CH423251A - Verfahren zur Herstellung von linearen Polymeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von linearen Polymeren

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CH423251A
CH423251A CH253161A CH253161A CH423251A CH 423251 A CH423251 A CH 423251A CH 253161 A CH253161 A CH 253161A CH 253161 A CH253161 A CH 253161A CH 423251 A CH423251 A CH 423251A
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CH
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acetone
dimethylketene
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CH253161A
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Natta Giulio
Mazzanti Giorgio
Pregaglia Gianfranco
Binaghi Marco
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Montedison Spa
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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von linearen Polymeren
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, zur Herstellung von Polymeren mit einem   Molekulargemisch von    mehr als 10 000, bei welchen ein Teil der Monomereinheiten durch Öffnung der   Carbonyldoppelbind'ung    eines Ketons gebildet wird.



  Diese Polymere enthalten Monomereinheiten der Formel :
EMI1.1     
 worin   Ri    und R2   Alkyl-oder    Arylreste bedeuten.



   Zusätzlich zu den Monomereinheiten der vorer  wähnten    allgemeinen Formel enthalten diese neuen polymeren Produkte auch Monomereinheiten, die sich von Ketonen der allgemeinen Formel :
EMI1.2     
 worin   IRl    und R4 Wasserstoffatome oder Alkyl-oder Arylgruppen bedeuten, ableiten.



   Es ist bekannt, dass Ketone entweder unter Öffnung der   Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung    oder unter Öffnung der   Kohlenstoff-Sauerstoff-Dop-    pelbindung polymerisieren können.



   Es ist weiterhin bekannt, dass durch Reaktion eines Ketens mit einer Verbindung, die eine Karbonylgruppe enthält (z. B. ein Keton) in Anwesenheit von verschiedenen Katalysatoren zwei Serien von niedermolekularen Verbindungen erhalten werden können.



  Mit sauren Katalysatoren wie Schwefelsäure reagiert die Verbindung, welche die   Karbonylgruppe    enthält in der Enolform und ergibt so den Ester eines ungesättigten Alkohols. Ein typisches Beispiel hievon ist die Reaktion von Azeton mit einem Keten in Anwesenheit von Schwefelsäure :
EMI1.3     

Wenn man jedoch   Friedel-Crafts-Katalysatoren    verwendet, welche Verbindungen kationenaktiv sind, wie z. B.   AlCl3    oder   Znda,    führt die Reaktion zwischen einem Keten und einem Keton im Gegensatz zu der vorerwähnten Reaktion zur Bildung von Substanzen, die viergliedrige   Ringe, entsprechend ss+      Laktonen    enthalten.

   So wird beispielsweise bei der Reaktion von Azeton mit einem Keten in Anwesenheit von   ZnCI2      ss-Methyl-butyrolakton    erhalten :
EMI1.4     

Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass durch Copolymerisation eines Ketens mit einem Keton in Anwesenheit einer organometallischen Verbindung eines Alkalimetalls als Katalysator, hoch molekulare lineare Makromoleküle erhalten werden können.



   Es wurde weiterhin gefunden, dass diese   Copoly-    merisation aus einer abwechselnden Polyaddition der beiden Monomeren besteht. Bei dieser Copolymerisation reagiert das Keten leicht an der   Kohlenstoff-      Kohlenstoff-Doppelbindung    und ergibt   Monomer-    einheiten der folgenden Art :
EMI2.1     

Es wurde nun gezeigt,   dass-die    neuen Copolymere eine regelmässige chemische Struktur besitzen, die durch das folgende sich wiederholende   Strukturele-    ment ausgedrückt werden kann :
EMI2.2     

Die Makromoleküle, die die neuen polymeren Produkte der vorliegenden Erfindung bilden, bestehen daher aus langen Folgen der Art :

  
EMI2.3     

Wenn   Ri    gleich R2 und R3 gleich R4 ist,   erweisen    sich die wie beschrieben erhaltenen Polymere bei der   Röntgenanalyse    als   hochkristallin.   



