Vorrichtung zum Bewegen einer Türe Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Be wegen einer Türe in die Offenstellung und in die Schliessstellung, mit einem am Türflügel befestigten Hebelarm, welcher unter der Wirkung einer Feder steht und über eine Zugstange mit dem Kolben einer eine Regeldüse enthaltenden und am Türrahmen an gelenkten Dämpfungsvorrichtung verbunden ist.
Es sind Schliessvorrichtungen bekannt, die, z. B. bei Aufzügen, die Flügeltüren zum Schacht automa tisch schliessen, nachdem der Liftbenützer die Türe nach dem Öffnen losgelassen hat. Bei Aufzügen mit Warentransport ist es jedoch erwünscht, dass die Tür zum Ein- bzw. Ausladen der Ware offen bleibt. Zum Offenhalten der Türe sind Türfeststeller gebräuch lich, die die Türflügel in einem 90 und mehr betra genden Öffnungswinkel in offener Stellung halten, nachdem diese von Hand genügend weit geöffnet worden waren.
Bei allen diesen Türfeststellem wird ein Hebel benützt, der zur Überwindung der Schliess- kraft bei offener Türstellung einrastet und den Flügel festhält.
Die Türfeststeller haben den Nachteil, dass der Flügel erst von Hand bis über die 90 Stellung ge- stossen werden muss. Dies ist, insbesondere bei Dop pelflügeltüren, nicht nur mit einem gewissen Zeitauf wand verbunden, sondern auch in vielen Fällen um ständlich und mühevoll, wenn Personal die Türen öffnen will, ohne die Last abzusetzen.
Diese Nachteile können erfindungsgemäss durch eine Vorrichtung beseitigt werden, die dadurch ge kennzeichnet ist, dass der Hebelarm mit der Zug stange bei zum Teil offenem Türflügel und gespann ter Feder in Totpunktlage steht, so dass der Türflügel in dieser Stellung verbleibt und die Vorrichtung den Flügel erst nach Anstoss durch Entspannen der Feder in die eine oder andere der beiden Endstellun gen, offen oder geschlossen, selbsttätig und mit regu lierter Geschwindigkeit bringt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 in Ansicht eine doppelflügelige Aufzugstür mit schematisch eingezeichneten Schliessvorrichtun- gen bei geschlossenen Türflügeln, Fig. 2 die Aufsicht der in Fig. 1 dargestellten Tür, jedoch mit offenen Türflügeln, Fig.3 ein Ausführungsbeispiel der Schliessvor- richtung nach der Erfindung im Schnitt, und Fig.4 die Ansicht der Schliessvorrichtung aus Fig. 3.
Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt ist, sind die beiden Türflügel 1 einer Aufzugstür mittels Scharniere 2a, 2b oben und 3a, 3b unten am Türrahmen 4 in übli cher Weise drehbar befestigt. Für jeden Türflügel 1 ist eine Schliessvorrichtung 5 vorgesehen.
Jede Schliessvorrichtung 5 ist im Türkämpfer 6 angeord net und mit ihrem einen Ende an einem am Querteil des Türrahmens 4 befestigten Support 7 schwenkbar gelagert, während ihr anderes Ende an einem Hebel 8 angreift, welcher mit der verlängerten Öse 31 des am Türflügel 1 befestigten Scharnierteiles 2a fest ver bunden ist. Die Hebellängsachse schliesst mit der Ebene des Türflügels 1 einen Winkel ein und da der Hebel 8 mit dem Türflügel 1 kraftschlüssig verbun den ist, kann dieser durch Schwenken des Hebels 8 in seinen Scharnieren 2, 3 leicht bewegt werden.
Die Schliessvorrichtung 5 selbst besteht im wesentlichen aus der Schliessfeder 9 und der Dämpfungsvorrich- tung 10 mit der am Hebel 8 angreifenden Zugstange 11. Die weiteren Einzelheiten der Schliessvorrichtung 5 sind aus Fig. 3 ersichtlich. Die Dämpfungsvorrichtung 10 ist zweckmässig ein zylindrischer Körper 14 aus Metall, z.B. Messing, der an seinem einen Ende mit einer Lageröffnung 12 versehen ist.
