdeckung erfor derliche Arbeitszeit gegenüber bereits bekannten Verfahren stark vermindert.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass aus rost freier Eisenlegierung bestehende Blechstücke mit aufgebogenen Rand-Flanschen nebeneinander auf der abzudeckenden Dachfläche verlegt und die Flan sche benachbarter Blechstücke durch elektrisches Widerstandsschweissen miteinander verbunden wer den, worauf die verschweissten Flansche in Längs richtung gestreckt werden. Die normalerweise im rechten Winkel zum Dachfirst verlaufenden Blech flansche werden vorzugsweise auf die beschriebene Weise so miteinander verbunden, dass sie auf dem Dach stehende Saumränder bilden.
Gegebenen falls vorhandene Querverbindungen parallel zum Dachfirst können in üblicher Weise als liegende Saumränder ausgeführt werden.
Bei Ausübung des erfindungsgemässen Verfah rens können zunächst mehrere Blechstücke in Quer richtung miteinander verbunden werden, so dass ein durchgehender Blechstreifen entsteht, der sich vom Dachfirst bis zur Unterkante des Daches erstreckt. Es ist jedoch auch möglich, ein einstückiges Blech band von entsprechender Länge zu verwenden.
So bald die einzelnen Blechstücke oder durchgehenden Blechbänder am Dach lagerichtig angeordnet worden sind, können sie an einigen Stellen punkt- verschweisst werden, um so ihre Lage während des nachfolgenden Verschweissens der längsgerichteten Flansche zu fixieren.
Die Wärmedehnung der rostfreien Bleche wirft besondere Probleme auf. Wenn die Flansche der verwendeten Blechstücke unter einem Winkel von 90 aufgebogen sind, so stossen die Hauptflächen der Blechstücke nach dem Zusammenschweissen der Flansche dicht aneinander und sie werden sich daher bei auftretendem Temperaturanstieg ausbeulen. Wenn jedoch die Flansche unter einem Winkel von weniger als 90 abgebogen sind, so ergibt sich zwi schen den benachbarten Blechstücken eine Fuge, die zur Dachfläche hin offen ist.
Diese Fuge ermöglicht nun eine unbehinderte Wärmedehnung der Blech stücke.
Wenn die Flansche der Blechstück unter einem Winkel von weniger als 90 umgebogen sind; so wei sen sie von den Blechen schräg nach aussen, so dass, wenn zwei Blechstücke Kante an Kante liegen, die oberen Teile der aufgebogenen Flansche elastisch ge geneinander gedrückt werden, wodurch die Schweis- surig erleichtert wird.
Der Winkel zwischen den auf gebogenen Flanschen benachbarter Blechstücke darf aber nicht allzu gross sein, weil sonst eine gros- se Kraft erforderlich wäre, um diese Teile gegenein ander zu drücken, und weil die Schweissurig dann möglicherweise nicht zufriedenstellend ausfallen wür de. Der Winkel, unter dem die Flansche aufgebo gen sind, wird unter Berücksichtigung der schon er wähnten Wärmedehnung und der Erfordernisse des Schweissvorganges gewählt.
Es hat sich gezeigt, dass dieser Winkel kleiner als 90 und grösser als 75 sein soll. Eingehende Versuche haben ergeben, dass ein Winkel von 87 in der Praxis zu beson ders guten Ergebnissen führt. Demgemäss sollen die umgebogenen Flansche zweier benachbarter, zu verbindender Blechstücke miteinander einen Winkel einschliessen, der -kleiner als 20 ist und vorzugs weise zwischen 5 und 7 liegt.
Wenn der Winkel zwischen den Flanschen nicht über 7 , auf alle Fälle jedoch weniger als 30 be trägt, so kann die Schweissurig als elektrische Wi- derstandsschweissung mittels einer Rollenschweissma- schine durchgeführt werden, die entlang der Flansche der Blechstücke bewegt wird.
In diesem Falle kön nen die Flansche ohne übermässigen Kraftaufwand gegeneinander gedrückt werden, um so eine zufrie- denstellende Schweissurig zu erhalten. Das gilt auch dann, wenn die Schweissverbindung etwas unterhalb der oberen Randkanten der Flansche durchgeführt wird.
Diese Anordnung der Schweissnaht ist bei Verwendung einer Rollenschweissmaschine empfeh- lenswert. Wenn nämlich. die Schweissrollen ganz nahe den Randkanten geführt werden, so kann sich geschmolzenes Material an den Schweissrollen an setzen, wodurch der kontinuierliche Schweissvorgang gestört wird.
