Apparat zum Schlichten und Aufbäumen von Kettfäden Die Erfindung betrifft einen Apparat zum Schlichten und Aufbäumen von Kettfäden. Dieser Apparat erlaubt es, Kettbäume für das:
Weben von Textilstoffen vorzubereiten, um Textilstoffe von bes serer Qualität als bisher zu erzeugen, unter gleich zeitiger Steigerung des Wirkungsgrades beim auf- ein.anderfolgenden Schlichten, Trocknen .und Weben. Insbesondere soll auch eine vollständig;, maschinelle Behandlung von besonders feinen, und von wenig oder gar nicht gezwirnten Garnen ermöglicht wer- .den, was beim .bisherigen Maschinenschlichten als undurchführbar galt.
Es sind bisher verschiedene Verfahren zum Schlichten von Kettfäden bekannt. So gibt es das sog. Topfschlichtverfahren (pot-sizing), bei dem das zu einem Garnstrahn gewickelte Garngeschlich tet, getrocknet und dann auf eine Spule .gewickelt wirb; diese Spule wird in einem Zettelrahmen ange bracht und von letzterem werden die Kettfäden mit tels einer Schermaschine aufgebäumt.
Ferner .gibt es das sogenännte mehrfache Kettbaum-zu-Kettbaum- Verfahren (multiple beam to beam process), bei dem .das Rohgarn ;auf Spulen gewickelt wird, die am Zettelrahmen angebracht werden;
von letzterem wer den die K ettfäden auf Kettbäumen gewickelt un=d von einigen :dieser Bäume wird das Garn dann nach Durchführung von Schlicht- und Trockenprozes=sen auf Kettbäume aufgewickelt.
Bei einem drit ten, sogenannten iKettbau:m-zu-Kettiba:um-Verfah- ren (beam-to-beam process) wird das Garn ab- schnittsweise von dem Rohgarn-Zettelrahmen auf gebäumt und von einem der Kettbäume wenden die :
Trockenvorrichtungen Kettfäden nach Durchgang auf den durch schliesslichen Schlicht- Kett- und b,aum gewickelt.
Bei :dem ersten Verfahren, bei dem die Garn strähne einzeln geschlichtet werden, ist es praktisch unmöglich, ,alle Kettfäden unter ,genau gleichen Be dingungen zu schlichten, so :dass die unter Anwen dung dieses Verfahrens hergestellten Textilstoffe un vermeidlich streifenförmige Fehler .aufweisen. Dieses Verfahren ist sehr primitiv und nicht leistungsfähig, ,da zu viel Handarbeit zur Behandlung des Garnes nötig ist, wodurch das Garn auch ,geschädigt wird.
Das Maschinenschlichten nach dem zweiten oder dritten Verfahren, nämlich dem .mehrfachen Kett- baum-zu-Kettbaum-Verfahren oder Kettbaum-zu- Kettbaum-Verfahren, .ist :ebenfalls nicht befriedigend, weil die Kettfäden während des Schlichtens und Trocknens parallel zueinander mit nahezu der gleichen Dichte angeordnet sind wie im fertigen Textilstoff;
infolgedessen bewirkt die Schlichte, Mass benachbarte Kettfäden .aneinander kleben oder einander ,auf dem relativ langen Trockenweg überlappen, so :dass :die Kettfäden bei ihrer hierauf folgenden Trennung oder Aufteilung Schaden leiden. Dies ergibt eine :gerin=ge Produktivität der .Arbeit und eine schlechte Qualität der Stoffe. Deshalb werden die bekannten Maschinen- schlichtverfahren nur bei starken, verzwirnten oder gesponnenen Garnen verwendet.
Bei einem weiteren bekannten Verfahren werden die geschlichteten und getrocknete -n Kettfäden auf kurze Bäume aufgewickelt, die dann .aufeinander gesteckt wenden, um Kettbäume zu bilden. In die sem Falle kann man jedoch das ,Entstehe=n von kleine ren oder grösseren Unregelmässigkeiten der Faden spannung nicht vermeiden.