Mit diesem Lager 12 ist der Körper 14 am Zapfen 13 des Supports 7 so gelagert, dass er leicht in einer zur Türfläche senkrechten Ebene ge schwenkt werden kann. Das andere Ende des Kör pers 14 ist zu einem zylindrischen Hohlraum 15 auf gebohrt. Im Hohlraum 15 gleitet ein Kolben 16, des sen Gestänge 11 vermittels eines gabelförmigen End stückes 18 mit dem freien Ende des Hebels 8 beweg lich verbunden ist. Das andere Ende des Hebels 8 ist, wie bereits beschrieben, an der verlängerten Öse 31 des Scharnierteiles 2a befestigt.
Durch eine Schwenk bewegung des Hebels 8 um die Achse 17, die die Scharnierachse und damit die Drehachse für den Türflügel 1 ist und die mit ihr gleichlaufenden Bewe gung des Türflügels, entsteht eine Hin- und Herbewe- gung des Kolbens 16 im Zylinder 15 der Dämpfungs- vorrichtung. Als Dämpfungsmittel könnte Luft ver wendet werden, es ist jedoch günstiger und damit auch meist üblich, eine Dämpfungsflüssigkeit, z. B. Öl, zu benutzen.
Der Hohlraum 15 ist vorne durch ein Verschlussteil 19 abgeschlossen, das eine zentrale Öffnung zur Durchführung des Kolbengestänges 11 aufweist und in die Zylinderwandung eingeschraubt sein kann. Quer durch den Kolben 16 führt eine Bohrung 20, die durch ein Kugelventil 21 abge schlossen ist, wobei das Kugelventil 21 so angeordnet ist, dass es beim Einschieben des Kolbens 16 in den Zylinder 15 die Öffnung 20 freigibt. Der Hohlraum 15 ist mit Dämpfungsflüssigkeit gefüllt.
Beim Bewe gen des Kolbens nach rechts, also in den Zylinder hinein, wird die Dämpfungsflüssigkeit aus dem Hohl raum 15 verdrängt und gelangt ohne grossen Druck- anstieg durch das Kugelventil 21 in den sich vor dem Kolben 16 öffnenden Hohlraum 15a.
Die beiden Endlagen des Kolbens 16 werden durch die Endstel- lungen des Türflügels 1 bestimmt. In der geschlosse nen Stellung des Türflügels 1 ist die Endstellung im Anschlag am Türrahmen eines hier nicht näher dar gestellten Überschlags des Türflügels 1 zum Türkämp fer 6 gegeben. In der offenen Stellung ist ein nicht näher dargestellter Anschlag, z. B. als Puffer an einer Wand oder am Boden in genügender Entfernung vom Drehpunkt 17 angeschraubten Gummianschlag gege ben.
Damit bei abgeschlossenem Zylinder eine Bewe gung des Kolbens 16 von einer Endlage in die andere möglich ist, ist er mit einer Verlängerung 22 verse hen, die volumenmässig dem im Zylinder bei einge schobenem Kolben durch die Zugstange 11 im Hohl raum 15a verdrängten Flüssigkeitsmenge entspricht. Am zweckmässigsten ist es, diese Verlängerung 22, die durch den Zylinderboden führt, mit dem Kolben 16 und der Zugstange 11 aus einem Stück herzustel len. Damit erhält die Dämpfungsvorrichtung 10 beim Schwenken um den Zapfen 13 eine gute Steifigkeit. Von der Bohrung 20 führt hinter der Ventilkugel ein Kanal zum Hohlraum 15.
Dieser Kanal kann am ein fachsten und zweckmässigsten durch axiales Aufboh- ren der Kolbenverlängerung 22 bis hin zur Bohrung 20 im Kolben 16 hergestellt werden. Die axiale Boh rung 24 ist dann durch eine weitere radiale Bohrung 24a mit dem Raum 15 in Verbindung gebracht.
