CH422840A - Verfahren zur Herstellung von Farben zum Druck von Estampen im Durchdruck - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Farben zum Druck von Estampen im DurchdruckInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Farben zum Druck von Estampen im Durchdruck In neuerer Zeit wird in der praktischen Arbeit der Malergraphiker an Estampen weitgehend das Durch- druckverfahren angewendet.
Diesem Verfahren liegt das weit bekannte Siebdruckverfahren zugrunde, das in der Textilindustrie, im graphischen Gewerbe sowie auf anderen- Gebieten angewendet wird und darin besteht, dass die Druckfarbe auf den Druckträger durch eine Druckform hindurchgequetscht wird.
Man verwendet beim Durchdruck auf Papier und Karton gewöhnlich Malerfarben oder lithographische Offsetfarben. Jedoch weisen alle diese Farben im Durchdruck eine Reihe von Mängeln auf.
Die Malerölfarben zeichnen sich durch eine hohe Deckfähigkeit aus: infolgedessen ist es nicht möglich, bei übereinanderlagerung von Farben eine lasierende Wirkung zu erzielen und Komplement'ärfarben zu erhalten.
Bei ausreichenden Farbschichtdicken tritt bei den lithographischen Offsetfarben eine starke Farbton veränderung (es ergibt sich dabei eine gelbliche Fär bung) ein, auch haben diese Farben eine zu lange Trockenzeit (2 bis 3 Tage und mehr).
Die lithographischen Offsetfarben sind nicht licht beständig, sie verblassen, wodurch ihre Qualität und der Estampewert vermindert werden.
Ausserdem können die Malerölfarben und die lithographischen Offsetfarben bei bestimmten Farb- schichtdicken Ölaureolen auf dem Druckpapier und einen für sie spezifischen Glanz ergeben, der für eine visuelle Wahrnehmung störend ist.
Um die genannten Mängel zu beseitigen, wird ein Verfahren zur Herstellung von Druckfarben durch Mischung der Guasch mit einer speziell dazu zu bereiteten Wassereindicke vorgeschlagen, welche beim Kochen von Mehlkleister, Leinöl, Glyzerin, Lösungs mittel und Antiseptikum erhalten wird.
Die vorliegenden Guaschdruckfarben bieten ge genüber den Malerölfarben und den lithographischen Offsetfarben eine Reihe bedeutender Vorteile.
Die Verwendung der Guaschwasserfarben gewähr leistet eine beinahe sofortige Trocknung (5 bis 10 Min.), wodurch die Trockenvorrichtungen und der lästige Geruch entfallen. Die Guaschdruckfarben sind lichtbeständig; dank den der Guasch eigenen Eigen schaften gestatten sie, mattierte samt- und pastelartige Überzüge zu erhalten.
Die Herstellung von Druckfarben auf einer Was sereindicke gibt die Möglichkeit, sowohl deckende als auch halbtransparente und transparentlasierende Überzüge sowie ein breites Gamma von Komplemen- tärfarben und Zwischentönen durch Übereinander- legung der Farben bei einer minimalen Anzahl von Druckformen zu erzielen, was gestattet, Lakonismus,
Sattheit und Ausdruckskraft der Estampe zu erreichen und eine neue Estampeart, die Guasch-Estampe zu erhalten.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird die Guaschdruckfarbe auf folgende Weise hergestellt: Man kocht die Eindicke nach folgendem Rezept:
feingemahlenes Weizenmehl 10-15% Wasser 70-80% Leinöl<B>1-3</B> % Glyzerin<B><I>5-8</I></B> % Lösungsmittel 1-2 % Antiseptikum <B>0,2-0,3%</B> Als Lösungsmittel sind Petroleum oder Lackben zin zu verwenden, während als Antiseptikum Carbol- sä ure oder Salicylsäure verwendet werden können.