Im fertigen Textilstoff ergeben sich dann :bandartige Streifen. A=uss=erdem bietet :das Verfahren zahlreiche Schwierigkeiten, :die für den Wirkungs=grad der .Arbeit bzw. die Produkti vität ungünstig sind.
Die Erfindung .bezweckt, die geschilderten Nach teile der vorbekannten Verfahren Du vermeiden und darüber hinaus die Behandlung von Garnen zu er- möglichen, die mit den bekannten .Schlichtmaschinen überhaupt nicht :beh:andlet werden können.
Der erfindungsgemässe Apparat zum Schlichten und .Aufbäumen von Kettfäden ist ,gekennzeichnet .durch :eine Schlichtmaschine mit Vorrichtungen zum Schlichten von Kettfäden unter solchen Bedingungen, ,dass die Anordnung der Kettfäden eine viel .geringere Dichte hat als diejenige der zu Textilstoff verarbeite ten Keafäden, und mit Vorrichtungen,
um die ige- schlichteten Kettfädendaraufhin unter den gleichen Bedi b-ungen zu trocknen, und mit Bäumen, auf welche die Keafäden mit ungefähr der gleichen Breite wie die Zettelbreite ,aufgewickelt werden;
und ferner gekennzeichnet :durch eine Bäummaschine, in wel cher mehrere dieser Bäume parallel ,angeordnet sind, entsprechend der Dichte der Kettfäden im Textil stoff, und in der ein Kettbaum angeordnet ist, Kauf den die von den Bäumen- ,abgezogenen Kettfäden .in der vollen Breite :des Zettels :aufgewickelt werden.
Das wichtigste Merkmal des erfüvdungsigemässen Ap parates besteht darin, dass es ermöglicht, dass ,die Dichte der Kettfäden beim Schlichtar und Trocknen nur einen Bruchteil der Kettfädendichte im Fertig- produkt beträgt.
Hierbei werden meistens das Schlichten und Trocknen bei gegenseitigen Abstän den ;der Kettfäden von über 1 mm durchgeführt. In folge der Verminderung der Kettfädendichte können diese Fäden sich .beim Schlichten .und Trocknen nicht berühren oder sich überlappen; daher ist es auch nachher nicht nötig, eine Aufteilung oder Tren nung vorzunehmen.
Dies ist von besonderer Wichtig,- keit bei wenig verzwirnten Garnen, bei sehr feinen Garnen oder bei Garnen, deren Fasern leicht brechen. Es ist nämlich nicht .möglich, urigezwirnte Garne, die -beim Schlichten und Trocknen einander berüh- ren, voneinander zu trennen, ohne ihre Fasern zu beschädigen.
Ausserdem wird :durch idie :geringe Kett- .fädendichte beim Trocknen der Wirkungsgrad der Trocknung erhöht, ohne Unregelmässigkeiten der Trocknung herbeizuführen. Jeder erforderliche Trocknungsgrad kann leicht erzielt werden, ohne den Trocknungsweg unnütz zu verlängern.
Ferner ermöglicht der erfindungsgemässe Apparat die Durchführung des Schlichters und Trocknen-, zu Beginn der Verarbeitung. :
Bei Anwendung der oben erwähnten, wohlbekannten Vorrichtungen, werden nach denn Topfschlichteverfiahren die Garne, Stück um Stück geschlichtet und dadurch die Garnfasern .auf die schonbeschriebene Weise beschädigt. Bei den Maschinenschlichteverfa:
hren, wie dem mehrfa chen Kettbaum-zu-KeitbaumVerfahren und dem Keabaum - zu - Kettbaum -Verfahren, werden das Schlichten und Trocknen am Schluss der Behand lung, unmittelbar vor dem Aufbäumen vorgenom men;
bis dahin werden die Garne als Rohgarne be handelt. Mit dem erfindungsgemässen Apparat wer den dagegen das Schlichten und Trocknen am An- fang der Behandlung :
durchgeführt, und später wer den nur .noch die @getrockneben Kebtfäden behandelt, ,die schon durch die Sehlichte geschützt sind, so dass die Gefahr -einer Beschädigung der Garmfasern sehr gering ist.
