Vollisolierte gekapselte Schaltanlage für hohe Betriebsspannungen Es ist bereits vorgeschlagen, Schaltanlagen für sehr hohe Spannungen vollisoliert auszubilden. Da bei werden die Sammelschienen, Leitungen und Ge räte in Isolierstoff eingehüllt, um auf diese Weise mit bedeutend geringeren Abmessungen als bei Anwen dung der bisherigen Ausführungsformen auszukom men, bei denen Leitungen und Geräteanschlüsse blank im freien Raum angeordnet sind. Insbesondere sind Vorschläge bekannt geworden, bei denen Sam melschienen, Leitungen und Geräte in neuzeitliche Kunststoffe, beispielsweise in Giessharz, eingebettet sind.
Es ist auch bereits bekannt, nur Teile einer sol chen Schaltanlage isoliert und gekapselt auszubilden, während andere Teile, beispielsweise die Leistungs schalter und Wandler, in der bisherigen Weise ohne Isolierung ausgebildet sind. Solche Bauformen haben eine Bedeutung in der Übergangszeit, in der Lei stungsschalter entsprechender Grösse mit Vollisola tion noch nicht zur Verfügung stehen, in der aber Sammelschienen und Leitungen bereits vollisoliert gebaut werden können.
Die Erfindung betrifft eine vollisolierte gekapselte Schaltanlage für hohe Betriebsspannungen und ist dadurch gekennzeichnet, -dass im Bereich der Sam melschienen als Fugenkreuze ausgebildete Verbin dungen angeordnet sind, in denen Sammelschienen teilstücke und Trennerabzweigleitungen so zusam mengefügt sind, dass eine Längenausdehnung der zusammengefügten Leitungsstücke gewährleistet ist.
Ausführungsbeispiele hierfür zeigen die Fig. 1 bis 5. Dabei ist angenommen, dass die an die Kreuzungs stelle angrenzenden Leitungen, beispielsweise Sam melschienen mit Giessharz, voll isoliert sind. Die An ordnung kann aber auch so getroffen sein, dass die Sammelschienen nur in unmittelbarer Umgebung der Kreuzungsstellen voll isoliert, auf der übrigen Länge dagegen teils mit festem Isolierstoff, teils mit Gas isoliert ausgebildet sind. Die Übergangsstücke von der Vollisolierung zur Teilisolierung sind dabei als Kondensatordurchführung ausgebildet. Ein Ausfüh rungsbeispiel hierfür zeigt die Fig. 6.
Schliesslich kann die Anordnung auch so getroffen sein, dass der ela stische Körper aus Isolierkunststoff, in den die Kon taktteile eingebettet sind, in einem Gehäuse aus fe stem Kunststoff (z. B. Polystyrol) untergebracht ist, das sich seinerseits in einem geerdeten Metallgehäuse befindet und dass zwischen beiden Gehäusen ein Luftraum vorgesehen ist. Ein Beispiel für diese Aus führungsform zeigt Fig. 7.
Die Erfindung betrifft also im wesentlichen ein Bauteil, das als Fugenkreuz bezeichnet wird und das im Bereich der vollisolierten gekapselten Hochspan nungssammelschienen gebraucht wird. Als Ausfüh rungsbeispiel für die Anwendung eines solchen Ge rätes ist in Fig. 1 im Aufriss, in Fig. 2 im Grundriss eine Hochspannungsschaltanlage in Innenraumaus- führung dargestellt. Es kann sich aber ebensogut um eine Freiluftschaltanlage handeln, denn die gekapsel- ten Anlagenteile können ohnehin im Freien angeord net werden und auch die in der bisherigen Form verwendeten Geräte können in Freiluftbauform aus geführt werden.
Zur Erläuterung sei bemerkt, dass die Anlage gemäss Fig. 1 mit Doppelsammelschienen 1, 2 ausgerüstet ist, wobei jeder Sammelschienenlei- ter für sich gekapselt und vollisoliert ausgeführt ist. Die Sammelschienen liegen horizontal, aber in ver schiedenen Ebenen oberhalb eines Bedienungsganges 3 der Schaltanlage. Beiderseits der Sammelschienen sind Leistungsschaltergruppen 4, 4' aufgestellt. Es handelt sich also um eine zweireihige Schaltanlage.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf solche zweireihi- gen Anlagen beschränkt. Von den Sammelschienen 1, 2 führen Abzweigleitungen über gekapselte Trenn schalter 5, 6 nach der einen Leistungsschalterreihe 4 und ebenso Abzweigleitungen über gekapselte Sam- melschienentrennschalter 5', 6' zu der anderen Lei- stungsschalterreihe 4'.
