CH423106A - Verfahren zum Stranggiessen von beruhigten Stählen - Google Patents
Verfahren zum Stranggiessen von beruhigten StählenInfo
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Description
Verfahren zum Stranggiessen von beruhigten Stählen Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stranggiessen von beruhigten Stählen, bei wel chem der in einem Giessgefäss befindliche beruhigte, flüssige Stahl in eine gekühlte Durchlaufkokille ge gossen und der mit flüssigem Kern entstehende Strang aus der Kokille gezogen und weiter gekühlt wird.
Für die Erzeugung von guten Fertigprodukten ist bekanntlich die Oberflächenbeschaffenheit des Vor produktes von wesentlicher Bedeutung. Dabei wirken sich die an der Oberfläche des Vorproduktes auftre tenden Poren besonders nachteilig aus. Diese Ober flächenporen können bekanntlich bei allen Giess verfahren auftreten. Ihr Erscheinen wird aber beim Stranggiessverfahren vermehrt festgestellt.
Diese Poren sind meist längliche Gaslöcher unter halb der Oberfläche oder offene Poren, deren Haupt achse parallel zu den Dendriten verläuft. Beim Aus walzen der Vorprodukte öffnen sich die dicht unter halb der Oberfläche befindlichen Poren und bewir ken die bekannten Schäden der Fertigprodukte.
Für die Entstehung von Oberflächenporen wer den hauptsächlich zwei Hypothesen vertreten: zum ersten, dass das Vorhandensein von Wasserstoff die Porenbildung begünstigt, und zum zweiten, dass das während der Erstarrung bedingte Auftreten von Koh lenmonoxyd Ursache für ihre Entstehung ist. Zur Begründung der ersten These wird das für das Stranggiessen notwendige Schmiermittel angeführt, weil durch das Verkoken der im Schmiermittel be findliche Wasserstoff frei wird.
Es wurde nun gefunden, dass das Schmiermittel, besonders organische Öle, keinen ursächlichen Ein fluss auf die Porenbildung ausübt, sondern der durch die grosse Erstarrungsgeschwindigkeit frei werdende Sauerstoff, welcher sich mit dem Kohlenstoff verbin det. Dabei übt jedoch der Wasserstoffgehalt des flüssigen Stahles einen Einfluss auf die Porenanfällig keit aus.
Gemäss der Erfindung wird der Porenbildung be gegnet, indem dem durch eine infolge der Analysen vorschriften beschränkte Zugabe von schwächer wir kenden Desoxydationsmitteln beruhigten Stahl, wel cher, durch starke Kühlung bedingt, rasch und daher unvollständig beruhigt erstarrt, ein stärker wirkendes Desoxydationsmittel zugegeben wird, welches den Restgehalt an freiem Sauerstoff so weit absenkt, dass bei der Anfangserstarrung die Entstehung des vornehmlich die Porenbildung an der Strangober- fläche verursachenden Kohlenmonoxyds mindestens grösstenteils verhindert wird.
Durch die in der Kokille herrschenden Kühlver- hältnisse bedingte grosse Erstarrungsgeschwindigkeit unterhalb des Badspiegels wird Sauerstoff frei, wel cher sich mit dem Kohlenstoff verbindet, so dass im Erstarrungsbereich unvollständig beruhigter Stahl entsteht.
Wegen den Diffusionsverhältnissen und dem frei werdenden bzw. gelösten Sauerstoff, welcher mit dem Kohlenstoff reagiert, entstehen Kohlenmonoxyd- blasen. Durch diese Reaktionen und Diffusion von Wasserstoff wachsen die Blasen und bilden die Poren.
Es hat sich gezeigt, dass bei einem Stahl von 0,080,12 % C, 0,40,7 % Mn, 0,200,35 % Si und we niger als 0,05 % S und P trotz Variierung der Stahl- erzeugungs- und Desoxydationsverfahren sich prak tisch keine Änderung in der Porenzahl ergab. Die schwächer wirkenden Desoxydationsmittel Mn und Si verhindern die Porenbildung nicht, auch nicht unter Berücksichtigung des sich im Ferrosilizium befindlichen Aluminiums.