Ein anderes wichtiges Merkmal der Erfindung ist die Parallelanordnung von .mehreren Bäumen, auf die bereits ;geschlachtete und getrocknete Kettfäden mit igeririger Kettfädendichte :gewickelt sind, und von denen die Fäden abgezogen und mit unigenähert der Kettfädendichte :des Fertigproduktes :auf einen Kett- baum gewickelt werden.
Die Erfindung ist :beispielsweise in !der beiliegen den Zeichnung :schematisch :dargestellt. In derselben sind: Fig. la :und 1b Seitenansichten einer Schlicht maschine in :einem Apparat nach der Erfindung. Fig. 2 ist eine :Seitenansicht einer Bäummaschine in dem .Apparat nach der Erfindung.
Gemäss Fig. 1 werden die Kettfäden oder Garne 1 aus :dem Zettelrahmen 2 herausgezogen, um durch einen Kamm oder Scheublatt 7 in bestimmten, festen Abständen angeordnet zu wunden. Gleich nach dem Durchgang durch Schlichtvorrichtungen,
3 werden<B>die</B> Garnabstände wieder durch einen Teilkamm oder Separator 8 geregelt, worauf die Garne .durch Trok- kenvorrichtungen .hindurch :gehen.
Die Trockenvor richtungen .umfassen eine erste Trockenkammer 4, eine .zweite Trockenkammer 4a und eine Zylinder- trockenvorzichtung 4g-., nach welcher die Garne auf Keabäume 5 .aufgewickelt werden, :und zwar über .die :ganze Breite :
des Zettels. Der Kamm 7 und. der Separator 8 haben einen viel gröberen Teilungsab- stand, also eine kleinere 7iettel:dichte als der später zu verwebende Zettel.
Wie Fig.2 zeigt, sind eine Mehrzahl von Kettbäumen 5 parallel angeordnet, und die Garne werden von denselben abgezogen und auf den Kettbaum 6 gewickelt, der hierauf in Iden Web stuhl eingelegt wird.
:Der Apparat nach der ,Erfindung ermöglicht so mit, Textilwaren von guter Qualität mit einem hohen Wirkungsgrad zu weben, da die auf dem Kettb.aum aufgewickeltenRTI ID="0002.0231" WI="15" HE="4"LX="1378" LY="1835"> Keafäden keine Unregelmässigkeiten der Spannung ,aufweisen, wie .dies .beim Schlichten von Garnsträngen der Fall :ist.
Es treten auch keine Fadenbrüche oder andere Schwierigkeiten auf, die :durch :das Teilen nach -dem Schlichten und Trocknen hervorgerufen werden können, was insbesondere im erwähnten Keabaum zu-Kettbaum Verfahren oft .beobachtet wird.
Es gibt auch keine aneinanderkle- heriden Kettfäden mehr, wie sie beim mehrfachen Ketthaum-zu Kettbaum-Nerfahren oder beim Kett- baum-zu Kettbaum-Verfahren auftreten.
Wenn man ,beim Weben Kettbäume benützt, :die mit bekannten Maschinen ggeschlichtet worden sind, kann man keine A:bstellnadel oder .Fadenreiter be- nützen, weil die Kettfädan aneinander kleben; man erhält :
auch keine sanfte Fachbildung, so dass ein häufiges Anhalten des Webstuhles und Fehler im erzeugten Gewebe nicht vermieden werden können.
Mit den Kettbäumen des erfindungsgemässen Apparates werden all diese Schwierigkeiten voll kommen vermieden. Der erfindungsgemässe Apparat eignet sich ,auch zur Behandlung sehr schwachgezwirnter, oder über haupt nicht gezwirnter Garne aus, synthetischen Fa sern. Diese Garnsorten mussten bisher zuerst ,ge zwirnt werden, bevor .man sie in Schlichtmaschinen bekannter Art einbrachte, während sie mit dem er- findungsgemässen Apparat .sofort und ohne Zwirnen geschlichtet und getrocknet werden können.