Das Fugenkreuz entsteht an den Abzweigstellen, die in der Grundrissdarstellung Fig. 2 mit 7 bezeich net sind. An diesen Steilen treffen zwei Sammel- schienenstücke 1', 1 " zusammen, die leitend miteinan- der verbunden sein müssen und ausserdem eine Ab zweigung zu den Trennschaltern enthalten.
Es ist bereits bekannt, dass beim Zusammenfügen von voll- isolierten Aniageteilen Isolationsfugen entstehen. Wird eine Giessharzisolation angewandt, so versteht man darunter trichterförmige oder kegelförmige Zu spitzungen des den Leiter einhüllenden Giessharzes.
Ähnlich wie bei einer Steckverbindung werden die beiden auf diese Weise entstehenden, trichterförmi gen Enden von Leitungen und Geräten mit der Giess harzumhüllung ineinandergesteekt. Zwischen den Geissharzkörpern der zusammengefügten Leitungs teile bleibt jedoch eine Fuge bestehen, die nachträg lich mit einem pastenförmigen oder flüssigen Isolier stoff ausgefüllt werden muss, so dass über die ganze Länge, d. h. auch über die Fuge hinweg, eine durch gehende Isolationsschicht gleich hoher elektrischer Festigkeit entsteht.
Die Stelle 7 in Fig. 2, an der die beiden Sammel- schienenstücke 1', 1" zusammengefügt werden, und an der auch die Anschlüsse 8' bzw. 8" die zu den Sam melschienentrennschaltern führen, wird nun zu einem Fugenkreuz besonderer Form durchgebildet. Die schematische Darstellung Fig. 3 lässt die schaltungs- mässigen Zusammenhänge erkennen.
Ausser den Sammelschienenstücken 1', 1" sind mit dem Fugen kreuz auch die an die Sammelschienen angeschlosse nen Verbindungsleitungen 8', 8" miteinander zu ver binden. Die Fig. 3 ist der Übersichtlichkeit halber nur für eine Phase einer Einfachsammelschiene dar gestellt. Die schaltungsmässigen Zusammenhänge bei Doppelsammelschienen gehen aus Fig.4 hervor. Auch dieser Schaltplan zeigt, dass an den betrachte ten Stellen jeweils vier Leitungsenden zusammen kommen, die in dem erwähnten Fugenkreuz vereinigt sind.
Wenn es sich anstelle einer zweireihigen Schalt anlage um eine einreihige handelt, fällt beispielsweise die linke Leistungsschalterreihe in Fig. 1 und damit auch die links von den Sammelschienen angeordne ten Sammelschienentrennschalter einschliesslich ihrer Anschlussleitungen weg. In diesem Fall tritt das Fu genkreuz nur verstümmelt in Erscheinung. Die grund sätzlichen Überlegungen hinsichtlich seiner Ausbil dung bleiben aber dieselben.
Wie die Fig. 1 erkennen lässt, sind in den dort dargestellten Ausführungsbeispielen die Sammelschie nen 1, 2 in verschiedenen Ebenen angeordnet. Die Abzweigleitungen und die Sammelschienentrenn- schalter 5, 6 bzw. 5', 6' liegen in anderen Ebenen. Der Kreuzungspunkt befindet sich also nicht, wie aus der schematischen Darstellung Fig.3 hervorzugehen scheint, in einer Ebene, sondern, soweit es sich um ein Sammelschienensystem handelt, stets in zwei Ebenen.
Die eine der beiden Ebenen ist gegeben durch die Lage der Sammelschienen, die andere durch die Lage der Abzweigtrennschalter bzw. ihrer Anschlussleitungen. Nach dieser Klarstellung soll nun die konstruk tive Ausbildung des Fugenkreuzes erläutert werden, die in Fig. 5 gezeigt ist. Die Fig. 5 zeigt zwei in Achs richtung angeordnete Behälter 10, 11 für die Sam melschienen 12, 13.
