Absaugmelkanlage mit nur einer Leitung fur Milch und Saugluft
In den letzten Jahren haben sich automatische Absaugmelkanlagen mit nur einer Schlauch-bzw.
Rohrleitung für Milch und Saugluft in der Landwirtschaft stark eingebürgert. Für derartige Anlagen wurden sehr brauchbare Zubehörgeräte entwickelt, z. B. das Melkzeug selbst mit dem Pulsator, Filteranlagen, Kühleinrichtungen, Waschvorrichtungen, Abfüllvorrichtungen usw. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass diese Anlagen noch immer nicht allen im rauhen Landwirtschaftsbetrieb auftretenden Forderungen gewachsen sind. Das liegt im wesentlichen daran, dass die Anlagen relativ schnell verschmutzen, infolgedessen sehr oft durchgewaschen werden müs- sen und auch häufig auseinandergenommen werden müssen, um jedes Einzelteil einer gründlichen Reinigung zu unterziehen.
Ausserdem ist bei diesen bekannten Anlagen ein verhältnismässig schlechter Wirkungsgrad vorhanden, und es ist auch ein dauerndes Schwanken des Unterdruckes zu beobachten, was eine häufige Nachregulierung erforderlich macht.
Aufgabe der Erfindung ist es, die aufgefiihrten Nachteile zu beseitigen. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dal3 die aufgezeigten Mängel auf der mangelhaften Leitung des Gemisches von Milch und Dünnluft und der abgetrennten Saugluft beruht. Die Lösung der Erfindungsaufgabe erfolgt im wesentlichen dadurch, dass im gesamten Schlauch-und Rohrleitungsnetz der Melkanlage alle Stellen beseitigt werden, an denen sich Milchreste absetzen oder Wirbel bilden könnten, und dal3 der in die Saugpumpe zu rückfliessenden Dünnluft die mitgeführte Feuchtigkeit entzogen wird.
Zu diesem Zweck ist am Anfang der Milchluftleitung am Melkzeug ein Rückschlag- ventil angeordnet, welches das Milchsammelstück vom Innenraum des Pulsators abtrennt, und die gesamte Milchluftleitung weist von der Eintrittsöffnung an bis zum Austritt der Milch eine stets querschnittsgleiche glatte Innenwandung auf, wobei der querschnittsgleiche Austritt als Filterkäfig ausgebildet und frei in einem Vakuumbehälter angeordnet ist, in welchem sich Milch und Dünnluft widerstandslos trennen, und die Milch aus diesem Vakuumbehälter durch einen Stutzen zur Abfüllung gelangt,
während die Dünnluft aus dem Oberteil desselben Behälters durch einen Stutzen in einen Vakuumrohr-Rahmen mit mindestens zwei senkrechten Rohrteilen und aus diesem in den Stutzen der Saugpumpe gesaugt wird.
Die Einzelheiten des Gegenstandes der Erfindung sind in den Zeichnungen beispielsweise dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
Fig. 1 zeigt den Anfang der Milchluftleitung und den Eintritt der Aussenluft in diese Leitung.
Fig. 2 und 3 zeigen die Ausbildung von Stössen, Krümmern usw. in der Leitung selbst.
Fig. 4 zeigt das Ende der Milchluftleitung mit Trennung von Milch-und Dünnluft.
Fig. 5 zeigt die Ausbildung der Dünnluftleitung zur Saugpumpe mit Kondensatentzug.
Fig. 1 zeigt das Melkzeug mit dem üblichen Pulsator 1 und Melkbechern 2 mit den Milchleitungen 2a und Luftleitungen 2b. Der Pulsator 1 trägt an seiner unteren Fläche eine Vorkammer 4. Uber das Schlauchstück 6, den Stutzen 7 und die Bohrung 5 gelangt die vom Pulsator kommende Aussen luft in die Vorkammer 4. Auf das Gehäuse der Vorkammer 4 ist ein fest-elastisches Zwischenstück 3 geschoben, an dem das Milchsammelstück 9 befestigt ist. In dieses Sammelstück fliesst die Milch von den Zitzenbechern über die Schläuche 2a ein und sodann durch die Milchluftleitung 10 weiter.