   So ist beispielsweise das   CopolymerisationsP    produkt von Azeton mit Dimethylketen bei der   Röntgenanalyse      hochkrista3Xin,    auch wenn die Analyse am Polymer in Form eines nicht orientierten   Pul-      vers durchgeführt    wird, wie es direkt bei der Polymerisation anfällt und welches   keiner weiteren Wärme-    behandlung unterworfen wurde.



   Aus diesem Grunde können die bei der Copolymerisation von Ketenen mit Ketonen erhaltenen Produkte als Polyester der allgemeinen Formel :
EMI2.4     
 angesehen werden.



   Polyester dieser Formel, worin Ri, R2, R3 und   R4    alle von Wasserstoff verschieden sind, waren bisher nicht bekannt und wurden erstmals   durch diese Poly-    merisation von   Ketoketenen    mit Ketonen hergestellt.



   Durch intramolekulare Veresterung von   ss-Oxy-      pivalsäure    erhielten Blaise und Marcilly   [Bull.    Soc.



  Chim. (3), 31,308 (1904)] ein Polymer der folgenden Struktur :   HO-CHOC      (CH3)    2-COO   [-CH2-C      (CH3)      2-COO]      n-CH2-C (CH3) 2COOH    worin n   =    4 ist.



   Dieses Produkt wurde als   mikrokristallienes    Pulver erhalten, das in warmer wässriger Natronlauge löslich ist, leicht zu   Oxypivalsäure      verseifbar    und in den meisten organischen Lösungsmitteln unlöslich ist.



   Die chemische Struktur dieses Polyesters entspricht der eines Copolymers von Keten mit Azeton, erhalten durch das im folgenden näher beschriebene erfindungsgemässe Verfahren. Es soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass die nach der vorliegenden Erfindung erhaltenen   Copolymerisationsprodukte    ein wesentlich höheres Molgewicht besitzen als das von Blaise und   Marcilly    isolierte Produkt ; sie sind in   n    warmer Natronlauge unlöslich, auch bei erhöhter Temperatur nur schwer verseifbar und löslich in kochendem Benzol.



   Die gemäss der vorliegenden   Erfindung durch Co-    polymerisation von Ketonen mit   Ketoketenen    erhaltenen Polymere können nach den bisher bekannten Methoden zur Herstellung von Polyestern nicht erhalten werden.



   Weiterhin kann bei Polyester der Formel :
EMI2.5     
 die   Polyesterherstellung    durch   Offnung    des Laktonrings nicht realisiert werden.



   Zur Herstellung eines Polyesters dieser Art müsste ein Laktonring der Formel : geöffnet werden.
EMI2.6     
 



   Diese Reaktion,   die im Fall von Propiolakton (das    heisst, wenn.   Ri-R4    Wasserstoffatome bedeuten) und im Falle von   ss-Butyrolakton    (wenn   Ri    eine Methylgruppe darstellt und   Rs-Rt    Wasserstoffatome bedeuten) möglich ist, kann bei   Laktonen    nicht stattfinden, bei welchen mehr Wasserstoffatome durch Alkylgruppen substituiert sind.



   Es ist bekannt,   dlass    im letzteren Fall die Reaktion unter Abspaltung von C02 und Bildung eines Olefins stattfindet [siehe z. B. Zag, J. Amer. Chem.



  Soc. 72,2998 (1950)]. Es wurde z. B. gefunden, dass durch Erhitzung des a-a,   ss-ss-Tetramethylpropib    lactons auf   1001 C in Anwesenheit    von Kaliumkarbonat unter den im allgemeinen zur Herstellung von Polyestern aus   Laktonen    angewandten Bedingungen   CO.,-Entwicklung    stattfindet und sich quantitativ   Tetramethyläthylen    bildet.



   Es wurde weiterhin die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass   das ss-Lakton das    erste   Reaktionspro-    dukt aus dem Keton und dem Keten sein kann und dass dieses Lakton unter den besonderen   erfindungs-    gemäss angewandten Arbeitsbedingungen unter Öffnung des   Laktonrings    ein Polymer ergibt.