Die Behälter sind vorausset- zungsgemäss mit Giessharz gefüllt und die Enden der Giessharzfüllung trichterförmig oder nach einer Ex- ponentialkurve geformt. Die in jedem Behälter be findlichen Sammelschienen 12, 13 sollen untereinan der und mit den zu den Trennschaltern führenden Abzweigleitungen 14, 15 leitend verbunden werden. Zu dem Zweck ist ein Kontaktstück 16 vorgesehen, das etwa die Form einer Stimmgabel hat, wobei seine Enden 16' elastisch ausgebildet sind.
In den Enden 16' des Kontaktstückes sind an anderer Stelle vorge schlagene federnde Ringkontakte 17 enthalten, in die die Stromleiter 12 bzw. 13 von der einen bzw. anderen Seite eingeschoben werden. Dieselbe Anord nung der Ringkontakte ist auch bei den Abzweiglei tungen 14, 15 vorhanden. Die ganze Kontaktverbin dung ist von einem Kunststoffträger 18 umhüllt, der aus schwach elastischem Material besteht und die Verbindungsstelle vollständig einhüllt, so dass eine elektrisch vollwertige Isolation entsteht.
Dieser Kunststoffträger 18 ist naturgemäss mit Flanschen versehen, damit er mit den Flanschen der angren zenden Behälter 10, 11 verschraubt werden kann. An der Flanschverbindung muss jedoch soviel Spiel vor handen sein, damit der Kunststoffträger 18 etwaigen Wärmedehnungen folgen kann.
Es ist unvermeidbar, dass das Kontaktstück 16, 16' Kanten besitzt, an denen eine Feldkonzentration auftreten kann. Um in dieser Hinsicht eine Abschir mung zu schaffen, ist in dem elastischen Kunststoff träger 18 ein ebenfalls elastischer Metallkörper 19 eingebettet, der eine Vergleichmässigung des elek trischen Feldes bewirkt. Es kann sich dabei um eine kugelförmige oder ballförmige Hülle aus Metallgaze handeln.
Bei dieser Ausführungsform können sich die Sam melschienen 12, 13 ohne weiteres in Achsrichtung be wegen. Diese Ausdehnungsmöglichkeit der Kupfer leiter allein genügt aber nicht, weil auch auf die Aus dehnungsmöglichkeit der Giessharzfüllung in den Be hältern 10, 11 Rücksicht genommen werden muss. Aus diesem Grunde ist der Kunststoffträger 18 ela stisch ausgebildet, so dass auch in dieser Hinsicht für eine einwandfreie elektrische Abdichtung der Fuge gesorgt ist. Man wird im übrigen den Kunststoffträger 18 an seiner Aussenseite mit einer geerdeten Umhül- lung, z.
B. einer Metallisierung, versehen. In der Fig. 6 ist eine abgeänderte Ausführung schematisch dargestellt und im folgenden beschrie ben. Es sind zwei axial angeordnete Leiter 21, 22, beispielsweise Sammelschienen, vorhanden, die mit einander elektrisch verbunden werden sollen, und zwar so, dass die üblichen Wärmedehnungen in Achs richtung möglich sind. Ferner ist ein weiterer Leiter 23 vorhanden, der beispielsweise zu einem Sammel- schienentrennschalter führt. Auch dieser Leiter soll mit den beiden Sammelschienenstücken 21, 22 elek trisch in Verbindung stehen, aber eine ausreichende Dehnungsmöglichkeit besitzen.
Zu diesem Zweck ist ein Kontaktstück 24 vorgesehen, das ähnlich einer Stimmgabel geformt und federnd ausgebildet ist. Die ses Kontaktstück umfasst alle drei Leiter 21, 22, 23. In Öffnungen des Kontaktstücks 24 sind federnde Ringkontakte 25, 26 überall dort eingebaut, wo eine Längsverschiebung der Leiter eintreten kann. Auf diese Weise erhält die Kontaktverbindung die not wendige Elastizität. Das Kontaktstück 24 ist voll ständig von Isoliermaterial 27 umhüllt, und zwar wird hierfür ein schwachelastischer Isolierstoff ver wendet. Dieser Isolierstoff ist mit einer nicht näher bezeichneten Metallkapselung umhüllt, damit dieses Gehäuse zuverlässig geerdet werden kann.
