CH421788A - Verfahren zur Beeinflussung der Abbindezeit von hydraulische Bindemittel enthaltenden Formkörpern - Google Patents
Verfahren zur Beeinflussung der Abbindezeit von hydraulische Bindemittel enthaltenden FormkörpernInfo
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Description
Verfahren zur Beeinflussung der Abbindezeit von hydraulische Bindemittel enthaltenden Formkörpern Es ist bekannt, die Abbindezeiten von hydrauli schen Bindemitteln durch chemische Zusätze oder durch Zufuhr von Wärme oder Kälte zu beeinflussen, wobei für die Zufuhr von Wärme alle bekannten Wärmequellen wie z. B. elektrische Energie, Strah lungsenergie, Dampf, warmes Wasser etc. verwendet werden.
Gemessen an den Festigkeiten, die nach 28 Tagen bei normalen Erhärtungsbedingungen erzielt werden ist der Erfolg der,durch .chemische Mittel oder durch Wärmezufuhr erzielten Beschleunigung der Erhär- tung verhältnismässig bescheiden.
Der Grund liegt darin, dass eine Erwärmung nicht bis an die Ver- dampfungstemperatur des Wassers getrieben werden darf, da sonst infolge Wasserentzug und Expansion des Dampfes der Abbindeprozess beeinträchtigt wird.
Um bei Dampferhärtung mögliche Schäden mög lichst klein zu halten, ist es notwendig, den Beton einige Stunden vorzualtern und Aufheizung und Ab kühlung sehr vorsichtig durchzuführen. Im allgemei nen dauert die Voralterung 2-6 Stunden; die Aufhei- zung ungefähr 3 Stunden, die eigentliche Dampfbe handlung 4-6 Stunden und mehr, die Abkühlung wiederum 3 Stunden, so dass der gesamte Erhär- tungszyklus 12-24 Stunden dauert.
Bei diesen Be handlungen werden erfahrungsgemäss nur die Hälfte bis höchstens 2/s der Festigkeiten erreicht wie sie bei normaler Lufttemperatur (ca. 20 C) nach 28 Tagen erzielt werden.
Beim erfindungsgemässen Verfahren wird dem gegenüber in jedem Temperaturzustand, unabhängig von der Höhe der Temperatur, dafür gesorgt, dass das Anmachwasser nicht verdampfen kann. Zu die sem Zweck wird der Formkörper an wenigstens einem Teil seiner Oberfläche mit einem, eine Druck- erzeugung gestattenden Medium beaufschla@gt und dabei unter Druck gesetzt und ausserdem so erwärmt, dass der erzeugte Druck stets so gross ist, dass ein Verdampfen des Anmachwassers nicht möglich ist.
Gemäss vorliegender Erfindung wird es möglich, die normalerweise nach 28 Tagen erzielten Festigkei- ten bereits nach einer Behandlungszeit von 3-4 Stunden zu bekommen. Dies bedeutet nicht nur eine Beschleunigung um das mehr als 3-4. fache, gegen-. über den bis heute bekannten Verfahren, sondern auch noch eine Festigkeitssteigerung um 30-50%. Jeder dieser beiden Faktoren stellt einen entschei denden technischen Fortschritt dar.
Der Verlauf von Druck und Temperatur kann den jeweiligen Eigenschaften des verwendeten Binde mittels angepasst werden. Bei allen bekannten Ver fahren durch Erwärmung, werden Wärme und Dampf mit oder ohne Druck erst dann beigebracht, wenn der Beton durch Vorlagerung die Eigenschaften eines festen oder pseudofesten Körpers angenommen hat. Beim erfindungsgemässen Verfahren dagegen, kön nen Wärme und Druck auf den frisch angemachten Betonkörper, der ;sich noch im flüssigen :oder ps:cudo- flüssigen Zustand befindet ausgeübt werden.
Dadurch wird die sofortige Ausübung hoher Drucke und Tem peraturen möglich, ohne dass der Körper in irgendei ner Weise beschädigt wird, da er ja in diesem Moment noch keinerlei Eigenfestigkeit besitzt.
Anhand der beiliegenden Zeichnung ist im fol genden das erfindungsgemässe Verfahren beispiels weise näher beschrieben. Es zeigt: Fig. 1-3 schematisch und im Querschnitt je eine Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäs sen Verfahrens, und Fig. 4 ein Zeitdiagramm den Druck und Tempe- raturverlauf bei einem praktischen Ausführungsbei spiel des erfindungsgemässen Verfahrens zeigend.