   Tatsächlich wurde jedoch, wenn man an Stelle der   Keten-Keton-Mischung    das entsprechende Lakton   einsietzt    und alle anderen Bedingungen der er  findungsgemässen    Copolymerisation beibehält, keine Polymerbildung beobachtet.



   Es kann daher praktisch die Möglichkeit, dass ein Lakton das stabile Zwischenprodukt bei der   Keten-Keton-Copolymerisation    darstellt, ausgeschlossen werden.



   Die erfindungsgemäss erhaltenen Copolymere bestehen aus linearen   Makromolekülen    mit hohem Molgewicht, wie sich aus den spezifischen   Viskosi-    tätswerten ihrer   Chloroformlösungen ergibt.   



   Obwohl das genaue Molgewicht auf Grund dieser Viskositätswerte nicht leicht berechnet werden kann, kann doch angenommen werden, wenn man auch die   Unloslichkeit    in kochendem Azeton von einigen der erfindungsgemässen Produkte in Betracht zieht, dass die neuen Polymere ein Molgewicht besitzen, das zumindest über 10000 liegt. Es ist nämlich bekannt, dass Produkte mit   polyesterähnlicher    Struktur in kochendem Azeton unlöslich sind, wenn ihr Molgewicht über   10000    liegt.



     Die Zusammensetzang    der neuen Copolymere, entsprechend einem äquimolaren Gehalt an Ketenen und Ketonen, wurde durch Elementaranalyse der erhaltenen Produkte bestimmt und in einigen Fällen (z. B. für das Copolymer von Dimethylketen mit Azetophenon) wurde diese Zusammensetzung auch durch physikochemische Analyse, z. B. durch In  frarotspektrographie,    bestätigt.



   Die chemische Struktur der neuen Copolymere wurde durch chemische Methoden bewiesen. So gab beispielsweise beim   Azeton-Dimethylketen-Copolymer    die Elementaranalyse folgende Resultate :
Gefunden : C 65,98% H 9,55%      
Berechnet für :
EMI3.1     

C 65,60% H 9,44%
Die Regelmässigkeit der Verkettung der beiden Monomereinheiten konnte aus der   Hochkristallinitat,    die bei der   Röntgenanalyse    beobachtet wurde, vorhergesehen werden.



   Wenn man weiterhin dieses Copolymer mit LiAlH4 in einer   Tetrahydrofuranlösung    reduziert, erhält man in sehr   gober    Ausbeute ein Produkt, das aus niedrig   siedendem Petroläther umkristallisiert    werden kann und dessen Schmelzpunkt bei 138 bis   140     C liegt. Die Elementaranalyse sowie die kryo  skopische Molgewichtsbestimmung ergaben die Formel    :
EMI3.2     
 entsprechend 1, 1-, 2,2-Tetramethylpropandiol-1-3.



   Die obige Formel wurde auch durch die Infra  rotanalyse bestätigt.   



   Die Resultate dieser Hydrogenolyse zeigen, dass das Makromolekül des ursprünglichen Dimethylketen  azeton-copolymers aus langen Folgen    der Type :
EMI3.3     
 besteht.



   Aus den durch Copolymerisation von Azeton und Dimethylketen erhaltenen Rohprodukten werden durch Extraktion mit geeigneten Lösungsmitteln Fraktionen erhalten, die zwar verschiedenes Molgewicht, jedoch in jedem Fall die gleiche kristalline Struktur bei der   Röntgenanalyse    zeigen. Für diesen Zweck können als Lösungsmittel z. B. Azeton, Di äthyläther oder Benzol verwendet werden.



   Die Copolymere von Dimethylketen mit Azeton haben einen Schmelzpunkt von ungefähr   170     C und schmelzen ohne Zersetzung.