Ausserdem dient dieses Gehäuse dazu, eine Flanschverbindung mit angrenzenden Anlageteilen herzustellen. Der Hohlraum im Innern des Fugenkreuzes, der zur Auf nahme der Leitungsenden 21, 22 und des Kontakt stückes 24 dient, ist aus elektrostatischen Gründen von einem ballförmigen Gebilde 28 aus Metallgaze umhüllt. Dieses Gebilde besitzt gleichfalls eine ge wisse Elastizität und dient dazu, das elektrische Feld zu vergleichmässigen, das durch die unvermeidlichen Ecken und Kanten am Kontaktstück 24 stellenweise konzentriert ist.
Beim Ausführungsbeispiel Fig.5 war angenom men, dass die anschliessenden Behälter, in denen die Sammelschienen untergebracht sind, mit festem er härtendem Isolierstoff, z. B. Giessharz, ausgefüllt sind. Derartige mit festem Material vollisolierte Anlage teile sind aber verhältnismässig kostspielig, da es sich um hochwertiges Isoliermaterial handelt, das ausserdem mit grösster Vorsicht auf den Leitern auf gebracht werden muss, um etwaige Lufteinschlüsse zu vermeiden. Besonders gefährlich sind Luftein schlüsse unmittelbar zwischen der Oberfläche eines Stromleiters und dem festen Isoliermaterial, weil sie an dieser Stelle höchster Feldstärke ausserordent- lich hoch beansprucht werden.
Bei der Ausführungsform Fig.6 sind die Sam melschienenstücke nur in unmittelbarer Nähe der Fugenkreuze vollisoliert, auf der übrigen Länge da gegen teils mit festem Stoff, teils mit Gas (Teiliso lierung) isoliert und die übergangsstücke von der Vollisolierung zur Teilisolierung sind als Kondensa- tordurchführung ausgebildet. Auf diese Weise ge lingt es, die an das Fugenkreuz angrenzenden Lei tungsstücke mit einer vollwertigen Isolation zu ver- sehen, die aber nicht die Nachteile einer Isolation mit voll ausgegossenen Behältern besitzt.
Bei dem Ausführungsbeispiel Fig. 6 ist beider seits an das bereits erwähnte Fugenkreuz ein in dieser Weise isolierter Behälter angeschlossen. Auf dem Lei ter 21 ist eine verhältnismässig dünne Isolations schicht 29 aufgebracht. Dieser Leiter ist konzentrisch in einem Behälter 30 untergebracht, der zweckmässig aus Metall besteht, damit eine einwandfreie Erdung möglich ist. Auch dieser Behälter kann an seiner Innenseite mit einer Isolierschicht 31 belegt sein. Sinngemäss ist auf der anderen Seite des Fugenkreu zes auf dem Leiter 22 eine verhältnismässig dünne Isolierschicht 32 vorhanden. Der konzentrisch zum Leiter angeordnete Metallbehälter 33 trägt an seiner Innenseite eine gleichfalls verhältnismässig dünne Iso lierschicht 34.
Die Isolierung besteht somit darin, dass jeder der beiden auf verschiedenem Spannungs potential liegenden Geräteteile (Leiter 21, Metall- kapselung 30) mit einer verhältnismässig dünnen Schicht aus festem Isolierstoff eingehüllt ist und dass zwischen diesen beiden Isolierschichten eine grössere Luftschicht liegt, von deren richtigen Bemessung die Wirkung der Teilisolierung weitgehend abhängig ist.
Da das Fugenkreuz selbst vollisoliert ausgebildet ist (die eingezeichnete Isolierschicht 27 ist so dick, dass darin die volle Spannung gegen Erde abgebaut wird), muss an der Stelle, an der die teilisolierten Leiter 21, 22 in das Fugenkreuz einmünden, ein Übergang von einem teilisolierten Anlageteil in einen vollisolierten Anlageteil angebracht werden: Dieser übergang besteht nach der Zeichnung aus einer kon- densatorgesteuerten Durchführung, die mit 35 bzw. 36 bezeichnet ist.
Die bereits erwähnte Isolierschicht 29 bzw. 32 wird zweckmässig über die ganze Länge der Sammel- schienenstücke 21, 22 bis in das Fugenkreuz durch geführt, d. h. also auch innerhalb der Kondensator durchführungen 35, 36. Das Übergangsstück von einer teilisolierten Sammelschiene in das vollisolierte Fugenkreuz wird gleichzeitig als Halterungsstelle un ter Verwendung einer auf Erdpotential liegenden Stützkonstruktion 37 herangezogen. An dieser Stelle wird also das vom Fugenkreuz ausgehende Sammzl- schienenstück gehaltert.