In die axiale Bohrung 24 ist eine Regeldüse 25 einge setzt, die die Öffnung des Kanals zur Bohrung 20 hin einstellbar verschliesst. Wenn nun der Kolben 16 von der rechten Endstellung in die linke bewegt wird, so wird das Kugelventil 21 durch den im Raum 15a herrschenden Flüssigkeitsdruck geschlossen und die Flüssigkeit kann nur über die Regeldüse 25 in den Raum 15 gelangen. Wegen der durch die Düse ein geengten Durchgangsöffnung ist dazu Druck erfor derlich, der, wie bekannt, die Dämpfung in der Vor richtung bewirkt.
Die Schliessfeder ist zweckmässig als Spiralfeder 9 ausgeführt und um den zylindrischen Körper 14 der Dämpfungsvorrichtung 10 angeordnet, wobei ihre beiden Längsachsen zusammenfallen. Auf der einen Seite stützt sich die Schliessfeder 9 gegen einen Flansch 26 am Gehäuse der Dämpfungsvorrichtung 10 und auf der anderen Seite gegen ein Widerlager 27, das am Gestänge 11 des Kolbens 16 befestigt ist.
Weitere Einzelheiten sind für die Funktion der Vorrichtung unwesentlich und deshalb nicht näher beschrieben.
In Fig. 3 sind durch strichpunktierte Linien drei Türflügelstellungen angedeutet; geschlossen, halb offen und geöffnet. Die strichpunktierten Linien mar kieren die jeweilige Lage der Achse der Schliessvor- richtung. Wie bereits beschrieben wurde, liegt der Hebel 8 nicht in der Türflügelebene, sondern schliesst mit dieser einen Winkel ein. Bei geschlosse ner Tür ergibt sich somit die in Fig. 3 dargestellte Position. Die Schliessfeder 9 ist entspannt und der Kolben 16 befindet sich in der vorderen Endlage, wodurch .der mit Öl gefüllte Hohlraum 15 seine grösste Ausdehnung hat.
Wird nun der Türflügel 1 von der geschlossenen Stellung von Hand in die halbof- fene Stellung gestossen, so schwenkt der Hebel 8 und die Schliessvorrichtung in Pfeilrichtung. Dabei be wegt sich der Kolben 16 nach rechts in den Zylinder- raum 15 hinein und das Öl strömt ohne grossen Widerstand durch das Kugelventil 21 in den sich vor dem Kolben 16 bildenden Hohlraum 15a. Die Bewe gung geht so lange vor sich, bis die Achse des Kol bens 16 mit der Achse des Hebels 8 in einer geraden Linie liegt.
Bei dieser Bewegung wird die Schliessfe- der 9 gespannt. Dabei braucht nahezu kein Flüssig- keitsdruck in der Dämpfungsvorrichtung überwunden werden und es ist praktisch nur Kraft zum Spannen der Feder 9 aufzuwenden. Die Einzelteile sind nun erfindungsgemäss so zueinander eingestellt, dass, wenn der Kolben 16 der Dämpfungsvorrichtung die rechte Endlage erreicht hat, sich der Hebel 8 mit dem Zuggestänge 11 in der Totpunktlage befindet, d. h.
die Hebelachse und Achse der Dämpfungsvorrich- tung liegen in einer geraden Linie. In dieser TotpunIct- lage verliert die Schliessfeder 9 ihre Wirkung, da ihr gesamter Druck vom Zapfen 13 und von der Hebel- achse 17 aufgenommen wird.
Wegen der zur Tür ebene schrägen Lage des Hebels 8 ist der Türflügel in dieser Position halb offen und befindet sich in dieser Stellung in einem durch die Totpunktlagen von Hebel 8 und Zugstange 11 einerseits und Kolben 16 ande rerseits in einem labilen Gleichgewicht, das aber immerhin so stabil ist, dass der Türflügel in dieser halboffenen Lage stehen bleibt. Erhält nun der Tür flügel einen Stoss in die eine oder andere Richtung, so schwenkt der Hebel 8 aus seiner Totpunktlage heraus.