In die nach dem Rezept gemessene Mehlmenge wird 1/ Kaltwasser von der gesamten vorgeschriebe- nen Wassermenge unter Umrühren nach und nach zugegeben. Die gewonnene homogene Masse wird dann unter fortlaufendem Umrühren in einem dünnen Strahl in das kochende Wasser ausgegossen.
In die erhaltene Masse wird die nach dem Rezept vorge schriebene Menge von Leinöl und Antiseptikum gleich- falls unter Umrühren hinzugegeben. Nach Zugabe dieser Komponenten soll die ganze Masse noch 10 bis 15 Minuten; gekocht werden.
Danach muss die ganze nach dem Rezept vorge- schriebene Menge von Glyzerin und Lösungsmittel hin zugegeben werden. Nach Umrühren wird die ganze Masse durch ein Feinsieb filtriert und anschliessend gekühlt.
Die erhaltene Eindicke wird nun, mit der Guasch der gewünschten Farbe (oder einer Farbenmischung) gemischt, wobei so viel Guasch genommen wird, wie es gerade zur Herstellung der Druckfarbe mit ge wünschter Sattheit und Deckfähigkeit - jedoch nicht über 75 % von der Gesamtmenge der Druckfarbe notwendig ist.
Falls sich die nach der beschriebenen Methode hergestellte Druckfarbe nur schwer durch die Druck form hindurchquetschen lässt, was von dem zur Guaschherstellung verwendeten Pigmenten abhängt, setzt man noch etwas Glyzerin über die nach dem Rezept vorgeschriebene Menge, z. B. 40-50 g je 1 kg Druckfarbe, hinzu.
Um pastellartige Wirkung zu erzielen, ist das Guaschzinkweiss hinzuzusetzen.
Nach Beendigung des Drucks mit den Guasch- druckfarben werden die Druckformen mit Kaltwasser abgewaschen.
Beispiel Man schüttet in ein Gefäss 150 g fein gemahlenes Weizenmehl und giesst unter Umrühren 250 g Kalt wasser ein.
Die erhaltene Mischung wird in einen dünnen Strahl in ein anderes Gefäss umgegossen,
in dem 750 g Wasser sieden. Unter stetem Umrühren setzt man dann 25 g Leinöl und 5 g Salicylsäure hinzu und kocht noch 10-15 Minuten weiter. Der erhaltenen Masse setzt man 100 g Glyzerin und 20 g Lackbenzin zu; dann wird das Ganze umgerührt, durch ein Fein sieb filtriert und anschliessend gekühlt.
Die erhaltene Eindicke wird mit der Guasch der gewünschten Farbe (oder einer Farbenmischung) ge- mischt, wobei soviel Guasch genommen wird, wie es gerade zur Herstellung der Druckfarbe mit ge wünschter Sattheit und Deckfähigkeit - jedoch nicht über 75% der Gesamtmenge der Druckfarbe - not wendig ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Farben zum Druck von Estampen im Durchdruck, dadurch gekennzeich net, dass die Guasch mit einer Wassereindicke ge mischt wird, die durch Kochen von Mehlkleister un ter Zusatz von Leinöl, Glyzerin, Lösungsmittel und Antiseptikum erhalten worden ist.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Wassereindicke durch Kochen von 10-15% Mehl, 70-80% Wasser, 1-3 % Leinöl, 5-8,% Glyzerin, 1-2 % Lösungsmittel und 0,2-0,3 % Antiseptikum erhalten worden ist.2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungs mittel Petroleum verwendet wird. 3. Verfahren ,nach. Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungs mittel Lackbenzin verwendet wird.4. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Antisepti kum Salicylsäure verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Antisepti kum Carbolsäure verwendet wird.6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die verwen dete Gua@schmenge bis zu 75 % des Gewichts der Druckfarbe ausmacht. 7. Verfahren mach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass zu der Farbe 40-50 g Glyzerin je 1 kg Druckfarbe hinzugesetzt werden. B.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass zu der Farbe Guaschzinkweiss hin- zugesetzt wird.
Priority Applications (1)
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