Am anderen Ende desselben Sammelschienenstücks ist keine feste Halterund die ser Art vorhanden, damit sich das Samm@lSChienen- stück ausdehnen kann. Unter Umständen wird an dieser Stelle eine los-- Führung angeordnet, in der sich das Sammelschienenstück bewegen kann. Es muss aber an dieser Stelle auf eine feste Haltcrun"y, wie sie durch die Stützkonstruktion 37 gebildet wird, verzichtet werden, damit die Sammelschiene sich im Falle ihrer Erwärmung ausdehen kann.
Kennzeichnend für diese Lösung ist also die Tat sache, dass grosse Leitungsstücke zum Zweck der Verbilligung nicht vollisoliert, sondern mit einer teils aus Isolierstoff, teil aus Luft bestehenden Isolierung versehen sind. Aus den vorstehenden Ausführungen geht her vor, dass der äussere Mantel 33 eines Sammelschie- nenstücks 22 mit Hilfe einer Isolierschicht 34 gegen über dem Leiter abgeschirmt ist. Man kann eine ähnliche Wirkung auch erzielen, wenn man auf die Isolierschicht 34 verzichtet.
Es ist dann aber not wendig, den Durchmesser des Behälters 30, 33 etwas grösser zu wählen. In diesem Fall dient die auf den Leiter 22 selbst befindliche Isolierschicht 32 und die in radialer Richtung etwas grössere Luftstrecke bis zum Behälter 34 dazu, die volle Spannung aufzu nehmen.
Es ist auch möglich, im Bereich des vollisolierten Fugenkreuzes zusätzliche Lufträume zwischen dem Isoliermaterial und dem äusseren geerdeten Mantel vorzusehen, um die Fugen, die sich innerhalb des Fugenkreuzes befinden, elektrisch zu entlasten. Dies ist ein Mittel, um die elektrische Beanspruchung voll isolierter Anlageteile zu vermindern. Diese Methode ist allerdings nur dann anwendbar, wenn die zusätz lichen Luftschichten verhältnismässig gross . bemes sen werden, so dass eine erhebliche Vergrösserung des Fugenkreuzes die Folge ist.
Bei einer gekapselten Anlage hat man aber stets das Bestreben, mit mög lichst geringen Geräteabmessungen auszukommen. Man wird daher dieses Verfahren nur anwenden, wenn die Beherrschung des Fugenproblems auf be sondere Schwierigkeiten stösst.
Eine andere Ausführungsform ist in Fig. 7 dar gestellt. Hier ist die Anordnung so getroffen, dass der elastische Körper aus Isolierkunststoff, der zur Iso lierung der im Fugenkreuz eingebetteten Kontakt teile dient, in einem Gehäuse aus festem Kunststoff, beispielsweise Polystyrol, untergebracht ist, das sich seinerseits in einem geerdeten Metallgehäuse befin det und dass zwischen beiden Gehäusen ein Luft- rauen vorgesehen ist.
Bei einer Anordnung dieser Art wird also das Prinzip der Teilisolierung auf das Fugenkreuz angewandt mit dem Ziel, eine elektrische Entlastung der unvermeidlichen Fugen im Isolierstoff zu erreichen. In der bereits erwähnten Zeichnung ist diese Art der Isolierung des Fugenkreuzes dargestellt. Es sind wiederum zwei in Achsrichtung verlaufende Stromleiter 12, 13 vorhanden, die untereinander so wie mit in einer anderen Ebene angeordneten Strom leitern 14, 15 elektrisch verbunden werden sollen. Zur Verbindung dient das schon früher beschriebene Kontaktstück 16 mit den federnden Enden 16' und darin eingesetzten Ringkontakten 17.
Die Stromleiter 12, 13 sind in Giessharz 10, 11 eingebettet, dessen Enden in Richtung auf die Verbindungsstelle kegel förmig ausgebildet ist. Das elastische Kontaktstück 16 ist in der üblichen Weise von einem elastischen Isolierstoff 18 umhüllt, der so geformt ist, dass er sich den trichterförmigen Enden der Giessharzteile 10, 11 anpasst. Dieser elastische Isolierstoff ist von einer isolierenden Hülle 50 umgeben. In einigem Ab stand von dieser isolierenden Hülle 50 befindet sich eine äussere geerdete Metallhülle 51 für das Fugen kreuz.