   Die Copolymere von Ketonen mit Keten oder mit   Aldoketenen    oder Ketoketenen werden somit gemäss der vorliegenden Erfindung durch Copolymeri  sation    der Monomeren in Anwesenheit von organometallischen Verbindungen von Alkalimetallen, wie Alkalimetallalkylen oder-arylen, als Katalysatoren hergestellt.



   Alkyle, Aryle oder Alkylaryle von Lithium, wie Methyllithium, Butyllithium,   Amyllithium,    Phenyllithium oder   Phenyläthyllithium    werden vorzugsweise als Katalysatoren verwendet.



   Die Copolymerisation kann bei Temperaturen   zwischen-100  C    und Raumtemperatur, vorzugsweise   zwischen-80      und-30  C durchgeführt    werden.



   Es kann günstig sein, bei niedriger Temperatur zu arbeiten, da bei Raumtemperatur die Reaktion manchmal zu schnell und in einigen Fällen sogar explosiv verläuft.



   Die Copolymerisation kann als,   Blockcopolymeri-    sation in Abwesenheit von Lösungsmitteln durchgegeführt werden. Es wird jedoch vorzugsweise in Anwesenheit eines Lösungsmittels gearbeitet, wobei durch Verkleinerung der Monomerkonzentration die Reaktionsgeschwindigkeit, die sonst zu hoch sein kann, vermindert wird.



   Als Verdünnungsmittel können Lösungsmittel verwendet werden, die mit den Monomeren oder mit den Katalysatoren unter den Polymerisationsbedin  gungen    nicht reagieren und sich bei der   Reaktions-    temperatur nicht verfestigen. Beispielsweise können Propan, Pentan, n-Heptan, Isooctan, Toluol oder   Diäthyläther    verwendet werden.



   Die Polymerisation kann unter verschiedenen Arbeitsbedingungen entweder kontinuierlich oder chargenweise durchgeführt werden. Der Katalysator oder seine Lösung kann dem auf die   Polymerisations-    temperatur gekühlten Monomer oder der Monomerlösung unter Einstellung der   Zusatzgeschwindigkeit    je nach der besonderen Aktivität des verwendeten Katalysators zugesetzt werden.



   Je nach den   Polymerisationsibedingungen    können verschiedene Unterschiede im Molgewicht der erhaltenen Polymere auftreten, wie aus, ihrer verschiedenen   Löslichkeib    in organischen   Lösungsmitteln ersicht-    lich ist. So wird durch Copolymerisation von Di  methylketen    und Azeton in Toluollösung bei   schnel-    ler Zugabe des Katalysators ein Polymer erhalten, von welchem 50   %    mit   ! kochendem    Azeton   extrahier-    bar sind und das zur gänze mit kochendem Äther extrahierbar ist.

   Wenn man jedoch anderseits unter kontrollierten Bedingungen   arbeibet,    z.   B.    bei langsamem Zusatz einer äquimolaren Azeton-Dimethyl  keten-Mischung    zu einer Butyllithiumlösung in Toluol, erhält man ein Polymer, wovon nur 20 % mit kochendem Azeton extrahierbar sind. Durch darauffolgende   Atherextraktion    können 4   %    des   Ausgangs-    polymers extrahiert werden, während der Rückstand der   Atherextraktion    mit Benzol völlig extrahierbar ist.



   Die erfindungsgemässen Copolymere können auf dem Gebiet der Plaste Verwendung finden. Die kristallinen Produkte, wie z. B. das Copolymer von Dimethylketen mit Azeton, können zur Herstellung von orientierten Filmen und   Textilfasem    verwendet werden.



   Die aus der geschmolzenen Masse ausgepressten Fäden können leicht durch Behandlung mit Wasser bei 70 bis   100  C rekristallisiert werden.   



   Beispiel   I   
In ein grosses   Pyrex-Probierrohr,    das mit einer Einteilung, einem   eingeschliffenen      Glasstoppel    und einem seitlichen Ansatz zur Einleitung von   Sticks ! toff    versehen ist und sich in einem   Kühlbad    bei-78  C befindet, werden 10   ml    Dimethylketen, frisch destilliert in einer inerten Atmosphäre, 20   ml    wasserfreies Toluol sowie 10 ml Azeton, gereinigt mit Kaliumpermanganat und rektifiziert, eingeführt.