Die Verwendung ,des erfindungsgemässen Appa rates wird nachfolgend mit bekannten Verfahren ver glichen: Im Falle dass Totale Anzahl der Kettfäden - 6000 Breite des Zettels 104 cm, 288 Fäden pro 5 cm Breite des Fertigproduktes 91 cm, das heisst 325 Fäden pro 5 cm
EMI0003.0008
1. <SEP> Topfschlichten <SEP> (Ein-Faden-Schlichten)
<tb> Ausgangsgarn: <SEP> Garn-Strahn <SEP> oder <SEP> -Spule
<tb> Schlichten: <SEP> 1 <SEP> Faden
<tb> Trocknen: <SEP> Garn-Strahn
<tb> Zettelrahmen: <SEP> 400 <SEP> Spulen <SEP> (spls)
<tb> Abschnittweises <SEP> Aufbäumen: <SEP> 400 <SEP> Spulen <SEP> X <SEP> 15 <SEP> Abschnitte
<tb> Kettbäume:
<SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 6000 <SEP> Fäden
<tb> Zettelbreite: <SEP> 104 <SEP> cm <SEP> (288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)
<tb> 2. <SEP> Mehrfaches <SEP> Kettbaum-zu-Kettbaum-Verfahren
<tb> Zettelrahmen: <SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 600 <SEP> Fäden
<tb> Breite <SEP> 132 <SEP> cm, <SEP> 22,7 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm
<tb> Schlichten <SEP> und <SEP> Trocknen: <SEP> Kettbaum <SEP> 10 <SEP> Stück <SEP> (pes)
<tb> 600 <SEP> Fäden <SEP> X <SEP> 10 <SEP> - <SEP> 6000 <SEP> Fäden
<tb> Breite <SEP> 132 <SEP> cm, <SEP> 227 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm
<tb> Kettbaum: <SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> - <SEP> 6000
<tb> Breite <SEP> 104 <SEP> cm, <SEP> 288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm
<tb> 3. <SEP> Kettbaum-zu-Kettbaum-Verfahren
<tb> Zettelrahmen:
<SEP> 600 <SEP> Spulen
<tb> Abschnittweises <SEP> Aufbäumen: <SEP> 600 <SEP> Fäden <SEP> X <SEP> 10 <SEP> Abschnitte
<tb> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 6000
<tb> Zettelbreite <SEP> 104 <SEP> cm <SEP> (288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)
<tb> Schlichten <SEP> und <SEP> Trocknen: <SEP> Kettbaum <SEP> 1 <SEP> Stück, <SEP> 6000 <SEP> Fäden
<tb> Breite <SEP> 104 <SEP> cm <SEP> (288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)
<tb> Kettbaum: <SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 6000
<tb> Breite <SEP> 104 <SEP> cm <SEP> (288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)
<tb> 4. <SEP> Nach <SEP> der <SEP> Erfindung:
<tb> Zettelrahmen: <SEP> 1000 <SEP> Spulen
<tb> Schlichten <SEP> und <SEP> Trocknen:
<SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 1000
<tb> Breite <SEP> 135 <SEP> cm <SEP> (37 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)
<tb> Aufbäumen: <SEP> Breite <SEP> des <SEP> Kettbaumes <SEP> 104 <SEP> cm
<tb> Kettbäume: <SEP> 6 <SEP> Stück
<tb> Kettbaum: <SEP> Totale <SEP> Anzahl <SEP> der <SEP> Kettfäden <SEP> 1000 <SEP> X <SEP> 6 <SEP> - <SEP> 6000 <SEP> Fäden
<tb> Breite <SEP> 104 <SEP> cm <SEP> (288 <SEP> Fäden <SEP> pro <SEP> 5 <SEP> cm)