Bei einem nach dem Einschlackenverfahren her gestellten Röhrenstahl von 0,2/0,25 % C, 0,45/0,70 Mn, 0,250,30 % Si und weniger als 0,05 % S und P wurden 8 Poren pro dm2 gezählt. Durch Zugabe eines stärker wirkenden Desoxydationsmittels in Form von Aluminium wurden folgende Porenzahlen festgestellt:
EMI0002.0005
Zugabe <SEP> in <SEP> % <SEP> Porenzahl <SEP> pro <SEP> dm2
<tb> 0,005 <SEP> 4
<tb> 0,01 <SEP> 2
<tb> 0,015 <SEP> unter <SEP> 1 Es hat sich gezeigt, dass je nach Stahlqualität bei einer Aluminiumzugabe von 0,005 bis 0,05 die Porenbildung praktisch verhindert werden kann. Die Aluminiumzugabe kann je nach Wahl dabei teilweise oder ganz in den Ofen, in das Giessgefäss und/oder nach dem Giessgefäss dem flüssigen Stahl zugegeben werden.
Nach dem Giessgefäss erfolgt die Zugabe mit Vorteil durch Aluminiumdraht in den Giessstrahl. Um ein Oxydieren des Aluminiums nach dem Giessgefäss mit Luftsauerstoff und dadurch in den Stahl gelangende Reaktionsprodukte zu ver hindern, wird dabei das Aluminium unter Schutz gas dem flüssigen Stahl beigegeben.
Es wurde weiter gefunden, dass durch einen ho hen Wasserstoffgehalt im flüssigen Stahl die Poren nicht erzeugt werden, aber die Anzahl der Poren wird infolge des bereits genannten Effektes erhöht. Vorteilhaft wird deshalb ein Stahl mit möglichst tiefem Wasserstoffgehalt der Kokille zugeführt. Die ses Tiefhalten des Wasserstoffs kann mit den be kannten Mitteln erfolgen, beispielsweise Herstellen von Stahl im Einschlackenverfahren, Vakuumbehand lung usw.
Eine Vakuumbehandlung des flüssigen Stahles ersetzt teilweise das schwächer wirkende Desoxyda- tionsmittel innerhalb der Analysengrenzen.
Beim Einschlackenverfahren des im Lichtbogen ofen erzeugten Stahles wurde der Wasserstoffgehalt für die zuletzt erwähnte Stahlqualität mit 4 cm3/100 g und beim Zweischlackenverfahren mit 6 bis 7 cm3/100 g festgestellt. Die Porenzahl pro dm2 Fläche beträgt ohne Zugabe von Alumi nium 17 beim Zweischlacken- und 7 beim Ein schlackenverfahren. Bei einer Zugabe von 0,015 Aluminium wurde kein Unterschied mehr in der Porenzahl festgestellt.
Als stärker wirkendes Desoxydationsmittel kön nen anstelle von Aluminium ganz oder teilweise ein oder mehrere geeignete Desoxydationsmittel ver wendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Stranggiessen von beruhigten Stäh len, wobei der in einem Giessgefäss befindliche be ruhigte, flüssige Stahl in eine gekühlte Durchlaufko- kille gegossen und der mit flüssigem Kern entstehende Strang aus der Kokille gezogen und weiter gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, dass dem durch eine infolge der Analysenvorschriften beschränkte Zugabe von schwächer wirkenden Desoxydationsmitteln be ruhigten Stahl, welcher, durch starke Kühlung be dingt, rasch und daher unvollständig beruhigt er starrt,ein stärker wirkendes Desoxydationsmittel zugegeben wird, welches den Restgehalt an freiem Sauerstoff so weit absenkt, dass bei der Anfangser starrung die Entstehung des vornehmlich die Poren bildung an der Strangoberfläche verursachenden Koh lenmonoxyds mindestens grösstenteils verhindert wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, da,ss als stärker wirkendes Desoxyda- tionsmittel ein Zusatz von 0,005 bis 0,05 % Alu minium in den flüssigen Stahl gegeben wird.2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Aluminium zumindest teil weise nach dem Giessgefäss in den flüssigen Stahl ge geben wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass das Aluminium unter Schutzgas in den flüssigen Stahl gegeben wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Wasserstoffgehalt im flüssigen Stahl tief gehalten wird.
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Country Status (1)
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1965
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