Die in der gespannten Feder 9 gespeicherte Kraft kommt zur Wirkung und drückt den Hebel 8 und damit auch den Türflügel noch weiter aus der Totpunktlage selbsttätig heraus und zwar je nach Stossrichtung in die geöffnete oder geschlossene Stellung. Dabei bewegt sich der Kolben 16 nach links. Die Dämpfungsflüssigkeit wird nun bei ge schlossenem Kugelventil 21 durch den engen Kanal 23 der Regeldüse 25 in den sich bildenden Hohlraum 15 hineingepresst, d. h. aber, dass die Bewegung aus der halboffenen in die offene bzw. geschlossene Stel lung des Türflügels gedämpft erfolgt.
Da der Flüssig- keitsdurchlass durch die Regeldüse 25 eingestellt werden kann, kann somit die Geschwindigkeit der selbsttätigen Türflügelbewegung einreguliert werden. Die oben beschriebene Bewegung läuft nun aufgrund des Federdruckes so lange selbsttätig ab, bis der Tür flügel seine Endlage erreicht hat. In dieser Stellung ist die Tür ganz geöffnet oder geschlossen.
Wird der Türflügel aus der ganz geöffneten Stellung zugestos- sen, so wird die Feder bei geringem zu überwinden den Flüssigkeitsdruck in der Dämpfungsvorrichtung gespannt, wobei die Bewegung von Hand nur so lange durchgeführt zu werden braucht, bis die Schliessvorrichtung bei halboffener Flügelstellung wieder in ihrer Totpunktlage steht. Zum gänzlichen Schliessen oder Öffnen genügt eine Kraft am Türflü gel 1, welche die Schliessvorrichtung über die Tot punktlage bringt, worauf der Schliess- oder Öff nungsvorgang durch die Feder selbsttätig zu Ende geführt wird.
Im praktischen Fall wird der Türflügel 1 beim Öffnen oder Schliessen von Hand so stark in Bewegung gesetzt, dass die Schwungmasse den Tür flügel 1 über die Totpunktlage bringt. Der Türflügel 1 kann somit nur durch ein kurzes kräftiges Anstos- sen aus der einen Endstellung gebracht werden und geht dann automatisch mit gesteuerter Geschwindig keit in die andere Endstellung.
In Fig. 4 ist die Schliessvorrichtung noch einmal in Ansicht dargestellt. Wie in allen Einzelheiten er sichtlich, ist der Hebel 8 einerseits mit der Zugstange 11 der Dämpfungsvorrichtung 10 über eine Gabel 18 durch einen Bolzen 28 gelenkig und auf der anderen Seite mit der verlängerten Öse 31 des am Türflügel 1 befestigten S^harnierteiles 2a fest verbunden. Die Winkellage des Hebels 8 zur Ebene des Türflügels 1 gibt die Weite der Halboffen-Stellung des Türflügels an. Es ist zweckmässig, den Anstellwinkel des Hebels 8 einstellbar zu machen.
Dies kann einfach dadurch erreicht werden, dass der Hebel 8 auf einen Zapfen der Ösenverlängerung drehbar aufgesetzt ist und zwi schen Hebel 8 und Ösenverlängerung 31 ein Zahn scheibenpaar 29, 30 eingelegt ist, dessen eine Scheibe 29 mit dem Hebel 8 und dessen andere Scheibe 30 mit der Ösenverlängerung- 31 fest verbunden ist. Der Hebel 8 mit der Scheibe 29 wird gegen die Scheibe 30 mittels einer Schraube angedrückt, so dass die Zähne der Scheiben 29, 30 ineinandergreifen und eine fest, jedoch leicht verstellbare, Verbindung zwi schen Hebel 8 und Ösenverlängerung 31, d. h. aber mit dem Türflügel in dessen Drehachse herstellen.
Mit dieser oder einer ähnlichen, mit gleichen Merkmalen ausgestatteten, erfindungsgemässen Schliessvorrichtung, sind die eingangs dargelegten Mängel der bisher üblichen Vorrichtungen, insbeson dere bei deren Verwendung an Flügeltüren von Lastaufzügen, weitestgehend behoben.