Dazwischen ist ein Hohlraum 52 vorhanden, der mit Luft, vorzugsweise unter Atmosphärendruck, gefüllt ist. Die geerdete Metallumhüllung 51 ist also nicht unmittelbar auf den festen Isolierstoff 18 gelegt, sondern in einiger Entfernung von ihm angeordnet. Bei richtiger Bemessung des dazwischen befindlichen Luftraumes ist eine nennenswerte Entlastung der fe sten Isolierstoffteile und auch der besonders gefähr deten elektrischen Fugen zu erreichen. Eine weitere Entlastung der erwähnten elektri schen Fugen wird durch die besondere Formgebung der äusseren metallischen geerdeten Hülle 51 des Fugenkreuzes erzielt.
Die grösste elektrische Bean spruchung der Fuge ist an der Stelle der grössten Feldstärke vorhanden, und zwar unmittelbar auf dem elektrischen Leiter an der mit 53 bezeichneten Stelle. Hier ist eine Trennstelle zwischen der Oberfläche des unter Spannung stehenden metallischen Leiters 13 und dem ihn einhüllenden Giessharz 11 vorhanden. An dieser Stelle setzt ausserdem der elastische Kunst stoff 18 ein, und ausserdem ist hier ganz unvermeid bar ein Hohlraum innerhalb des elastischen Isolier stoffs 18 vorhanden, in dem sich die elastischen Kon taktteile 16' befinden. Daraus erklärt sich die beson dere Gefährdung gerade dieser Stelle. Der Verlauf der Fuge zwischen dem Giessharz 10, 11 und dem elasti schen Isolierstoff 18 ist mit 54 bezeichnet.
Diese Fuge ist etwa trichterförmig gestaltet. Die äussere Metall hülle 51 ist nun so ausgebildet, dass an der Stelle 53 der Fuge der grösste Luftabstand zwischen der in neren Isolierhülle 50 und dem metallischen Gehäuse 51 vorhanden ist. Dieser grösste Luftabstand ist in der Zeichnung mit 55 bezeichnet. Die Entlastung der elektrischen Beanspruchung der Fuge 54 erfolgt also erstens durch Anordnung einer Luftschicht zwischen der Isolierhülle 50 und der Metallhülle 51 und ferner durch eine solche Formgebung der äusseren Metallhülle 51, dass die elektrische Feldbeanspruchung der besonders gefähr deten Fugenteile am stärksten vermindert wird.
Für den zylindrischen Abschnitt der Leitungsteile 12, 13, also beispielsweise für die Sammelschienen einer Hochspannungsschaltanlage, ist eine solche zu sätzliche Entlastung nicht unbedingt erforderlich, da sie aus einheitlichem Isolierstoff bestehen und keine Fugen aufweisen. Um aber mit billigem Isolierstoff und einfachen Herstellungsmethoden der Leiterisolie rung auszukommen, kann man sich dazu entschlies- sen, auch diese Teile der Sammelschienen in ent sprechender Weise aufzubauen, wie dies für das Fu genkreuz erläutert wurde.
Dies bedeutet, dass dann abweichend von der oben stehenden Beschreibung die Giessharzkörper 10, 11 nicht direkt in ein Metall gehäuse eingefügt sind; vielmehr befindet sich bei die ser Ausführungsform eine isolierende Umhüllung 56, 57 auf den Giessharzteilen 10, 11. Ferner ist in die sem Falle in einigem Abstand davon eine rohrförmige geerdete Metallhülle 58, 59 vorhanden, so dass Luft räume 60, 61 entstehen, die mit atmosphärischer Luft gefüllt sind.
Bezüglich der Luftschichten 52, 60, 61 ist von grosser Bedeutung, dass sie so bemessen sind, dass diese Schichten zwar bei der Prüfspannung, nicht aber bei der höchsten vorkommenden Betriebsspan nung glimmen. Je nach der Art der elektrischen Hochspannungsschaltanlage bzw. in Abhängigkeit da von, ob die Anlage mit Freileitungen oder mit Kabel leitungen des Netzes in Verbindung steht, können diese Betriebsspannungen verschiedene Werte anneh men und sind von Fall zu Fall zu berechnen.