In dieser Milchluftleitung 10 wird in üblicher Weise durch eine Saugpumpe ein Unterdruck hergestellt, so dass die zufliessende Milch zusammen mit der vom Pulsator kommenden Aussenluft durch die Offnung 10b im Sammelstück 9 abgesaugt wird. Dabei tritt laufend über die Vorkammer 4 im Pulsatortakt Aussenluft nach. Es muss nun unbedingt verhindert werden, dass durch irgendeinen Rückstau in der Leitung 10 Milch durch die Vorkammer 4 und den Schlauch 6 in den Pulsator eindringt, da hierdurch ein kompliziertes Auseinandernehmen des Pulsators selbst und ein Reinigen aller seiner Einzelteile erforderlich würde.
Ebenso könnte eine Verschmutzung eintreten, wenn -was öfter vorkommt-das Melkzeug vom Euter abfällt. Letzteren Ubelstand hat man bereits dadurch zu beseitigen versucht, dass unmittelbar am Sammelstick in die Milchluftleitung ein Absperrorgan eingebaut wird, welches sich beim Herunterfallen durch den Aufschlag am Boden schliesst. Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese Vorrichtungen in den seltensten Fällen funktionieren, und zwar nur dann, wenn das Melkzeug senkrecht nach unten und damit auf die Handhabe des Absperrorgans fallut. Nach der Erfindung ist nun die Vorkammer 4 vom Milchsammelstück 9 durch ein Rückschlagventil 8 abgetrennt.
Solange im Sammelstück 9 ein geringerer Druck herrscht als in der Vorkammer 4, ist das Ventil 8, welches bei diesem Ausführungsbeispiel als Lippenventil dargestellt ist, offen. Sobald jedoch aus irgendwelchen Gründen ein Rückstau und damit Druckausgleich in den Kammern 4 und 9 eintritt, schliesst das Ventil durch seine eigene Elastizität. Selbstver ständlich können hier auch Membranventile, Kugelventile oder andere Verwendung finden. Sobald nun das Milch-Luft-Gemisch in die Milchluftleitung 10 eingetreten ist, findet es in der gesamten Leitung bis zu deren Ende eine völlig glatte Innenwandung mit stets gleichbleibendem Querschnitt. Zu diesem Zweck sind gemäss Fig. 2 und 3 bei allen Stossstellen, Krümmern oder anderen Ansatzstücken zwischen die benachbarten Rohrenden 10 und 10a Zwischenstücke 11 eingesetzt.
Diese Zwischenstücke umfassen die Enden der beiden Rohre 10 und 10a mit Muffen lla. Der mittlere Teil llb der Zwischenstücke greift zwischen die beiden Rohrenden und hat denselben Innendurchmesser wie diese. Die Stirnflächen der Rohrenden sind abgeschrägt und legen sich satt an den mittleren Teil lIb des Zwischenstückes an. Auf diese Weise wird an derartigen Verbindungsstellen eine durchgehend glatte Innenwandung 1Z erzielt, bei der jede Absetzmöglichkeit oder Wirbelbildung vermieden ist. Auch die Zuläufe von mehreren Melkzeugen können, wie Fig. 2 zeigt, in gleicher Weise glatt gestaltet werden. Auf diese Weise gelangt das Milch-Luft-Gemisch widerstandslos bis zum Ende der Milchluftleitung 10, die in Fig. 4 dargestellt ist.
Hier tritt die Leitung 10 in einen Vakuumbehälter 13 ein und endet dicht hinter dessen Wandung. In das Ende der Leitung 10 ist ein Filterkäfig 16 eingeschoben, der bei diesem Ausführungsbeispiel aus einzelnen achsparallelen Stäbchen besteht. Das Ende dieses Käfigs greift auf der entgegengesetzten Seite des Behälters 13 in eine Rohrmuffe 18 und wird hier durch einen Stopfen 19 abgeschlossen und lagegesichert. Dieser Stopfen kann auch als Schraubnippel ausgebildet sein und den Käfig 16 über eine Feder an die Leitung 10 andrücken. Dieser Filterkäfig ist in üblicher Weise von einer Filterwatte 17 ummantelt. Der Filter 16,17 kann horizontal oder geneigt im Gefäss 13 angeordnet sein. Wesentlich ist, dass er auf seiner gesamten Oberfläche von Vakuumluft umgeben ist.