   Die Mischung wird geschüttelt und   es wird    langsam   1    ml einer 1,8 molaren Butyllithiumlösung in Benzol zugesetzt. Nach wenigen Sekunden beginnt die Reaktion unter beträchtlicher   Wärmeentwick-    lung.



   Wenn man das   Probierrohr    durch den seitlichen Ansatz mit einem   Quecksilberventil    verbindet, kann man einen   Uberdruck    innerhalb des Reaktionsgefässes vermeiden. Nach ungefähr 5 Minuten lässt die   Wärme-    entwicklung beträchtlich nach und die   Reaktions-    masse ist fast fest. Ebenfalls verschwindet die ur  sprünglich    intensiv gelbe Farbe, da der grösste Teil des   Dimethylketenmonomers    verschwunden ist.



   Durch Zusatz von Methanol wird die Reaktionsmasse vollständig weiss, es bleibt jedoch der grösste Teil in Form eines weissen Pulvers   ungelöst.    Das erhaltene Produkt wird kalt und warm gewaschen.



  Nach Trocknen werden 8 g eines weissen festen pulvrigen Polymers erhalten. Das rohe Polymer ist in Tetrahydrofuran und in Dioxan in der Wärme löslich, ist in kaltem Benzol fast völlig löslich und etwas weniger löslich in   Zyklohexan.   



   Bei der   Röntgenanalyse    ergibt das rohe Polymer ein Beugungsspektrum, das einer hochkristallinen Struktur entspricht. Ein in einem Glasrohr auf einem   Kupferblock    erhitztes Muster beginnt bei ungefähr 160 C ohne Zersetzung zu schmelzen. Die Frak  tionierung    mit heissen Lösungsmitteln ergibt folgende Resultate :    Azetonextrakt 50%       Ätherextrakt    50   7o   
Das Polymer altert bei längerem Erhitzen mit wässriger alkoholischer Natronlauge nicht merklich.



  Die Grenzviskosität der   ätherlöslichen Fraktion    bestimmt in Chloroform bei   30  C beträgt    0,37.



     BeispiZel    2
Nach der im vorhergehenden Beispiel   beschrie-    benen Arbeitsweise werden 10 ml Dimethylketen, 10 ml Azeton und 40   ml    Toluol in das   auf-78     C gekühlte grosse   Probierrohr    eingebracht. Der Zusatz von 0,5 ml einer 1,4 molaren Butyllithiumlösung verursacht eine wesentlich langsamere   Polymerisa-      tionsreaktion.    Nach 12 Stunden ist jedoch die Masse fast völlig fest. Sie wird ausgefällt und wiederholt mit Methanol gewaschen ; nach dem Trocknen werden 11,5 g weisses Polymer erhalten.



     40%    des   Gesamtproduktes    werden mit warmem Azeton extrahiert ; der Rückstand ist mit warmem Äther vollständig extrahierbar. Beide Fraktionen erweisen sich bei der   Röntgenanalyse    als kristallin und die bei der Elementaranalyse gefundenen Werte für Kohlenstoff und Wasserstoff entsprechen einer Zu  sammensetzung C7H1202.   



   Beispiel 3
Ein 100   ml-Dreihalskolben,    versehen mit   Rüh-    rer und Tropftrichter mit Kühlmantel wird in ein   Kühlbad      bei-78 C gebracht.    Hierauf   werden 60 ml    Heptan und   l    ml einer 0,96 molaren   Butyllithium-    lösung in   Petroläther    unter Stickstoff zugesetzt.

     Gleich-      zeitig    wird im Tropftrichter,   ebenfalls gekühltmiteiner    gesättigten Lösung von   Kohlensäureschnee    in Metha  nol,    eine Lösung von   10    ml Azeton,   8      ml    Dimethylketen und 20   ml      n-Heptan hergestellt.   