Ein anderer Vorteil, der sich aus der schrägen Lage der Flansche bezüglich der Dachfläche ergibt, besteht darin, dass die zwischen den Flanschen ver bleibende Fuge zur Aufnahme von Befestigungs organen verwendet werden kann, die zur Veran kerung der Blechstücke auf der Unterlage dienen: Eine derartige Verankerung ist notwendig,
damit die Dachabdeckung trotz der durch die Temperatur- schwankungen auftretenden Dimensionsänderungen eben bleibt und satt auf der Unterlage aufliegt. Das Verankerungsorgan kann durch den Schweissvor- gang mit -den Blechstücken verbunden werden und beispielsweise die Form eines Blechstreifens mit einem gefalzten unteren Randteil haben, der in lösbarem Eingriff mit einem entsprechenden weiteren Veranke- rungsörgan steht, das an einem auf der Unterlage der Dachabdeckung montierten Blechstück befestigt ist.
Durch das Verschweissen der Blechstücke wird bei richtiger Durchführung der Schweissurig bereits eine verlässliche und dichte Verbindung erzielt. Wenn jedoch der .Schweissvorgang noch mit einem Bör- delvorgäng kombiniert wird, durch den die Oberseite der Schweissnaht abgedeckt wird, so ergibt sich auf alle Fälle eine äusserst dichte und dauerhafte Ver bindung. Falls das Dach von Personen begangen werden soll, ergibt sich durch die letzterwähnte Mass nahme noch der Vorteil, dass keine scharfen freien Blechkanten verbleiben.
Um den Bördelvorgang durchführen zu können, wird einer der beiden aufgebogenen und miteinan der zu verbindenden Flansche höher als der ande re bemessen. Wenn die einzelnen Bleche miteinan- der verbunden sind, so ragt der höhere Flansch über den niedrigeren Flansch hinaus und er wird nach Beendigung des Schweissvorganges über diesen umgebördelt. Dabei soll die Schweissnaht vorteil haft etwas unter der Oberkante des niedrigeren Flan sches liegen.
Die Schweissurig kann daher einwand frei als elektrische Widerstandsschweissung mit ei ner Rollenschweissmaschine durchgeführt werden. Auch der Bördelvorgang kann maschinell erfolgen. Nach dem Schweissen und vorzugsweise vor dem Bördelvorgang wird die Verbindungsstelle in Längs- richtung gestreckt, um der Tendenz der Flansche, während des Schweissens zu schrumpfen und sich zu verwerfen, entgegenzuwirken.
Die Erfindung wird nun an Hand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen ge nauer beschrieben. Fig: 1 ist eine schematische perspektivische Ansicht eines Teiles der Abdeckble- che während des Schweiss- und des Bördelvorganges. Die Fig. 2 u.
3- sind Vertikalschnitte durch eine erfindungsgemäss ausgebildete Verbindungsstelle mit zwei Blechplatten vor und während des Schweissvor ganges, wobei Fig. 2 ein Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1 ist und Fig. 3 zusätzlich noch eine Veran kerung darstellt. Die Fig. 4 bis 7 zeigen die ein- zelnen Schritte des Bördelvorganges nach dem Schweissen der Verbindung.
Die Bedachung besteht aus einzelnen rostfreien Blechstücken, die miteinander durch Längsnähte und gegebenenfalls auch durch Quernähte verbun den sind. Fig. 1 zeigt drei Bleche 1, 2 und 3 die sich durchgehend vom Dachfirst bis zur Unterkante des Daches erstrecken. Diese Bleche 1, 2, 3 gren zen mit seitlichen, aufgebogenen Flanschen anein ander, wobei zwischen benachbarten Flanschen 12, 14 der Bleche 1, 2 mit einer Schweissmaschine 4 eine Schweissverbindung hergestellt wird, worauf die verschweissten Flansche mit einer Bördel- u. Streck maschine 5 bearbeitet werden.
Die Flansche schliessen mit der Grundfläche ei nen Winkel von vorzugsweise 87 ein, wodurch zwi schen den Flanschen eine Fuge 18 gebildet wird, die eine Wärmedehnung der Bleche 1 und 2 ermöglicht, ohne dass ein Verwerfen der Bleche eintritt, und die auch als Zwischenraum zur Aufnahme von Veran- kerungsorganen zum Befestigen der Bleche an der Unterlage dient. Nach dem Schweissvorgang, der mittels Rollenelektroden 6, 7 der Schweissmaschine 4 durchgeführt wird, verbleibt die Fuge zwischen den inneren Abschnitten 16, 17 der Flansche 12, 14.