Beim Beispiel nach Fig. 1 wird ein zu behandeln- der, hydraulisches Bindemittel z. B. Zement enthal tender Formkörper 3a in einen Druckbehälter 1 ein gesetzt und zwar in noch frisch gegossenem, also noch nicht abgebundenem Zustand. Der Druckbehäl ter 1 wird anschliessend durch den Deckel 1a herme tisch verschlossen.
Der nur an seiner Standfläche mit dem Boden ides Druckbehälters.1 in Berührung ste hende Formkörper 3a ist an seinen Seitenflächen von der Schalung 4 gehalten, während seine Oberseite freiliegt. Bei bereits etwas vorgehärteten Formkör- pern könnte die Schalung 4 auch weggelassen sein. Der den Formkörper umgebende Innenraum des Druckbehälters 1 wird nun über eine Leitung 2 mit einer Flüssigkeit z. B.
Wasser gefüllt. Das weitere Vorgehen ist beispielsweise aus Fig.4 ersichtlich. Vorerst wird der Druck der Flüssigkeit z. B. auf 3 atü erhöht, was etwa einem Drittel des maximalen Be handlungsdruckes entspricht, worauf eine relativ rasche Erwärmung der Flüssigkeit auf etwa 100 C erfolgt. Nach der genannten raschen Drucksteigerung wird der Druck etwas langsamer aber stetig bis auf etwa 9 atü erhöht, während etwas langsamer die Temperatur auf etwa l75 C erhöht wird.
Beim Bei spiel nach Fig.4 erreicht der Druck nach etwa 11/2 Std. seinen Maximalwert, während der Tempera- turendwert nach etwa 2 Stunden erreicht wird. Dann werden Druck und Temperatur bis zum Ende der Be handlungszeit konstant gehalten.
Diese totale Be handlungszeit hängt von der Art des verwendeten Bindemittels ab, sie beträgt wie die Praxis zeigt min destens 21/2 .Std. und höchstens 4 Std.,, :adsio bedeutend weniger als bei allen bisher bekannt gewordenen Verfahren.
Es versteht sich, dass die Druck- und Tempera tursteigerung auch etwas anders als in Fig. 4 darge stellt vorgenommen werden können. Insbesondere kann die vor der Erwärmung vorzunehmende Druck- steigerung auf wenigstens annähernd 80 1/o des maxi malen Behandlungsdruckes, d. h. beim genannten Beispiel wesentlich üben 3 atü z:
B. .auf 7 bis 8 atü erfolgen, so dass während des Erwärmungsprozesses nur noch eine geringe Drucksteigerung bis auf den Maximalwert nötig ist. Auch die Temperatursteige rung kann in gewissen Grenzen variieren, z. B. so, dass die Maximaltemperatur schon nach etwa 11/2 Std. oder erst nach 21/2 Std. erreicht wird.
Vor aussetzung ist nur, dass der Druck in jedem Zeit punkt grösser ist als der bei der jeweiligen Tempera tur der Dampfdruckkurve entsprechende Druck, so dass in jedem Moment ein Verdampfen des Anmach- wassers mit Sicherheit ausgeschlossen ist.
Beim vorangehend erwähnten Beispiel wurde eine relativ grosse freie Oberfläche des Formkörpers mit der Flüssigkeit im Druckbehälter in Berührung ge bracht. Wie die Praxis zeigt kann es aber auch genü gen, wenn nur relativ und kleine Oberflächenteile benutzt und damit direkt unter Druck gesetzt werden, wie dies z. B. Eig. 2 zeigt.
In diesem Fall bleibt nur ein kleiner Teil der Oberfläche des den Druckbehäl ter 1 füllenden Formkörpers 3b der durch die Lei tung 2 dem im Deckel la gebildeten Dom 1b des Be hälters zugeführten Flüssigkeit ausgesetzt. Dieses Verfahren eignet sich besonders zur Behandlung von relativ kleinen, einfach geformten und in grossen Mengen herzustellenden Formkörpern, bei welchen sich die Verwendung eines dem Formkörper ange passten Druckbehälters lohnt.