   Die Monomermischung wird langsam tropfenweise unter Rühren der Katalysatorlösung zugesetzt. Sobald die Monomermischung mit der Butyllithiumlösung in Berührung kommt, verschwindet die gelbe Farbe fast völlig. Der Zusatz des Monomers ist nach un  gefähr    30 Minuten beendet und die Masse wird, bevor Methanol zugesetzt wird, mehrere Stunden stehen gelasse. Das getrocknete Polymer hat ein   faseriges    Aussehen und wiegt 6 g.

   Durch   Fraktio-    nierung mit heissen Lösungsmitteln werden die folgenden Fraktionen erhalten :    Azetonextrakt    20 %    Atherextrakt 4, 2%       Benzolextrakt    74,3 %
Extraktionsrückstand 1,5 %
Ein Muster des, rohen Polymers wird in einem Glasrohr auf einem Kupferblock erhitzt ; erst über 165 C beginnt die Masse zu schmelzen.



   Beispiel 4
10 ml Dimethylketen und 16 ml Acetophenon gelöst in 40 ml wasserfreiem Toluol werden wie in Beispiel   l    beschrieben umgesetzt. Als Katalysator werden 0,   1    ml einer 3,6 molaren Lösung von Butyllithium in   Petroläther    verwendet. Das   Kühlbad    wird bei-20  C gehalten, um die Abscheidung von festem Acetophenon zu vermeiden. Wenige Minuten nach Beginn der Polymerisation nimmt die Viskosität der Lösung schnell zu und es bildet sich am Boden des Reaktionsgefässes langsam ein weisser Niederschlag.



   Nach einer Nacht ist die Masse fast völlig verfestigt. Das mit Methanol ausgefällte und   getrock-    nete Polymer wiegt 17 g.   Esl ist löslich    in   Tetrachlor-    kohlenstoff, Benzol, Zyklohexanon   und-Zyklohexan    bei einer Temperatur von   30  C    ; die Löslichkeit in Tetrahydrofuran ist etwas geringer.



   Bei der   Röntgenanalyse    erscheint das Rohpolymer nicht kristallin. Das Produkt ändert sich beim Erhitzen auf 160  C nicht, es erweicht dann innerhalb eines Bereiches von   30  C.    Durch Fraktionierung mit heissen Lösungsmitteln können folgende Extrakte abgetrennt werden :
Azetonextrakt %    Ätherextrakt    4,5 %
Extraktionsrückstand 2,5 %
Die letzte Fraktion hat eine Grenzviskosität, bestimmt in Chloroform bei   30     C von   0,    206.



   Beispiel   5   
In das in Beispiel   l    beschriebene 200   ml-Probier-    rohr werden hintereinander 80 ml Heptan, 20 ml Dimethylketen und 20 ml   p-Chloracetophenon    unter Rühren eingebracht.



   Das   Probierrohr    wird nun in ein mit Kohlen  säureschnee    gesättigtes   Mothanolbad    gebracht und es werden 0,2 ml einer 0,96 molaren Lösung von Butyllithium in niedrigsiedendem   Petroläther    zugesetzt.



   Im Hinblick auf die schlechte Löslichkeit von   p-Chloracetophenon    bei niedrigen Temperaturen wird das   Kühlbad    bei-20  C gehalten. Die Masse wird langsam fest und die ursprüngliche Farbe wird schwächer. Nach 12 Stunden wird das Polymer mit Methanol ausgefällt. Das ursprünglich schwammige Polymer wird körnig. Es wird sorgfältig mit kaltem und warmem Methanol gewaschen. Nach dem Trocknen werden 18 g   weissesl Polymer erhalten.    Das Polymer zeigt bei der quantitativen Analyse die Anwesenheit von Chlor und ist bei der Röntgenanalyse amorph.



   Ein in einem kleinen Rohr auf einem Kupferblock erhitztes Muster bleibt bis zu   140     C unver ändert und wird dann langsam viskos, bleibt jedoch farblos.