Je der dieser Abschnitte schliesst mit der Grundfläche noch einen Winkel von vorzugsweise 85 oder mehr ein. Die Verankerungsorgane 8, die an bestimmten Stellen (Fig. 1) der Dachfläche angeordnet sind, be stehen aus einem Winkelstück 19 (Fig. 3), das an der Dachfläche befestigt ist, und einem Blechstrei fen 20, dessen oberer Rand in die Schweissnaht 15 eingreift, während sein unterer Rand zu einem Haken umgebogen ist,
der lösbar mit einem eben falls hakenartig ausgebildeten Teil des Winkelstückes 19 zusammenwirkt. Das Winkelstück 19 kann bei spielsweise durch Schweissen fest mit einer Platte 21 verbunden sein, die an der Unterlage für die Dach abdeckung befestigt ist.
Die Platte 21 erstreckt sich vorzugsweise gleich weit beiderseits der Verbindungs- stelle und über die gesamte Länge derselben; sie dient auch als Gleitfläche für die miteinander ver bundenen Bleche 1 und 2 und erleichtert so die bei Temperaturänderungen auftretenden Dimensionsän derungen. Verankerungsmittel dieser Art können auch über die Länge der Verbindungsstelle in ein- zelne Abschnitte unterteilt sein. Die Schweissnaht 15 erstreckt sich über die Gesamtlänge der Flan sche und ist etwas unterhalb der Oberkanten der aufgebogenen Flansche 12, 14 angeordnet.
Der Flansch 12 ist höher als der Flansch 14. Wäh rend die Flansche gegeneinander gedrückt werden, werden sie mit Hilfe einer Rollenschweissmaschine verschweisst.
Nach dem Schweissvorgang wird der obere Teil des Flansches 12 mittels der Bördehnaschine 5 über den Flansch 14 umgebogen, wie dies in den Fig. 4 bis 7 dargestellt ist. Die Bördehnaschine 5 wird an einem Ende der aufgebogenen Flansche 12, 14 zweier benachbarter Bleche 1, 2 angesetzt (Fig. 1). Die fahrbare Ma schine hat Räder 10, 11 und wird in Richtung des Pfeiles 9 bewegt, so dass die am Vorderteil der Maschine angeordneten Rollen 22, 23 an beiden Sei ten der Flansche angreifen.
Der vorstehende Teil 24 des höheren Flansches 12 kommt mit einer kegelig ausgebildeten Faltrolle 25 in Eingriff.
Die Rollen 22, 23 werden durch Federn 30 ge gen die Flansche 12, 14 der Bleche gedrückt. Bei Drehung der Rollen 22, 23 mittels der Wellen 26, 27 bewegt sich die Maschine entlang der Blech flansche und der vorstehende Teil 24 des einen Flan sches 19 wird durch die kegelige Faltrolle 25 über den anderen Flansch 14 gebogen, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist. Während der gleichmässigen Weiter bewegung der fahrbaren Maschine kommt eine wei tere Faltrolle 28 in Eingriff mit dem vorstehenden Flanschteil 24, wodurch diese gegen die Oberseite der Faltrolle 29 eines Rollenpaares 29, 30 gedrückt wird.
Der Flanschteil 24 wird dann weiter zwischen Rollen 31, 32 umgebogen, wobei die Rolle 31, um ein Ab wärtsbiegen zu erreichen, kegelig ausgebildet ist, wie dies in Fig. 6 gezeigt ist. Zuletzt wird der Flansch teil 24 zwischen einem letzten Rollenpaar 33, 34 einwärts gegen den Blechflansch 14 gedrückt, wie in Fig. 7 dargestellt.
Es sei noch erwähnt, dass sämtliche Rollenpaare 22-23, 29-30, 31-32 und 33-34 mit Anstell- federn zusammenwirken. Der Federdruck ist dabei so gross, dass sich eine Walzwirkung ergibt, durch die das Flanschmaterial im Bereich der Naht 15 seitlich verdrängt wird, um ein Strecken des Materials in Längsrichtung der Flansche zu erreichen, damit ein allfälliges Verwerfen der Flansche 12, 14 infolge des Schweissvorganges wieder beseitigt wird.
Eine Streckung kann durch Anwendung verschie dener Drehzahlen der aufeinanderfolgenden Rollen paare erhöht werden. Es können auch andere Streck vorgänge, wie beispielsweise ein seitliches Hämmern, angewendet werden.