Bei diesem Verfahren wird nicht nur weniger Flüssigkeit benötigt sondern auch die zur Erwärmung dieser Flüssigkeit erforder liche Energie ist geringer. Will man dagegen einen grösseren Teil der Oberfläche des Formkörpers der Flüssigkeit aussetzen, so kann man analog ,dem Ver fahren nach Fig. 1 den Formkörper frei in den Be hälter stellen unter Einhaltung eines sehr kleinen Ab standes der Behälterwände vom Formkörper, so dass nur noch ein relativ enger, mit Flüssigkeit zu füllen der Spalt übrig bleibt.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in Fig.3 dargestellt. Hier bildet der Formkörper 3c ein Rohr, dessen Innen- und Aussenform beliebig wählbar sind. Dabei wird nur die Innenfläche des Rohres 3c mit der unter Druck zu setzenden Flüssigkeit in Berüh- rung gebracht.
Im Vorangehenden wurde angenommen, dass die Druckausübung auf den Formkörper stets direkt über die mit ihm in Berührung stehende Flüssigkeit er folge. Es ist aber auch möglich, diesen Druck mittels einer flüssigkeitsdichten Membran auszuüben. So kann z.
B. bei der Ausführung nach Fig. 3 ein Schlauch aus gummielastischem Material in die Formkörperausnehmung eingesetzt werden, der dann seinerseits den Druck gleichmässig auf die von ihm berührte Körperfläche überträgt. Damit kann verhin dert werden, dass das Druckmedium direkt mit dem Formkörper in Berührung kommt.
Wo grössere Anlagen zur Verfügung stehen kön nen natürlich auch mehrere Formkörper gleichzeitig in einem gemeinsamen Druckbehälter der beschrie benen Behandlung ausgesetzt werden. Ferner ist es möglich, nicht nur einzelne homogene Formkörper mit hydraulischen Bindemitteln z.
B. aus Beton in der beschriebenen Weise zu behandeln, sondern auch armierte oder durch feste Einlagen unter sich ver bundene Formkörper der fraglichen Art. Handelt es sich um relativ kleine Formkörper, so kann die Be handlung im Durchlaufverfahren erfolgen, indem das Einsetzen der Formkörper, das Einfüllen und unter Druck setzen des Mediums an einer ersten Arbeits station erfolgen, worauf die geschlossenen Behälter während der Behandlungszeit durch eine Heizvor richtung geschickt werden, an deren Ende das Ab- kühlen,
das Ablassen von Druck und Medium und das Öffnen des Behälters vorgenommen werden kann.
Ebenso ist es möglich, nach beendetem Verfahren das Ablassen des heissen Mediums unter seinem Eigendruck vorzunehmen und zwar unter Füllung des freien Raumes eines zweiten, einen Formkörper ent- haltenden Druckbehälters unter gleichzeitiger Ab kühlung und Entspannung auf die entsprechenden Anfangswerte der Behandlung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Beeinflussung der Abbindezeit von hydraulische Bindemittel enthaltenden Formkörpern, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper an wenigstens einem Teil seiner Oberfläche mit einem eine Druckerzeugung gestattenden Medium beauf- schlagt und dabei unter Druck gesetzt und ausserdem so erwärmt wird, dass der erzeugte Druck stets so gross ist, dass ein Verdampfen des Anmachwassers nicht möglich ist. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Formkörper in frisch gegosse nem Zustand in den Wirkungsbereich des genannten Mediums gebracht wird, worauf unmittelbar an schliessend die genannte Druck- und Temperaturstei gerung begonnen wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass vorgängig einer Steigerung der Temperatur eine Druckerhöhung vorgenommen wird. 3.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die vorgängige Druckerhöhung auf wenigstens 1/s des maximalen Behandlungsdruk- lces vorgenommen wind. 4.Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass die vorgängige Druckerhöhung auf wenigstens annähernd 80 % des maximalen Be- handlungsdruckes vorgenommen wird. 5.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass sowohl die Temperatur- als auch die Drucksteigerung so erfolgen" dass diese ihre Maximalwerte spätestens etwa bei halber Behand lungszeit erreichen, wobei das Temperaturmaximum später erreicht wird als das Druckmaximum. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass weniger als die Hälfte der freien Formkörperoberfläche vom Medium beaufschlagt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass nur die einen Hohlraum des Formkörpers begrenzende Oberfläche des letzteren vom Medium beaufschlagt wird. B.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass ,der ;genannte Oberflächenteil des Formkörpers direkt einer Flüssigkeit ausgesetzt wird, deren Druck und Temperatur ;anschliessend in der genannten Weise erhöht werden.9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass @dex ;genannte Oberflächenteil des Formkörpers über eine Membran vom genannten Medium beaufschlagt wird.
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1963
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