   Beispiel 6
Azeton und Dimethylketen werden wie in Beispiel   l    beschrieben, mit einem Molverhältnis von ungefähr   10    :   l    umgesetzt. Es werden 30 ml Azeton und 3 ml Dimethylketen verwendet.



   Zu der   auf-80  C    gehaltenen Lösung der beiden Monomeren werden 2 ml einer 0,15 molaren Butyllithiumlösung in Benzol zugesetzt.



   Die Temperatur des Reaktionsgefässes wird dann   auf-60 C eingestellt    und nach   l    Stunde ist die Masse völlig geliert. Nach 8 Stunden wird mit Methanol ein weisses pulvriges Polymer ausgefällt. Es wiegt nach Waschen und Trocknen 2,9 g.



   Ein Muster des rohen Produktes erweist sich beim Röntgenbeugungsspektrum identisch mit dem des nach Beispiel   l    erhaltenen Copolymers mit einem äquimolaren Verhältnis der Monomere. 



   Die   Infrarotanalyse zeigt ebenfalls, dass    die bei   \'erwendung    von verschiedenen Mengen der beiden Monomeren erhaltenen Polymere die gleiche   Struk-    tur besitzen.



   Beispiel 7
6 ml Dimethylketen und 30 ml Acetophenon werden bei-20  C in 60 ml Heptan gelöst. Nach der in Beispiel   l    beschriebenen Arbeitsweise werden 0,3 ml einer 0,95 molaren   Butyllithiumlosung    in   Petroläther    zugesetzt. Das   Polymerisationsprodukt    wird   ausv, efällt    und gewaschen. Es wiegt 2,4 g. Das Infrarotspektrum ist identisch mit dem des gemäss Beispiel 4 aus einer äquimolaren Mischung der Monomeren erhaltenen Polymers.



   Die abwechselnde   Copolymerstruktur    wird durch Elementaranalyse bestätigt.



   Gefunden : C 75,90% H 7,65%
Berechnet für :
EMI6.1     


Claims (1)

  1. C 75,79% H 7,65% PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von linearen Polymeren mit einem Molgewicht von mehr als 10 000, die sowohl Monomereinheiten der Formel : EMI6.2 als auch Monomereinheiten der FormeT : EMI6.3 enthalten, worin Ri und R2 Alkyl-oder Arylgrup- pen und R3 und R4 Wasserstoffatome oder Alkyl- oder Arylgruppen bedeuten, und welche Polymere das sich wiederholende Strukturelement EMI6.4 besitzen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Keton der Formel : EMI6.5 mit einem Keten der Formel : EMI6.6 in Anwesenheit einer organometallischen Verbindung eines Alkalimetalls als Katalysator umgesetzt wird.
    UNTERANSPRÜCHB 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in Anwesenheit eines sowohl gegenüber den Monomeren als auch gegenüber dem Katalysator inerten Lösungsmittels durchgeführt wird.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel ein aliphatischer oder aromatischer Kohlenwasserstoff oder Äther verwendet wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in Abwesenheit eines inerten Lösungsmittels, jedoch mit einem tYberschuss an Keton durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es bei einer Temperatur von -100 C bis Raumtemperatur durchgeführt wird.
    5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es bei einer Temperatur von-30 bis-80 C durchgeführt wird.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysator eine Alkyl-, Aryloder Alkylaryllithiumverbindung verwendet wird.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung von Azeton und Dimethylketen polymerisiert wird, wobei hochmole- kulare kristalline lineare Polymere mit dem sich wiederholenden Strukturelement EMI6.7 und einem Schmelzpunkt von mehr als I60 C erhalten werden.
    8. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung von Acetophenon und Dimethylketen polymerisiert wird, wobei ein hochmolekulares amorphes lineares Polymer milt dem sich wiederholenden Strukturelement EMI6.8 erhalten wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mischung aus p-Chloracetophenon und Dimethylketen polymerisiert wird, wobei ein hochmolekulares amorphes lineares Polymer mit dem sich wiederholenden Strukturelement EMI7.1 erhalten wird.
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