Die einfliessende Milch-kann daher nicht-wie es bei bekannten Anlagen der Fall ist-die Filterfläche teilweise abdecken und gelangt auch nicht nur infolge eigener Schwere durch den Filter hindurch, sondern wird auf der gesamten Filteroberfläche hindurchgesaugt. Alle Schmutzteilchen usw. sammeln sich dabei in dem untersten Teil des Filters, der im Rohrstutzen 18 liegt. Nach Abnehmen des Versehlussstopfens 19 kann der Filter leicht ausgewechselt werden, ohne irgendwelche anderen Teile der Anlage ausbauen zu müssen. Die gefilterte Milch fliesst dann durch den Ablaufstutzen 14, gegebeneni alls nach Kühlung, zur Abfüllung weiter.
Gleichzeitig wird die in der Leitung 10 mitge- führte SaugIuft durch den Stutzen 15 abgesaugt und gelangt, wie Fig. 5 zeigt, durch einen flexiblen Schlauch in die Rohrleitung 21 und muss hier im Sinn der Zeichnung nach rechts abfliessen, da die Leitung auf der anderen Seite durch einen Blindflansch 21a geschlossen ist. Das Rohr 21 verläuft nun in Form eines Rechteckes oder Quadrates, welches von der Saugluft in ganzer Länge durchflossen werden muss, um in den Absaugstutzen 23 der nicht mit dargestellten Saugpumpe zu gelangen. Dieser Rohrrahmen 21 ist entweder an der Milchkammer an Osen 31 aufgehängt oder in einem geeigneten Fahrgestell aufrecht montiert.
Die noch milchwarme Saugluft kühlt auf dem relativ langen Wege durch das Rohr 21 bis zum Pumpenstutzen 23 ab, so dass das Kondensat sich an den Innenwandungen des Rohres. absetzt. Auf den beiden vertikalen Rohrabschnitten fliesst das Kondensat nach unten und kann durch Tropfventile 25 oder Hähne 26 abgelassen werden. Die in den Pumpenstutzen 23 zurückflie zende Luft ist daher praktisch frei von Feuchtig- keitsdämpfen, sa dass die Pumpe selbst ohne Wartung eine wesentlich längere Lebensdauer erhält.
Die besondere Rahmenform des Vakuumrohres 21 ergibt gleichzeitig die Möglichkeit, das Vakuumgefäss 13 mittels Halterungen 13a an dem einen vertikalen Rohrstück 21 schwenkbar zu befestigen. Der Ver bindungsschlauch zwischen dem Stutzen 15 und dem Rohr 21 ist aus diesem-Grund flexibel und aus- reichend lang. Zum Betrieb wird das Gefäss 13 nach vorn geschwenkt, so dass die Milch über den Ablauf 14 und die Stutzen 20 in die Transportbehälter abgefüllt werden kann. An dem anderen vertikalen Ende des Rohres 21 ist ein übliches Waschgefäss 22 mittels Halterungen 22a befestigt.
Dieses ist über ein Schlauchstück 24 ebenfalls mit der Leitung 21 verbunden. Weiterhin sind auch die Wasserleitungen 29, die Armaturen 27 und 30 sowie die Spülleitung 28 am Rohrrahmen 21 gehaltert. Der Dreiwegehahn 27, die Hahne 15a und 24a, die Spülleitung 28 sowie die Wasserhähne 32 haben mit dem Gegenstand der Erfindung nichts zu tun, sie werden ausschliesslich zum Spülen und Waschen der Anlage benutzt und sind nur der Vollständigkeit halber in der Zeichnung mit dargestellt.
Durch die Erfindung wird der Wirkungsgrad der Anlage erhöht, die Betriebsdauer der Pumpe ver längert und vor allen Dingen die Reinigung der Anlage vereinfacht und wesentlich beschleunigt.